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    Épisodes
    • Die Diskussion: Trevanian, Collins, Osman
      Jan 11 2026

      3 Werke, 3 Empfehlungen! Kann das neue Jahr besser beginnen? Wir lobpreisen diesmal “Shibumi” von Trevanian, “So ist das nie passiert” von Sarah Easter Collings und die 5. Folge des Thursday Murder Clubs: “The Impossible Fortune” von Richard Osman.

      Wegen eines technischen SNAFUs ist die Qualität leicht eingeschränkt, wir machen das beim nächsten mal wieder besser. Sorry!



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      35 min
    • Richard Osman: The Impossible Fortune
      Jan 4 2026
      Liebe Leserinnen und Leser,kann unsere kleine Nischenradiosendung - die sich mit Produkten für einen doch größeren Markt, nämlich den der Literatur beschäftigt - eine kleine edgy Show sein, wenn sie schamlos Bestseller anpreist?Kann sie, aber nicht heute. Denn wir kommen gleich zu Beginn zum Urteil eines Wohlfühlbuches: der 5. Band der Whodunit-Reihe des Thursday Murder Clubs, im Original “The Impossible Fortune” ist eine große Empfehlung, deren Bestsellertum nicht hoch genug gewürdigt werden kann, schafft es doch Tausendsassa und Autor Richard Osman, neben einer spannenden Whodunit Story komplexere Charaktere zu erschaffen, deren Wertesystem manchmal überraschend konträr zu den aktuellen gesellschaftlichen Annahmen existiert und auch noch die komplexen Fragen des menschlichen Lebens nicht nur zu stellen, sondern auch Antworten zu finden. So. Hier sollten alle erstmal das Buch lesen, denn nun gibt es auch Spoiler und besonders ein Krimi lebt davon, überraschend zu sein (wenn er denn gut genug ist, ohne allzu unglaubwürdig - sprich hanebüchen - zu sein). Also: Spoileralert!Los geht’s: The Impossible Fortune, im Deutschen irgendwie holprig “Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code”. Da wollen wir aber nicht meckern, denn die ersten 4 Titel der Reihe wurden geradezu mustergültig übersetzt:1. The Thursday Murder Club - Der Donnerstagsmordclub2. The Man Who Died Twice - Der Mann, der zweimal starb3. The Bullet That Missed - Die Kugel, die daneben ging4. The Last Devil to Die - Der letzte Teufel stirbtEditorisch möchte ich aber kurz anmerken, dass ein Code nicht “unlösbar” ist. Vielleicht ist er nicht bekannt, d.h. es fehlen Informationen, aber unlösbar? Na ja.Besonders schön bei allen Serien* ist das Wiedertreffen bekannter Charaktere, die man sehr mag oder eben nicht, in allem lässt sich Genuss finden, aber das Gehirn giert nach Bekanntem, und so tauchen sie wieder auf: Die Protagonisten des Thursday Murder Clubs: Elisabeth Best, Ex-Geheimdienstmitarbeiterin, die ehemalige Krankenschwester Joyce Meadowcroft, Ex-Gewerkschaftsführer Ron Ritchie und der Psychiater Dr. Ibrahim Arif. Diese leben in der gehobenen Seniorenresidenz in Coopers Chase in einem fiktionalen Dorf und lösen Mordfälle. Ursprünglich wollten sie alte, ungelöste, sogenannte Cold Cases aufklären, beschäftigen sich aber dann - einer Mischung aus Neugierde, Impertinenz und Lebenserfahrung geschuldet - mit aktuellen Morden.Wer bis hierhin gelesen hat, ohne “The Impossible Fortune” zu lesen, muss ab jetzt mit Spoilern leben. Also: Der Thursday Murder Club hatte bisher ein eher ruhiges Jahr. Das ist nicht besonders verwunderlich, denn Autor Richard Osman begann im letzten Jahr eine weitere Serie. Dazu kommt, dass im fiktiven Thursday Murder Club Imperium Elisabeth, als Ex-Spionin eine der Treiberinnen des Clubs, ihren geliebten Ehemann Stephen verlor (Altersdemenz) und tief in ihrer Trauer lebte.Die Bücher dieser Reihe werden immer aus 2 Perspektiven erzählt. Neben der des Autors und einer sich daraus ergebenden allwissenden Draufsicht lesen wir gelegentlich Tagebuchaufzeichnungen von Joyce. Diese sind besonders interessant, zeigen sie uns doch klarer, welche Informationen dem Quartett der Rentnerdetektive eventuell noch gar nicht vorliegen, schenken aber auch reizvolle Interpretationen von Joyce, die uns daran erinnern, dass jede*r die Welt mit anderen Augen sieht. Eine der wundervollsten Fähigkeiten von Richard Osman ist es, mit liebevollen Augen auf die von ihm geschaffenen Personen zu schauen. Dabei sind diese im ersten Moment oft kurz holzschnittartig und prototypisch, wozu sicher ihre meist kurzen Nachnamen beitragen (Best, Ritchie, Lloyd, Johnson, Townes), nach und nach werden weitere Facetten sichtbar.Beginn des Plots ist die von Joyce seit Jahrzehnten ersehnte Hochzeit ihrer nicht mehr ganz jungen Tochter Joanna, die den im vorliegenden Werk neu eingeführten Gatten Paul (Brett) ehelichen wird. Die (Selbst)beschreibung von Joyces Erwartungen und sich daraus ergebenden Konflikte auf dem Weg zur Trauung, die denen ihrer Tochter fasst komplett diametral gegenüberstehen, sind schreiend komisch, aber auch von viel Wärme und Liebe geprägt. Durch Paul und seinen Freundeskreis ergeben sich für den Thursday Murder Club neue Herausforderungen.Zunächst einmal müssen alle nach der Hochzeitsfeier mit den Nachwirkungen klarkommen. Das fällt einigen sehr leicht (auf Schnaps verzichtet, Aspirin vom Schlafengehen mit einem großen Glas Wasser), einigen schwerer und einige sterben fast. Die Seiten, auf denen Richard Osman den Ex-Gewerkschafter Ron auf seine körperlich harten Auseinandersetzungen mit der Polizei während der Zeit der großen Bergarbeiterstreiks in Großbritannien zurückblicken lässt und das dann im Vergleich zum aktuellen Kater als unverhältnismäßig leicht abtut, gehören ohne Zweifel zur Kategorie “große Literatur”.Außerdem geht es um Autobomben, Geldanlagen, Cold ...
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      9 min
    • Sarah Easter Collins - So ist das nie passiert
      Dec 29 2025
      „Ich grüble über all die kleinen Dinge nach, die uns aufbauen und zerstören, all die Kleinigkeiten, die wir verbergen und enthüllen, vergessen und vergeben möchten. Dass wir alle verborgene Geschichten mit uns herumtragen, zu denen wir ständig zurückkehren, Dinge, die uns hochfliegen oder langsam herunterkommen lassen. Ich denke über das Leben nach, das ich gelebt habe, und über all die Dinge, die ich weiß.[...]“ (S. 382) So lässt Sarah Easter Collins ihre Protagonistin Robyn in ihrem Roman So ist das nie passiert ihre Gedanken formulieren und es ist gleichzeitig ein Rückblick auf ihr Leben, der ebenso die Frage aufwirft, was wir wirklich wissen und wie fehlerhaft Erinnerungen sein können; ein Thema welches sich durch den gesamten Roman zieht und tragend für den Verlauf der Handlung sein wird.Ausgangspunkt des Romans, der 2024 im Heyne Verlag erschien und im Original den Titel Things don`t break on their own trägt, ist ein Abendessen. Zugegen sind die Protagonistin Robyn und deren Frau Cat, die auch gleichzeitig die Gastgeberinnen sind. Außerdem Robyns Bruder Michael und dessen Freundin Liv, Robyns gute Freundin Willa und deren Freund Jamie sowie Cats Bruder Nate und dessen Freundin Claudette. Dabei spielen vor allem Robyn und Willa eine zentrale Rolle und aus ihren Blickwinkeln wird auch der Roman kapitelweise erzählt. Besonders dramatisch ist dabei vor allem Willas Geschichte, denn ihre Schwester Laika verschwand, als sie noch ein Teenager war und wird zum Zeitpunkt des Dinners, an dem die Geschichte einsetzt, bereits seit über 20 Jahren vermisst. Neben der Tatsache, dass Willa die Hoffnung, ihre Schwester zu finden, nie aufgegeben hat, was ihr Leben in erheblichem Maß bestimmt hat, kommt an diesem Abend noch hinzu, dass sie in Claudette, der Freundin von Cats Bruder, plötzlich ihre lange verschollene Schwester zu erkennen glaubt. An diesem Punkt setzen die Erinnerungen und Rückblicke auf die Geschehnisse, die bis zu diesem Punkt reichen bzw. geführt haben ein und werden kapitelweise abwechselnd von den Protagonistinnen erinnert, wodurch sich für die Leserin nach und nach ein sehr differenziertes und unerwartetes Bild ergibt.Robyns und Willas gemeinsame Geschichte beginnt im Internat, auf welches Willa kurz nach dem Verschwinden ihrer Schwester von den Eltern geschickt wird. Die Elternhäuser der beiden Mädchen könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Robyn in einem liebevollen Haushalt aufwächst, in dem viel miteinander gesprochen, agiert und diskutiert wird, in dem es gegenseitige Wertschätzung und Respekt gibt und den man landläufig wohl als liebevoll bezeichnen würde, erfährt Willa in ihrem zu Hause vor allem Unterdrückung, Aggressionen und Gewalt durch den Vater, wobei sich dessen physische Gewalt nicht an Willa selbst, sondern deren Mutter und Schwester entlädt. Es ist ein zu Hause der Abhängigkeiten und des Machtmissbrauchs, in der die Mutter Bianka, versucht ihre Töchter zu schützen und in dem der Verlust der Tochter und Schwester kaum zu verarbeiten ist. Das unterschiedliche Aufwachsen der Mädchen ist auch ein wichtiger Grund, warum sie letztlich zueinander finden und nicht nur eine tiefe Zuneigung und Freundschaft, sondern auch Liebe füreinander empfinden, denn die ausgeglichene Robyn kann Willa die Geborgenheit und Ruhe schenken, die sie in ihrem eigenen zu Hause kaum erhält und findet gleichfalls in Robyns Familie eine Art Ersatzfamilie, die sie liebevoll aufnimmt. Umso tragischer ist es, dass es zwischen Willa und Robyn kurz vor Ende ihres Abschlusses am Internat zu einem Bruch kommt, der vor allem Willas Verhalten zuzuschreiben ist und zwar später wieder aufgelöst werden kann, anhand dessen Sarah Easter Collins aber ebenfalls aufzeigt, wie sehr ihr Handeln von ihrem großen Verlust beeinträchtigt wird. Ein weiteres Beispiel für die zentralen Dynamiken inklusive Machtverhältnisse und Beziehungen im Roman beschreibt Collins anhand der Partnerschaft, die Willa mit ihrem Freund Nate führt. Zunächst liebevoll und zugewandt, wandelt sich dies unter dem Einfluss von Willas Vater, der Nate regelrecht für sich beansprucht, ins komplette Gegenteil, wobei es Willa lange Zeit nicht gelingt, angemessen auf dieses Verhalten zu reagieren bzw. sich daraus zu lösen.Zentrales Motiv des Romans ist, neben dem traumatischen Verlust und den Auswirkungen innerhalb der Familie, aber auch die Frage danach, wie wir Dinge erinnern und wie trügerisch Erinnerungen sein können. Es ist bekannt, dass Erinnerungen vom Gehirn jedes Mal neu rekonstruiert werden und nicht wie eine Art Video ablaufen, dabei werden aber auch Lücken einfach mit Informationen aufgefüllt, die plausibel erscheinen und nicht real sind bzw. erlebt worden sein müssen. Vor allem starke Emotionen können dazu führen, dass Erinnerungslücken falsch aufgefüllt werden und sich durch häufiges Erzählen verfestigen. Die eingangs erwähnte Dinnerparty zu welcher sich Freunde und Familie ...
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      7 min
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