Couverture de Stunde Null - Digitale Zeitenwende

Stunde Null - Digitale Zeitenwende

Stunde Null - Digitale Zeitenwende

De : Oliver Rößling Prof. Dr. Henning Vöpel und Wilbert Hirsch
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Drei Köpfe, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf aktuelle und neue Themen schauen und doch immer wieder zusammenfinden. Die Gesellschaft befindet sich in einem Wandel, wie es ihn so noch nicht gegeben hat. Die digitale Zeitenwende steht ins Haus und jeder steht in ganz unterschiedlicher Weise dieser Herausforderung gegenüber. Henning, Oliver und Wilbert teilen ihre Erfahrung und Meinungen ganz offen und unverblümt mit ihrer Hörerschaft, reißen gelegentlich ideologische sowie interdisziplinäre Silogrenzen ein und philosophieren über künftige oder alternative Entwicklungen und Trends.Oliver Rößling, Prof. Dr. Henning Vöpel und Wilbert Hirsch Economie
Épisodes
  • Im Zugzwang♟️Europa zwischen Erstarrung und drittem China-Schock
    Jun 3 2026

    Es gibt Phasen, in denen jede Option ein Risiko ist und Stillstand das größte. Genau dort verorten Henning, Wilbert und Oliver die Lage Europas: im Zugzwang. Man muss ziehen, doch fast jeder Zug kann die Stellung verschlechtern. Aus dieser Diagnose entwickelt sich ein Gespräch, das von der Vorstandsetage bis zur Geopolitik reicht und unbequeme Fragen nicht ausspart.

    Die drei sprechen darüber, warum Governance weniger Bürokratie als Haltung ist, und warum Regulatorik wie der AI Act oder Right to Repair gleichzeitig bremst und Innovation erzwingt. Sie diskutieren, weshalb etablierte Anbieter ihre Geschäftsmodelle bequem aussitzen können, solange echter Wettbewerbsdruck fehlt und warum Langfristigkeit am Ende schneller macht als der politische Aktionismus im Vier-Jahres-Takt.

    Im Zentrum steht China: vom ersten Schock, von dem Deutschland noch profitierte, über den zweiten, der die Autoindustrie und das deutsche Selbstbild trifft, bis zum dritten, der sich bereits ankündigt. Daran knüpfen die verschenkten Souveränitätsprojekte an, von Galileo über GaiaX bis zum nächsten möglichen Ausverkauf beim Quantencomputing, ebenso die Lücke zwischen exzellenter Grundlagenforschung und ihrer Verwertung. Zum Schluss wird es grundsätzlich: Wie transaktional regieren die USA unter Trump, wie resilient ist eine im Wohlstand aufgewachsene Generation, und ist die Demokratie ein Scheinriese, der erst stark wird, wenn er muss?

    Worum es geht:

    • Governance als strategische Haltung statt Pflichtübung
    • Regulierung als Bremse und Taktgeber zugleich
    • Der dritte China-Schock und das schließende Reaktionsfenster
    • Nischenmärkte und Hidden Champions als deutsche DNA
    • Verschenkte digitale Souveränität und die fehlende Verwertung von Forschung
    • Trump, transaktionale Machtpolitik und die Zukunft der regelbasierten Ordnung
    • Resilienz, Demokratie und die Frage, wie stark Europa wirklich ist

    Eine Folge über fehlenden Mut, verpasste Entscheidungen und die Trümpfe, die Europa trotz allem noch in der Hand hält.

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    48 min
  • Die Scherben und der Schwarm 🏺 Warum 99 Prozent nicht sehen, was gerade passiert 👁️
    Apr 20 2026

    Henning, Wilbert und Oliver treffen sich nach kurzer Pause zu einer Bestandsaufnahme: zwischen politischer Ratlosigkeit, wirtschaftspolitischen Rückschritten und der unterschätzten Dynamik agentischer KI. Die Runde diskutiert, warum das aktuelle Entlastungspaket der Bundesregierung weder konjunkturell noch strukturell trägt, warum die eigentliche Disruption des Arbeitsmarktes erst ab Herbst 2026 im öffentlichen Bewusstsein ankommen dürfte und ob der westliche Kapitalismus in seiner heutigen Form überhaupt noch eine Antwort auf die kommende Automatisierungswelle hat.

    Besonders zugespitzt ist die Systemfrage: Während China in einer Mischung aus staatlicher Steuerung und skaliertem Kapitalismus ein überraschend robustes Modell entwickelt, droht Europa und insbesondere Deutschland ein verlorenes Trippeldrei-Jahre-Fenster. Die Debatte um Wertschöpfung jenseits klassischer Lohnarbeit mündet in Hennings Vorschlag eines neuen Begriffs: nicht Resilienz, sondern Transilienz, also die Fähigkeit, Stabilität und Transformation gleichzeitig zu leisten.

    Parallel zeichnen die drei den Alltag des Umbruchs nach: Oracle-Kündigungen per E-Mail vor Arbeitsbeginn, Vibe-Coding als Abitrage-Moment für eine kleine Gründergeneration, Schatten-KI in Konzernen, die an Governance und Mut scheitern. Die europäische Regulatorik wird dabei nicht als Bremse, sondern als potenzieller Exportschlager eingeordnet, sofern Europa eigene Alternativen schafft, statt sie ex ante zu verhindern.

    Key Learnings

    1. Politische Rückabwicklung statt Transformation. Das Entlastungspaket (Prämie plus temporäre Mineralölsteuersenkung) gilt der Runde als Symbol einer bewahrerischen, rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik.
    2. Arbeitsmarkt kippt im Herbst. Die These: Ab Herbst 2026 wird die agentische Automatisierung im Massenbewusstsein ankommen, der Arbeitnehmermarkt kippt final in einen Arbeitgebermarkt.
    3. Wertschöpfung entkoppelt sich von Lohnarbeit. Klassische sozialpolitische Instrumente, Betriebsräte, Generationsverträge, verlieren an Wirkmechanismus, wenn Arbeit ersetzt statt geteilt wird.
    4. Transilienz statt Resilienz. Stabilität ohne Wachstum reicht nicht, Wachstum ohne Stabilität auch nicht. Die neue Aufgabe ist beides gleichzeitig.
    5. Europäische Emanzipation statt Souveränitätsrhetorik. Eigene Infrastruktur, Open Source, Buy European, dazu eine Regulatorik, die Alternativen zulässt, statt sie vorab zu verhindern.
    6. Systemfrage neu gestellt. China zeigt, dass ein nicht-demokratisches Modell gleichzeitig stabilisieren und skalieren kann. Der Westen hat darauf bisher keine überzeugende Antwort.
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    46 min
  • Des Kaisers neue KI: und warum 99,9 Prozent noch applaudieren 👑
    Mar 20 2026

    Alle reden über KI. Kaum jemand versteht, was gerade wirklich passiert.

    In dieser Folge von Stunde Null sitzen Henning, Oliver und Wilbert zusammen und ziehen eine ehrliche Bestandsaufnahme, ohne Buzzword-Bingo, ohne Weltuntergangsstimmung, aber auch ohne die beruhigende Illusion, dass ein Microsoft Co-Pilot irgendwie reicht.

    Der entscheidende Schritt, der gerade vollzogen wird, ist der von der KI als Werkzeug zur KI als Akteur. Agentische Systeme handeln nicht mehr auf Zuruf – sie führen aus, planen, orchestrieren. Wer das noch nicht auf dem Schirm hat, gehört zur schweigenden Mehrheit von rund 99,9 Prozent. Die Folge erklärt, warum das ein Problem ist.

    Daneben geht es um die Fragen, die sich die wenigsten laut stellen: Was passiert mit einem Rentensystem, wenn hochqualifizierte White-Collar-Jobs in Tranchen verschwinden? Wer bezahlt das Handwerk, wenn die Mittelschicht wegbricht? Und welche Gesellschaftsmodelle stehen eigentlich zur Wahl – massive Umverteilung, KI-Kommunismus oder feudaler KI-Kapitalismus?

    Konkret wird es beim Blick in die Medizin, wo KI bereits in 40 Prozent der Fälle onkologische Diagnosen nachkorrigiert, und beim Quantencomputing, das zeigt, warum manche Probleme – Hamburgs Ampelsteuerung zum Beispiel – mit klassischen Rechnern schlicht unlösbar sind.

    Am Ende steht eine Hausaufgabe für alle drei: den Zauberlehrling lesen. Ob im Hardcover oder von der KI vorgelesen – das, so heißt es, sei eine Frage der Haltung.

    Stunde Null: überall, wo es Podcasts gibt.

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    53 min
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