Couverture de Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

De : SKM Freiburg
Écouter gratuitement

Offres de saison | 0,99 € par mois pendant les 3 premiers mois

5,99 €/mois par la suite. Des conditions s’appliquent. Annulation mensuelle possible.
À propos de ce contenu audio
"Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über ihre Erlebnisse sprechen. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.SKM Freiburg Sciences sociales
Épisodes
  • Folge 15: 22 Stunden am Tag Einschluss – Haftalltag in einer JVA für junge Heranwachsende
    Oct 12 2026

    Wenn das eigene Kind in Haft ist: Eine Mutter über JVA, Ohnmacht und Hoffnung

    Was passiert mit einer Familie, wenn der Sohn mit 18 Jahren inhaftiert wird? In dieser Folge von Mitbestraft, dem Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg, erzählt Frau B. eindrücklich vom Leben als Angehörige eines Inhaftierten. Es geht um Untersuchungshaft, Jugendstrafvollzug in Bayern, Besuchszeiten, Briefe, fehlende Arbeit in der JVA, psychische Belastung, Schuldgefühle und die Frage, wie Resozialisierung gelingen soll, wenn junge Menschen 22 Stunden am Tag eingeschlossen sind. Die Folge zeigt, wie wichtig Kontakt, Selbsthilfegruppen und ehrlicher Austausch für Eltern inhaftierter Kinder sind.

    Frau B.: Eine Mutter zwischen Gefängnistor und Familienalltag

    Frau B. ist die Mutter eines jungen Mannes, der mit 18 Jahren inhaftiert wurde und mittlerweile seit zwei Jahren in Haft ist. Ihr Sohn wurde nach Jugendstrafrecht zu dreieinhalb Jahren verurteilt und war in mehreren Justizvollzugsanstalten untergebracht, zunächst in Untersuchungshaft, später in einer Jugendstrafanstalt und anschließend in einer JVA für junge Heranwachsende. Im Gespräch beschreibt sie offen, wie sie als Mutter mit Unsicherheit, Scham, Hilflosigkeit und der Sorge um die Zukunft ihres Sohnes umgeht.

    Haftalltag zwischen Trennscheibe, Briefen und 22 Stunden Einschluss

    Besonders eindrücklich schildert Frau B., wie stark die Regeln im Strafvollzug von JVA zu JVA variieren: Besuchszeiten, Sicherheitskontrollen, Briefabgabe und Telefonate sind unterschiedlich geregelt und oft schwer nachvollziehbar. Ihr Sohn hat aktuell keine Arbeit und kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Er verbringt nach ihrer Schilderung 22 Stunden täglich in der Zelle, hat eine Stunde Hofgang und eine Stunde Aufschluss. Von Ausbildung, Therapie oder Antiaggressionstraining, die bei Gericht erwähnt wurden, sei bisher kaum etwas umgesetzt worden. Frau B. beschreibt deshalb einen bitteren Widerspruch zwischen dem Anspruch der Resozialisierung und dem tatsächlichen Haftalltag.

    Sätze, die hängen bleiben

    Ein zentraler Satz dieser Folge lautet: "Wir sind eines Besseren belehrt worden." Frau B. beschreibt damit, wie sehr sich ihr Bild von Gefängnis, JVA und Resozialisierung verändert hat. Besonders berührend ist auch die Aussage ihres Sohnes zu den Schuldgefühlen der Eltern: "Ihr habt alles richtig gemacht, ich bin verkehrt abgebogen." Für Frau B. ist dieser Satz wichtig, weil er Verantwortung übernimmt und zugleich den Eltern ein Stück Last nimmt. Ihr Rat an andere Angehörige lautet: "Nicht verzweifeln. Es geht weiter." Und ebenso klar sagt sie: "Wir können nicht für unsere Angehörigen da sein, wenn wir selber daran zerbrechen."

    Was Angehörigen in dieser Situation helfen kann

    Frau B. betont, wie wertvoll der Austausch mit anderen betroffenen Eltern ist. Sie fand Unterstützung bei einer Selbsthilfegruppe für Eltern von inhaftierten Kindern. Dort geht es um praktische Fragen zu Besuch, JVA-Regeln, Kontaktmöglichkeiten und um die emotionale Belastung, die Angehörige von Inhaftierten oft allein tragen. Die Folge macht deutlich: Offenheit kann Scham abbauen, das Thema Gefängnis stärker in die Gesellschaft tragen und anderen Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu suchen.

    Erwähnte Anlaufstellen und Verweise

    1. Treffpunkt e.V. Nürnberg: Beratungsstelle mit Angeboten für Angehörige von Inhaftierten und einer Selbsthilfegruppe für Eltern inhaftierter Kinder, auch mit Online-Teilnahme.

    2. Homepages der jeweiligen JVAs: Dort finden Angehörige häufig Informationen zu Besuchsregelungen, Besuchszeiten und Sicherheitsvorgaben. Frau B. weist jedoch darauf hin, dass Nachfragen oft notwendig ist.

    3. SKM Freiburg, Straffälligenhilfe: Herausgeber des Podcasts Mitbestraft.

    4. Kontakt zum Podcast: Rückmeldungen und Fragen zur Folge per E-Mail an podcast@skm-freiburg.de.

    5. Podcast abonnieren: Wer keine Folge von Mitbestraft verpassen möchte, kann den Podcast-Kanal abonnieren.

    Afficher plus Afficher moins
    45 min
  • Folge 14: Freiwillig in den Knast - Erfahrungen einer ehrenamtlichen Besucherin
    Sep 21 2026

    Was passiert, wenn ein Mensch freiwillig dorthin geht, wo andere nicht freiwillig sind? In dieser Folge von Mitbestraft, dem Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg, spricht Monika Fröwis mit einer ehrenamtlichen Besucherin der JVA Freiburg. Frau B. erzählt, wie sie Inhaftierte besucht, die seit langer Zeit im Strafvollzug leben und kaum Kontakt zu Angehörigen oder Freunden haben. Im Mittelpunkt stehen Ehrenamt in der JVA, Gefängnisbesuche, Menschlichkeit im Strafvollzug, Sicherungsverwahrung, Resozialisierung, Grenzen im Besuchsdienst und die Frage, was Freiheit im Alltag wirklich bedeutet.
    Frau B. und ihr Weg in den Besuchsdienst der JVA
    Frau B. ist seit rund zweieinhalb Jahren ehrenamtlich in der JVA tätig. Nach dem Eintritt in den Ruhestand suchte sie bewusst nach einer Aufgabe, die sie fordert, gebraucht werden lässt und ihr neue Einblicke ermöglicht. Über Vorbereitungskurse, Gespräche und Schulungen kam sie zum Besuchsdienst für Inhaftierte. Die Auswahl der besuchten Personen trifft die JVA, begleitet durch Sozialarbeit, Psychologie und weiteres Fachpersonal. Frau B. besucht regelmäßig einen Mann in Strafhaft und engagiert sich zusätzlich in der Sicherungsverwahrung, wo Menschen nach verbüßter Haft weiterhin untergebracht sind, weil ihre Gefährlichkeit regelmäßig geprüft wird.
    Ein Gespräch auf Augenhöhe statt ein Urteil über die Tat
    Besonders eindrücklich beschreibt Frau B., dass sie die Straftat nicht in den Mittelpunkt stellen möchte. Ihr Satz bringt die Haltung dieses Ehrenamts auf den Punkt: „Auch wenn man schwere Gesetzesverstöße begangen hat, heißt das ja nicht, dass man kein Mensch ist." Sie versteht sich nicht als Richterin und nicht als Polizei, sondern als Gesprächspartnerin. Genau darin liegt die Kraft des Besuchsdienstes: Inhaftierte erleben einen Kontakt, der nicht dienstlich geprägt ist, sondern menschlich, verlässlich und zugleich klar begrenzt. Die Gespräche reichen von Tagesgeschehen, Politik und Musik bis zu Erinnerungen, Lebensfragen und dem Wunsch nach Freiheit. Wichtig ist Frau B. dabei die Gegenseitigkeit: „Es soll auf Augenhöhe geschehen."
    Nähe, Grenzen und Verantwortung im Ehrenamt
    Die Folge zeigt auch, wie anspruchsvoll ein Ehrenamt im Gefängnis sein kann. Frau B. spricht offen über Abgrenzung, persönliche Sicherheit und die Verantwortung, vertrauliche Informationen einzuordnen. Sie macht deutlich, dass regelmäßige Besuche Beziehungen entstehen lassen, gerade wenn Inhaftierte sonst wenig Außenkontakte haben. Deshalb braucht es klare Regeln: keine körperliche Nähe, keine falschen Hoffnungen, keine Vermischung mit Partnerschaft oder privater Abhängigkeit. Gleichzeitig beschreibt sie, wie wertvoll fachliche Begleitung durch die JVA, Austausch mit anderen Ehrenamtlichen und Unterstützung durch den SKM Freiburg sind. Ihr persönliches Fazit ist berührend: Das Ehrenamt erdet, schärft den Blick für Freiheit und zeigt, dass Lebensfreude auch unter sehr begrenzten Bedingungen möglich bleibt.
    Erwähnte Anlaufstellen und weiterführende Hinweise
    1. SKM Freiburg: Straffälligenhilfe, Begleitung von Angehörigen Inhaftierter und Unterstützung für Ehrenamtliche im Umfeld von Strafvollzug und Besuchsdienst.
    2. JVA Freiburg: Ansprechpartnerin für Menschen, die sich für ein Ehrenamt in der Justizvollzugsanstalt oder für Besuche bei Inhaftierten interessieren.
    3. Podcast „Mitbestraft": Gespräche mit Angehörigen von Inhaftierten und Menschen aus der Straffälligenhilfe.
    4. Kontakt zur Folge: Rückmeldungen und Fragen per E-Mail an podcast@skm-freiburg.de.
    5. Podcast abonnieren: Wer keine Folge verpassen möchte, kann den Podcast Kanal von „Mitbestraft" abonnieren.

    Afficher plus Afficher moins
    38 min
  • Folge 13: Festnahme durch das SEK – Eine Familie unter Schock
    Aug 3 2026

    Ein Polizeieinsatz um sechs Uhr morgens verändert von einer Minute auf die andere das Leben einer ganzen Familie. In dieser Folge von Mitbestraft, dem Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg, spricht Monika Fröwis mit Frau N., deren Sohn inhaftiert wurde. Es geht um den Schock der Festnahme durch das SEK, die ersten Tage in Untersuchungshaft, Besuchsschein, Haftkonto, Telefonate aus der JVA, den Übergang von U Haft in Strafhaft und die Frage, wie Angehörige von Inhaftierten mit Schuld, Scham, Sorge und Bürokratie umgehen können. Die Folge zeigt eindrücklich, wie wichtig Kontakt, Offenheit und Unterstützung für Familien sind, die plötzlich Teil eines ihnen völlig fremden Systems werden.
    Frau N.: Eine Mutter, die nicht verstummt
    Frau N. lebt in Berlin und erzählt offen von der Inhaftierung ihres Sohnes, der zuvor nicht vorbestraft war, in Ausbildung stand und nun zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Sie beschreibt sich als jemand, der telefoniert, nachfragt, sich durch Zuständigkeiten kämpft und versucht, aus der Ohnmacht ins Handeln zu kommen. Gemeinsam mit ihrer Tochter besucht sie ihren Sohn regelmäßig in der JVA, hält engen Kontakt und sucht den Austausch mit anderen betroffenen Müttern. Aus dieser Erfahrung heraus beteiligt sie sich am Aufbau einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Inhaftierten in Berlin.
    Zwischen Schock, Scham und dem festen Entschluss, dranzubleiben
    Besonders eindringlich schildert Frau N. den Moment der Festnahme: „Bei uns wurde nicht geklingelt, bei uns wurde die Tür eingetreten mit einer Ramme." Die Aktion habe sich für sie wie ein Überfall angefühlt, auch weil sie sich nicht von ihrem Sohn verabschieden durfte: „Er war dann halt plötzlich weg." Später musste die Familie selbst sehen, wie sie mit der eingetretenen Tür und der durchsuchten Wohnung zurechtkommt. Als belastend beschreibt sie auch die ersten Tage ohne klare Informationen, bis der Sozialdienst der JVA Kontakt aufnahm und erklärte, wie Geld auf das Haftkonto überwiesen werden kann. Zugleich macht Frau N. deutlich, dass sie ihren Sohn nicht auf seine Straftat reduziert: „Das, was er gemacht hat, ist kein Grund, ein Kind fallen zu lassen." Ihr wichtigster Rat an andere Angehörige lautet, den Kontakt nicht abbrechen zu lassen: Briefe, Karten, Fotos, Besuche und Telefonate seien für Inhaftierte oft von unschätzbarem Wert. „Die freuen sich über alles", sagt sie, und fasst ihre Haltung in einem Satz zusammen: „Nie aufgeben."
    Was Angehörige in der Praxis wissen müssen
    Die Folge macht deutlich, wie viele organisatorische Fragen nach einer Inhaftierung sofort auf Angehörige zukommen: Wo ist die inhaftierte Person untergebracht? Wie funktioniert ein Haftkonto? Wer beantragt einen Besuchsschein oder Dauersprechschein? Welche Regeln gelten für Haftbesuch, Telefonate, Wäsche und Geldbeträge? Frau N. berichtet, dass viele Informationen im Internet veraltet oder schwer verständlich seien und dass jede JVA eigene Abläufe haben kann. Gerade deshalb sind Austausch, Selbsthilfe und niedrigschwellige Angebote wie dieser Podcast für Angehörige von Inhaftierten so wichtig.
    Erwähnte Bücher, Veranstaltungen und Anlaufstellen
    1. Buch: Das Leben nach der Straftat eines Kindes. Im Schatten der Schuld von Claudia Terporten. Das Buch versammelt Perspektiven von Eltern straffällig gewordener Kinder und wurde in der Folge als hilfreich und bewegend beschrieben.

    2. Fachveranstaltung: Wenn Familien mitverurteilt werden, eine Veranstaltung der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin zum Thema Angehörige von Straffälligen zwischen Schuld, Verantwortung und gesellschaftlichem Urteil.

    3. Selbsthilfe in Berlin: Frau N. berichtet von einer entstehenden Selbsthilfegruppe für Angehörige von Inhaftierten in Berlin. Interessierte aus dem Raum Berlin können sich über den Podcast beziehungsweise den SKM Freiburg melden, damit ein Kontakt hergestellt werden kann.

    Afficher plus Afficher moins
    36 min
adbl_web_anon_alc_button_suppression_t1
Aucun commentaire pour le moment