Épisodes

  • Hotspots der Jungsteinzeit
    Feb 20 2026

    Die Neolithische Revolution nimmt im Nahen Osten ihren Anfang und breitet sich später bis nach Mitteleuropa aus. Schafe, Ziegen und Rinder werden domestiziert und unsere Vorfahren sesshaft. Mit der Linearbandkeramik, sowie dem Einsatz neuer Werkzeuge wie Sternbeilen, findet eine tiefgreifende kulturelle Veränderung statt. Dabei geht es auch um die ersten Metallfunde und die frühe soziale Ungleichheit, die in dieser Epoche erstmals archäologisch greifbar wird. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler spannt im Gespräch mit Mariella Gittler den Bogen von wichtigen Fundorten dieser Übergangszeit, wie den Pfahlbauten, Hallstatt oder den monumentalen Kalenderbauten und Grabanlagen in Niederösterreich, bis zu Ötzi, dem in unseren Breiten bis heute wohl prominentesten jungsteinzeitlichen Menschen.

    Afficher plus Afficher moins
    30 min
  • Die ersten Österreicher
    Feb 13 2026

    Die ersten Menschen, die in der Steinzeit im Gebiet des heutigen Österreich lebten, waren nomadische Jäger, deren hochmobiles Leben von Hunger, den wechselhaften Klimabedingungen der letzten Eiszeit und gefährlichen Begegnungen mit wilden Tieren geprägt war. Die Feuerstellen waren das Zentrum des sozialen Lebens in einer Zeit, über die wissenschaftliche Aussagen aufgrund der enormen historischen Distanz nur sehr schwer möglich sind. Der Archäologe und Altgeschichtler Dr. Franz Pieler erklärt im Gespräch mit Mariella Gittler außerdem, wie Bären- und Mammutjagden abliefen, welche Rolle vermutlich schamanische Praktiken in diesen kleinen Gruppen hatten und wie man sich die Begegnungen des modernen Menschen mit dem Neandertaler vorstellen kann. Außerdem wird mit den gängigen Mythen rund um die Venus von Willendorf aufgeräumt und das Leben von Menschen beschrieben, deren tägliches Überleben auf das Engste mit den Prozessen der Natur verknüpft war.

    Afficher plus Afficher moins
    29 min
  • Das 1x1 der Steinzeitarchäologie
    Feb 6 2026

    Wer waren die ersten Bewohner des heutigen Österreich und mit welchen Herausforderungen hatten sie zu kämpfen? Mariella Gittler spricht mit dem Archäologen und Urgeschichtler Dr. Franz Pieler über seinen Beruf und die neuesten Erkenntnisse der prähistorischen Forschung. Wir erfahren, welche Methoden in der Archäologie heute zur Anwendung kommen und was uns alte Werkzeuge, Siedlungsspuren und Statuetten wie die weltberühmte Venus von Willendorf über das harte Leben unserer frühesten Vorfahren erzählen können. Während der letzten Eiszeit sind die Bedingungen in Mitteleuropa extrem. Der Permafrostboden kann die Menschen kaum ernähren und zwingt die altsteinzeitlichen Mammutjäger, der unwirtlichen Natur ein risikoreiches und hochmobiles Leben abzutrotzen.

    Afficher plus Afficher moins
    22 min
  • Vom Frieden und dem Wert des Menschen
    Jan 30 2026

    Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., spricht mit Mariella Gittler über die gegenwärtigen Herausforderungen und mögliche Zukunftsszenarien für Österreich. Fischer betont die Vorteile von Demokratie, Neutralität und Investitionen in Bildung und Forschung als stabile Grundlagen für die Zukunft und Sicherheit des Landes. Ein zentrales Thema ist sein lebenslanges Eintreten für den Frieden nach den traumatischen Kriegserfahrungen, die seine eigene Kindheit geprägt haben. Erfolgreiche Friedenspolitik ist heute angesichts neuer Waffentechnologien dringlicher denn je. Gleichzeitig spricht er über die Verantwortung der jungen Generation, aktiv an der Gestaltung einer sicheren und solidarischen Zukunft mitzuwirken. Abschließend warnt er vor den Risiken neuer Technologien und plädiert dafür, ihre Entwicklung und Nutzung eng an ethische und demokratische Leitlinien zu binden. Mariella Gittler im Gespräch mit Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D.

    Afficher plus Afficher moins
    31 min
  • Von der Ostöffnung zum EU-Beitritt
    Jan 23 2026

    Mariella Gittler spricht mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Österreichs, Dr. Heinz Fischer, über die historischen Umwälzungen rund um den Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und über persönliche Familiengeschichte aus Besatzungszeit und Ost-West-Konflikt. Fischer erinnert an die Angst seiner Mutter vor dem Übertreten der sowjetischen Demarkationslinien, frühe Besuche im Ostblock und an die Mauertoten, die den Kalten Krieg prägten. Ein Schwerpunkt liegt auf den Ereignissen des Jahres 1989 und dem dramatischen Wandel, der Europa damals erfasste. Der Fall des Eisernen Vorhangs wird als entscheidender Moment dargestellt, der Österreich den Weg zum EU-Beitritt öffnete. Abschließend geht es um das österreichische Beitrittsansuchen, die Volksabstimmung und die langfristige Position Österreichs in der EU.

    Afficher plus Afficher moins
    33 min
  • Vom Opfermythos zur Restitution
    Jan 16 2026

    Nur sehr schwerfällig und auch unter immer stärker werdendem internationalem Druck rückte die Zweite Republik letztlich von der bequemen Opferthese ab. Ausgangspunkt ist die internationale Kontroverse um Kurt Waldheim, die das Land zwang, sich mit seiner tatsächlichen Rolle in der NS-Zeit auseinanderzusetzen. Dadurch gewann die Anerkennung der österreichischen Mitschuld erstmals breiteren politischen und gesellschaftlichen Rückhalt. Das Gespräch Mariella Gittlers mit Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., zeigt, welche moralischen, rechtlichen und diplomatischen Konsequenzen diese Neubewertung nach sich zog. Schließlich mündete der Prozess in konkrete Restitutionen und einen neuen Umgang mit der eigenen Vergangenheit, was Jörg Haider und seine FPÖ nicht daran hinderte, in den 1990er-Jahren einen bis dahin beispiellosen Höhenflug für das rechte Lager hinzulegen.

    Afficher plus Afficher moins
    20 min
  • Stunde 0 der 2. Republik
    Jan 9 2026

    Heinz Fischer spricht über seine Kindheit und Schulzeit während des Zweiten Weltkriegs sowie über die traumatischen Erfahrungen, die die unmittelbare Nachkriegszeit prägten. Er schildert die Unsicherheit, den Hunger und die Wohnungsnot jener Jahre und wie diese Bedingungen das Leben einer ganzen Generation bestimmten. Zugleich beschreibt er den Wiederaufbau des Landes, der jedoch oft um den Preis des kollektiven Verdrängens der eigenen Kriegsvergangenheit erfolgte. Die anfänglich konsequente Verurteilung von NS-Verbrechern geriet bald ins Stocken, als ein neuer nationaler Schulterschluss wichtiger erschien als die Aufarbeitung. In diesem Umfeld wurden auch Figuren wie Taras Borodajkewycz zu Symbolen für die ungelösten Konflikte der noch jungen Zweiten Republik. Mariella Gittler im Gespräch mit Dr. Heinz Fischer, Bundespräsident a.D.

    Afficher plus Afficher moins
    31 min
  • Koloniales Österreich?
    Jan 2 2026

    Der Mythos eines kolonial unbefleckten Österreichs bröckelt heute in Teilen der Geschichtsforschung. Neue Forschungsrichtungen untersuchen die Verstrickungen Österreichs in den Kolonialismus der vergangenen Jahrhunderte. Dabei geht es nicht nur um die vielfältige Involvierung in den überseeischen Kolonialismus anderer europäischer Mächte, sondern auch um Formen des Binnenkolonialismus in Europa – etwa in Bosnien. Sowohl in der Monarchie als auch in der Ersten Republik gab es Gruppierungen, die sich für die Schaffung eigener österreichischer Kolonien einsetzten, und während der Zeit des Austrofaschismus spielte Engelbert Dollfuß sogar konkret mit dem Gedanken, eine ehemals deutsche Kolonie zu übernehmen. Während der Besatzungszeit von 1945 bis 1955 ziehen österreichische Politiker Analogien zur Dekolonisierung weiter Teile des globalen Südens, während Österreich selbst weiterhin fremdbestimmt bleibt. Mariella Gittler im Gespräch mit der Zeithistorikerin Lucile Dreidemy.

    Afficher plus Afficher moins
    18 min