Couverture de Zukunft Natur

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De : Naturbotschafter - Michel Hänggi
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In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.Naturbotschafter - Michel Hänggi Science
Épisodes
  • #41 Ein Zusammenleben mit den Stadttauben wäre so einfach
    Oct 22 2026

    Kaum ein Vogel polarisiert in unseren Städten so sehr wie die Stadttaube. Doch woher kommt sie eigentlich? Und warum leben heute so viele Tauben in unseren Städten?

    Im Gespräch mit Nina Bachellerie schauen wir zuerst weit zurück. Die heutige Stadttaube stammt von der Felsentaube ab und wurde bereits vor rund 6000 Jahren vom Menschen genutzt und wird damit deutlich länger vom Menschen genutzt als Hund und Katze. Doch warum ist die Taube heute kein klassisches Nutztier mehr?

    Dann sprechen wir kurz über die genetische Seite: Stadttauben, Brieftauben, Hochzeitstauben und viele andere Zuchtformen sind genetisch sehr ähnlich. Mit wilden Arten wie Ringel- oder Türkentauben mischen sie sich aber nicht. Könnte die Stadttaube also grundsätzlich wieder so gehalten und genutzt werden wie früher.

    Doch warum werden Stadttauben überhaupt zu einem Problem in unseren Städten? Nina erklärt, warum sie nicht einfach verwildern und welche Faktoren dazu führen, dass viele Tauben unter schlechten Bedingungen leben. Verletzungen und Krankheiten sind dabei die Folgen von schlechter Haltung. Dabei sprechen wir auch über den Begriff «Ratten der Lüfte» und darüber, wie Nina mit dieser Bezeichnung umgeht.

    Anschliessend geht es um die verschiedenen Methoden, mit denen Tauben aus Städten ferngehalten werden. Von Spikes bis hin zu Keulungen reicht das Spektrum. Nina erklärt, warum solche Massnahmen häufig nur die Symptome bekämpfen und nicht die Ursache und welche tierfreundlicheren Vergrämungmethoden es gibt.

    Eine mögliche Lösung ist das Augsburger Modell. Dabei werden Tauben gezielt in betreuten Taubenschlägen gehalten. Nina erklärt, wie dieses Modell funktioniert und wie damit gleich mehrere Probleme rund um Stadttauben gelöst werden können. Sie zeigt auch, wie einfach ein solcher Taubenschlag eingerichtet werden kann, wo es bereits Taubenschläge nach diesem Modell gibt und weshalb es noch mehr davon braucht.

    Zum Schluss geht es um eine Frage, die sich viele vermutlich schon gestellt haben: Soll ich Stadttauben füttern? Nina erklärt die Vor- und Nachteile, zeigt Alternativen auf und verrät, welche Nahrungsmittel für Tauben geeignet sind.


    Links: Stadttauben.ch


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    57 min
  • #40 Die Rote Liste und wie wird eigentlich entschieden, welche Arten bedroht sind?
    Oct 15 2026

    Die Rote Liste der bedrohten Arten kennen viele. Doch wie entsteht sie eigentlich? Wer sammelt die Daten, wer bewertet die Arten und wie kommt am Ende die Einstufung zustande?

    Darüber spreche ich mit Marion Mertens. Sie erklärt, was die Rote Liste genau ist und welche Aufgaben Bund, Kantone, BAFU und IUCN dabei übernehmen. Wir werfen auch einen kurzen Blick zurück zu den Anfängen in den 1960er-Jahren und sprechen darüber, warum die Rote Liste in der Schweiz seit 1994 rechtlich relevant ist.

    Danach geht es um die Grundlage jeder Roten Liste: die Daten. Warum gibt es von manchen Arten riesige Datenmengen, während bei anderen kaum Informationen vorhanden sind? Und welche Unterschiede innerhalb einer Art müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden?

    Marion kann auch ein wenig aufzeigen, wie die Forschung und Datenerhebung finanziert werden und wie aus den gesammelten Informationen die verschiedenen Gefährdungskategorien entstehen.

    Eine wichtige Veränderung brachte dabei die Genetik. Neue genetische Erkenntnisse haben unser Verständnis über die Verwandtschaft von Arten teilweise völlig verändert. Ein überraschendes Beispiel von Marion ist die nahe Verwandtschaft von Uhu und Schneeeule.

    Sie gibt ausserdem einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit mit den Mollusken und wie die Arten für die Rote Liste erfasst, eingeteilt und die Daten anschliessend ausgewertet werden.

    Zum Schluss sprechen wir darüber, wie häufig die Roten Listen aktualisiert werden, was zwischen den Aktualisierungen passiert und warum Kantone wie Basel-Stadt ein Interesse daran haben, neue Erhebungen anzustossen und die Daten zu erhalten.

    Und zum Schluss eine wichtige Frage: Steht eigentlich auch der Mensch auf der Roten Liste? Und wenn ja, in welcher Gefährdungskategorie?

    Ein Blick hinter die Kulissen einer Liste, die weit mehr Arbeit, Forschung und Daten enthält, als es auf den ersten Blick scheint.


    Mehr über Marion und Ihre Arbeit: www.lifescience.ch


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    51 min
  • #39 Wie der Ausbruch aus der industriellen Landwirtschaft zu mehr Natur führt
    Oct 8 2026

    Sind Landwirtschaft und Biodiversität wirklich Gegensätze? Fabienne vom Hof Waltwil nicht der Meinung. Im Podcast erzählt sie, warum Landwirtschaft und Naturschutz durchaus zusammen funktionieren können und weshalb es dafür manchmal einen grundlegenden Wandel braucht.

    Als Beispiel nimmt Fabienne das Schwein. Früher wurden Schweine auf eine Weise gehalten, bei der nebenbei auch die Artenvielfalt profitieren konnte. Heute dagegen verbringen viele Mastschweine ihr Leben in stark spezialisierten Haltungssystemen.

    Fabienne erzählt dabei auch aus eigener Erfahrung. Sie berichtet, wie sie selbst in einer intensiven Landwirtschaft gefangen war, was schliesslich der Auslöser war, diesen Kreislauf zu durchbrechen und welche Entwicklungen diesen Weg begünstigten.

    Wir sprechen zudem darüber, welche technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte die Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglicht und vorangetrieben haben und was ihre Vorteile und Nachteile waren.

    Die Biodiversität hat dabei sehr gelitten und aus Fabiennes Sicht wird diese noch immer zu wenig ernst genommen. Viele Menschen seien sich gar nicht bewusst, wie wichtig die Leistungen der Natur für unser tägliches Leben sind. Von der Bestäubung bis zur Sauerstoffproduktion.

    Doch warum setzen nicht einfach mehr Landwirtschaftsbetriebe biodiversitätsfördernde Massnahmen um? Fabienne hat Verständnis dafür, dass sich viele Betriebe zusätzliche Flächen oder Veränderungen wirtschaftlich nicht leisten können. Gleichzeitig sieht sie die Kosten teilweise auch als Ausrede. Wir sprechen über die Herausforderungen und darüber, wie die Hemmschwelle für mehr Biodiversität auf einem Landwirtschaftsbetrieb gesenkt werden kann.

    Links:

    Hof Waltwil4

    Reverde

    Transfarmation


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    54 min
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