Épisodes

  • Age of the Controller
    Sep 8 2026

    Age of Controlling; Bürokratische Schulden; Warum am Ende nie jemand schuld ist und der Weltfrieden nur 120 einfache Schritte entfernt.

    Chris erinnert sich, dass da noch ein Thema aus der letzten Folge offen war: das „Age of Controlling". Immer mehr Formulare, Vorentscheidungen, Nutzungsbedingungen, und bloß die richtige Reihenfolge einhalten. Dabei findet Alex Bürokratie im Prinzip gut, denn sie macht dich unabhängig vom Gusto deines Gegenübers. Das Problem beginnt woanders: bei Entscheidungen, die nicht auf die Sicherheit der Sache optimiert sind, sondern auf die Sicherheit der Entscheidung. Kommt hinterher Grütze raus, zeigst du eben auf den Prozess.

    Chris erzählt von einer maroden Brücke im Ruhrpott, an der 50 Organisationen mitentscheiden dürfen, und von dem Politiker, dessen Lösung eine 51. Behörde ist. Es geht um bürokratische Schulden ganz im Sinne technischer Schulden, um den Stempel, der nicht kommt, weil jemand krank ist, und um die Frage, ob am Ende niemand schuld ist oder ob genau das der Sinn der Sache war.

    Chris hat sich vorbereitet (was Alex ehrlich überrascht) und Hannah Arendt mitgebracht: „In einer voll entwickelten Bürokratie bleibt schließlich niemand übrig, mit dem man diskutieren, dem man Klagen vortragen, auf dem man Macht ausüben könnte." Alex widerspricht der Ursächlichkeit. Nicht Regeln machen ungerecht, sondern ihre ungleiche Anwendung. Trotzdem: Wer jemanden blockieren will, braucht keine Opposition, nur einen ausreichend komplizierten Käfig. Meistens reicht aber Inkompetenz, wo man Boshaftigkeit vermutet.

    Das Verwaltungsgericht als Chris' Lieblingsinstitution, ein runder Tisch, an dem Monate zu einer Stunde werden, getrennte Warm- und Kaltwasserhähne in England und eine Bohrfliege, deren Bekämpfung jemand für Unsinn hielt. Ein paar gesparte Millionen, ein exponentielles Problem zurück.

    Die Frage nach der Alternative heben wir uns auf. Bis dahin gründen wir die Bürgerkratie: Jeder bekommt seine eigene Behörde, Politiker füllen erst das Formular „Wir wollen Ihre Stimme" aus, und der Weltfrieden ist nur noch Formular WF 23 entfernt. Fair muss es ja sein.

    In der Folge erwähnt:

    • Bürokratie: https://de.wikipedia.org/wiki/Bürokratie
    • Zwei Hähne in UK - auf BBC: https://www.bbc.com/news/uk-england-42948046
    • Neuwelt-Schraubenwurmfliege: https://de.wikipedia.org/wiki/Neuwelt-Schraubenwurmfliege
    • Schraumbenwurmfliege in den USA - Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/panorama/experten-ordnen-risiken-ein-usa-neuwelt-schraubenwurmfliege-taucht-in-texas-auf-zr-94345967.html

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  • Chill mal deine Basis
    Aug 11 2026

    Sieben Hüte, drei Bälle; Vom Müssen zum Möchten und der kleinen Kartoffel in uns.

    Chris‘ Kopf ist im Tumult. Er trägt gerade sechs, sieben Hüte gleichzeitig: Unternehmer, Papa, Partner, Häusle-Renovierer, Designer, Projektverantwortlicher. Jonglieren gelernt hat er mal, aber mit drei Bällen, nicht mit sieben Hüten. Eigentlich, so Chris, ist er kein Planer, sondern jemand, der surft: immer im Moment, wenig an gestern und morgen gebunden. Und trotzdem: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert" – Hannibal, A-Team, Zigarre im Mund (bei Chris ist es der Tee). Aber was heißt eigentlich „in Control sein", wenn kein Tool den ewigen Kontextwechsel abnehmen will?

    Alex kontert mit einem fast kalenderspruchmäßigen Gedanken: Der Weg zu etwas lässt einen oft genau das Gegenteil fühlen: Wer stark werden will, muss durch die Schwäche. Und dann ist da noch der unbequeme Faktor: Vielleicht wird man einfach älter. Fantasy-Helden mit 17 gegen die 40-jährige Heldin, die sich erstmal stöhnend hinsetzt, die Brille aufsetzt und ein Mittagsschläfchen macht. Es geht um Selbstwirksamkeit und Freiheit, um kulturelle Prägung gegen die eigene Natur. Was wäre in einer nicht-chronologischen Gesellschaft, wo man vorbeikommt, wenn man vorbeikommt, heute nicht, dann morgen? Chris ist überzeugt, da ginge es ihm besser.

    Alex arbeitet sich an Chris' „ich muss" ab. Du musst nicht pünktlich zu deiner Tochter kommen. Du möchtest es. Du musst nicht gut für deine Familie kochen. Du wählst es. Das Universum zwingt zu gar nichts. Diese Umdeutung nimmt nicht die Verantwortung weg, aber sie verwandelt das passive „die Welt macht das mit mir" in eine aktive Wahl, auf die man sogar stolz sein darf.

    Helikopter-Eltern und ihr Gegenteil, Fünfjährige mit echter Cooking Station, gruselige Frischluft-Babykörbe aus amerikanischen Fenstern und der Peter, der auf der Kirmes zwei Minuten verschwindet, in denen Chris tausend Tode stirbt. Und die ehrliche Erkenntnis, dass „alles erledigt, aber nichts erlebt" abends nur eine leere Energiekasse übriglässt.

    Leben wir im „Age of the Controller", gewinnen wir ein Spiel, indem wir messbare Werte verbessern, die uns gar nicht zum eigentlichen Ziel bringen? Aber das ist ein Thema für eine andere Folge. Wenn Chris es bis dahin nicht vergisst. Und wenn doch, ist das auch okay.

    In der Folge erwähnt:

    • Serie: Das A-Team: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_A-Team
    • Baby Körbe zum Lüften: https://www.spiegel.de/geschichte/kaefig-kinder-warum-man-kinder-zum-lueften-in-kaefige-setzte-a-1130499.html

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  • Vom Brot der Popo
    Jul 14 2026
    Malheur im Spellcheck; Der Popo des Brotes; Die erfundene Zitrone und warum nichts so ursprünglich ist, wie es tut. Alex startet mit einer Beschwerde: Das iPhone kennt das Wort „Malheur" nicht, zumindest nicht im Deutschen. Von dort geht's tief in die frankophile Vergangenheit Kölns, zu Lehnwörtern, napoleonischer Besatzung und der Frage, warum „Franco" so miese Vibes hat. Vom Wort zum Brot: Chris' Tochter hat den „Popo" des Brotes etabliert, was sofort die Frage aufwirft, was eigentlich ein Brot definiert. Ein Schlenker über fragwürdige KI-Fitness-Videos hin zu einer alten japanischen Lauftechnik, dem „Edo-Laufen", das als Bewegungskulturgut bewahrt werden soll. Was man nicht alles nicht kennt. Womit wir bei kulturellen Codes wären. Alex erzählt von einer Autorin, die den Rhythmus von Hopsscotch (Himmel und Hölle) in ein Gedicht webt. Erkennbar nur für die, die die Referenz kennen. Kunst steht nie außerhalb ihrer Zeit (man denke an all die Alf-Sprüche, die heute keiner mehr versteht). Es geht um Form und Funktion, um ein Versmaß, das natürlich aus der Sprache fließt statt hineingequetscht zu werden, und darum, dass Intention Teil des Kunstwerks ist. Und weil Klassifizierungen fast immer nachträglich entstehen, fragen wir uns: Wird etwas populär, weil es einen Namen bekommt oder bekommt es einen Namen, weil es populär wurde? Survivor-Bias inklusive. Selbst das vermeintlich Monolithische zerbröselt: Rot ist nicht „die" Farbe Chinas durch alle Dynastien hindurch und das weiße Hochzeitskleid ist erstaunlich jung. Chili kam aus Südamerika, Kimchi war lange hell wie Sauerkraut, Gochujang ist „nur" rund 300 Jahre alt. Wie lange muss etwas her sein, damit es als ursprünglich gilt? Die Kartoffel brauchte eine Marketingkampagne, der Kohl stammt von einem windschiefen Küstengewächs ab, und die Zitrone gab es in dieser Form nie – „we made lemons". Bleibt die große Frage: Ist diese Kurzsichtigkeit, das Gefühl, der Status quo sei „normal", gelernt oder zutiefst menschlich? Mode beweist es laufend: Der Ivy-League-Look war in Japan Rebellion und in den USA Establishment, Jeans wanderten vom Zeltstoff zur Goldgräberhose zum Underdog-Symbol zum Allerweltskleidungsstück. Everything is old and new again. Neu ist offenbar nur die Kombination. Folgt uns gerne zwischen Sprache und Salat, zwischen Brot-Popo und Barockkleid. Den Rest knüpfen wir beim nächsten Mal an, ihr erinnert euch dran, wir vielleicht nicht. In der Folge erwähnt: Maya Angelou im Interview (1973): https://www.instagram.com/reel/DXMYVzrEhWT/Maya Angelou: https://de.wikipedia.org/wiki/Maya_AngelouHopsscotch (Himmel und Hölle): https://en.wikipedia.org/wiki/Hopscotch„Edo-style“ running style - CNN: https://www.youtube.com/shorts/LWWkKldmUogÜber die Kartoffel: https://www.deutschlandfunk.de/lob-der-tartuffoli-100.htmlHerkunft der Kartoffel: https://de.wikipedia.org/wiki/Kartoffel#Ursprüngliche_HerkunftDie Jeans: https://de.wikipedia.org/wiki/JeansBrautkleider: https://en.wikipedia.org/wiki/Wedding_dressGochujang: https://en.wikipedia.org/wiki/Gochujang --------Noch ein Podcast:Perspektiven auf Software & Design von Chris & Alex.www.bessermit.design --------
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  • Du hast recht
    Jun 9 2026

    1.500 Kommentare und zwei Welten; Der Tod von Social Media und der „Du hast recht“-Button.

    Chris bringt ein Thema mit, das harmlos beginnt und dann nicht mehr loslässt: Die Late Show mit Stephen Colbert wurde abgesetzt und Chris hat getan, was er sich sonst verbietet: Kommentare gelesen. Unter einem Artikel der New York Times, 1.500 Stück. 90 Prozent Dankbarkeit, 10 Prozent reines Vitriol, dazwischen nichts. Zwei Lager, die nicht bloß anderer Meinung sind, sondern auf völlig verschiedenen Realitätsgrundlagen zu stehen scheinen. Wie kann man so eindeutig gegen jemanden sein, den man selbst als zugewandt erlebt? Und warum begünstigt das Medium diese Schere?

    Wir landen schnell bei der These: Kommentarspalten sind gar kein Dialog. Sie sind Kabinen nebeneinander, in die jeder seine isolierte Ansicht kritzelt – „hier bin ich, friss oder stirb". Chris hat ein „Dopamin-Brain": LinkedIn, ein Feed, der ihn depressiv zurücklässt, ein Doomscrolling, dem er kaum entkommt. Alex bringt die Perspektive der Systeme dazu: Diese Spalten existieren nicht aus Versehen, sie verlängern die Verweildauer und füttern die Ads. Algorithmen sind wie eine unaufgeräumte Ecke. Nur, dass jemand ununterbrochen Müll hineinwirft.

    Uns beschäftigt Chris‘ Favorit, Jason Kottkes Blog, als einer der letzten Safe Spaces im Netz, die Frage, ob die Tagesschau überhaupt Kommentare braucht und die Rücksichtslosigkeit bei Meta und Co. Warum gute Regeln nicht das Gegenteil von Freiheit sind, sondern ihr Schutz. Denn im rechtsfreien Raum gewinnen die, die sich am wenigsten erlauben zu fragen, wem sie schaden.

    Am Ende bleibt ein leiser Verlust: Vielleicht haben wir ein Medium verloren. Die Möglichkeit ehrlicher, leiser, auch mal mondäner Kommunikation im Netz. Vielleicht finden wir es ja wieder. Schön wäre es. Bis dahin: Klebt eure Kommentare gern auf einen Zettel an den Bildschirm, wir lesen mit.

    In der Folge erwähnt:

    • Last week tonight mit John Oliver: https://de.wikipedia.org/wiki/Last_Week_Tonight_with_John_Oliver
    • Stephen Colbert: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Colbert
    • New York Times Artikel: https://www.nytimes.com/2026/04/28/business/media/stephen-colbert-late-night-show.html
    • Jason Kottke Blog: https://kottke.org/

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  • Der Bogen zwischen Haien und einer galaktischen Umdrehung
    May 12 2026

    Intuitives Bogenschießen; Woraus Bäume bestehen; Und gibt es eigentlich Plastik im Universum?

    Chris hat gerade Baustelle, aber darüber reden wir nicht. Stattdessen nimmt Alex uns mit zum Bogenschießen. Intuitiv, ohne Visier, mit einem 30-Pfund-Bogen, der nach langer Pause plötzlich viel zu schwer ist. Selbstgebaute Bögen aus einem einzigen Stück Holz, Reitbogenschießen im Galopp und ein Content Creator, der Pole Dance und Bogenschießen kombiniert. Kopfüber.

    Weiter zu mittelalterlichen Waffen als Handwerksobjekte und zur Faszination, wenn Material eine Seele bekommt. Peter hat eine Ukulele gebaut, Jan einen Bass. Chris kennt den Moment, in dem ein Sammelsurium von Holz und Saiten plötzlich ein Instrument ist. Gibt es in der Software übrigens auch.

    Bäume sind faszinierend. Chris hat ein Video gesehen und klärt uns auf. Der Organismus Baum lebt nicht im Holz, sondern in einer hauchdünnen Schicht zwischen Rinde und Kern. Und das Holz selbst? Im Wesentlichen materialisierte Luft. Der Baum frisst nicht die Erde, er baut sich aus Kohlendioxid. Vielleicht das seltenste Material im Universum.

    Pinke Photosynthese, Sci-Fi-Planeten mit rosa Bäumen und Andy Weirs „Project Hail Mary, ein Buch, das Chris sehr berührt hat. Weil Kollaboration against all odds schöner ist als der Dark Forest.

    Haie gibt es seit 400 Millionen Jahren. Die haben eine komplette Galaxie-Umdrehung mitgemacht. Schnabeltiere können mit ihrem Schwanz Dinge festhalten. Und Bären sind taxonomisch gesehen hundeartig. Korrigiert uns gerne.

    Ein nicht gegoogelter Ausflug in die Welt der Biologie. Aber mit Herz und Seele.

    In der Folge erwähnt:

    • Intuitives Bogenschießen: https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelles_Bogenschießen
    • Zuggewicht (Bogen): https://de.wikipedia.org/wiki/Bogen_(Waffe)
    • Blumineck - Pole Dance & Bogenschießen: https://www.youtube.com/@blumineck
    • Berittenes Bogenschießen: https://de.wikipedia.org/wiki/Berittenes_Bogenschießen
    • Videos zu Bäumen von kurzgesagt:

    Bäume sind so viel wilder als du denkst: Bäume sind so viel wilder als du denkst

    Warum gibt es keine Löcher um Bäume herum?: Warum gibt es keine Löcher um Bäume herum?

    • Buch: Project Hail Mary von Andy Weir: https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Hail_Mary
    • Youtube Kanal "Pop Culture Detective": https://www.youtube.com/@PopCultureDetective/shorts
    • Gün als Farbe des Lebens: https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorophylle
    • Rötlich-Lila Leben - Anoxygene Photosynthese: https://de.wikipedia.org/wiki/Purpurbakterien
    • Das Spiel mit den Tieren: https://metazooa.com/
    • Haie - 350 - 400 Millionen Jahren: https://de.wikipedia.org/wiki/Haie
    • Galaktisches Jahr - 225 Millionen Jahre: https://de.wikipedia.org/wiki/Galaktisches_Jahr
    • Schallloch: https://de.wikipedia.org/wiki/Schallloch
    • Bären: https://de.wikipedia.org/wiki/Bären

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    1 h et 6 min
  • Menschliches im Design
    Apr 28 2026

    Chris‘ Erlebnisse von der Smashing Conference; Starre Systeme, 96 Button-Varianten und die Frage: Darf Design messy sein?

    Chris war vier Tage in Amsterdam auf der Smashing Conference, als Speaker und als Gesprächspartner. Was als Konferenzbericht beginnt, wird schnell zu einer Grundsatzdiskussion über das, was im Design gerade schiefläuft.

    Aber erstmal: Hut ab. Selten fühlt man sich auf einer Konferenz so willkommen. Keine Sponsored Talks, keine Infomercials, dafür echte Gespräche auf den Fluren, eine Bootstour durch die Grachten und ein phänomenales Organisationsteam. Chris schwärmt und das will was heißen.

    Sein Talk „Complex Design for Stupid People" – mit Alex' Handschrift versehen – ist ein Plädoyer dafür, als Designer mutig zu sein. Nicht noch mehr Komplexität in Figma-Files zu packen, nicht 96 Ausprägungen eines Buttons zu pflegen, bevor überhaupt klar ist, wozu. Sondern ein Gefühl für das Warum zu entwickeln, intuitiv loszulegen und die Spezifität da zu lassen, wo sie hingehört: im Code.

    Warum leiden so viele Designer und Entwickler in rigiden Scrum-Systemen? Warum begann das Agile Manifest als Hippie-Utopie und endete in bürokratischer Autokratie? Scrum ist bei uns jedenfalls ein Schimpfwort.

    The Toyota Way. Alex bringt zwei halb-gegoogelte, aber umso eindrücklichere Geschichten mit: Über einen japanischen Manager, der seine High-Performance-Teams entließ und über eine GM-Fabrik, die plötzlich florierte, als man den Arbeitern erlaubte, Probleme selbst zu lösen.

    „Unser Job als Designer ist es, honest, humble und kind zu sein. Das können Maschinen nicht. Software kann nicht freundlich sein. Nur Menschen können das.“
    – Frei nach Nick DiLallo von der Smashing Conference

    Endlos-Scroll, Torment Nexus und Zappen auf Steroiden. Chris meint LinkedIn frisst ihn. Sein limbisches System ist mit Infinite Scroll nicht kompatibel. Alex fragt, ob es Aufgabe der Urheber sein sollte, die Probleme zu lösen, statt sie auf jeden Einzelnen abzuwälzen.

    Wer bis hierhin zugehört hat, scrollt hoffentlich nicht direkt weiter. Sondern hält kurz inne.

    In der Folge erwähnt:

    • Ōno Taiichi - Vater des Toyota-Produktionssystems: https://de.wikipedia.org/wiki/Ōno\_Taiichi
    • MIT Sloan Management Review – „How to Change a Culture: Lessons From NUMMI" (von John Shook, der damals dabei war): https://sloanreview.mit.edu/article/how-to-change-a-culture-lessons-from-nummi/
    • Wikipedia – NUMMI: https://en.wikipedia.org/wiki/NUMMI
      Kaizen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaizen

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    1 h
  • All Users are stupid
    Apr 14 2026

    Keine reguläre Folge; Chris auf der Smashing Conference in Amsterdam.

    Heute mal anders: Statt einer regulären Folge mit Alex & Chris gibt es Chris' Vortrag „All Users Are Stupid" von der Smashing-Konferenz 2024. Drei Dinge, die Chris in über 25 Jahren als Designer gelernt hat: Menschen sind schlau. Nutzer sind trotzdem oft dumm. Und wir können Helden sein. Es geht um System 1 und System 2, den Kreislauf der Dummheit, Empathie für gestresste Eltern vor McDonald's-Kiosken und warum gute Software sich anfühlt, als wäre sie schon weg, bevor man merkt, dass man sie benutzt hat.

    Anlass der Veröffentlichung: Chris steht heute wieder auf der Smashing-Bühne, diesmal in Amsterdam. Viel Spaß und nächste Woche gibt's wieder eine reguläre Folge.

    Du willst Chris Vortrag live erleben? Hier gibt’s Tickets:
    https://smashingconf.com/amsterdam-2026/schedule#day3

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  • Rückwärts-kompatibles Wohnen
    Mar 31 2026

    Warum Windows die Bauverordnung ist; Kranhäuser im Windkanal und die Frage: Darf ein Haus auch schön sein?

    Alex wollte ein leichtes Thema. Es wurde die Bauverordnung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass komplexe Systeme fast immer addieren und selten subtrahieren. Wenn etwas nicht funktioniert, legt man Regeln drauf. Dann Schilder. Dann Strafen für die Schilder. Dann Regeln über die Menge an Schildern. Und dann landet alles vor Gericht.

    Chris bringt zwei Beispiele: das deutsche Baurecht und Microsoft Windows. Das neue „E-Gebäude" soll Bauen einfacher machen, mit weniger Vorschriften. Klingt gut, bedeutet aber: Statt 150 Statuten gibt es jetzt 185 und die ungeklärte Frage, in welchem Regelwerk man eigentlich gerade steckt. Windows macht es ähnlich: Seit Windows 95 wird addiert, nie subtrahiert. Hinter jeder neuen Oberfläche schlummern noch die Systemeinstellungen von damals. Apple geht den anderen Weg, sägt Altes radikal ab. Ergebnis: Diablo 2 läuft nicht mehr auf dem Mac. Traurig, aber konsequent.

    Es folgt ein Exkurs über föderale Bauordnungen, weil ein Haus in NRW ja offensichtlich ganz anders aussehen muss als eins in Berlin. Chris relativiert fair: 2018 wurde tatsächlich etwas vereinfacht. Es geht also. Vermutlich war gerade keine Lobby involviert. Oder die richtige.

    Wir widmen uns der Architektur und Köln bekommt sein Fett weg. Die Welle, gelbe Fliesen, Beton am Rheinauhafen, Kranhäuser mit gesetzlicher Mindestdeckenhöhe und Windverhältnissen wie im Orkan. Chris findet, vieles davon sei zeitlos, zeitlos hässlich. Alex hält dagegen: Rotterdam zeigt, dass modern auch schön geht. Zusammen fragen wir uns, warum Neubauten fast immer gleich aussehen, als kämen sie aus einem Katalog.

    Zwischen Holzzierleisten, die nach fünf Jahren hinüber sind, offenporigem Beton, der aussieht als wäre er verprügelt worden, und dem Kölnberg als warnendem Beispiel für gescheiterten Futurismus landen wir bei der großen Frage: Kann man Schönheit eigentlich vorschreiben? Und wie viel Prozent der Wand müssten dann „schön" sein? Baurechtlich schwer zu klären. Menschlich eigentlich ganz einfach.

    Egal, wo ihr wohnt, wir hoffen, ihr wohnt schön.

    In der Folge erwähnt:

    • E-Gebäude: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/FAQ/FAQ_RefE_Gebaeudetyp_E.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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    49 min