Épisodes

  • Hoffnung trotzt allem!
    Apr 27 2026

    Ostern ist noch gar nicht so lange her.

    Wie geht es Ihnen und Euch?

    Begleitet euch der Glanz von Ostern noch und immer wieder in den Alltag hinein?

    Ist es nicht so?: Karfreitag und Ostern liegen so nahe beieinander.

    Vielleicht komme ich zur Osterfreude gar nicht ohne den Karfreitag?

    Vielleiht halte ich den Karfreitag nur aus, weil ich die Aussicht auf Ostern habe?

    „Hoffnung trotzt allem!“, das war in Heidelberg eine stadtweite ökumenische Aktion, unsere christliche Hoffnungsbotschaft zu verbreiten.

    Überall, auf den Plakaten und Bierdeckeln strahlte dieses Motto.

    Öffnete man den QR Code, dann fand man alle Informationen über Ostern und alle Osterveranstaltungen.

    Hoffnung trotzt allem! Welch eine Botschaft.

    Kurz nach Ostern durfte ich wieder mal eine Andacht in der Klinik halten.

    In der Vorbereitung entdeckte ich eine Einheit aus einem Kurs von „Stufen des Lebens“, in der die innere Auferstehungsgeschichte von Händel beschrieben wurde.

    Dies in Anlehnung an Stefan Zweig´s „Sternstunden der Menschheit“!

    Es wird der Weg von Händel aus seiner Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit heraus in ein neues Leben beschrieben.

    In dem Moment, als er das Wort „sei getrost“ vor sich liegen sieht, weiß er, dass Gott zu ihm spricht, ihn sieht, ihn meint.

    Daraufhin erwacht er zu neuem Leben und Schaffenskraft und komponiert den „Messias“.

    Ich fragte die Patientinnen, ob sie darin auch für sich österliche Momente entdeckten, sich erinnerten in ihrem Leben.

    Eine erinnerte sich an ihre Taufe mit 25 Jahren, wo ihr der Bibelvers aus Jes. 41,10 zu gesprochen wurde: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir.

    Eine andere Patientin entdeckte, dass Dunkel und Licht, Schmerz und Freude so nah beieinander liegen dürfen , sich immer wieder verwandeln.

    Hoffnung trotzt allem!

    Eine betagte Freundin von mir befand sich gerade in der Osterzeit in einer traurigen, depressiven Stimmung, sie fiel in eine tiefe Einsamkeit.

    Zwei Begegnungen nach Ostern haben sie aufblicken lassen.

    Sie entdeckte in aller Tiefe, dass durch Jesu Leiden, sie in ihrem nicht allein war.

    Es war ein Ringen, aber dann erwachte sie wieder zum Leben,

    Ein Geschenk, für das sie sehr dankbar ist.

    Hoffnung trotzt allem.

    Möge diese Haltung uns immer wieder helfen, den Blick aufzurichten, auch wenn es oft ein Kampf ist.

    Freude und Dankbarkeit stimmen uns um und haben hoffnungsfrohe Ausstrahlung trotz allem!

    Das wünsche ich uns allen und grüße hoffnungsfroh ,

    Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg

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  • Auf auf mein Herz und singe
    Apr 20 2026

    Zur Osternacht gehört für mich das schöne Osterlied: „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“. Schwungvoll ist die Melodie mit tänzerischer Leichtigkeit. Sie schwingt sich immer zu neuen Höhen auf, blickt von der Spitze des hohen C hinunter auf die tiefen Töne. Da klingt die traurige Grablegung von Karfreitag nach. Aber Ostern verkündigt, Christus ist auferstanden von den Toten. Das ist spürbar gegen Ende jeder einzelnen Strophe. Punktierte Viertelnoten Der dieses Lied singt, dem verleiht es Flügel.

    EG 112,1
    Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, nimm wahr, was heut geschieht;
    wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
    Mein Heiland war gelegt, da wo man uns hinträgt,
    wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

    „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden“ ist ein munteres Lied mit einem kecken Text. Ich höre den Spottvers vom Apostel Paulus heraus: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Hölle, wo ist dein Stachel?“ Dabei übergehen die Worte des Liedes nicht die Schwere des Todes. Wir werden alle einmal ins Grab gelegt. Schmerz und Trauer sollen nicht überspielt werden. Aber wir haben der Schwerkraft des Todes eine unglaubliche Gegenwelt entgegen zu setzen. Paul Gerhardt schildert das mit kindlichen Bildern. Christus hat den Tod besiegt.
    Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen
    vor allem, was mir will entnehmen meine Mut.
    So gewaltig die Macht des Todes und des Bösen ist, sie soll mich nicht lähmen und zum Verzweifeln bringen. Ich setze darauf, dass sie nicht das letzte Wort haben. Ich vertraue dem auferstandenen Christus.

    Es gibt so vieles, was uns Angst machen will. Eine furchterregende Schar wird in den Strophen 4 und 5 aufgezählt: Hölle, Sünden, Tod, Welt, Trübsal, Unglück. Wir können diese Bilder mit konkreten Schreckensnachrichten füllen. Die machen Angst und lähmen.
    Paul Gerhardt setzt dem einen verwegenen Glauben entgegen. Ich soll mir nicht die Lebensfreude und den Lebensmut nehmen lassen. „Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn. Und die Hölle krümmt mir kein Haar.
    Was macht zuversichtlich trotz der Schreckensszenarien unserer Zeit. Das verkündet die drittletzte Strophe des Lieds.

    Strophe 7
    Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied;
    wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit.
    Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not,
    er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.

    Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja

    Mit herzlichen Grüßen, Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

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  • Ich bin da, die Quelle in dir
    Apr 13 2026

    Ein Satz von Martin Schleske hat mich in der Passionszeit aufhorchen lassen. Er schreibt: „Es ist ein Irrtum zu glauben, wir könnten frei entscheiden, auf welche Weise wir mit Gott zu tun bekommen.“ Die biblischen Geschichten, die uns zurzeit begleiten, bestätigen dies. Petrus, der Fels in der Jüngerschar, greift bei Jesu Gefangennahme zum Schwert und später am Feuer behauptet er, Jesus nicht zu kennen. Immer tiefer gerät er in eine Krise. Dann der dunkelste Tag, Jesus sein Herr wird gekreuzigt. Petrus versteht seine Welt nicht mehr.

    Später sagt Petrus, ich will fischen gehen. Zurück ins Gewohnte. Ist es die Frage, wie es jetzt überhaupt weitergehen kann? Wo Gott ist? Wo Jesus ist? Was all das Gewesene für einen Sinn haben könnte?

    Jesus gibt ihm eine „Sonderbehandlung.“ Er fragt: „Simon Petrus, hast du mich lieb?“ Dreimal fragt er ihn. Es geht hier nicht um das Versagen, das Petrus sich selbst wohl nicht verzeihen kann. Es geht Jesus um die Liebe.

    Das hätte sich Petrus nicht vorgestellt, dass er es auf diese Weise mit Jesus zu tun bekommt – und gleichzeitig war genau dies seine tiefe Sehnsucht. Wir sehnen uns danach, in diese direkte Ansprache mit Jesus zu kommen. Wir sehnen uns danach, egal ob wir wie Petrus in der Krise sind und nur noch schreien können. Oder ob es im Moment so ist wie bei den zwei Jüngern, denen es vor lauter Trauer zum Davonlaufen war. Nach Emmaus, nach irgendwohin. Sie werden von Jesus angesprochen – und sie erkennen ihn nicht. Erst als Jesus das Mahl austeilt, fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen.

    Wir sehnen uns nach dem „Ich bin da“. Das ist Gottes Name. Das ist zutiefst sein Wesen. „Ich bin da“ – in deiner Gegenwart. In deiner Verzweiflung, in deiner Trauer, Ich bin da – in dir! Ich bin da, die sprudelnde Quelle in dir. Aus dieser Quelle strömt dir zu, was dich satt macht und noch viel mehr. Es sprudelt weit über dich hinaus.

    Aus dieser Quelle strömt die Freude der Gottesgegenwart. Die Lebenskraft der Seele. Ich wünsche uns, dass wir mehr und mehr aus dieser Quelle leben.

    Eine frohe nachösterliche Zeit wünscht Traudel Krause

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  • Ostern
    Mar 30 2026

    Seit einigen Jahren gestalte ich bei uns in der Gemeinde die Ostergottesdienste mit und so stellt sich mir die Frage immer wieder neu:

    Was ist es dieses Jahr, das mich an der Ostergeschichte berührt oder begeistert?

    Was ist es, dass ich als Frohe Botschaft erkenne und gerne in die Welt hinaustrage zu den Menschen?

    Vielleicht ist das auch eine gute Frage für dich:

    Welche Geschichte,

    welches Bild aus den Erzählungen oder

    welche Aussage Jesu auf seinem Weg von Palmsonntag bis zu seiner Auferstehung

    ist es dieses Jahr, bei der du hängen bleibst - bei der dir ein Satz „im Ohr bleibt“ - wie wir auch so oft in den Kursen sagen.

    Haltet doch kurz an und schenkt euch selbst 5 min, um dieser Frage nachzugehen…

    Mich begleiten dieses Jahr 2 Textstellen.

    „noch heute wirst du mit mir im Paradies sein“ sagt Jesus in Lukas 23,43

    zu dem Verbrecher, der mit ihm am Kreuz an seiner Seite hängt.

    Für mich klingt in diesem Satz mit:

    Du wirst heute noch erlöst sein,

    erlöst von dem, was dich hier auf Erden geprägt, geplagt, in Verhaltensmustern bestimmt und festgehalten hat

    erlöst von dem, wie du selbst hier auf Erden andere geprägt, geplagt, in Verhaltensmustern bestimmt und festgehalten hast.

    Davon wirst du frei sein und du wirst heute noch Gott nahe sein.

    Das ist doch himmlisch.

    Das gilt mir und dir - jetzt schon - durch Jesu Auferstehung: Freiheit und Gottes Nähe.

    Das wahrzunehmen - dazu lädt Jesus uns immer wieder ein.

    Ich kann mir vorstellen, dass Jesus auch deshalb nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern an den See Tiberias kam, wie es in Joh 21 erzählt wird.

    Er suchte sie auf. Er sprach zu ihnen, bis es ihnen dämmerte und sie wieder erkannten: Es ist der Herr.

    Und Jesus macht das ihnen sogar noch schmackhaft - indem er für sie Brot und Fisch am Kohlenfeuer bereitet und sich mit ihnen zusammensetzt. Zeit verbringt. Ihnen wieder nahe kommt.

    Jedes Jahr Ostern kommt Jesus uns nahe, setzt sich zu uns und hilft uns, uns zu erinnern und zu erkennen,

    wie der Verbrecher am Kreuz

    wie die Frauen am Grab

    wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus

    wie Thomas, der die Wunden sah,

    wie Petrus, der vor Freude ins Wasser sprang:

    Jesus ist Gott. Jesus ist unser Herr. Jesus hat alles vollbracht und ist uns nahe.

    Er ist die Liebe in uns. Er ist die Gnade in uns. Er ist das Brot des Lebens.

    Bleiben wir doch nahe bei ihm.

    Bleiben wir dieses Ostern ein bisschen länger oder ganz bewusst an seinem Feuer sitzen, stärken uns, spüren die Nähe und die Freiheit und tragen diese gute Nachricht hinaus zu den Menschen:

    Es ist vollbracht. Gott ist da. Gott ist nahe. Komm, setz dich zu uns. Iss und trink.

    Schon jetzt bis in alle Ewigkeit.

    Eine gesegnete Osterzeit

    Damaris Friedrich

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  • Wer ist Jesus für dich/mich?
    Mar 23 2026

    Jesus überrascht eines Tages seine Jünger mit der Frage: „Was sagen denn die Menschen, wer ich bin?“

    Die Jünger hatten verschiedenes gehört: er könnte Johannes der Täufer sein oder Elia oder einer der Propheten.

    JESUS – Menschensohn / Gottessohn?

    JESUS – für Viele ein Rätsel! Mensch und Geheimnis zugleich!

    Es ist wie heute: hier hört man diese Meinung, dort jene. Wem soll man Glauben schenken?

    Jesus fragt die Jünger dann ganz persönlich: „Was sagt denn ihr, wer ich bin?“

    An dieser Frage bleibe ich hängen! Wie wenn Jesus mich ganz persönlich

    fragen würde: „Was denkst du denn über mich??“

    Jetzt geht es nicht mehr um das, was ich schon alles von ihm oder über ihn gehört

    und gelesen habe! Jetzt bin ich ganz persönlich gefragt!!

    Wie denkst du darüber? WER ist Jesus für dich??

    Vielleicht magst du dir einen Moment Zeit nehmen und überlegen, was Jesus dir ganz persönlich bedeutet?!

    Ist er ein Freund für dich? Ein Wegbegleiter oder Wegbereiter? Helfender Ratgeber?

    Vielleicht Licht in der Dunkelheit? Ein Alleswisser – oder unbequemer Besserwisser?? Hoffnungsanker, Friedefürst, Wundervollbringer, Perspektiveneröffner… oder manchmal auch ein Unruhestifter???

    Was bedeutet ER dir? Wie möchtest du Jesus in deinen Alltag mit einbeziehen?

    Was erzählst du über ihn weiter?

    Palmsonntag steht vor der Türe. Ich staune, wie Jesus bejubelt wird als Retter und König. Doch wie schnell kann sich Begeisterung und Verehrung ins Gegenteil kehren!

    Aus fröhlichen Hosianna-Rufen werden plötzlich „Kreuzige ihn“-Aufrufe!

    Vielleicht können wir uns gerade jetzt in der Passionszeit neu Gedanken darüber machen, wie wir zu IHM stehen – was uns wichtig geworden ist an IHM - was wir von IHM weitersagen möchten…

    Vielleicht lassen wir uns selbst auch neu einladen - Zeit mit IHM zu verbringen – IHN noch mehr zu erkennen.

    Sei gesegnet in deiner Jesus-Begegnung!

    Ich wünsche dir eine wertvolle Passionszeit.

    SHALOM und herzliche Grüße von Ute Wolf

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  • Was wir brauchen wächst im Schlaf
    Mar 16 2026

    Im Markusevangelium, Kapitel 4 steht:

    „26Er (Jesus) sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; 27dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. 28Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. 29Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

    30Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? 31Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. 32Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

    In beiden Gleichnissen geht es um das Reich Gottes. Dort wo Reich Gottes ist, ist es so wie es sein soll. Reich Gottes bedeutet, im Frieden mit Gott, mit mir selbst und mit anderen zu sein.

    Jesus beschreibt Wachstum und Wandlung. Das Reich Gottes wächst, und zwar ohne das Zutun von Menschen. Wir denken oft, wir müssen es machen. Wir sind verantwortlich und zuständig und haben gelernt, dass es ohne Fleiß keinen Preis gibt.

    Aber Jesus betont, dass das Wachstum passiert, während der Mensch schläft und noch nicht einmal weiß, wie es geschieht. Aus einem unscheinbar kleinen Körnchen erwächst es. Es ist ein Prozess, der eine bestimmte zeitliche Abfolge hat.

    Wir Menschen können säen und pflegen – aber das eigentliche Wunder des Wachstums, der Umwandlung eines Samens in Halme, Ähren, Nahrungsmittel geschieht ohne unser Zutun. Und aus den Gewächsen entsteht ein Wohnraum, eine Zuflucht, eine Heimat für andere.

    Im Frühling haben wir die Möglichkeit dieses Gleichnis mit allen Sinnen zu erfassen. Ich möchte Euch einladen, das Erwachen der Natur ganz bewusst zu erleben. Beobachtet, wie jeden Tag neue Pflanzen sprießen und zu blühen beginnen, wie Hummeln, Bienen und Schmetterlinge wieder fliegen. Hört zu, wie die Vögel singen und seht, wie sie beginnen Nistmaterial zu sammeln. Steckt einen Samen in die Erde und erlebt, wie wenig wir dazu tun müssen, dass er wächst. Pflückt Euch ein Gänseblümchen, für das sich niemand anstrengen musste, und schmeckt seine guten Aromen.

    Es gibt so viel, um das wir uns Sorgen machen und das uns belastet. Aber dieses Erleben des Erwachens, des Wachsens und der Vielfalt lässt uns verstehen, wie Wachstum von Reich Gottes funktioniert und kann uns die innere Ruhe geben zu schlafen und zu wissen, dass wachsen, reifen und werden neuer Lebensräume uns im Schlaf geschenkt werden.

    Eine wunderbare Frühlingswoche wünscht Christine Sommer

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  • Mit Gott im Augenkontakt
    Mar 9 2026

    Gedanken zu einem Bild, das auf website/Insta/Facebook von Stufen zu sehen ist

    Im Treppenhaus laufe ich jeden Tag auf das Bild zu und schmunzle.
    Am Anfang meiner Zeit als junger Pfarrer in der Gemeinde hat mich ein Künstler gemalt für eine Fastnachtsitzung. Schwungvoll renne ich und tippe einen Handball auf die Erde, ohne auf den Ball zu sehen.
    Das brauche ich auch nicht. Den Ball tippen ohne hinzusehen, das kann ein Handballer einfach. Meine Augen sehen auch nicht in die Runde, wo ich den Ball vielleicht hinspielen will. Meine Augen sehen ungewöhnlich steil nach oben. Denn über mir fliegt der Engel des HERRN. Auch der in vollem Schwung in dieselbe Richtung wie ich. Und er zwinkert mir wohlwollend zu. Ich bin als junger Pfarrer zu erkennen. Denn statt eines Sporthemds trage ich einen halblangen Talar mit halblangen Ärmeln, wie ich ihn in voller Länge im Gottesdienst anhabe.

    Mit dem Engel des HERRN, mit Gott selbst habe ich Augenkontakt. In dieser Woche vom
    3. Sonntag der Passionszeit mit dem Namen Okuli werde ich daran besonders erinnert.
    So beginnt in Psalm 25 Vers 15 auf Latein der Vers: „Okuli“ – „Meine Augen“. Eben:
    „Meine Augen sehen stets auf den HERRN.“ Mein Handballergemälde im Treppenhaus trifft diesen Satz vollendet. Es erinnert mich jeden Tag, wenn ich auf das Bild zulaufe. Es ist eine witzige Erinnerung, damit ich immer wieder nach Gott sehe, frage, was er mit mir vorhat, was er mir gegeben hat, wo er mich brauchen will. „Meine Augen sehen stets auf den HERRN.“ Das ist täglich eine neue Entscheidung. Eine befreiende. Wegschauen von mir und meinem Überfordert-Sein, Wegschauen auch von den scheinbar unüberwindbaren Hindernissen, die Angst machen. Einfach auf Gott und seine Möglichkeiten sehen und seinen Willen für mich, der voller Lust am Leben ist, wie ich als junger Mann beim Handballspielen.

    Das Augenzwinkern des Engels des HERRN ist mir auch wichtig. Gott hat ein Auge auf mich. Ich bin ihm wichtig und wertvoll. Dazu fällt mir ein anderes Wort ein aus Psalm 32 Vers 8. Das sagt Gott zu mir und dir auch: „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Gott im Auge haben, weil Gott seine Augen auf mich richtet. Mit Gott im Augenkontakt bleiben. Er hat noch etwas mit mir vor. Augenkontakt mit Gottes Wort. Augenkontakt im Gebet. Darauf vertrauen, dass er uns zugesagt hat:
    „Ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Auf diese Zusage und Verheißung will ich antworten: „Meine Augen sehen stets auf den HERRN.“ Und im Augenkontakt mit Gott mich üben.

    Mit augenzwinkernden Grüßen
    Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

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  • Heute, wenn ihr seine Stimme hört...
    Mar 2 2026

    Seit einigen Jahren besuche ich Menschen, die neu in unseren Ort gezogen sind. Bei einem Besuch im vergangenen Jahr hat mich schon der Name elektrisiert. Ein mennonitischer Name, und so hatte ich mit der Frau sofort einen Anknüpfungspunkt im Gespräch. Ja, ihr Mann war Mennonit gewesen. Sie erzählte, dass er kurz nach dem Umzug vor wenigen Wochen gestürzt sei und sich so schwere Verletzungen zugezogen hatte, dass er verstorben ist. Die Situation hat mich sehr erbarmt und mir keine Ruhe gelassen. Wie sollte sie in ihrem Alter und gehbehindert zur Kirche oder zu einer kirchlichen Veranstaltung kommen? In mir war ein starkes Drängen, eine Lösung zu finden. Nach einigen Nachforschungen habe ich einen passenden Kreis für sie gefunden und sie beim ersten Mal mit dem Auto abgeholt und dorthin gebracht. Ein Fahrdienst würde das in der Zukunft übernehmen. Langsam konnte sie Kontakte aufbauen.

    Vor einer Woche hörte ich im Gottesdienst: Sie ist verstorben. Keine 3 Monate nach meinem ersten Besuch.

    Ich war sprachlos. Bei der Trauerfeier war der Predigttext: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. ( Hebräer 3,15)

    Wie passend auch für mich. Ich war so dankbar, dass ich nichts auf die lange Bank geschoben habe. Dass ich gehört und gehandelt habe.

    Heute, wenn ihr Gottes Stimme hört. Heute, nicht irgendwann. Und Ja, wir hören Gottes Stimme. Ganz sicher hören wir die feine, leise Stimme heraus aus den vielen anderen Stimmen. Herr, ich höre. Ich bin aufnahmebereit. Leite mich.

    Und dann steht da noch: „und verstocket eure Herzen nicht.“ Verstocken, ein fremdes Wort. Verstocken, das heißt hart und schwer machen. Wörtlich das Herz beschränken, langweilig machen. „Verstocket eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah.“ Der Hebräerbrief nimmt hier Bezug auf den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das Volk hatte erlebt, dass Gott Unmögliches möglich machen kann und trotzdem war das Volk unzufrieden und wurde hart, fordernd und verbittert. Verstockt hat also auch damit zu tun, dass ich nicht bereit sein könnte, den Herausforderungen und Hindernissen damit zu begegnen, dass Gott in meinem Leben bisher große Wunder getan hat.

    Ich bin hochmotiviert, Gottes Stimme zu hören und heute zu gehorchen.

    Ihre und Eure Traudel Krause

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