Single, kinderlos – und trotzdem komplett.
In dieser Folge sprechen wir über ein Thema, das viele betrifft – und über das gleichzeitig viel zu oft zu laut, zu schnell und zu wertend gesprochen wird: Lebensmodelle, die nicht ins gesellschaftliche Drehbuch passen.
Der Einstieg ist direkt eine dieser Fragen, die so entlarvend sind, dass sie sitzen bleibt:
„Wann wurdest du das letzte Mal gefragt, warum du einen Mann hast und Kinder?“ Spoiler: Fast nie. Umgekehrt? Passiert ständig. Und genau da steigen wir ein: in diese stillen Erwartungen, in klassische Rollenbilder, in den Druck, sich zu erklären – und in die Unsicherheit, die entsteht, wenn man das Gefühl hat, man müsse sich rechtfertigen, nur weil man anders lebt.
Wir sprechen offen darüber, warum Petra in Vorstellungsrunden nicht automatisch sagt „verheiratet, zwei Kinder“ – nicht, weil sie’s versteckt, sondern weil sie sich nicht darüber definiert. Und Tine teilt die andere Seite: Wie es ist, in Runden mitzuschwingen, über Kinder und Familie mitreden zu können – und dann bei der Frage „Wie viele Kinder hast du?“ ein „keins“ zu sagen und in erstaunte Gesichter zu blicken.
Ein wichtiger Teil dieser Folge: Kinderlosigkeit hat viele Gesichter. Es gibt Menschen, die bewusst keine Kinder haben. Und es gibt Menschen, die ungewollt kinderlos sind – und bei denen eine scheinbar „harmlose“ Frage mitten ins Herz treffen kann. Wir sprechen darüber, warum solche Fragen im falschen Rahmen grenzüberschreitend sind (ja, sogar im Bewerbungsgespräch!) und wie man klar kommuniziert: Stopp. Das ist zu privat.
Außerdem nehmen wir Mythen auseinander, die sich hartnäckig halten:
- „Du hast doch keine Kinder, du hast doch Zeit!“
- „Ohne Mann und Kind bist du weniger…“
- „Kinder brauchen zwingend Vater + Mutter“ (und was stattdessen wirklich zählt)
Und wir landen bei der Frage: Was bräuchten wir gesellschaftlich mehr – Toleranz oder Ehrlichkeit?
Unsere Antwort ist überraschend einfach und gleichzeitig maximal herausfordernd: Mehr Liebe. Weniger Wertung.
Denn oft scheitern nicht Lebensmodelle – sondern Menschen an Erwartungen, fehlenden Gesprächen, fehlender Offenheit.
Zum Schluss gibt’s noch eine Story, die gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken ist: Ein fünfjähriger Junge, der unbedingt eine „Fußballmannschaft zu Hause“ wollte – und Tine kurzerhand einen „Opa-Vorschlag“ bekam, damit das Projekt „ganz viele Kinder“ doch noch klappt.
Kindermund trifft Gesellschaftsnorm – und zeigt, wie früh diese Bilder schon wirken.
Diese Folge ist für dich, wenn du…
- dich schon mal erklären musstest, obwohl du nichts „falsch“ gemacht hast
- Single bist, kinderlos (bewusst oder ungewollt) – oder einfach anders lebst
- in klassischen Familienmodellen lebst, aber merkst: „Ich bin mehr als dieses Etikett“
- lernen willst, wie man Grenzen setzt, ohne hart zu werden
- Lust hast, Wertungen zu entknoten – bei dir und im Außen
Mini-Impulsfrage zum Mitnehmen:
Wann wurdest du zuletzt bewertet – und was würdest du heute gern erwidern, klar und freundlich?
Hinweis: In dieser Folge sprechen wir u. a. über (un)gewollte Kinderlosigkeit und sensible Fragen im Umfeld. Hör gut auf dich.
Wenn dir die Folge gefällt: Folgen, bewerten (⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ hilft enorm) und gern teilen mit jemandem, der/die das gerade hören sollte.
Chaotische Konfettigrüße von
Petra und Tine