Couverture de Me, Myself & IT Leadership

Me, Myself & IT Leadership

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De : Daniel Jauss
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IT-Führung aus drei Perspektiven. KI-Host Nova fordert Daniel heraus — als Techie, Führungskraft und Mensch. Buchbesprechungen, Tech-Trends und Leadership-Insights für IT-Entscheider im DACH-Raum.

© 2026 Daniel Jauss. Alle Rechte vorbehalten.
Economie Management Management et direction
Épisodes
  • #23 (DE): Wo ist deine Supermarkt-Kasse?
    Oct 13 2026

    In dieser Folge geht es um Plattform-Konsolidierung und die Frage, wie IT-Führungskräfte den Kontakt zu den eigentlichen Nutzern ihrer Systeme verlieren. Daniel und Nova sprechen über gewachsene Bereichs- und Schatten-Plattformen, über Migrationsprojekte, die Fachbereiche nur noch als 'Migrationsobjekte' behandeln, und darüber, warum Vorstandsbeschlüsse, Anforderungs-Workshops und Feature-Paritätslisten bei der Standardisierung oft überschätzt werden. Als Gegenentwurf stellt Daniel das Konzept der Paved Roads vor und berichtet, wie eine Supermarktkette ihre Führungskräfte regelmäßig an die Kasse schickt, um den Arbeitsalltag der eigenen Leute zu verstehen.

    Die Folge lohnt sich für alle, die gerade mehrere Cloud- oder Tooling-Landschaften zusammenführen und merken, dass Reporting-Zahlen allein nicht zeigen, ob die neue Plattform im Alltag wirklich funktioniert.

    Die wichtigsten Themen:

    - Konsolidierungsprojekte behandeln Fachbereiche häufig nur noch als Migrationsobjekte, deren eigentliche Bedürfnisse dabei aus dem Blick geraten

    - Selbstgebaute Bereichs-Plattformen enthalten wertvolles Wissen darüber, welche Anforderungen die zentrale Lösung bisher nicht erfüllt hat

    - Vorstandsbeschlüsse geben Migrationsprojekten einen notwendigen Rahmen, lösen aber nicht automatisch die Probleme im täglichen Arbeiten

    - Anforderungs-Workshops liefern unvollständige Bilder, weil eingespielte Abläufe oft gar nicht mehr erwähnt werden

    - Feature-Parität um jeden Preis führt zu komplizierten und teuren Plattformen, ohne echte Zufriedenheit zu schaffen

    - Paved Roads bzw. Golden Paths sind ein Ansatz, um Standardwege so attraktiv zu gestalten, dass Teams sie freiwillig nutzen

    - Eine Nähe-Pyramide mit den Stufen Berichte, Befragung, Zuschauen und Selbstmachen hilft einzuordnen, wie gut man die eigenen Nutzer wirklich kennt

    - Kennzahlen wie Time-to-first-Deployment und Ticket-Wartezeit zeigen besser, ob Standardisierung im Alltag funktioniert, als reine Migrationsquoten

    Take-away: Standardisierung und gemeinsame Plattformen sind richtig und notwendig, ersetzen aber nicht den direkten Kontakt zu den Menschen, die damit arbeiten müssen. Wer wissen will, ob eine Plattform im Alltag funktioniert, muss irgendwann selbst an der Kasse sitzen, nicht nur Berichte darüber lesen.

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    26 min
  • #23 (EN): Where Is Your Supermarket Checkout?
    Oct 13 2026

    Daniel and Nova talk about what gets lost when IT leaders consolidate platforms without ever sitting down with the people who actually use them. The episode takes its cue from a supermarket chain that sends its executives to work a shift at the checkout, and asks what the equivalent would look like in IT leadership. Daniel reflects on platform consolidation, the migration of business unit and shadow platforms into a shared solution, and why the human history behind self-built tools deserves more attention than it usually gets. He names three things that get overrated in consolidation projects (top-down mandates, requirements workshops, and feature parity) and argues for watching real work happen instead, borrowing ideas like paved roads, Gemba Walks, and Genchi Genbutsu.

    They also discuss which metrics actually reflect user experience during a migration, how AI can help analyze tickets and feedback at scale without replacing direct observation, and Daniel's own gaps as a leader who mostly hears about users secondhand. He commits to two concrete steps before year end: talking to business units about why they built their own platforms, and spending an intern day with a customer team.

    Key topics:

    - Why platform consolidation projects often treat business units mainly as migration objects instead of understanding their actual needs

    - The hidden knowledge built into self-built departmental and shadow platforms, and why shutting them down without analysis causes the same problem to resurface

    - Three overrated tools in standardization projects: top-down mandates, requirements workshops, and demands for full feature parity

    - The concept of paved roads or golden paths as a way to make a shared platform genuinely attractive rather than just mandatory

    - A four-level closeness pyramid for understanding users: reading reports, asking directly, observing work, and doing the work yourself

    - Which metrics reveal real user experience during migration, such as time to first production deployment and average ticket wait time

    - How AI can analyze large volumes of ticket and feedback data, and why that still cannot replace direct observation of daily work

    - Daniel's concrete commitments for the next twelve weeks: talking to two business units about their self-built platforms and doing an intern day with a customer team

    Key takeaway: Standardizing a platform also means promising people they will be able to work well with it, and that promise has to be checked against reality, not just against a board resolution. Reports and surveys only get you to the first rungs of understanding users. Real insight comes from watching people work, or doing the work yourself.

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    19 min
  • #22 (DE): Der Große Bluff
    Oct 6 2026

    In dieser Folge nehmen Daniel und Nova den „White House Accord on Super Intelligence“ auseinander, das Papier, das Donald Trump als KI-Verfassung bezeichnet hat und das von den Chefs von Google, Anthropic, Meta, xAI, Nvidia und OpenAI unterschrieben wurde. Daniel hat das Dokument im Detail gelesen und zeigt, warum die vier dort beschriebenen Kontrollebenen zwar strukturell an bewährte Governance-Modelle erinnern, aber ohne verbindliche Standards, Prüfer, Fristen oder Konsequenzen wirkungslos bleiben. Auffällig ist auch, wer nicht unterschrieben hat: Microsoft, Amazon und Salesforce fehlen, obwohl ihre Clouds die Infrastruktur für den Großteil der Unternehmens-KI stellen.

    Für IT-Führungskräfte in Europa ist die Folge deshalb relevant, weil sie konkret einordnet, was dieses Papier für die eigene KI-Strategie, KI-Sicherheit und Anbieterabhängigkeit bedeutet, und zwar nichts. Verbindlich bleibt der EU AI Act, und Verantwortung für Agenten-Rechte, Prompt Injection und Datenabfluss liegt weiterhin im eigenen Haus. Daniel liefert dazu einen praktischen Bluff-Check mit vier Fragen für jedes Anbietergespräch.

    Die wichtigsten Themen:

    - Das Papier heißt offiziell „White House Accord on Super Intelligence“ und wurde von sechs großen KI-Firmen unterschrieben, aber nicht von Microsoft, Amazon und Salesforce.

    - Die vier beschriebenen Kontrollebenen ähneln dem Three-Lines-Modell aus Revision und Risikomanagement, enthalten aber keine verbindlichen Pflichten, keine Definition von „Frontier-Modell“ und keine Konsequenzen bei Verstößen.

    - Der externe Prüfer bewertet nur, ob ein Unternehmen seine eigenen Maßstäbe erfüllt, und der Bericht geht an das eigene Board, nicht an Kunden oder Behörden.

    - Donald Trump selbst bezeichnete die Vereinbarung als nur „moralisch bindend“, der Sprecher des Repräsentantenhauses nannte sie freiwillige Industrie-Zusagen.

    - Eine separate Anordnung lässt die US-Verwaltung künftig „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“ verwenden, ohne dass sich an der rechtlichen Definition oder den Fähigkeiten der Systeme etwas ändert.

    - Für Unternehmen bleibt die Verantwortung für KI-Strategie, Agenten-Rechte und Datenschutz vollständig im eigenen Haus, unabhängig von Zusagen der Anbieter.

    - Daniel schildert ein eigenes Erlebnis mit einer abrupten Umstellung der Abrechnung durch einen KI-Anbieter als Beleg dafür, dass Geschäftsinteressen vor Partnerschaft stehen.

    - Der vorgestellte Bluff-Check mit vier Fragen zu Verbindlichkeit, Prüfmaßstab, Konsequenz und Transparenz lässt sich direkt in Anbietergesprächen einsetzen.

    Take-away: Das Papier aus dem Weißen Haus ist keine Regulierung und kein Vertrag, sondern eine freiwillige Absichtserklärung ohne Durchsetzungsmechanismus. IT-Führungskräfte sollten die vorgeschlagene Vier-Ebenen-Struktur als Vorlage für die eigene KI-Governance nutzen, aber mit echten Standards, Konsequenzen und Berichtspflichten versehen, statt sich auf Selbstverpflichtungen der Anbieter zu verlassen.

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    23 min
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