Épisodes

  • Folge 5: Julia Muff und Dr. Silvia Richter
    May 1 2026

    In der fünften Folge von Transgenerational treffen Julia Muff und Dr. Silvia Richter aufeinander. Entstanden ist ein wunderbares Zeugnis dessen, wie die Fragen Max Frischs aus den Perspektiven zwei inspirierender Frauen heute in ein neues Licht gerückt werden können.


    Julia Muff ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Nach dem Umzug mit ihrer Familie nach Deutschland und nach ihrem Abitur in München hat sie über ihre erste akademische Station in Hamburg ihr Studium in Bayreuth gefunden und in diesem Monat ihren Bachelor in den Fächern Philosophie und Wirtschaft abgeschlossen. Für ihren Master in der Volkswirtschaftslehre wird sie im Herbst nach Freiburg ziehen. Julia bringt nicht nur einen wirtschaftlich denkenden Horizont, sondern auch ein Interesse an philosophischen Fragestellungen mit – beides vereint sie in diesem Podcast. Sie freut sich auf eine lebendige Diskussion und neue, inspirierende Perspektiven von Silvia Richter. Julia Muff ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 23 Jahre alt.

    Dr. Silvia Richter ist in Darmstadt geboren und aufgewachsen und hat ihr Studium in den Fächern Mittlere und Neuere Geschichte, Philosophie und Jüdische Studien an der Universität Heidelberg sowie an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg absolviert. Nach ihrer Promotion in Heidelberg und diversen akademischen Stationen in Paris, am Mémorial de la Shoah, und in Berlin, wo sie von 2013 bis 2021 an der Humboldt-Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ugo Perone an der Guardini-Professur arbeitete, ist sie heute Koordinatorin des Forschungsverbundes «Dynamiken des Religiösen» an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Am dortigen Buber-Rosenzweig-Institut, das 2021 vom Gründungsdirektor Christian Wiese ins Leben gerufen wurde, arbeitet sie unter seiner Betreuung an ihrem Habilitationsprojekt zum Thema «Jüdische Theologien der Ohnmacht Gottes während der Shoah: Der Fall Etty Hillesum» . Dr. Silvia Richter ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 46 Jahre alt.


    Das Gespräch zwischen Julia Muff und Dr. Silvia Richter beginnt in einer Vermessung europäischer Identität. Die Frage nach der Kultur als Fundament der Nation, in der kulturelle Einflüsse sich als Bereicherung und Grenze manifestieren, führt zu einer Analyse von Macht im Patriarchat und der Frage nach dem Matriarchat oder der Gleichberechtigung als ihre Negation respektive ihr Gegensatz. Von einer Anekdote der Gleichberechtigung stellt sich die Frage des situativen Aushandlungsprozesses dessen in einer jeden Demokratie. Die Polyvalenz des Reichtums und die Perspektive auf die Freiheit als ‚gemünztes Geld‘ öffnet den Raum für die Last des Geldes und die Bedeutung zu wissen, wann genug sei.

    In dem Lichte der Begegnung der beiden Frauen, deren beeindruckende Persönlichkeiten den Dialog bereichern, wird das Verhältnis von Freundschaft und Geld, die Aufrichtigkeit der Kommunikation in Tonalität und Schrift sowie die Pluralität von Heimat betrachtet. In der Eigentumsfrage – erworben, geerbt oder erschaffen – führen die divergierenden Meinungen in eine höhere Symmetrie, um das Gespräch letztlich in der Frage der Relation von Tod und Sterben in einem Sinne des Carpe Diem kumulieren zu lassen : Die Signatur des Menschen ist die Endlichkeit.

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    54 min
  • Folge 4: Dr. Armin Triebel und Johan Filip Lokau
    Apr 10 2026

    In der vierten Folge von Transgenerational treffen Dr. Armin Triebel und Johan Filip Lokau aufeinander. Die großen Fragen Max Frischs besprechen sie gemeinsam in historischer wie philosophischer Vielschichtigkeit und sie stimmen in ihren Antworten in melancholischer Brillanz überein.

    Dr. Armin Triebel ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen und hat Geschichtswissenschaften, Philosophie, Germanistik und Linguistik an den Universitäten Düsseldorf, Bonn und Bielefeld studiert. In Bielefeld war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Historikers Reinhart Koselleck als auch des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung. Nach seiner Promotion zu einem quantitativen Forschungsprojekt zu Lebensstandard und Konsumeinstellungen an der Freien Universität in Berlin arbeitete er unter anderem in einem französisch-englischen Projekt über Auswirkungen des Ersten Weltkriegs in Berlin, London und Paris. Seine Forschung führte ihn in den Nuller-Jahren in die Hochschulpartnerschaft der Universität Potsdam mit verschiedenen Universitäten im Iran, und an seine Lehrtätigkeit an der Humboldt-Universität Berlin und an der Universität Potsdam. Heute ist er Vorsitzender des Sozialwissenschaftlichen Studienkreises für interkulturelle Perspektiven und engagiert sich für eine Politik des Friedens. Dr. Armin Triebel gehört der unmittelbaren Nachkriegsgeneration an und ist noch über die Erfahrungen seiner Eltern mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden.

    Johan Filip Lokau ist in Freiburg i. Br. geboren und verbrachte seine Jugend in Berlin, Chicago und München, bevor er zum Studium wieder in die deutsche Hauptstadt zurückgekehrt ist. Hier an der Humboldt-Universität zu Berlin verbindet er sein Studium der Rechtswissenschaft mit seiner Leidenschaft für die Philosophie, in der er seine Studien nach dem juristischen Staatsexamen fortsetzen möchte. Theoretisch beschäftigte er sich bisher mit Immanuel Kant, Jacques Lacan und vor allem mit Hannah Arendt. Er schrieb seine juristische Schwerpunktarbeit zu den Medien von Schrift und Stimme in der Spannung von Kants Rechts- und Tugendlehre. Johan Filip Lokau ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 23 Jahre alt.

    Wenn das Gespräch von jenem Vernunftbegriff der Aufklärung über den Optimismus von Realität heute, in Gesellschaft als auch Politik, bis zur historischen Gestiftetheit der Welt kreist, so wird nicht nur die Frage der Kluft des Begriffes und der Realität von Revolutionen, sondern auch diejenige nach der Beschaffenheit der Revolution als solcher aufgeworfen.

    In diesem Zuge wird die sogenannte Alternativlosigkeit von Revolution, als auch die der Revolution stets immanente Gefahr von Diktatur, außer- wie auch innereuropäisch, diskutiert. Die Frage eines klassenlosen Humors verbindet Gottesbeweise mit einem Zitat Reinhart Kosellecks : « Der Mensch dachte, aber Gott lachte».

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    47 min
  • Folge 3: Alicia Strobach und Aileen Pinkert
    Mar 20 2026

    In der dritten Folge von Transgenerational sprechen Aileen und Alicia miteinander: persönlich, direkt und ohne große Inszenierung. Schnell wird klar, dass es hier nicht um fertige Antworten geht, sondern um echte Erfahrungen.


    Alicia Strobach ist in Brandenburg geboren und aufgewachsen. 2024 schloss sie ihren Bachelor in Staats-Sozialwissenschaften und Literaturwissenschaften an der Universität Erfurt ab. Aktuell studiert sie den Master Staats-Sozialwissenschaften, ebenfalls in Erfurt. Sie arbeitet als Redaktionsassistentin beim Berliner Journal für Soziologie und ist Gründungsmitglied der Hochschulgruppe Linksjugend und des Stipendiennetzwerkes Erfurt. Sie mag Musik in verschiedenen Formen und ist ein großer Literaturfan. Alicia Strobach ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 23 Jahre alt.


    Aileen Pinkert kommt aus Erfurt. Nach ihrem Studium der Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar hat sie einige Jahre als Leiterin für Filmproduktionen und als Redakteurin in Hessen gearbeitet. An der Universität Hamburg hat sie mit großer Freude im Fach Medienwissenschaft gelehrt und auch ein wenig geforscht ... Die vergangenen Jahre war sie beruflich Pressereferentin und -sprecherin, zuletzt bei der Wissenschaftsbehörde in Hamburg. Seit ein paar Monaten ist sie an der Pressestelle der Universität Erfurt tätig. Ehrenamtlich hat sie sich viele Jahre bei einem Freien Radio und bei einem Filmfestival engagiert. Aileen Pinkert ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 40 Jahre alt.


    Die beiden erzählen von prägenden Momenten, von Unsicherheiten, Erwartungen und dem Druck, den man sich selbst macht oder von außen spürt. Es geht um Identität, um Beziehungen, um das Erwachsenwerden und darum, wie unterschiedlich zwei Menschen ähnliche Situationen erleben können.

    Das Gespräch bleibt nahbar und ehrlich. Manche Themen sind leicht, andere schwerer, aber nichts wirkt aufgesetzt. Eine Folge, die zeigt, wie viel entsteht, wenn man sich wirklich zuhört und Dinge ausspricht, die sonst oft unausgesprochen bleiben.

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    36 min
  • Folge 2: Frank Hahn und Elijah
    Feb 20 2026

    In der zweiten Folge von Transgenerational treffen Frank Hahn und Elijah aufeinander. Sie sind das Gesprächspaar mit dem größten Altersunterschied und entkräften das Klischee, Generationen seien sich ständig uneinig, mit Leichtigkeit und Humor.

    Frank Hahn ist in Hamburg geboren und aufgewachsen und lebt heute als Gestalttherapeut und Schriftsteller in Berlin. Zur Gestalttherapie ist er über die Philosophie Martin Bubers und Franz Rosenzweigs gekommen, dessen Sprachdenken er zwei Bücher gewidmet hat: Der Sprache vertrauen - der Totalität entsagen, Annäherungen an das Sprachdenken Franz Rosenzweigs und Sprache als Gleichnis - zwei Studien zu Franz Rosenzweig. Seinen ersten Roman, Brennendes Treibeis, hat Frank Hahn im Verlag PalmArtPress veröffentlicht, gefolgt von dem zweiten Roman Baumweise Stimmen. Frank Hahn leitet den Kulturverein Spree-Athen, der seit vielen Jahren regelmäßig zu Vorträgen und Gesprächsrunden einlädt, welche die Grenzgebiete zwischen Philosophie, Literatur, Religion und Psychologie berühren und so einen Rahmen für ein Denken ohne Geländer und in der Freiheit von multidimensionalen Bezügen kreieren. Frank Hahn ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 72 Jahre alt.

    Elijah geht in die siebte Klasse einer Berliner Sekundarschule, er lernt Trompete und spielt in einer BigBand, zeichnet gern Comics, liest so gerne und viel, dass kein Fantasybuch dick genug sein kann und spielt gerne Minecraft. Er interessiert sich für Antirassismus, hört gerne kommunistische Kängurus und er isst am liebsten Döner. Elijah ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 13 Jahre alt.

    Wenn das Gespräch mit Fragen über das Dasein in der Welt, über Hoffnung und Hoffnungen, die nicht aufgegeben werden wollen, über Zuversicht und über Vertrauen auf dem Weg des Lebens beginnt, so finden sich die Generationen über die Fragen zusammen. Über die leisen und auch die lauten Töne des Humors, sowohl in einem Rahmen des alleine seins, als auch in demjenigen der Freundschaften. Über das Zitat « Ich bin die Begegnungen, die ich gehabt habe » bilden sich rasch neue Fragen: Wie formt sich das Selbst? Ist das Du essentiell für das Ich? Was heißt Freundschaft?

    Diese Fragen führen weiter zu Perspektiven auf die Beziehung zu sich selbst, zur Annahme dessen, was ist, und zur Einheit von Körper, Seele und Geist, als auch zu solchen auf den Tod und das Woanders des Jenseits. In dieser zweiten Folge kommt eine Tiefe zum Vorschein, die Generationen transzendiert, und uns alle betrifft.

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    34 min
  • Folge 1: Claudia-Maria Maruschke und Lennard Pankow
    Feb 6 2026

    In der ersten Folge von Transgenerational treffen Claudia-Maria Maruschke und Lennard Pankow aufeinander. Sie gehören unterschiedlichen Generationen an und sprechen trotzdem – oder gerade deshalb – sehr offen miteinander.

    Claudia-Maria Maruschke studierte von 1986 bis 1993 Katholische Theologie in Erfurt. Zuvor war sie als Erzieherin und Sozialpädagogin tätig. Nach dem Studium arbeitete sie unter anderem als Leiterin katholischer Kindergärten, bevor sie sich noch einmal neu orientierte. 2024 schloss sie den Master in Volkskunde/Kulturgeschichte an der Universität Jena ab. Heute verbindet sie ihre theologischen, sozialpädagogischen und ethnologischen Perspektiven in neuen Forschungsprojekten sowie in einem Promotionsvorhaben. Claudia-Maria Maruschke ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 66 Jahre alt.

    Lennard Pankow studiert Geschichtswissenschaft und Evangelische Theologie in Jena. Aufgewachsen ist er in Berlin. Außerdem arbeitet er als Teamer beim Freiwilligen Ökologischen Jahr und begleitet Jugendliche. Lennard Pankow ist zum Zeitpunkt der Aufnahme 25 Jahre alt.

    Das Gespräch beginnt mit einfachen Fragen und wird schnell persönlicher: Es geht um Dankbarkeit, Freundschaften, Geld, Werte und die Frage, was ein Zuhause eigentlich ausmacht. Beide erzählen aus ihrem eigenen Leben, widersprechen sich, stimmen sich zu und lassen Gedanken auch mal stehen, ohne sie aufzulösen.

    Entstanden ist ein ruhiges, ehrliches Gespräch, das nicht auf schnelle Antworten zielt, sondern auf Zuhören. Eine erste Folge für alle, die Lust haben, sich Zeit zu nehmen: für unterschiedliche Perspektiven und für die großen Fragen, die uns alle betreffen.


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    31 min