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Vom Wahn und Sinn

Vom Wahn und Sinn

De : Christoph Kolb Alexander Hachmann
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Zwei Designer kommen vom Hölzchen aufs Stöckchen in Philosophie, Zeitgeist, Kultur und Design. **** Alex & Chris sind Gründer der Wahnsinn Design GmbH, sind ziemlich beste Freunde und reden über Alles. Ihre Freundschaft begann im Jahr 2005 mit einem solchen Gespräch und immer noch haben beide große Freude, Stunde um Stunde die Welt gemeinsam zu ergründen. Jetzt nehmen sie Dich mit, Ihrem manchmal klugen, machmal weniger klugen Gedankenaustausch zu folgen.2023 Wahnsinn Design GmbH Art Philosophie Sciences sociales
Épisodes
  • All Users are stupid
    Apr 14 2026

    Keine reguläre Folge; Chris auf der Smashing Conference in Amsterdam.

    Heute mal anders: Statt einer regulären Folge mit Alex & Chris gibt es Chris' Vortrag „All Users Are Stupid" von der Smashing-Konferenz 2024. Drei Dinge, die Chris in über 25 Jahren als Designer gelernt hat: Menschen sind schlau. Nutzer sind trotzdem oft dumm. Und wir können Helden sein. Es geht um System 1 und System 2, den Kreislauf der Dummheit, Empathie für gestresste Eltern vor McDonald's-Kiosken und warum gute Software sich anfühlt, als wäre sie schon weg, bevor man merkt, dass man sie benutzt hat.

    Anlass der Veröffentlichung: Chris steht heute wieder auf der Smashing-Bühne, diesmal in Amsterdam. Viel Spaß und nächste Woche gibt's wieder eine reguläre Folge.

    Du willst Chris Vortrag live erleben? Hier gibt’s Tickets:
    https://smashingconf.com/amsterdam-2026/schedule#day3

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    34 min
  • Rückwärts-kompatibles Wohnen
    Mar 31 2026

    Warum Windows die Bauverordnung ist; Kranhäuser im Windkanal und die Frage: Darf ein Haus auch schön sein?

    Alex wollte ein leichtes Thema. Es wurde die Bauverordnung. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass komplexe Systeme fast immer addieren und selten subtrahieren. Wenn etwas nicht funktioniert, legt man Regeln drauf. Dann Schilder. Dann Strafen für die Schilder. Dann Regeln über die Menge an Schildern. Und dann landet alles vor Gericht.

    Chris bringt zwei Beispiele: das deutsche Baurecht und Microsoft Windows. Das neue „E-Gebäude" soll Bauen einfacher machen, mit weniger Vorschriften. Klingt gut, bedeutet aber: Statt 150 Statuten gibt es jetzt 185 und die ungeklärte Frage, in welchem Regelwerk man eigentlich gerade steckt. Windows macht es ähnlich: Seit Windows 95 wird addiert, nie subtrahiert. Hinter jeder neuen Oberfläche schlummern noch die Systemeinstellungen von damals. Apple geht den anderen Weg, sägt Altes radikal ab. Ergebnis: Diablo 2 läuft nicht mehr auf dem Mac. Traurig, aber konsequent.

    Es folgt ein Exkurs über föderale Bauordnungen, weil ein Haus in NRW ja offensichtlich ganz anders aussehen muss als eins in Berlin. Chris relativiert fair: 2018 wurde tatsächlich etwas vereinfacht. Es geht also. Vermutlich war gerade keine Lobby involviert. Oder die richtige.

    Wir widmen uns der Architektur und Köln bekommt sein Fett weg. Die Welle, gelbe Fliesen, Beton am Rheinauhafen, Kranhäuser mit gesetzlicher Mindestdeckenhöhe und Windverhältnissen wie im Orkan. Chris findet, vieles davon sei zeitlos, zeitlos hässlich. Alex hält dagegen: Rotterdam zeigt, dass modern auch schön geht. Zusammen fragen wir uns, warum Neubauten fast immer gleich aussehen, als kämen sie aus einem Katalog.

    Zwischen Holzzierleisten, die nach fünf Jahren hinüber sind, offenporigem Beton, der aussieht als wäre er verprügelt worden, und dem Kölnberg als warnendem Beispiel für gescheiterten Futurismus landen wir bei der großen Frage: Kann man Schönheit eigentlich vorschreiben? Und wie viel Prozent der Wand müssten dann „schön" sein? Baurechtlich schwer zu klären. Menschlich eigentlich ganz einfach.

    Egal, wo ihr wohnt, wir hoffen, ihr wohnt schön.

    In der Folge erwähnt:

    • E-Gebäude: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/FAQ/FAQ_RefE_Gebaeudetyp_E.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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    49 min
  • Die Zukunft war früher bunter
    Mar 17 2026

    Flop, Flop, Flop; Der Tresor-Klang der Floppy und warum Nostalgie manchmal lauter klingt als die Erinnerung selbst.

    Chris drückt den Aufnahmeknopf und überfällt Alex mit einer Liebeserklärung an die 5,25-Zoll-Floppy. Dieses flimsige Stück Plastik, das sich anhörte wie ein Deadbolt, wenn man es reinschob. Ein Tresor-Mechanismus für einen Magnetscheibenfilm. Großartig. Die kleine 3,5-Zoll-Diskette? Hat nur geklickt. Kein Vergleich. Alex hält dagegen: Nostalgie ist die Erinnerung an ein Gefühl, nicht an die Sache selbst. Und vielleicht liebt Chris die große Floppy gerade deshalb, weil er sie nie wirklich benutzt hat.

    Dann Minidisc. Opa Kolb in Hochform. Von der Sony Lissa mit gebürstetem Alu und Firewire-Kabeln, über das Überspielen von CDs in vierfacher Geschwindigkeit bis hin zu einem Panasonic-Player, der nicht viel größer war als die Disc selbst. Eine Technologie, die „never was" und vielleicht genau deshalb so schön. Fünf Jahre später kam der iPod Nano und die Minidisc wurde Geschichte. Ist nicht mal halb gegoogelt. Ist wirklich gefühlt.

    Kommen physische Medien zurück? Abo-Fatigue setzt ein, Lieblingsfilme verschwinden aus dem Streaming, Lizenzen wandern zum Höchstbietenden. Bei Musik existiert zumindest die Illusion des Gesamtkatalogs. Bei Filmen brauchst du 25 Services. Und dann hat sich auch die Art verändert, wie wir hören. Playlisten statt Alben. Singles statt Gesamtwerke. Chris erinnert sich daran, wie er sich Tools „10,000 Days" beim Saturn kaufte, im Opel Astra die CD einlegte, an einer Tankstelle anhielt und die Augen schloss. Eines seiner größten musikalischen Erlebnisse. Früher entwickelte man Geduld mit Songs, die einem erst beim dritten Hören gefielen. Acquired Taste. Heute: Skip.

    Alex bringt Hitster mit. Das Kartenspiel, bei dem man Songs per QR-Code hört und in einen Zeitstrahl einsortiert. 80er erkennt jeder, aber nach 2000? Schwierig. Warum fühlen sich die Epochen vor der Jahrtausendwende so klar an, während danach alles verschwimmt?

    Alex hat ein Video gesehen: Mit dem Farbfernsehen entstand das Gefühl, Farbe sei Zukunft. Star Trek in Neon. Die 70er explodierten in Buntheit. Und irgendwann wurde die Zukunft weiß. Kubricks weißer Raum in „2001". Slick, glatt, organisch. Chris kontert mit dem iMac G3 von 1998: Ein Bonbon, das kein Computer sein durfte, aber dann doch alles veränderte.

    Die Legendäre Grace Hopper und der Mythos des „Debugging“, COBOL und die Frage, ob die blinkenden Lichter an Mainframes jemals Nullen und Einsen dargestellt haben oder einfach nur Systemlichter waren.

    Von der Nostalgie der Zukunft in bunt oder in weiß.

    In der Folge erwähnt:

    • Grace hopper: https://de.wikipedia.org/wiki/Grace_Hopper
    • Floppy-Disks: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskette
    • MiniDisc: https://de.wikipedia.org/wiki/MiniDisc
    • Spiel Hitster: https://hitstergame.com/de-de/
    • StarkTrek: https://www.imdb.com/de/title/tt0060028/
    • 2001: https://www.imdb.com/de/title/tt0062622

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    54 min
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