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Speziell anders

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De : Herr Alltagswahnsinn und Frau Alltagswahnsinn
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Willkommen bei „Speziell anders“ – dem Podcast, der sich auf besondere Weise mit dem Thema Asperger beschäftigt. In jeder Folge nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Welt des Autismus-Spektrums und beleuchten, was es bedeutet, mit dem Asperger-Syndrom zu leben. Wir sprechen vom Leben, von der Realität und möchten dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und das Verständnis für die Vielfalt menschlicher Wahrnehmung zu fördern. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie neue Perspektiven im Leben mit Asperger.© 2025 [Speziell-anders]. Alle Rechte vorbehalten. Die Inhalte dieses Podcasts, einschließlich aller Audiodateien, Texte und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung der Rechteinhaber weder vervielfältigt noch verbreitet werden. Die Nutzung für private Zwecke ist gestattet, weitergehende Nutzungen bedürfen der vorherigen Zustimmung. Hygiène et vie saine Psychologie Psychologie et psychiatrie Sciences sociales
Épisodes
  • Krone auf der Flucht, Gespenster bitte mit Termin
    Oct 30 2026
    Das Zahnrad dreht sich wieder – nur die Krone hat am Sonntag beschlossen, aus dem Dienst auszuscheiden. Einfach so. Ohne Kündigungsfrist, ohne Abschiedsrede. Man wartet pflichtbewusst auf den Schmerz, wie auf einen verspäteten Zug: Gleich müsste er doch kommen. Aber nichts. Der Zahn schweigt, die Krone ist weg, und die Zunge kontrolliert die Baustelle im Minutentakt. Am Montag geht’s natürlich direkt zum Zahnarzt. Vorher noch schnell die Haare ab – wenn schon eine Ruine im Mund, dann wenigstens eine ordentliche Fassade. Beim Junior läuft die Schule derweil wie von selbst. Die Themen sind so spannend, dass man fast misstrauisch wird: Schule – und keiner muss mit der geistigen Schubkarre hinterherschieben? Frau Alltagswahnsinn liegt dafür nachts um drei wach und fragt sich, ob Pinguine Knie haben. Das Gehirn trägt offenbar einen weißen Forscherkittel über dem Schlafanzug und verweigert den Feierabend. Wie kniet so ein Pinguin überhaupt? Und wenn er stolpert: Fällt er hin oder steht er schon? Das Ärztekonsil tagt ebenfalls wie gewohnt. Bloß keine neuen Abläufe – der Alltagswahnsinn möchte schließlich wissen, auf welchem Stuhl er Platz nehmen darf. Draußen hat der Herbst den Himmel auf die Farbe eines ausgewrungenen Spüllappens eingestellt. Im Garten ist derweil ein neues Spielzeug angekommen, das aussieht, als hätten die Ghostbusters ihre Ausrüstung zwischen Hecke und Kompost geparkt. Man erwartet jeden Moment grünen Schleim hinter dem nächsten Blumentopf und jemanden, der „Who you gonna call?“ ruft. Frau Alltagswahnsinn bleibt pragmatisch: Solange das Ding Laub statt Geister einsaugt, darf es bleiben. Sollte allerdings ein Gespenst aus dem Gebüsch schweben, möge es bitte eine Nummer ziehen. Für übersinnliche Vorkommnisse tagt schließlich schon das Ärztekonsil – und ohne Termin wird hier nicht gespukt.
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    35 min
  • Mission echte Welt: voller Erfolg!
    Oct 23 2026
    Der Ausflug in die reale Welt war ein voller Erfolg – offenbar ist sie doch besser organisiert, als ihr Ruf vermuten lässt. Schon die andere Region präsentierte sich verdächtig ordentlich: überall kleine Geschäfte, gepflegte Ecken und eine Infrastruktur, die tatsächlich funktioniert. Busse fahren, Wege führen irgendwohin und man bekommt fast den Eindruck, hier hätte jemand einen Plan. Das eigentliche Highlight: Der Junior hat seinen Freund im echten Leben getroffen. Nicht per Bildschirm, nicht als kleines Bildchen mit gelegentlichem Ton-Aussetzer, sondern dreidimensional, mit Beinen, Stimme und allem Drum und Dran. Das Experiment „soziale Kontakte außerhalb des WLANs“ ist damit offiziell geglückt – und soll nun unbedingt intensiviert werden. Auch Oma und Opa durften mitten hinein ins Abenteuer und wurden zum großen Orthopäden-Check-up begleitet. Dort wurde fachkundig geprüft, vermessen und vermutlich festgestellt, dass nach ein paar Jahrzehnten Nutzung nicht mehr jedes Ersatzteil fabrikneu klingt. Aber dafür gibt es ja Fachleute – und Menschen, die beim Warten geduldig Gesellschaft leisten. Für Frau Alltagswahnsinnhoch2 stand währenddessen der große Besprechungstag an: Was kann man tun, was muss man tun und wie schafft man es, sich selbst nicht ständig so doof zu finden? Die Antwort ist natürlich noch nicht vollständig ausformuliert, aber der Anfang ist gemacht. Vielleicht lautet ein wichtiger Punkt: weniger streng mit sich sein, öfter anerkennen, was bereits klappt – und nicht jede innere Baustelle sofort zum Großprojekt mit achtzehn Unterausschüssen erklären. Und sogar das Wetter hat sich der neuen Lage angepasst. Draußen ist es jetzt offiziell ungemütlich genug für Kerze, Decke und heiße Schokolade. Perfektes Timing also: erst mutig die reale Welt erobern, dann zurück aufs Sofa und den Erfolg mit ordentlich Kakao begießen. So darf es gerne weitergehen.
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    43 min
  • Unter dem Radar
    Oct 16 2026
    Nach einer doch etwas größeren Operation lautete die ärztliche Anweisung glasklar: schonen. Für einen Menschen mit Asperger heißt das allerdings nicht automatisch, gemütlich auf dem Sofa zu liegen. Es heißt vielmehr, den Alltag aus sicherer Entfernung zu beobachten, möglichst unauffällig unter dem Radar zu fliegen – und innerlich sehr genau zu registrieren, wie ringsherum langsam das Chaos ausbricht. Denn während der Patient offiziell nichts darf, dürfen die anderen plötzlich alles. Vor allem seine Aufgaben übernehmen. Und zwar zusätzlich zu den eigenen, die natürlich nicht einfach höflich warten. So entsteht im Umfeld eine besondere Form der Betriebsamkeit: Alle laufen schneller, reden hektischer und fragen regelmäßig Dinge, deren Antworten sonst zuverlässig von genau jener Person geliefert werden, die nun demonstrativ nichts tun soll. Der Alltag unterstützt dieses Experiment nach Kräften. Kaum glaubt man, einen funktionierenden Ablauf gefunden zu haben, taucht eine neue Besonderheit auf: etwas fehlt, etwas piept, jemand sucht etwas, oder eine Kleinigkeit entwickelt sich spontan zu einem abendfüllenden Projekt. Der Patient bleibt tapfer ruhig. Zumindest äußerlich. Innerlich werden längst Fehlerlisten geführt, Prioritäten sortiert und sehr vernünftige Verbesserungsvorschläge formuliert, die wegen des Schonungsgebots selbstverständlich niemand hören möchte. Auch kulinarisch läuft es hervorragend – sofern man „hervorragend“ sehr großzügig auslegt. Das Essen zu Hause schmeckt plötzlich nicht mehr. Vielleicht liegt es an den Medikamenten, vielleicht am Geschmackssinn, vielleicht auch daran, dass Nudeln mit guter Absicht trotzdem Nudeln mit guter Absicht bleiben. Also wurde kurzerhand ein wissenschaftliches Forschungsprojekt gestartet: Jeder Lieferdienst der Umgebung musste getestet werden. Pizza? Kontrolliert. Burger? Ausführlich geprüft. Sushi? Mehrfach validiert. Asiatisch, italienisch, indisch und alles, was sich in einer Pappschachtel transportieren lässt? Selbstverständlich in die Studie aufgenommen. Die Ergebnisse sind bislang eindeutig: Kochen wäre vermutlich günstiger, aber Forschung hat nun einmal ihren Preis. So läuft die Genesung weiter: Einer schont sich möglichst unsichtbar, alle anderen rotieren sichtbar, und vor der Haustür wechseln sich die Lieferfahrer im Schichtbetrieb ab. Am Ende werden hoffentlich alle wieder gesund – der Patient von der Operation, die Helfer vom Stress und der Geldbeutel vom kulinarischen Ausnahmezustand.
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    38 min
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