Épisodes

  • Neujahrsvorsätze: Wer will ich sein?
    Jan 21 2026
    Der Januar ist der Monat der Klarheit. Plötzlich wissen wir genau, wie das Leben eigentlich laufen sollte: weniger Bildschirm, mehr Bewegung. Weniger Stress, mehr Sinn. Weniger Zucker, mehr Achtsamkeit. Das Wissen ist da – die Einsicht auch. Und trotzdem zeigt die Erfahrung jedes Jahr aufs Neue: Wissen allein verändert erstaunlich wenig. In dieser Folge fragen Manu und Stephan, warum Neujahrsvorsätze so oft scheitern – und was das mit unserem Verständnis von Veränderung, Freiheit und Spiritualität zu tun hat. Vielleicht liegt das Problem gar nicht darin, dass wir zu wenig wissen, sondern dass wir Veränderung als Frage von Information und Willenskraft missverstehen. Genau hier wird es spirituell interessant: Denn auch im Evangelium geht es nicht zuerst um ein Mehr an Wissen, sondern um Praxis. Um Wege, die gegangen werden. Um Haltungen, die eingeübt werden. Um ein Leben, das sich nicht aus Vorsätzen speist, sondern aus Beziehungen, Rhythmen – und manchmal auch aus Scheitern. Im Stossgebet berichtet Manu von seinem ganz alltäglichen Ärger mit der örtlichen Grünabfuhr. Und im Halleluja erzählt Stephan von einer unerwarteten Erfahrung von Gemeinschaft beim Apéro in seiner Lieblingsbar. Im Hauptteil des Gesprächs geht es unter anderem um diese Fragen: Warum Wissen nicht dasselbe ist wie Veränderung. Warum Vorsätze das Ich oft überfordern. Warum das Evangelium weniger Botschaft als Übungsraum ist. Warum Rhythmen wichtiger sind als Ziele. Warum Scheitern kein Gegenargument gegen Praxis ist. Und warum Freiheit nicht durch Selbstoptimierung entsteht, sondern durch Einbindung. Eine Folge über Neujahrsvorsätze – und über die tiefere Frage dahinter: Wer will ich eigentlich sein?
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    1 h
  • «Generation gottlos»: Wenn Etiketten am Leben scheitern
    Jan 14 2026
    Zuerst: der Jahresbeginn wurde in der Schweiz von einer schlimmen Tragödie überschattet: 40 Menschen sind in Crans-Montana beim Brand einer Bar ums Leben gekommen, über 100 weitere sind schwer verletzt. Manuel und Stephan verzichten auf die üblichen Einstiegskategorien «Hallelujah der Woche» und «Stossgebet der Woche» und gedenken der Opfer dieser Katastrophe. Zum Thema dieser Woche: Ist die junge Generation wirklich gottlos – oder schauen wir einfach durch die falsche Brille? In dieser Folge fragen Manuel und Stephan, was Generationenlabels leisten, wo sie schaden – und warum Glauben sich selten an Zielgruppenstrategien hält. «Generation Golf», «Generation Maybe», «Generation Beziehungsunfähig»: Unzählige Generationenbezeichnungen machen die Runde, entsprechende Bücher: Bestseller – versuchen, Alterskohorten zu beschreiben, unter gemeinsamen Eigenschaften zusammenzufassen. Und Kirchen greifen diese Begriffe gerne auf und fragen sich: Wie erreichen wir diese Menschen? Was müssen wir tun, wie die Botschaft verpacken, welche Sprache sprechen und welche Jeans tragen, um bei dieser Generation zu landen? Stephan hat sich letzte Woche über einen NZZ-Beitrag aufgeregt, der die Generation «Alpha» als «lebensunfähig» schlechtredete – und dabei zeigte, wo die Grenzen und Gefahren solcher Beschreibungen liegt: man schert ganze Jahrgangsgruppen über einen Kamm… und lässt dabei meist sozioökonomische Hintergründe, Milieuzugehörigkeiten, Klassenunterschiede ausser Acht. Den einzelnen Menschen wird das nicht gerecht. Denn es doch klar: Diese Generationen gibt es ja gar nicht (und auch nicht die verschiedenen «Milieus»): das sind alles Abstraktbegrife, die versuchen, die grossen Linien zu sehen. Die aber gerade dann gefährlich werden, wenn sie die persönliche Auseinandersetzung mit einzelnen Menschen zu ersetzen drohen. Wenn sie zu einer Brille werden, mit der man eine «Generation» wahrnimmt, um dann die «Kommunikation des Evangeliums» darauf auszurichten: Die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei zu Kopfgeburten kommt, zu Versuchen, die zu Scheitern verurteilt sind, ist gross. Aber was stattdessen tun? Manuel und Stephan diskutieren über gelungene und misslungene Versuche, die christliche Botschaft zu kontextualisieren, über ein Evangelium, dass sich in verschiedenen Lebenswelten inkarniert – und über Kirchen, die oft verpassen, Formen des Glaubens und der Nachfolge Jesu überhaupt zu sehen, wenn sie nicht den eigenen institutionellen Erwartungen entsprechen… Eine Folge über die Grenzen von Etiketten, die Sehnsucht nach Verstehen – und die Einsicht, dass Glauben meist dort entsteht, wo niemand ihn geplant hat.
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    1 h et 4 min
  • «Mein Name ist Eugen» – unsere ganz besondere Weihnachtsfolge
    Dec 10 2025
    Eine Weihnachtsfolge ohne Kitsch, aber mit Chaos, Kindheit und ganz viel «Eugen». Manuel und Stephan zeigen, warum ein freches Kinderbuch überraschend viel über Mut, Humor und die Notwendigkeit reformierter Unangepasstheit erzählt. Davor gibt’s aber erst einmal Drama: Im Stossgebet der Woche muss Ste-phan gestehen, dass er sich vor der Aufnahme heldenhaft mit den Einstellun-gen des Rekorders angelegt – und glorreich verloren hat. Die Folge musste auf einem Notfallsystem entstehen. Immerhin: Es läuft (irgendwie). Manuels Hallelujah der Woche wird emotional: Bei ihm rückt nämlich der Abschied vom RefLab näher. Eine berührende Feier mit fulminanter Rede seiner Chefin, Wertschätzung und Erinnerungen vom Team haben ihn tief bewegt – ein würdiger, herzlicher Ausklang eines intensiven Kapitels. Dann zum Thema der Woche: Manuel und Stephan sprechen über eines der grossartigsten Schweizer Kinderbücher überhaupt: «Mein Name ist Eu-gen», 1955 erschienen – pünktlich vor Weihnachten, also vor genau 70 Jah-ren. Dass der Autor Klaus Schädelin reformierter Pfarrer war und das Buch beim Theologischen Verlag Zürich herauskam, hat Manuel erst kürzlich erfahren. Er diskutiert mit Stephan über die erstaunliche Aktualität dieser Lausbuben-geschichte. Warum tut uns gerade heute eine Geschichte gut, in der Kinder nicht angepasst, brav und verantwortungsbewusst durchs Leben gehen – son-dern einfach losziehen, Regeln brechen und Abenteuer wagen? Und was könnten auch gezähmte und domestizierte Christenmenschen von einer wilden Truppe lernen, die sich wenig um Konventionen schert, Mutig Dinge ausprobiert und sich von Autoritätspersonen nicht zu sehr einschüchtern lässt? Zum Beispiel: Mehr Witz. Mehr Lebensfreude. Weniger Angst, anzuecken. Und die Erkenntnis, dass nicht jede gute Geschichte eine Moralpredigt braucht…:-) Und weil Festtage ohne Geschenke keine Festtage sind, wird auch bei «Ausge-glaubt» etwas verlost: Zwei Victorinox-Taschenmesser mit «Mein Name ist Eugen»-Logo sowie ein Exemplar der wunderschönen Jubiläumsausgabe des TVZ. Teilnahme via Mail an manuel.schmid@reflab.ch oder als DM auf unserem RefLab-Insta-Kanal… die Gewinner bekommen am Wochenende Bescheid! Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Frohe Weihnachten, einen gesegneten Start ins neue Jahr – und bleibt «Ausgeglaubt» treu, auch im 2026!
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    56 min
  • Rechte Gottesbilder: Wie fromme Vorstellungen politisch brisant werden
    Dec 3 2025
    Gottesbilder sind nie nur privat – sie prägen, wie wir über Autorität, Freiheit und Politik denken. Manuel und Stephan fragen in dieser Folge, wie theologische Vorstellungen kippen können und warum manche Gottesbilder Menschen für autoritäre Ideologien empfänglich machen. Im «Hallelujah der Woche» erzählt Stephan von einer berührenden Begegnung: Sein Sohn freundet sich ganz selbstverständlich mit einem Jungen aus einer geflüchteten Familie an – ein kleiner Moment, der zeigt, wie unkompliziert Offenheit eigentlich sein könnte. Manuels «Stossgebet» dagegen hat mehr mit Druck zu tun: Er ringt immer noch mit einem überfälligen wissenschaftlichen Aufsatz zum Thema christlicher Nationalismus und spürt den selbstverursachten Stress im Nacken. Im «Thema der Woche» geht es um die Macht der Gottesbilder. Denn wie man sich Gott vorstellt – als strengen Kontrolleur, als patriarchalen Hausherrn oder als nationalen Souverän – prägt, wie man über Gehorsam, Freiheit, Politik und gesellschaftliche Ordnung denkt. Manuel und Stephan zeigen, warum diese Vorstellungen politisch wirksam werden und wieso sie in vielen rechten Bewegungen eine zentrale Rolle spielen. Sie sprechen über die «Big-God»-Theologie des «neuen Calvinismus», die leicht in eine Sehnsucht nach starken Führern kippt; über patriarchale Hausordnungen, die Top-down-Gehorsam einüben und spirituellen Missbrauch begünstigen; und über christliche Nationalismen, die Gott zum Garanten einer «christlichen Nation» machen und Pluralismus als Bedrohung framen. Zum Schluss betont Stephan, dass es doch eigentlich gerade zum Wesen reformierter Theologie gehört, Gottes Unverfügbarkeit festzuhalten: Gott darf nicht vor den Karren einer politischen Agenda gespannt werden. Wer Gottes Willen zu direkt in politische Programme übersetzt, verrät diese theologische Grundintuition. Genau hier liegt eine wichtige Gegenkraft zu autoritären Gottesbildern: Ein Gott, der sich nicht vereinnahmen lässt, legitimiert auch keine unantastbaren Führerfiguren, keine sakralisierte Nation und keine «göttliche Ordnung», die sich jeder Kritik entzieht. Die Unverfügbarkeit Gottes schützt vor religiöser Übergriffigkeit – und öffnet Raum für demokratische Verantwortung, Irrtumstoleranz und gemeinsames Ringen um das Gute. Eine Folge über die politische Sprengkraft theologischer Bilder – und darüber, warum es entscheidend ist, wer unser Gottesbild prägt und welche Konsequenzen daraus folgen.
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    1 h et 5 min
  • Glauben bekennen? Zwischen Hoffnung und Deutungsmacht
    Nov 26 2025
    Im «Hallelujah der Woche» ist Manuel noch immer ein bisschen verzaubert: Ein spontaner Rückblick auf Back to the Future hat ihn direkt in die 80er katapultiert – dorthin, wo die Welt (zumindest im eigenen Rückblick) noch einfacher wirkte. Stephan hingegen bringt ein genervtes «Stossgebet» mit: Beim Tennisspielen wurde er von verzweifelten Mitspielern vom Nebenplatz ausgebremst, die ausgerechnet auf seinem Court unermüdlich nach ihren neu gekauften Bällen suchten… Das «Thema der Woche» stellt dann die große Frage: Braucht es im 21. Jahrhundert wirklich noch Glaubensbekenntnisse? Oder sind Apostolicum und Nicänum nur kirchliche Relikte aus einer anderen Epoche? Manuel und Stephan zeichnen nach, wie diese Bekenntnisse entstanden, welche Konflikte sie beantworten wollten und warum sie immer auch Fragen von Macht und Identität berühren: Wer entscheidet, was «recht» zu glauben ist? Wo stiften Bekenntnisse Orientierung – und wann werden sie zur Waffe, die ausgrenzt und diszipliniert? Der Blick geht aber auch in die Gegenwart: Während Kirchen ihr Verhältnis zu alten Bekenntnissen verhandeln, entstehen überall neue Credos – bei Influencer:innen, Coaches, Motivationsgurus. Von «Manifestieren» über Selbstoptimierung bis hin zu spirituellen Life-Hacks: Auch heute leben Menschen mit Glaubenssätzen, die Halt bieten, Zugehörigkeit schaffen und Verhalten normieren. Wie unterscheiden sich diese modernen Bekenntnisse von den klassischen? Und sind sie ihnen vielleicht ähnlicher, als wir gerne denken würden? Eine Folge für alle, die ahnen: Ganz ohne Bekenntnisse kommt niemand durchs Leben. Die Frage ist nur, welche wir wählen – und wer darüber die Deutungshoheit behält.
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    1 h et 3 min
  • Pazifismus vs. Pragmatismus: Zwischen Krieg und Frieden
    Nov 19 2025
    Wenn die Welt aus den Fugen gerät, reicht dann Jesu Gewaltverzicht – oder braucht es harte sicherheitspolitische Entscheidungen? Manuel und Stephan diskutieren anhand der neuen Denkschrift der EKD, wie christliche Friedensethik zwischen Ideal und Realität navigieren kann. Im «Hallelujah der Woche» erzählt Manuel von einer Tagung der EKS zu Religionsfreiheit und Christenverfolgung, an der prominente Vertreter aus Politik und Kirchen geschlossen auftraten – ein ernstes Thema, aber ein ermutigendes Zeichen gemeinsamer Verantwortung. Das «Stossgebet der Woche» steuert Stephan bei: Er hat letzte Woche das Internet gelöscht… oder zumindest die Startseite einer Homepage, die er einzurichten versuchte. Der IT-Experte hat ihm dann aus der Klemme geholfen… Das «Thema der Woche» ist angesichts globaler Krisen nahezu unausweichlich: Friedensethik. Waffenlieferungen? Aufrüstung? Atomwaffen? Wehrpflicht? Wie sollen gerade evangelisch-reformierte Christ:innen sich hier positionieren? Anlass für die Diskussion ist die neue EKD-Denkschrift «Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick». Manuel und Stephan diskutieren engagiert und nicht ohne Reibung, ob dieser neue Realitätssinn notwendig ist oder ob die EKD damit hinter die radikale Ethik Jesu zurückfällt. Manuel ist besonders wichtig, dass man zwischen einer Nachfolgeethik für Christ:innen und einer politischen Ethik für Staaten unterscheiden muss: Während Militarismus nur top-down funktioniert – mit Befehlsketten, Sanktionen und Einberufungen –, kann Pazifismus nur bottom-up entstehen, aus freiwilligen Bewegungen, zivilem Mut und kollektiver Selbstorganisation. Zwei völlig unterschiedliche Logiken, die nicht dieselben Erfolgsbedingungen teilen. Ein Gespräch, das nicht umsonst in Überlänge ausgeartet ist: Es gibt viel zu besprechen – und wir freuen uns, wenn ihr reinhört und euch über Kommentare und Nachrichten an der Diskussion beteiligt!
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    1 h et 17 min
  • Neugier statt Nabelschau: Keine Angst vor der Welt!
    Nov 12 2025
    Ist die Welt ein gefährlicher Ort – oder ein Raum voller Spuren Gottes? Manuel Schmid und Stephan Jütte sprechen über Angst, Vertrauen und eine neugierige Haltung zum Leben. Diese Folge von Ausgeglaubt startet, wie es sich gehört: mit einem kleinen Desaster und einer grossen Ermutigung: Als «Stossgebet der Woche» schildert Stephan, wie er kurz vor Beginn der Kirchensynode beherzt in seine Jackentasche greift – und mit den Fingern mitten in der klebrigen Liquid-Sosse seiner E-Zigarette landet. Das «Hallelujah der Woche» kommt dann von Manuel, der zwei ermutigende Speaking-Engagements in freikirchlichen Kontexten hinter sich hat, wo er auf offene, differenzierte, neugierige Menschen getroffen ist – ein wohltuender Kontrast zu den schrillen evangelikalen Social-Media-Stimmen und amerikanischen Kulturkämpfern. Diese Begegnungen öffnen den Raum für eine grundsätzliche Frage: Wie blicken Christinnen und Christen eigentlich auf die Welt? Für manche prägt eine misstrauische, ängstliche Haltung den Blick: Alles ausserhalb kirchlicher Räume scheint potenziell gefährlich, voll von Versuchungen und Einflüssen, die einen vom Glauben abbringen könnten – ob Fantasyromane, Heavy Metal, Halloween oder moderne Popkultur. Dem gegenüber steht eine ganz andere Perspektive, die Manuel bei Paulus entdeckt: eine gelassene Zuversicht, dass Gottes Wirken sich überall zeigen kann – in Kunst und Gedanken, in Geschichten, Musik und in der Begegnung mit Menschen. Statt vor der Welt zurückzuschrecken, sieht diese Haltung die Schöpfung als durchdrungen von göttlicher Schönheit und Wahrheit und lädt dazu ein, sie neugierig zu erkunden. Doch wie bleibt man offen für das Gute, ohne blind für das Schädliche zu sein? Manuel und Stephan diskutieren, wie man neugierig und weltzugewandt leben kann, ohne seine Urteilsfähigkeit zu verlieren – und warum Christen keine Angst davor haben müssen, die Welt zu entdecken.
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    1 h et 4 min
  • Hinter der Schlafzimmertüre: Fakten zum Sexleben frommer Christ:innen
    Oct 29 2025
    Eine Ausgeglaubt-Folge über Lust, Glauben, Scham – und die Frage, wie frei Christ:innen tatsächlich lieben. In dieser brisanten Folge sprechen Manu und Stephan über die Ergebnisse der gross angelegten empirica-Sexualitätsstudie. Das Forschungsinstitut empirica (unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Künkler und Prof. Dr. Tobias Faix) hat über mehrere Jahre hinweg (2022–2025) untersucht, wie (hoch-)religiöse Christ:innen im deutschsprachigen Raum über Sexualität denken – und wie sie tatsächlich leben. Mehr als 10'000 Teilnehmende geben dabei spannende, manchmal widersprüchliche Einblicke in ihr Liebesleben zwischen Dogmatik, Beziehungsalltag und Schamkultur. Zu den zentralen Erkenntnissen gehören: > Zwischen Dogmatik und Bett: Glaube prägt Überzeugungen, aber kaum das Erleben. Zwischen theologischen Idealen und gelebter Sexualität klafft ein tiefer Graben. > Ein breites Spektrum: Innerhalb der Christenheit reicht das Verständnis von Sexualität von strenger Norm bis zu freudigem Genuss. Die Mehrheit bewegt sich in einer ambivalenten Mitte – zwischen Geschenk und Risiko. > Keine Prüderie, aber Inkongruenz: Christliche Paare sind sexuell aktiver als der Durchschnitt, Singles deutlich weniger. Beim Thema Selbstbefriedigung zeigen sich die größten Konflikte zwischen Ethik und Praxis – mit entsprechenden Schuldgefühlen. > Sexualisierte Gewalt: 13 % der Befragten berichten von (versuchten) Vergewaltigungen, ein Achtel davon im kirchlichen Kontext. Die Aufarbeitung bleibt meist aus, was zu tiefem spirituellem Misstrauen führt. > Kirche und Schamkultur: Christliche Sexualpädagogik gilt laut Studie als Kommunikationsdesaster – zu viel Schweigen, zu viele Normen. Gewünscht wird mehr Empathie und eine stärkere Förderung sexueller Handlungsfähigkeit. Die Studie zeigt: Auch in der christlichen Welt hat in den letzten zehn Jahren eine spürbare Liberalisierung der Sexualethik stattgefunden – angeführt vor allem von Frauen. Ausserdem: Stephans Stossgebet: erzählt von einem verregneten UEFA-Spielbesuch mit Sohn Theo, kalten Knochen und einer kurzen Nacht. Manus Halleluja: berichtet von einem bewegenden Dankesapéro beim Reflab Festival, wo ein Hörer erzählte, dass Ausgeglaubt ihm half, seinen Glauben neu zu entdecken.
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    1 h et 10 min