Couverture de Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

De : SKM Freiburg
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À propos de ce contenu audio

"Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über ihre Erlebnisse sprechen. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.SKM Freiburg Sciences sociales
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    Épisodes
    • Folge 8: Der Vater meiner Tochter in Haft – Eine Mutter erzählt
      Dec 31 2025

      Ich kann nichts dafür – warum sollte ich mich schämen?"

      Frau B. berichtet, wie sie schon Jahre vor der Inhaftierung als alleinerziehende Mutter zwei Kinder großgezogen hat und dennoch den Kontakt zwischen Tochter und Vater konsequent gefördert hat. Obwohl die Paarbeziehung längst beendet war, war ihr wichtig, dass die Tochter „ihren Papa lieben darf". Sie beschreibt den Moment, als sie von der Inhaftierung erfuhr, die schweren ersten Tage zu Hause auf dem Sofa mit ihrer völlig aufgewühlten Tochter und warum für sie von Anfang an klar war: Es wird nichts erfunden, es gibt keine Ausreden, keine Schein-Geschichten. Haft, Gefängnis und Tat werden benannt – altersgerecht, aber ehrlich. Parallel dazu ringt sie mit eigener Wut: darüber, dass der Vater seiner Verantwortung gegenüber Partnerin und Kindern nicht gerecht wurde und „nichts an seinem Lebensstil geändert" hat.

      Zwischen Wut, Verantwortung und Ehrlichkeit: Wie eine Mutter die Haft des Ex-Partners mit ihrer Tochter bewältigt

      Wie geht man als Mutter damit um, wenn der Vater des eigenen Kindes im Gefängnis landet – und man selbst trotzdem Brücke und Halt für das Kind bleibt? In dieser Folge von „Mitbestraft – im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" erzählt Frau B., wie sie ihre Tochter durch die Inhaftierung des Vaters begleitet hat. Es geht um die besondere Belastung von Angehörigen, um Scham, Wut und Loyalitätskonflikte, um offene Kommunikation mit Kindern über Haft und Kriminalität und um das, was sie heute als wichtigste Ressource sieht: Selbstfürsorge und Klarheit in der eigenen Verantwortung.

      Offene Worte statt Lügenmärchen – wie Kinder Wahrheit aushalten können

      Zentral in diesem Gespräch ist der Umgang mit der Frage: Sagt man Kindern, dass der Vater im Gefängnis ist? Frau B. schildert, warum sie sich bewusst gegen Vertuschen und „Auslands-Storys" entschieden hat und wie sehr sie ihrer damals elfjährigen Tochter vertraut hat. Sie beschreibt, wie ihre Tochter zunächst vorsichtig mit Freundinnen umging, nach und nach aber selbst offen über die Inhaftierung sprach – ein Prozess, der auch durch den ehrlichen Umgang in der Familie und gegenüber der Schule (bis hin zu Freistellungen für Besuche) möglich wurde. Gleichzeitig wird deutlich, welche emotionalen Spuren U-Haft hinterlässt, wenn sich Vater und Kind nur hinter Glas sehen können und körperliche Nähe fehlt.

      Es ist nicht meine Schuld" – Wichtige Sätze für Angehörige

      Im Rückblick formuliert Frau B. klare Botschaften für andere Angehörige von Inhaftierten. Sie beschreibt, wie sie sich zeitweise schuldig fühlte („Wenn ich nicht auf dieses Wochenende bestanden hätte..."), und wie wichtig es war, sich innerlich davon zu lösen: Verantwortung für die Straftat liegt allein beim Inhaftierten. Sie betont, wie entscheidend Selbstfürsorge ist, um nicht völlig auszubrennen: eigene Bedürfnisse wahrnehmen, Grenzen setzen, sich nicht in die Verantwortung für die Tat hineinziehen zu lassen. Neben der emotionalen Belastung spricht sie auch über finanzielle Folgen der Inhaftierung, Spannungen in der Pubertät der Tochter, Rollenwechsel und Ablösungsprozesse – und darüber, dass eine enge Mutter-Tochter-Beziehung durch Ehrlichkeit zwar konfliktreich, aber auch tragfähig bleiben kann.

      Für alle, die mehr Unterstützung brauchen

      Im Gespräch wird auf verschiedene Unterstützungsangebote für Angehörige von Inhaftierten hingewiesen, die in den Shownotes der Podcastreihe näher verlinkt werden:

      - Spezialisierte Beratungsstellen für Angehörige von Inhaftierten (z. B. Straffälligenhilfe des SKM Freiburg: https://www.skm-freiburg.de)

      - Online-Beratungs- und Chatangebote für Angehörige:

      https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/straffaelligkeit/start

      - https://www.juki-online.de/

      - https://www.knastforum.de/

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      33 min
    • Folge 7: Auszeit für Kinder von Inhaftierten - die Ferienfreizeit des SKM
      Nov 26 2025

      Ferien vom Gefängnisalltag: Wie Kinder von Inhaftierten in der Freizeit aufblühen

      Mitten im Schwarzwald, ohne Handyempfang, dafür mit Kuhweiden, Lagerfeuer und viel Lachen: In dieser Folge von „Mitbestraft – im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" spricht Monika Fröwis mit Ramon vom SKM Bruchsal über die Ferienfreizeit für Kinder von Inhaftierten.

      Seit fast 20 Jahren bietet diese Ferienfreizeit Kindern aus belasteten Familiensituationen eine Woche Auszeit, Abenteuer und Gemeinschaft – kostenlos, gut betreut und fernab von Stigma und Scham. Es geht um Beziehungsarbeit, Freundschaften, kreative Werkstätten, um Heimweh und Vertrauen, um die Rolle der Straffälligenhilfe und darum, wie wichtig solche stabilen, wiederkehrenden Angebote für Kinder aus Familien mit Haft-Hintergrund sind. Familien, die einen Bezug zu einer JVA oder zum SKM haben, sind ausdrücklich eingeladen, ihre Kinder anzumelden.

      Ramon – vom Zeltlagerkind zum Herz der Kinderfreizeit

      Ramon arbeitet in der Straffälligenhilfe des SKM Bruchsal und organisiert inzwischen maßgeblich die Kinderfreizeit, die von seiner Vorgesetzten Petra Schaab ins Leben gerufen wurde. Geprägt durch eigene Erfahrungen in Jugend- und Zeltlagern, ist ihm die Ferienfreizeit zur echten Herzensangelegenheit geworden. Er koordiniert die Anmeldungen, hält Kontakt zu Familien aus Bruchsal, Freiburg, Mannheim und Offenburg, plant Programm und Betreuungsteam und begleitet die Kinder vor Ort. Besonders berührt ihn, wie Kinder, die mit sieben oder acht Jahren starten, über Jahre immer wiederkommen, später als Hilfsbetreuer*innen mitfahren und so ihren Weg in Richtung sozialem Engagement finden.

      Mehr als Basteln: Angebote, Aktivitäten und der Wert von Erfolgserlebnissen

      Über viele Jahre war die Kinderfreizeit durch die Kinderlandstiftung gefördert und daher stark handwerklich geprägt. Entstanden ist ein vielseitiges Programm mit Nähwerkstatt, Holzbau, Schmuckwerkstatt, Speckstein und Batiken. Kinder nähen Kissen, Turnbeutel oder riesige Kuscheltiere, bauen Vogelhäuser, schleifen Steine oder gestalten eigene Projekte – bis hin zur selbstgenähten Stoff Toilette. Ramon betont, wie wertvoll diese Erfolgserlebnisse für Kinder sind, die im Alltag oft wenig Anerkennung erfahren. Daneben sorgen Outdoor-Pädagog*innen für Kletteraktionen im Wald, Seilbahnen und eine heiß umkämpfte „Bogenschieß-Weltmeisterschaft", bei der jedes Kind für ein selbst gewähltes Land antritt. Der Tagesablauf verbindet Struktur und Freiheit: vormittags Werkstätten oder Programm, nachmittags Aktionen, abends gemeinsame Rituale. Die Kinder helfen beim Kochen, Abwasch und Aufräumen – „wie auf einem großen Familienausflug" – und lernen nebenbei Verantwortung und Alltagskompetenzen.

      So können Familien ihr Kind anmelden und weitere Infos finden:

      Ansprechpartner ist der SKM Bruchsal, e-mail: ramon.heinzler@skm-bruchsal.de Familien können sich direkt dort melden oder über ihren örtlichen SKM (z.B. Freiburg, Mannheim, Offenburg).

      Es gibt ein erstes Kennenlerngespräch, in dem Abläufe, Besonderheiten, Allergien und Medikamentengabe besprochen werden.

      Die Freizeit findet jeweils im August statt (Termin 2026:17.–24. August, Montag bis Montag).

      Die Teilnahme ist für die Kinder kostenlos; Eltern tragen nur das Taschengeld (ca. 10 Euro) und die An- und Abreise zum gemeinsamen Bus.

      Kontakt zum Podcast: per E-Mail an die im Abspann genannte Adresse podcast@skm-freiburg.de um Fragen zu stellen oder an Ramon weitervermittelt zu werden.

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      47 min
    • Folge 6: Strafe muss sein! - Muss Strafe sein?
      Oct 13 2025

      Kurze Zusammenfassung der Podcast-Folge

      In dieser Folge begrüßen wir Humberto, einen ehrenamtlichen Mitarbeiter unserer Straffälligenhilfe und Juristen mit Schwerpunkt Strafrecht. Gemeinsam sprechen wir über die verschiedenen Dimensionen von Strafe, deren Entwicklung im historischen und internationalen Vergleich sowie die oft unsichtbaren Folgen für die Angehörigen von Inhaftierten.

      Beschreibung des Gastes

      Humberto stammt ursprünglich aus Kolumbien, hat dort Rechtswissenschaften studiert und sich schon früh auf das Strafrecht spezialisiert. Nach einem Jahr in der kolumbianischen Justiz wechselte er für ein Masterstudium nach Deutschland. Derzeit promoviert er zum Thema Strafmaß in Deutschland, engagiert sich ehrenamtlich beim SKM Freiburg und bringt durch seine internationale Perspektive spannende Einblicke in die Diskussion um Strafe und Resozialisierung.

      Die wichtigsten Themen der Folge

      Strafe im Wandel der Zeit: Wir beleuchten, dass Strafe historisch und kulturell sehr unterschiedlich verstanden und ausgestaltet wurde. Die gängigen Freiheits- und Geldstrafen sind vor allem im westlichen Raum und in der Moderne verbreitet.

      Westlicher versus lateinamerikanischer Strafvollzug: Humberto erklärt die Unterschiede zwischen dem deutschen und kolumbianischen System. Während auf dem Papier vieles ähnlich geregelt ist, gibt es in der Praxis – etwa bei der Höhe des Strafmaßes und den Haftbedingungen – gravierende Abweichungen.

      Rolle der Angehörigen – Mitbestrafung: in zentrales Thema unseres Podcasts: Welche Auswirkungen hat Inhaftierung auf das Umfeld des Täters, insbesondere auf Familienangehörige und Kinder? Humberto schildert seine Erfahrungen, die er bei der Betreuung der Kinder macht und wie sich sein Blick auf das Thema Strafe erweitert hat.

      Resozialisierung und Sinn der Strafe: Wir diskutieren, wie sich der Gedanke der Resozialisierung erst relativ spät herausgebildet hat und warum eine humane Perspektive in der Justiz wichtig ist. Themen wie Abschreckung, zweite Chancen und gesellschaftlicher Umgang mit Straffälligen werden kritisch beleuchtet.

      Der Ermessensspielraum von Richtern: Humberto erläutert, wie im deutschen, aber auch im kolumbianischen Strafrecht das genaue Strafmaß oftmals im Ermessen des Richters liegt – und wie dies zu unterschiedlichen Urteilen führen kann.
      Prägnante Zitate aus dem Podcast

      „Die Angehörigen sind definitiv mitbestraft."
      „Das, was wir heute unter Strafe verstehen, ist historisch betrachtet eine Besonderheit."
      „In Kolumbien sind die Gefängnisse überfüllt – echte Resozialisierung ist dort kaum möglich."
      „Eine Strafe ist für mich kein endgültiges Urteil über eine Person."
      „Kinder sind trotz dieser schwierigen Situation einfach Kinder – voller Lebensfreude."
      Im Podcast angesprochene Links und Webseiten
      SKM Freiburg - Straffälligenhilfe: https://www.skm-freiburg.de
      Kontakt per E-Mail:podcast@skm-freiburg.de
      Infos zur JVA Freiburg: https://www.jva-freiburg.de
      Über den Podcast
      Im Podcast „Mitbestraft – Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" sprechen wir über die Auswirkungen der Inhaftierung auf Familien, Partner*innen und Kinder. Wir geben Raum für persönliche Erfahrungen, stellen Hilfsangebote vor und diskutieren gesellschaftliche Hintergründe. Unser Ziel ist es, Betroffene zu vernetzen, Verständnis zu schaffen und auch die juristischen und sozialen Fragen rund ums Thema „Mitbestraft sein" zu beleuchten.

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      30 min
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