Couverture de Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast

De : Manuel Schmid & Stephan Jütte
Écouter gratuitement

Offres de saison | 0,99 € par mois pendant les 3 premiers mois

5,99 €/mois par la suite. Des conditions s’appliquent. Annulation mensuelle possible.
Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten. Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben kannst oder musst oder willst.RefLab Relations Sciences sociales Spiritualité
Épisodes
  • Die Hinrichtung als Livestream – wann wird Gerechtigkeit zur Rache?
    Oct 14 2026
    In den USA steht die verstörende Möglichkeit im Raum, dass die Öffentlichkeit einem staatlich angeordneten Tod live zuschauen kann. Doch was verrät das über unsere Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit? Und warum ist die Todesstrafe philosophisch und theologisch weit umstrittener, als man vermuten würde? 13 Menschen hat Nidal Malik Hasan 2009 bei einem Anschlag auf einen amerikanischen Militärstützpunkt getötet. Am 3. Dezember soll er dafür hingerichtet werden – möglicherweise live im Internet. Gleichzeitig überlebt die zum Tode verurteilte Christa Pike einen gescheiterten Hinrichtungsversuch. Die Todesstrafe ist zurück in den Schlagzeilen. Aber war sie je wirklich weg? Wer glaubt, die Aufklärung habe mit der Todesstrafe längst aufgeräumt, wird überrascht sein: Während Cesare Beccaria bereits im 18. Jahrhundert ihre Abschaffung forderte, verteidigten ausgerechnet Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel die Todesstrafe – und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Vorstellungen von Freiheit, Vernunft und menschlicher Verantwortung. Stephan und Manuel fragen: Wozu bestrafen wir eigentlich? Um abzuschrecken, um Gerechtigkeit wiederherzustellen oder um unsere Rachegelüste zu befriedigen? Kann es Ausdruck menschlicher Würde sein, einen Täter mit dem Tod zu bestrafen? Und was geschieht mit einer Gesellschaft, die dabei auch noch zuschauen will? Schliesslich wird es theologisch: Was hat ein Glaube, in dessen Zentrum die öffentliche Hinrichtung eines Unschuldigen steht, zu staatlicher Gewalt zu sagen? Und könnte christliche Gerechtigkeit gerade darin bestehen, dass selbst die schwerste Schuld nicht das letzte Wort über einen Menschen haben darf? Eine Folge über Strafe und Vergeltung, die Zumutungen der Aufklärung und die Frage, ob Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit überhaupt gerecht sein kann.
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 19 min
  • Die grosse Angst vor der KI
    Sep 23 2026
    Führende Köpfe der KI-Industrie warnen inzwischen selbst vor ihre Schöpfungen: Anthropic-Chef Dario Amodei wie auch Sam Altman und Elon Musk fordern eine Verlangsamung der KI-Entwicklung. Manuel und Stephan diskutieren in dieser Folge die aktuelle Gefahrenlage und fragen nach den menschlichen Handlungsspielräumen. Was, wenn die Maschinen übernehmen? Die Angst vor künstlicher Intelligenz ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie reicht von sehr konkreten Sorgen bis zu ziemlich grossen Untergangsszenarien: Desinformation und manipulierte Bilder, autonome Waffen, der Verlust von Arbeit und Kontrolle – und irgendwann vielleicht eine KI, die sich menschlicher Steuerung entzieht. In dieser Folge schauen wir genauer hin. Wovor haben wir eigentlich Angst, wenn wir Angst vor KI haben? Und welche dieser Ängste helfen uns, reale Gefahren zu erkennen – welche machen aus einer gestaltbaren Technologie ein Schicksal? Denn KI fällt nicht vom Himmel. Menschen entwickeln sie, Unternehmen investieren Milliarden, Staaten setzen Regeln oder verzichten darauf. Hinter dem scheinbar unaufhaltsamen technischen Fortschritt stehen Entscheidungen über Eigentum, Macht, Transparenz und Kontrolle. Darum sprechen wir am Ende über Hoffnung. Nicht über die beruhigende Hoffnung, dass schon alles gut kommen wird. Sondern über eine unbequemere: Es ist noch nicht entschieden, wie KI unsere Gesellschaft verändern wird. Hinweis: Mit dieser Folge gehen wir in eine kurze Herbstpause – ihr hört uns am 15. Oktober wieder... und ja, das ist ein Donnertag: Ausgeglaubt wechselt nach über 250 Folgen seinen Veröffentlichungstag vom Mittwoch auf den Donnerstag. Also bis dann wieder!
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 16 min
  • Muss ich sogar meinen Schlaf optimieren?
    Sep 16 2026
    Schlaf ist eine der wenigen Erfahrungen, in denen wir die Kontrolle über uns selbst abgeben müssen – und darauf vertrauen, dass die Welt auch ohne unser Zutun weitergeht. Was verrät diese alltägliche Form der Hingabe darüber, wie wir uns selbst verstehen, worauf wir unser Leben gründen und was es heissen könnte, aus Gnade statt aus eigener Leistung zu leben? Bevor wir aber schlafen gehen, müssen wir noch kurz über Heterofatalismus reden. Unsere letzte Folge hat einige Reaktionen ausgelöst – und unsere Kollegin Stefanie Fischer-Lüthi hat die Debatte auf dem RefLab-Blog unter dem Titel «Frauen schulden Männern kein Vertrauen» weitergeführt. Ihre These: Frauen müssen nicht lernen, Männern wieder mehr zu vertrauen. Männer müssen dazu beitragen, eine Welt zu schaffen, in der dieses Vertrauen wieder vernünftig ist. In den Kommentaren entspannt sich darüber eine kontroverse Diskussion: Reicht es als Mann, selbst kein Täter zu sein? Oder entsteht aus struktureller Verantwortung eine Art kollektive Schuldzuweisung? Und wie lässt sich über die Verantwortung von Männern sprechen, ohne individuelle Schuld und gesellschaftliche Strukturen miteinander zu verwechseln? Von dort kommen wir zu unserem heutigen Thema – und interessanterweise geht es wieder um Vertrauen. Diesmal allerdings um das Vertrauen darauf, dass die Welt auch dann weiterläuft, wenn wir einmal gar nichts tun. Denn selbst unser Schlaf wird inzwischen vermessen. Smartwatches und Ringe sagen uns morgens, wie gut wir geschlafen haben. Neue Technologien sollen Schlaf künftig nicht nur beobachten, sondern durch akustische oder neuronale Stimulation aktiv verbessern. Ein aktueller bioethischer Beitrag in Nature warnt bereits davor, dass guter Schlaf damit irgendwann von einer privaten Angelegenheit zu einer überprüfbaren Verpflichtung werden könnte – zur «auditable obligation». Aber was passiert, wenn selbst die Zeit, in der wir nichts leisten, noch Leistung bringen muss? Wir fragen uns, wann Selbstsorge zur Selbstoptimierung wird. Ob unsere Smartwatch wirklich besser weiss als wir selbst, ob wir ausgeschlafen sind. Ob aus «Du kannst deinen Schlaf verbessern» irgendwann «Du solltest» und schliesslich «Du musst» wird. Und ob es Bereiche unseres Lebens geben muss, die sich der Vermessung und Optimierung entziehen. Dabei wird Schlaf überraschend philosophisch und theologisch: Einschlafen gehört zu den Dingen, die wir gerade nicht erzwingen können. Wir können die Bedingungen dafür schaffen – aber irgendwann müssen wir die Kontrolle abgeben. Ähnlich wie bei Liebe, Vertrauen, Glück oder vielleicht sogar Glauben. So landen wir beim Sabbat, bei Gnade und bei der alten reformatorischen Frage nach der Rechtfertigung: Muss ich meinen Wert eigentlich ständig produzieren? Muss ich sogar richtig schlafen? Oder könnte Schlaf die alltäglichste Übung darin sein, einmal nichts aus sich machen zu müssen?
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 1 min
adbl_web_anon_alc_button_suppression_t1
Aucun commentaire pour le moment