Épisodes

  • Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 3: Wie steht es um digitale Grundrechte, Ulf Buermeyer?
    Apr 9 2026
    Was sind eigentlich „digitale Grundrechte“? Wie kommt es eigentlich, dass uns die politische Phrase „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum“ seit über 30 Jahren begleitet? Und wie schützen wir unsere demokratischen Werte, wenn der öffentliche Diskurs zunehmend auf privaten Plattformen stattfindet? Diesen Fragen widmet sich Teil 3 des „re:publicast-Spezials“. In sechs Sonderfolgen blicken re:publicast Host Jonas Ross und re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl auf die digitale Zivilgesellschaft und ihre Perspektiven auf Macht, Demokratie und Technologie. Seit den 90er-Jahren beteuert die Politik gebetsmühlenartig, dass das Netz kein rechtsfreier Raum sei. Doch die Realität ist komplex: Hasserfüllte Kommentare, die Übermacht privater Plattformbetreiber und staatliche Überwachungsbestrebungen fordern unser Grundgesetz täglich heraus. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Frage, ob das Grundgesetz im digitalen Raum gilt, sondern vor allem darum, wie es dort durchgesetzt werden kann. Wenn wesentliche Bereiche unserer Kommunikation an private Akteure ausgelagert werden, deren Geschäftsmodelle sich nicht immer mit demokratischen Idealvorstellungen decken, geraten individuelle Freiheiten unter Druck. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach dem Schutz vor staatlicher Willkür – von Staatstrojanern über Chatkontrollen bis hin zur immer wieder aufflammenden Debatte um eine Klarnamenpflicht. In dieser Folge spricht Markus Beckedahl mit Dr. Ulf Buermeyer. Er ist Jurist, Publizist und Mitgründer sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Als langjähriger Richter und Host des preisgekrönten Podcasts „Lage der Nation“ kämpft er seit Jahren an der Schnittstelle von Rechtsprechung und digitaler Realität für den Erhalt der Bürgerrechte. Im Gespräch geht es um die Entstehung der ersten rein digitalen Grundrechte, die Tücken der digitalen Gesetzgebung und die Vision einer wehrhaften digitalen Zivilgesellschaft, die ihre Lebensräume gemeinwohlorientiert und demokratisch mitgestaltet. Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ werden von der Stiftung Mercator unterstützt. Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 2 min
  • Netzpolitik: Wie erklärt man Politiker*innen das Internet, Elina Eickstädt?
    Mar 26 2026
    Was genau ist eigentlich das Internet – für dich ganz persönlich? Wenn die Antwort darauf eher diffus ausfällt, bist du damit sicher nicht allein. Während wir im Alltag oft nur über soziale Netzwerke sprechen, bleiben die technologischen Systeme und Prozesse dahinter für viele ein Rätsel – oft sogar für die Politik. In dieser Folge des re:publicast spricht Host Jonas Ross mit Elina Eickstädt, bekannt als „Khaleesi“, über die dringende Notwendigkeit, den digitalen Raum demokratisch und rechtssicher zu organisieren. Die Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC) macht deutlich, dass das Netz alles andere als ein rechtsfreier Raum ist, auch wenn die Gesetzgebung dem technologischen Tempo oft hoffnungslos hinterherhinkt. Elina Eickstädt hat sich einer Mammutaufgabe verschrieben: Politiker*innen das Internet und dessen Funktionsweise zu erklären. Als Expertin für europäische Digitalpolitik bohrt sie wortwörtlich „dicke Bretter“ – so auch der Name ihres Podcasts, in dem sie gemeinsam mit Constanze Kurz und Elisa Lindinger netzpolitische Prozesse seziert. Im re:publicast gibt sie Einblicke in ihren Kampf gegen die viel diskutierte Chatkontrolle und erklärt, warum es im Angesicht riesiger Tech-Monopole und langwieriger EU-Bürokratie brandgefährlich ist, wenn die Gesellschaft kein klares Bild von der Architektur des Digitalen hat. Wie steht es also um den Datenschutz der Zukunft? Brauchen wir vielleicht ein digitales Grundgesetz, um unsere Grundrechte im Netz dauerhaft zu sichern? Elina analysiert die Rolle der EU beim Schutz vor Rechtsbrüchen und diskutiert, wie eine Regulierung aussehen muss, die nicht nur reagiert, sondern gestaltet. Von IT-Sicherheit bis hin zu den Fallstricken europäischer Gesetzgebungsprozesse liefert sie eine fundierte Bestandsaufnahme für alle, die verstehen wollen, wie in der EU Politik und Recht im 21. Jahrhundert zusammenspielen. Diese Folge entstand Ende 2025 am Rande des Reeperbahn Festivals in Hamburg als Teil unserer vierteiligen Reihe auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin.
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 11 min
  • Urbane Utopien: Wie sieht die Stadt der Zukunft aus, Hilke Berger?
    Mar 12 2026
    Von „Metropolis“ bis zum „Lustigen Taschenbuch“, von Mark Twain bis Stanley Kubrick: Seit über hundert Jahren findet in Filmen, Comics, Büchern, Videospielen, in Kunst und Popkultur eine Auseinandersetzung mit der „Stadt der Zukunft“ statt. Irgendwo zwischen Dystopien und Utopien, zwischen Betonhöllen und bepflanzten Hauswänden, zwischen fliegenden Autos und Teleportern. Manches ist wahr, manches bleibt Science Fiction, aber eines gilt es zu Bedenken: Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht, hat die Stadt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zukünfte. Hilke Berger, Stadtforscherin und Expertin für kulturelle Stadtentwicklung, wirft gemeinsam mit Host Jonas Ross einen Blick hinter die Fassaden unserer Metropolen. Sie diskutieren, warum die Stadt der Zukunft weit mehr ist als eine Ansammlung von Beton oder bepflanzten Hauswänden – sie ist ein komplexes Geflecht aus Mobilität, Miteinander und dem Drang nach individueller Freiheit. In einer Zeit, in der über 75% der Menschen in Deutschland auf engstem Raum zusammenleben, stellt sich die drängende Frage nach der Teilhabe: Wie wird man den unterschiedlichen Bedürfnissen von Studierenden, Rentner*innen, Alteingesessenen und Zugezogenen gerecht? Dabei beleuchtet Berger, wie Kunst, Politik und Digitalität ineinandergreifen müssen, um das einstige Freiheitsversprechen der Stadt auch für kommende Generationen lebendig zu halten. Hilke Berger bringt für diese Analyse eine fundierte Expertise mit. Als langjährige wissenschaftliche Leiterin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg und seit Ende 2025 als Leiterin für kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Kiel, arbeitet sie an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. Im Gespräch teilt sie ihre Erfahrungen mit Zukunftsszenarien und erklärt, warum echte urbane Innovation nur durch echte Beteiligung entstehen kann. Es geht um die Suche nach Lösungen für die Herausforderungen des Zusammenlebens in 30 oder 100 Jahren. Und es geht darum, wie digitale Daten dabe helfen, die Stadt zu einem besseren ort zu machen. Dieses Gespräch ist im Herbst 2025 am Rande des Reeperbahn Festivals in Hamburg entstanden – als Teil unserer vierteiligen Reihe auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin. Produktion und Redaktion: Jonas Ross
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 10 min
  • Debattenkultur: Sind wir alle hyperreaktiv, Annekathrin Kohout?
    Feb 26 2026
    Sind Liken, Teilen und Kommentieren etwas Politisches? Wenn es nach der Gästin in dieser Folge des re:publicast geht: absolut. Annekathrin Kohout, promovierte Kulturwissenschaftlerin und Mitherausgeberin der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“, blickt in dieser Episode tief in die Mechanismen unserer digitalen Debatten. Sie erklärt im Gespräch mit Host Jonas Ross, warum unsere alltäglichen Klicks längst keine belanglosen Handlungen mehr sind, sondern zum zentralen Schauplatz im Kampf um gesellschaftliche Deutungsmacht geworden sind. Kurz gesagt: Reaction is king! Was das bedeutet und wie das Diskurse verändert, weiß Kohout. Wo früher Prozeduren den Diskurs kanalisierten und bändigten, herrscht heute oft das „unberechenbar Ereignishafte“ der sozialen Netzwerke. Kohout analysiert, wie Algorithmen gezielt Reaktionen, Beurteilungen und Provokationen belohnen. Was das mit unserem Miteinander macht und warum Online-Kommunikation heute so oft von einer chronischen Überreizung geprägt ist, ist eines der Kernthemen dieses intensiven Austauschs. Im Zentrum steht dabei ihr 2025 im Verlag Klaus Wagenbach erschienenes Buch „Hyperreaktiv“. Darin untersucht sie die Konsequenzen einer Kultur, die fast ausschließlich aufs Reagieren und Polarisieren ausgelegt ist. Von Memes bis hin zur politischen Instrumentalisierung von Bildern zeigt sie auf, mit welchen Methoden im digitalen Raum heute Meinung gemacht wird. Dabei nimmt sie auch die Rolle in den Blick, die wir alle als Verstärker dieser oft gefährlichen Mechanismen einnehmen – und fragt nach der Hoffnung auf einen wieder demokratischeren Diskurs. Wie man trotz ständiger Erregung den Überblick im Netz behält, wie digitale Diskurse unser Miteinander auch in der analogen Welt beeinflussen und was wir selbst tun können, um zu einer besseren Debattenkultur beitragen zu können.
    Afficher plus Afficher moins
    1 h et 11 min
  • Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 2: Was bedeutet digitale Souveränität, Dr. Julia Pohle?
    Feb 5 2026
    Was bedeutet „digitale Souveränität“? Nutzen wir hier überhaupt die richtige Begrifflichkeit? Und welche Rolle spielt die digitale Zivilgesellschaft bei der Gestaltung souveräner digitaler Infrastrukturen? Diesen Fragen widmet sich Teil 2 des „re:publicast-Spezials“. In sechs Sonderfolgen widmet sich re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl der digitalen Zivilgesellschaft und ihren Perspektiven auf Macht, Demokratie und Technologie. Denn allzu oft tappen wir in die Falle bei „digitaler Souveränität“ über die staatliche, die kontrollierende Perspektive zu debattieren. Sicher, die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die starke Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Technologieanbietern rücken das Thema digitale Souveränität erneut in den Mittelpunkt. Cloud-Infrastrukturen, Softwarelösungen und Datenökosysteme sind zentral für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, doch sie sind meist durch US-Firmen kontrolliert. Doch die Debatte um digitale Souveränität ist dabei nicht neu und greift zu kurz. Spätestens seit den Snowden-Enthüllungen 2013 wird sie geführt, insbesondere von Akteur:innen der digitalen Zivilgesellschaft. Doch was bedeutet digitale Souveränität jenseits nationaler oder wirtschaftlicher Interessen? Wie lassen sich demokratische Prinzipien, Transparenz und individuelle Rechte im digitalen Raum sichern? In dieser Folge spricht Markus Beckedahl mit Dr. Julia Pohle. Sie leitet die Forschungsgruppe „Politik der Digitalisierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). In ihrer Arbeit untersucht sie das Zusammenspiel von Technologie, Politik, sozialen Normen und Machtverhältnissen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem digitale Souveränität und Geopolitik, Überwachung in demokratischen Gesellschaften sowie die Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Im Gespräch geht es um die verschiedenen Dimensionen digitaler Souveränität, um politische Strategien und um die Frage, welche Lehren aus vergangenen Versäumnissen gezogen werden müssen. Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ werden von der Stiftung Mercator unterstützt. Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross
    Afficher plus Afficher moins
    48 min
  • Begegnungen: Wie bleibt die re:publica ein "Hoffnungsort", Andreas Gebhard?
    Jan 29 2026
    Der re:publicast ist zurück! Auf dem Weg zur re:publica 2026 in Berlin melden wir uns mit vier Folgen, die auf der re:publica im Rahmen des Reeperbahn Festivals in Hamburg 2025 entstanden sind. Mit dabei in der ersten Folge ist Andreas Gebhard, Mitgründer und Geschäftsführer der re:publica. Mit re:publicast-Host Jonas Ross spricht Andreas darüber, wie die re:publica sich in den letzten Jahren verändert hat, welche Folgen die Pandemie für die Arbeit an einem solchen Festival hatte und vor allem: warum es so dringend echte Begegnungen und analogen Austausch braucht, um über die Zukunft der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Wie kann es gelingen, noch mehr Menschen für die Gestaltung des digitalen Raums zu gewinnen? Wie bleibt man unabhängig in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen? Und wie gelingt es, an digitalen Utopien festzuhalten – in Zeiten der Polykrisen? Andreas Gebhard nannte die re:publica einmal einen Seismografen für die Trends und Entwicklungen der digitalen Gesellschaft. Angesichts ständiger Erregungen und rasanter politischer und gesellschaftlicher Verschiebungen müsste dieser Seismograf ja eigentlich ständig ausschlagen. Wie man dabei den Überblick behält und schlussendlich eine Plattform für konstruktiven Austausch bleibt, darum geht es in dieser Folge.
    Afficher plus Afficher moins
    38 min
  • Spezial - "Digitale Zivilgesellschaft" Teil 1: Was ist die digitale Zivilgesellschaft, Carla Hustedt?
    Jan 8 2026
    Wer ist die digitale Zivilgesellschaft? Was motiviert sie? Wie kann sie besser und erfolgreicher werden? Wie kann unser digitales Leben demokratisch geprägt werden? Diesen Fragen widmet sich unser „re:publicast-Spezial“. In sechs Sonderfolgen widmet sich re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl der digitalen Zivilgesellschaft. Denn die Digitalisierung durchzieht längst sämtliche Bereiche unseres Lebens: Alltag, Beruf, Gesundheit, Verwaltung, Bildung. Wir alle sind Teil einer digitalen Gesellschaft, deren Infrastruktur auf verteilten Systemen und komplexer Softwarearchitektur beruht. Damit einher geht eine zunehmende Abhängigkeit von großen Tech-Playern, und immer brennender werden daher die Fragen nach Rechtssicherheit, Transparenz und demokratischer Mitgestaltung im digitalen Raum. Deshalb geht es in diesem re:publicast-Spezial um Menschen, die Teil der digitalen Zivilgesellschaft sind und sich jeden Tag genau diesen Fragen widmen, die für die Rechte im digitalen Raum kämpfen und zu diesen Themen forschen. Im ersten Teil spricht Markus Beckedahl mit Carla Hustedt. Sie leitet den Bereich „Digitalisierte Gesellschaft“ bei der Stiftung Mercator. Seit vielen Jahren forscht, kommuniziert und entwickelt sie Projekte zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Auch zu hören ist Prof. Dr. Leonhard Dobusch. Er forscht als Professor für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Organisation am Institut für Organisation und Lernen an der Universität Innsbruck. Eine Folge zur digitalen Zivilgesellschaft, wie ihr Wirken verstärkt werden kann und wie Machtverhältnisse im digitalen Raum gerechter verteilt werden können. Die Sonderfolgen „digitale Zivilgesellschaft“ wird von der Stiftung Mercator unterstützt. Interview: Markus Beckedahl Intro & Sound: Jonas Ross
    Afficher plus Afficher moins
    54 min
  • Gedenken an die Shoa: Wie wird „Erinnerungskultur“ zu „Gedenkarbeit“, Susanne Siegert?
    Oct 23 2025
    Über 6 Millionen Menschen in Deutschland sind über 80 Jahre alt – viele von ihnen sind Zeitzeug*innen des NS-Regimes. Doch diese Generation stirbt langsam aus. Was bedeutet das für unsere Erinnerungskultur? Wie erinnern wir an die Shoa, wenn niemand mehr erzählen kann? Und wie kann Gedenken heute aussehen – auf Instagram oder TikTok? Und wie kann Gedenken mehr sein als hohle Phrasen und Pflichtveranstaltung? In dieser Folge spricht Jonas Ross mit Susanne Siegert, genannt Susi. Sie ist Journalistin und Creatorin hinter dem Account „keine.erinnerungskultur“ auf TikTok und Instagram. Siegert bringt die Geschichten von NS-Verfolgten und bisher wenig beleuchtete Perspektiven von Opfern der Shoa in Kurzvideos auf Social-Media-Plattformen. 2024 erhielt sie dafür den Grimme Online Award. Auf der re:publica sprach Susanne Siegert auf der Bühne über ihren Wunsch, dass sich die deutsche Erinnerungskultur an die NS-Zeit ändern muss. Sie sagt: „Ciao Erinnerungskultur, hallo Gedenkarbeit – und jede*r muss mitmachen.“ Wie kann das aussehen? Im re:publicast spricht sie über ihre Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, über Defizite beim öffentlichen Gedenken an die Shoa und über die Gefahr geschichtsrevisionistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen. Sie erklärt außerdem den Slogan von keine.erinnerungskultur: „Alles, was du in der Schule garantiert NICHT über Nazi-Verbrechen lernst“.
    Afficher plus Afficher moins
    45 min