In der vergangenen Woche gelang den jungen Menschen in gleich zwei Ländern ein historischer Sieg. Zunächst sprechen wir über Serbien, wo die Liste der Studenten den seit Jahren autoritär regierenden Präsidenten Vučić geschlagen hat und sich nun mit einer satten Mehrheit im Parlament auf einmal mit den großen Fragen konfrontiert sieht. Einig ist man sich in der Analyse, dass das „System Vučić“ zugunsten des Rechtsstaats zurückgebaut werden muss. Doch in vielen anderen entscheidenden Themen, ob innen- oder außenpolitisch, ist noch längst nicht klar, wohin Serbien nun steuert.
Ganz anders ist die Lage in Brasilien. Auch hier sorgte vor allem das Engagement der Jugend für den entscheidenden Wahlerfolg, und auch hier war der Erhalt der demokratischen Institutionen ein zentrales Motiv. Doch die jungen Menschen Brasiliens stützten ihren Amtsinhaber Lula gegen den rechtsautoritären Flávio Bolsonaro. Lula ist der bekannteste und erfolgreichste Politiker des modernen Brasiliens und hat seiner Bevölkerung insbesondere in den letzten drei Wahlkampfwochen vor dem zweiten Wahlgang noch einmal demonstriert, was eine Präsidentschaft Lula für sie materiell bedeutet. Die Wähler wussten also, wohin Brasilien mit Lula steuert. Doch ebenfalls anders als in Serbien hat Lulas PT keine Mehrheit im Kongress, sondern sieht sich mit einer gestärkten Rechten konfrontiert. Dass ihm trotzdem der fulminante Sieg im zweiten Wahlgang gelang, überraschte sowohl die Umfrageinstitute als auch die Bieter auf den Wettmärkten. Wir zeichnen dieses historische Comeback deshalb noch einmal nach.
Zuletzt blicken wir noch einmal ausführlich auf die am Dienstag anstehenden „Midterm Elections“ in den USA. Aufgrund einer historisch schlechten Performance von Präsident Trump haben die Demokraten mächtig Aufwind und erhoffen sich, Mehrheiten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus zu gewinnen. Wir schauen noch einmal auf die entscheidenden Staaten und diskutieren, was die Zwischenwahlen für die Zukunft des Landes bedeuten.
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