Épisodes

  • Die Nische lebt! Die Suche nach der (Geschlechts-)Identität, die passt
    Feb 6 2026
    Möglichkeiten geschlechtlicher Zugehörigkeit vervielfältigen sich – es gibt neue Kategorien und immer mehr Personen können für sich selbst entscheiden, mit welcher Kategorie sie sich wohl fühlen, oder ob sie vielleicht ganz ohne Geschlechtsidentität leben möchten. Über dieses Thema sprechen wir diesen Monat mit: Tobias Boll ist Juniorprofessor für Körpersoziologie und beschäftigt sich im Teilprojekt „Reflexive Humandifferenzierung. Selbst-Problematisierungen sexueller und geschlechtlicher Zugehörigkeit“ damit, wie Menschen etwa bei Stammtischen oder in Therapien ihre Geschlechtsidentität verhandeln. Prof. Oliver Scheiding und Dr. Sabina Fazli sind Amerikanist:innen und Zeitschriftenforscher:innen und arbeiten im Projekt „Selbstformierungen kategorialer Begriffsunternehmer in Zine-Medien“. Sie interessieren sich dafür, wie Menschen Zines (selbstgemachte Zeitschriften in sehr kleiner Auflage, die ohne Gewinnabsicht getauscht, verkauft oder auch verschenkt werden) nutzen, um ihre Identitäten oder Interessen zu sprechen. Wir sprechen unter anderem darüber, wie Medien und Geschlechtskategorien zusammenhängen: Wie beeinflussen Medien, wie Einzelne ihre Geschlechtsidentität definieren, und wie verhandeln wiederum Zinesters die medialen Angebote in ihrer kreativen Arbeit? Übrigens: Mehr über Sabinas bisherige Forschung erfahrt ihr in Folge 14: „Warum der Playboy im Wirtschaftsregal steht. Wie unterscheiden Zeitschriften Menschen?“Tobias war bereits zwei Mal zu Gast: In Folge 24: „Live aus der Ausstellung: Menschen Sort[ier]en“ sprechen wir über unsere Ausstellung „Menschen Sort[ier]en“ und in Folge 28: „Tee, Talk & Lieblingsfolgen - Unsere schönsten Podcast-Momente“ plaudern wir über diesen Podcast. Einen Einblick in sein Forschungsgebiet erhaltet ihr auch in Folge 29: „Forschen im Kontext von Behinderung - wie und warum?“ mit Maik Wiesen und Elena Backhausen. 00:00:00-Intro00:02:01-Projektvorstellungen00:06:50-Wie entwickeln sich Kategorien?00:11:55-Wissen ist zentral00:15:55-Zines basteln und Bastelidentität00:20:35-Entwicklung von Zines00:26:40-Individualisierung und Zugehörigkeit00:31:55-Generationen und Nichtbinarität00:36:25-Stammtische und Problematisierungen00:43:45-Counterculture00:45:15-Sprache und Begriffe00:53:55-Sprachlosigkeit und Bilder00:56:15-Entstehung der FolgeprojekteZum WeiterlesenFalls ihr mehr zu Zines lesen möchtet, empfehlen wir euch folgendes Buch: Stephen Duncombe: Notes from Underground: Zines and the Politics of Alternative Culture, London and New York: Verso, 1997.00:17:41 Zum Thema „Bastelidentität“ / „Patchworkbiografie“: Die Soziolog:innen Ronald Hitzler und Anne Honer analysieren mit dem Konzept der Bastelexistenz, wie Individuen in modernen, individualisierten Gesellschaften ihre Lebensführung aktiv und kreativ aus verschiedenen, oft heterogenen Elementen zusammenfügen. Dieses Modell betont die Notwendigkeit, in einer von Pluralität und Unsicherheit geprägten Welt handlungsfähig zu bleiben, indem Identität und Alltagspraxis flexibel und situativ gestaltet werden. https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/5602# 00:30:48 Einige Statistiken zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt nach Generation: STATISTA: Wer sich in Deutschland als LGBTQA+ identifiziert (https://de.statista.com/infografik/27440/anteil-der-befragten-die-ihre-sexuelle-orientierung-wie-folgt-angeben-nach-geburtsjahr/) / ipsos: Je jünger, desto queerer: Gen Z weitaus häufiger LGBTQ+ als ältere Generationen (https://www.ipsos.com/sites/default/files/ct/news/documents/2021-06/Ipsos-PI_LGBTQ_Pride_Jun2021.pdf)00:42:00 Raewyn Connells Konzept der hegemonialen Männlichkeit beschreibt ein gesellschaftlich dominantes Männlichkeitsideal, das durch Attribute wie Stärke, Heterosexualität und wirtschaftliche Dominanz geprägt ist. Dieses Ideal sichert nicht nur die Vorherrschaft bestimmter Männer, sondern unterdrückt zugleich abweichende Männlichkeiten sowie Frauen und nicht-binäre Personen. Connell betont, dass hegemoniale Männlichkeit kein statisches Modell ist, sondern durch soziale Praktiken und Institutionen ständig neu hergestellt wird. Das Konzept gilt als zentral für die Analyse von Geschlechterverhältnissen in modernen Gesellschaften. http://www.raewynconnell.net/p/masculinities_20.htmlAb 00:48:00 Feministische Sprachkritik und Pronomen: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/themen/innen-innen-und-innen-feministische-sprachkritik00:57:00 Von Identarisierung ist die Rede, „wenn Menschen sich in besonderen Lebenslagen veranlasst sehen, ihrem biografisch changierenden Selbstverstehen eine spezifische Form zu geben“ (Hirschauer, „Wozu Identität“, 2023, 3; https://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2022/de/article/view/1679)Hirschauer beschreibt Identarisierung als “Effekt eskalierender Humandifferenzierung“, 2023, 4), d.h. Selbstverständnisse und soziale Zugehörigkeiten ...
    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Forschen im Kontext von Behinderung - wie und warum?
    Jan 2 2026

    Unsere zweite Podcaststaffel startet mit dem Soziologen Maik Wiesen und der Theaterwissenschaftlerin Dr. Elena Backhausen. Beide forschen zum Thema Behinderung – allerdings in sehr unterschiedlichen Feldern.

    Zu Elenas Forschung haben wir bereits eine Folge:

    Folge 16: Warum sehbehinderte Läufer:innen Augenbinden tragen – wie die Paralympics Menschen sortieren, dort spricht sie über ihre Forschung zu Un:abhängigkeit im Sehbehindertensport bei den Paralympics.

    Wir legen daher in dieser Folge einen kleinen Fokus auf Maiks Arbeit zu sexualpädagogischen Angeboten für Menschen mit Behinderung. Dabei geht es etwa um Aufklärung, Flirten bis hin zu spezialisierten sexuellen Dienstleistungen.

    Wir sprechen darüber, was Behinderung eigentlich ist und stellen fest: Wir haben keine klare Definition für diesen Begriff. Dafür arbeiten die beiden mit verschiedenen Modellen, etwa dem relationalen Modell, das Behinderung als situativ und relational versteht. Das bedeutet, dass eine Behinderung je nach Situation mal mehr und mal weniger relevant ist.

    Wir sprechen auch darüber, wie die beiden sich selbst positionieren und warum es wichtig ist, dass auch Menschen, die sich als nicht-behindert verstehen, zu diesen Themen forschen.

    00:00:00-Intro
    00:02:02-Maiks und Elenas Projekte
    00:05:20-Behinderung definieren
    00:14:30-Über Behinderung sprechen
    00:20:10-Disziplinäre Unterschiede
    00:25:40-Sexualität und Behinderung
    00:34:00-Maiks Feldforschung
    00:42:00-Elenas Forschungsziele
    00:47:45-Als nicht-behinderte Person forschen
    00:58:30-Mit wem spricht man?
    01:04:00-Interviews und Zugang
    01:12:00-Gesellschaftsbilder

    Elena erwähnt am Ende des Gesprächs ihren Artikel „Kritik der Positionalität. Plädoyer für eine relationale Forschungspraxis und Verortung in den Sozial- und Kulturwissenschaften“, der in Thewis. Online-Zeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaft erschienen ist.

    Maik hat gemeinsam mit seiner Kollegin Miriam Brunnengräber einen Artikel in einem Sammelband geschrieben. Wir ergänzen diesen, sobald er erscheint!

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Fotos: Stephanie Füssenich

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Tee, Talk & Lieblingsfolgen - Unsere schönsten Podcast-Momente
    Dec 5 2025

    Unser Sonderforschungsbereich wurde verlängert!

    Wir nutzen das als Gelegenheit, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, noch einmal über die letzten Jahre und unsere Lieblingsfolgen nachzudenken, und einen Blick in die Zukunft von Sone & Solche zu werfen.

    Also: macht es euch gemütlich, kocht euch eine Tasse Tee, und schaltet ein!
    Wir sprechen über unsere schönsten Podcast-Momente und unsere persönlichen Lieblingsfolgen (Wir lieben natürlich jede unserer Folgen, aber ein paar fallen einem dann doch zu erst ein…)

    Friederike: Folge 3 mit Felicitas Flade: Freund/Feind: Wie hilft ein gemeinsamer Feind, Unterschiede zu überwinden?

    Tamara: Folge 11 mit Christopher Hohl und Theresa Schweden: Albinismus – Erfahrungen und Perspektiven aus Ethnologie und Linguistik

    Tobias: Folgen 18 & 19 mit Marion Grimberg und Olabanke Goriola: Melanin Matters – Skin tone differentiation in Lagos, Nigeria – und Folge 24: Live aus der Ausstellung: Menschen Sort[ier]en.

    Unsere bisher aufwendigste Folge war übrigens Folge 26 mit Christina Wirth: Befreiung! Und dann? 800 Jüdinnen und ein westfälisches Dorf.

    In Staffel 2, ab Januar, erwarten euch bei Sone & Solche in jeder Folge interdisziplinäre Gespräche. Einen kleinen Ausblick auf die Folgen, die wir noch im Dezember aufzeichnen, bekommt ihr auch schon.
    Und die größte Herausforderung beim Podcasting? Termine!


    00:00:00-Projektverlängerung
    00:03:10-Anfänge des Podcast
    00:07:55-Wie wir arbeiten
    00:11:50-Rückblick und Lieblingsfolgen
    00:23:45-Ausblick

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Theaterarbeit. Kunst, Care und Über/Leben in der Freien Szene
    Nov 7 2025

    Was passiert im Theater, nachdem der Vorhang gefallen ist?
    Freizeit, die Vereinbarkeit von Familie und Job sowie eine Altersvorsorge bleiben für viele Theaterpraktiker*innen in der Freien Szene oft unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche. Knappe Kulturetats und Ressourcen sowie ein ständiger Innovations- und Wettbewerbsdruck kommen hinzu. Arbeiten von Projekt zu Projekt, unsichere Einkommen, prekäre soziale Absicherung bestimmen oft die Arbeitsrealitäten.

    In Folge 27 spricht die Theaterwissenschaftlerin Yana Prinsloo (Teilprojekt „Staging Differences“ im SFB 1482 Humandifferenzierung) über ihre Forschung zu Arbeitspraktiken der deutschsprachigen Freien Szene. Ihre Ergebnisse zeigen, dass besonders feministische Theaterpraktiker*innen gängige Zuschreibungen von Arbeit hinterfragen und irritieren.


    00:00:00-Intro
    00:01:11-Yanas Projekt
    00:04:55-Was ist die freie Szene?
    00:09:30-Aktuelle Debatten
    00:13:00-Alt werden in der freien Szene
    00:18:30-Beschäftigungsverhältnisse
    00:22:50-Unklarheiten und Sorgen
    00:25:05-Unterscheidungspraktiken
    00:30:00-Arbeitsbedingungen auf der Bühne verhandeln
    00:35:00-Zukunft der freien Szene
    00:42:00-Wie forscht Yana?

    Trotz unterschiedlichster Arbeitsbiografien dominiert in Deutschland weiterhin das Narrativ des leistungsorientierten Nine-to-five-Jobs, während sich Arbeitsformen der Freien Szene diesem Raster entziehen. Die COVID-19-Pandemie hat die existenziellen Herausforderungen deutlich gezeigt. Kulturschaffende setzen sich infolge für bessere Arbeitsbedingungen ein: Honoraruntergrenzen, Toolkits zur Vereinbarkeit von Kunst und Care-Arbeit sowie ästhetische Reflexionen über Arbeitsbedingungen sind nur einige Beispiele.

    Anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches Theaterarbeit. Praktiken der Freien Szene bei Theater der Zeit gibt Yana Prinsloo einen Einblick in zentrale Forschungsergebnisse. Sie diskutiert nicht nur Herausforderungen, sondern auch Lösungsansätze: Welche Forderungen wurden bereits umgesetzt? Welche Ideen prägen die aktuelle Debatte?

    Außerdem sprechen wir über interessante Entwicklungen im Rhein-Main-Gebiet. Die Theaterpraktiker*innen und Initiativen haben wir euch in den Shownotes verlinkt:
    Monika Truong
    Sheshepop
    Swoosh Lieu
    Hannah Cooke
    Mousonturm
    Studio Naxos
    Kulturbäckerei
    Allianzhaus Mainz

    Aufgenommen haben wir am 25. August 2025.

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Foto: Stephanie Füssenich

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Befreiung! Und dann? 800 Jüdinnen und ein westfälisches Dorf
    Oct 2 2025

    Am 01. April 1945 wurden in Kaunitz in Westfalen etwa 800 jüdische Frauen befreit. Zuvor mussten sie in Lippstadt Zwangsarbeiten leisten und sich schließlich auf einen „Todesmarsch“ nach Bergen-Belsen begeben. In Kaunitz floh die deutsche Wachmannschaft und Soldaten der US-Armee befreiten die Frauen und trafen damit erstmals auf jüdische Frauen.
    Gemeinsam besetzten sie in Kaunitz Häuser und das erste jüdische Displaced Persons Camp der britischen Besatzungszone entstand.

    Ich bin gemeinsam mit Christina Wirth nach Kaunitz gefahren, um am Gedenktag für den 80. Jahrestag der Befreiung teilzunehmen, Christina als Rednerin, ich um Interviews für diese Podcastepisode aufzunehmen.

    00:00:00-Intro & Einleitung
    00:03:03- Das Schulprojekt (Interview Wilfried Limper)
    00:09:42-Das Mahnmal (Interview Wilfried Limper)
    00:12:08-Gedenkfeier (Reden Matthias Holzmeier)
    00:13:15-Befreiung (Rede Christina Wirth)
    00:18:13-Warum ist Kaunitz so besonders? (Interview Christina Wirth)
    00:21:13-Augenzeugin (Zeitzeuginnenbericht)
    00:25:21- Die Kaunitzer (Interview Matthias Holzmeier)
    00:29:20-Nach der Befreiung (Stadtrundgang Christina Wirth)
    00:36:56-Versorgung (Zeitzeuge Hans Kleinemas)
    00:39:16-Militärrabbiner (Stadtrundgang Christina Wirth)
    00:42:52-Jüdische DP Camp (Interview Christina Wirth)
    00:53:43-Helferinnen (Stadtrundgang Christina Wirth)
    00:58:40-Auf nach Israel? (Stadtrundgang Christina Wirth)
    01:04:00-Warum Gedenken? (Interview Matthias Holzmeier)
    01:09:20-Ende 


    Gemeinsam werfen wir einen genaueren Blick auf die Ereignisse: Wie war das Zusammenleben von Überlebenden und Kaunitzer:innen 1945? Was war das besondere an diesem DP Camp? Und wie hat ein Schulprojekt in den 1990er Jahren die Gedenkkultur im Ort bis heute geprägt?

    Der Lehrer Wilfried Limper recherchierte mit einer Gruppe von Schüler:innen zwei Kindergräber auf dem Gütersloher Friedhof und wurde so auf die in Kaunitz befreiten Zwangsarbeiterinnen aufmerksam. Die Gruppe nahm Kontakt zu Überlebenden auf und setzte sich für ein Denkmal in Kaunitz ein.

    Ich spreche nicht nur mit Christina, sondern auch mit Matthias Holzmeier, dem Ortsheimatpfleger der Stadt Verl, mit zwei deutschen Zeitzeug:innen, die sich noch an die gemeinsame Zeit mit den Jüdinnen erinnern, sowie mit den Lehrer:innen Wilfred Limper und Nadine Zenses.

    Zu Beginn der Folge liest Tamara einen Brief von Irmgard Brill vor. Mehr dazu erfahrt ihr hier.
    Mehr über den Heimatverein Verl könnt ihr hier erfahren.

    Christina hat über Kaunitz auch einen Blogbeitrag geschrieben. Einen etwas weiteren Einblick in ihre Forschung zu den Displaced Persons findet ihr in Folge 8 dieses Podcasts „Aus Displaced Persons wird Flüchtling“

    Das Interview mit Anna Kaletzka (auf jiddisch) ist auf der Seite „Voices of the Holocaust“ veröffentlicht. Interviews mit Zeitzeug:innen aus der Stadt Verl findet ihr hier.

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Wie der Schneck zur Schnecke wurde – Tier-Mensch-Linguistik im Gespräch
    Sep 5 2025
    Tiere fressen und Menschen essen. Aber warum eigentlich? Und seit wann ist das so? Fragen wie diese können uns Tier-Mensch-Linguistinnen wie Damaris Nübling, Theresa Schweden und Lena Späth beantworten. Aber nicht nur diese. Die drei verraten uns auch, warum wir über Haustiere ganz anders sprechen als über Nutz- und Wildtiere und was wir aus Begriffen wie „Hundewetter“ und „bärenstark“ über die Geschichte unserer Beziehung zu Tieren lernen können. Und was bedeutet unsere enge Beziehung zu unseren Haustieren für deren Namengebung?Wir sprechen auch über das grammatische Geschlecht von Tieren. Wusstet ihr, dass Tiere, die wir als größer und aktiver wahrnehmen, eher maskulines, kleinere, weniger aktiv wirkende Tiere eher feminines Genus haben?Und dass die Kategorie „Tier“ im Mittelhochdeutschen noch deutlich kleiner war und nur große Landtiere bezeichnete? Überhaupt: Warum sortieren wir so unterschiedliche Tiere wie Asseln und Affen in eine Kategorie, während der Mensch dem Affen doch deutlich ähnlicher ist als einer Assel, sich aber durch eine eigene Bezeichnung von den Primaten, denen er angehört, absetzt? 00:00:00: Vorstellungen00:02:14: Tier-Mensch-Linguistik00:03:31: Von Maskulin zu Feminin00:06:45: Wie grenzen wir uns von Tieren ab? 00:12:44: Tiernamen00:18:29: Menschennamen00:19:50: Tiervergleiche00:24:10: Käferin und Igelin00:28:00: Wie entwickelt sich die Tier-Mensch-Grenze? 00:31:21: Die Begriffe „Tier“ und „Mensch“00:35:06: Tierethik und Nutztiere00:37:46: Warum Humandifferenzierung? 00:39:49: Schluss Damaris Nübling, Theresa Schweden und Lena Späth arbeiten gemeinsam im Projekt „Sprachliche Humandifferenzierung“ und erforschen dort diese und weitere Themen. Wenn ihr euch weiter informieren wollt, könnt ihr Episode 1 dieses Podcasts anhören. In der Folge „Katzenmami und Hundemama“ mit Miriam Lind erfahrt ihr mehr über Hunde und Katzen auf Social Media. Und in Folge 11 „Albinismus – Perspektiven und Erfahrungen aus Ethnologie und Linguistik“ spricht Theresa Schweden über das Sprechen über Behinderungen, insbesondere Albinismus. Lesenswert zum Thema ist: Nübling, Damaris (2022): Linguistische Zugänge zur Tier/Mensch-Grenze. In: Lind, Miriam (ed.): Mensch – Tier – Maschine. Sprachliche Praktiken an und jenseits der Außengrenze des Humanen. Bielefeld: Transcript Verlag, 27-76. [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5313-7/mensch-tier-maschine/]Zur Mensch/Tier-Abgrenzung empfehlen wir im gleichen Band: Späth, Lena (2022): Wir und Die. Zur Diachronie der lexikalischen Basisunterscheidung Mensch vs. Tier. In: Lind, Miriam (ed.): Mensch – Tier – Maschine. Sprachliche Praktiken an und jenseits der Außengrenze des Humanen. Bielefeld: Transcript Verlag, 77-105. [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5313-7/mensch-tier-maschine/]Damaris Nübling hat auch gemeinsam mit Antje Dammel und Mirjam Schmuck zwei Bände zu Tiernamen herausgegeben: Eine Ausgabe beschäftigt sich mit Haustieren [https://bnf.winter-verlag.de/issue/BNF/2015/1-2] und eine mit Nutztieren [https://bnf.winter-verlag.de/issue/BNF/2015/3-4]. ; Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt. Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.deFotos: Stephanie Füssenich (Lena Späth), Privat (Damaris Nübling und Theresa Schweden)
    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Live aus der Ausstellung: Menschen Sort[ier]en
    Jul 4 2025

    Im Rahmen unserer Ausstellung „Menschen Sort[ier]en“ haben wir eine Live-Podcastfolge aufgenommen – mit dabei war Tobias Boll, einer der Projektleiter der Ausstellung und Mit-Initiator dieses Podcasts.
    Tobias ist Soziologe. Er leitet das Teilprojekt „Sexuelle Humandifferenzierung und Behinderung“.

    „Menschensorten“ – klingt erst mal schräg. Schließlich sortieren wir normalerweise Dinge in Sorten ein – Obst zum Beispiel. Aber: Auch Menschen werden ständig und ganz automatisch in Kategorien einsortiert. Bereits nach 0,6 Sekunden haben wir eine Person unbewusst eingeordnet. Die Idee der Humandifferenzierung besagt: Diese Kategorien entstehen überhaupt erst dadurch, dass wir Menschen sortieren.

    Warum ist es so herausfordernd, etwas zu erforschen, das uns als Mitgliedern der Gesellschaft so selbstverständlich erscheint? Wie kann interdisziplinäre Zusammenarbeit dabei helfen?

    In dieser Folge plaudern wir aus dem Nähkästchen: Wie liefen die Vorbereitungen für die Ausstellung ab? Welche Überlegungen stecken dahinter? Was kann man in den verschiedenen Stationen unserer Ausstellung über Menschen Sort[ier]en erfahren?

    Außerdem verraten wir: Warum gibt es in der Ausstellung eine Mausefalle und einen Teddybären? Was hat es mit „Chromosomen an der Wand“ auf sich? Und ist Tobias ein Opa – und woran erkennt man das?

    00:00:00-Intro
    00:02:15-Menschen Sortieren
    00:07:30-Arbeit im Forschungsprojekt
    00:10:00-Einsortieren
    00:14:40-Soundstation
    00:17:00-Umkleide und Geschlecht
    00:26:40-Hirsutismus-Skala
    00:29:30-Sortierwürfel
    00:33:10-Setzkasten
    00:35:00-Fragen aus dem Publikum

    Hier erfahrt ihr mehr über unsere Ausstellung.

    Wir machen eine kleine Sommerpause und sind im September wieder mit einer neuen Folge für euch da.

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute
  • Zwischen Cyberpsychos und Androiden. Die Zukunft des Menschen in digitalen Spielen erfahren.
    Jun 6 2025

    In digitalen Spielen können Spieler:innen in Spielwelten eintauchen, Herausforderungen meistern und eigene Entscheidungen treffen, die den Spielverlauf, beispielweise die Geschichte, beeinflussen.
    Marcel Thiel-Woznica forscht als Soziologie zu soziotechnischen Zukunftsvisionen des Menschen in digitalen Spielen. Er schaut sich in Science Fiction Computerspielen fiktive Humankategorien an und fragt: Wie führen digitale Spiele diese Personengruppen erzählerisch ein und welche Kategorisierungsprozesse gehen damit einher? Und wie werden solche Repräsentationsfiguren soziotechinischer Zukunftsvisionen des Menschen im Rahmen der Spielpraxis erfahrbar gemacht?
    Ein Beispiel dafür ist der Cyberpsycho aus dem Spiel Cyberpunk 2077. In diesem Spiel sind technische Körpermodifikationen normal, sodass auch der von den Spieler:innen gesteuerte Avatarkörper technisch modifiziert und so beispielsweise schneller und stärker gemacht werden kann. Die techische Modifikation des Körpers stellt in der Spielwelt von Cyberpunk 2077 allerdings auch ein Problem dar: Durch den übermäßigen Einbau von Technologien an und in den Körper, können Menschen an der sog. 'Cyberpsychose' erkranken, die im schlimmsten aller Fälle dazu führt, dass sie die Kontrolle über ihren Körper und Verstand verlieren. In diesem Fall werden Menschen nicht selten als Cyberpsychos kategorisiert, wodurch auch ihr Menschsein - handelt es sich noch um Menschen oder doch viel eher um Maschinen? - und damit einhergehend auch ihr Status als Gesellschaftsmitglieder in Frage gestellt wird.
    Das besondere an Marcels Forschung: Er betrachtet nicht nur das Geschehen auf dem Bildschirm, sondern durch seinen Blick auf die Spielpraxis auch den Spieler, in diesem Fall: sich selbst. Er fragt, wie Wahrnehmungsapparate (des Spielers und des Avatars) miteinander ge- und entkoppelt werden und wie Erfahrungen im Rahmen der Spielpraxis koordiniert werden.

    Wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt, könnt ihr die Seite des Teilprojekts „Posthumane Entdifferenzierung?“ besuchen, oder ihr schaut einmal bei der AG digitale Spiele der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vorbei.

    00:00:00-Intro
    00:01:30-Warum Spiele?
    00:05:54-Cyberpunk, DBH, Anno 2205
    00:09:30-Zukunftvisionen erspielen
    00:14:00-Reflexion durch Scifi
    00:18:05-Konzepte in Cyberpunk 2077
    00:23:20-Limits des Menschen
    00:28:20-Menschlichkeit und Technik
    00:35:00-Spieler und Avatar
    00:38:20-Methode und Vorgehen
    00:50:00-Humandifferenzierung
    00:53:00-Abschluss

    Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.

    Host: Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)
    Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)
    Wissenschaftliche Hilfskraft: Tamara Vitzthum (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)

    Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt.

    Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt mir gern eine Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.de

    Foto: Stephanie Füssenich

    Afficher plus Afficher moins
    Moins d'une minute