Épisodes

  • Einer wie wir
    May 10 2026

    Der Arzt und Missionar John White († 11. Mai 2002) erzählt:

    Als Medizinstudent hatte ich einmal eine Lehrveranstaltung über Geschlechtskrankheiten versäumt. Um mir das Vorlesungsmanuskript abzuholen, musste ich deshalb abends ganz allein zur Klinik für Geschlechtskrankheiten gehen – zu einer Zeit, zu der dort normalerweise keine Studenten waren.

    Als ich das Gebäude betrat, kam ein mir unbekannter Pfleger auf mich zu. Eine Reihe von Männern wartete auf Behandlung. »Ich möchte gern zum Arzt«, sagte ich. »Das möchte hier jeder. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind«, antwortete er. »Sie verstehen mich falsch«, sagte ich. »Ich bin nämlich Medizinstudent und möchte deshalb zum Professor.« – »Das ist unerheblich«, sagte der Pfleger. »Sie sind durch denselben Eingang wie alle anderen gekommen. Warten Sie, bis Sie an der Reihe sind.«

    Schließlich konnte ich ihm doch klarmachen, wozu ich gekommen war. Aber ich werde nie mein tiefes Schamgefühl vergessen, das mich daran hinderte, mich in eine Reihe mit Geschlechtskranken zu stellen.

    Jesus dagegen ließ sich nicht von Schamgefühlen abhalten, als er sich am Jordan in eine lange Reihe von Sündern stellte (siehe Tagesvers). Er identifizierte sich mit uns allen, als er auf seine Taufe wartete. Der moralische Graben, der ihn und uns voneinander trennte, war viel größer als der, den John White von den Männern in der Klinik trennte. Überdies war Johns Abneigung gegen Geschlechtskrankheiten nichts gegen die Abscheu Jesu vor der Sünde. Trotzdem war Jesus gekommen, um genau dieses Problem für uns zu lösen: Er überbrückte den tiefen Graben, der uns von Gott trennte. Er trat in unsere Reihen, nahm uns an und blieb doch rein. Er identifizierte sich mit denen, die er retten wollte.

    Andreas Fett

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  • Durch die Blume hindurch
    May 9 2026

    Egal, ob zum heutigen Muttertag, zum Valentinstag, Geburtstag, Hochzeitstag, zu einer bestandenen Prüfung oder einfach so: Über einen großen, herrlich bunten Blumenstrauß freut man sich immer. In einer Vase gekonnt arrangiert, verschönert er die Wohnung tagelang, erfreut uns mit seinem frischen Duft und zaubert ein Lächeln in jedes Gesicht.

    Aber jedem ist klar, dass so ein Strauß leider nicht lange hält. Tatsächlich verbleiben der Blumenpracht von der Ernte bis zum Kunden nur wenige Tage, bevor der Zerfall beginnt. Schließlich muss auch der schönste Strauß in der Biotonne entsorgt werden. War die frisch geerntete Blume dem Frost ausgesetzt, ist die Freude manchmal schon am Folgetag vorbei. Wie schade!

    So, wie die Blütezeit einer Blume schnell vergeht und sie schon nach wenigen Tagen verwelkt, ist auch unser Leben nur von kurzer Dauer. Jeder Mensch wird eines Tages sterben, auch wenn er sich heute noch seiner blühenden Jugend und frischen Kraft erfreut. Doch entgegen der Annahme, nach dem Tod sei alles vorbei, sagt uns die Bibel etwas anderes. In Hebräer 9,27 heißt es: »Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.« Jeder Mensch wird sich also nach seinem Tod vor dem lebendigen Gott verantworten müssen. Was dann passiert, hängt von der Entscheidung ab, die wir zu Lebzeiten getroffen haben. Haben wir Jesus Christus als unseren persönlichen Retter angenommen, leben wir nach dem Tod in seiner Herrlichkeit weiter. Haben wir ihn abgelehnt, erwartet uns nach dem Gericht die ewige Trennung von Gott.

    Unser Erdenleben ist, wie ein Blumenstrauß, nur von kurzer Dauer. Doch in dieser von Gott geschenkten Zeit haben wir die Möglichkeit, diese wichtige Entscheidung zu treffen und die Weiche selbst zu stellen.

    Jennifer Glaubitz

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  • Tod-sicher?
    May 8 2026

    »Denkst du, heute wird´s regnen?« – »Todsicher!« »Todsicher« bedeutet »definitiv, ganz bestimmt, gewiss, absolut, fraglos, hundertpro, worauf du dich verlassen kannst!« Dieser Ausdruck ist nicht mehr steigerungsfähig. Denn es gibt nichts, das sicherer wäre als der Tod. Er kommt in jedem Fall für jeden! Man kann den Tod wegschieben, ihn ignorieren oder sich darüber lustig machen – doch er kommt unausweichlich. Wie geht man nun mit dem Tod um?

    Oft wirft man den Christen vor, mit dem Tod und dem, was danach kommt, zu drohen. Allerdings hat die Christenheit den Tod nicht erfunden. Es gab ihn schon vorher! Aber Christen haben die Lösung. Denn als Jesus Christus auf diese Erde gekommen ist, hat er bewiesen, dass er die Macht über den Tod hat.

    Die Begebenheit, aus der der Tagesvers stammt, belegt dies eindrücklich. Ein Mann, Lazarus, war bereits seit vier Tagen tot und begraben. Sein Tod war für alle unbestreitbar. Da tritt Jesus herzu und fordert die Trauernden auf, das Grab zu öffnen. Entsetzen! »Herr, er stinkt schon!« Der Tod hatte längst seinen Sieg davon getragen. Doch der Sohn Gottes ruft in das stille Grab hinein, und auf die Macht seines göttlichen Wortes humpelt eine in Leichentücher gewickelte Gestalt aus dem Grab heraus. Der Tote lebt! Jesus Christus nimmt dem Tod seine unerbittliche Macht. Der Tod ist nicht mehr sicher! Es gibt einen Stärkeren. Und der, der hier seine Macht demonstriert, sagt jedem Menschen zu, der an ihn glaubt: »Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch stirbt, und wer da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben!« (Johannes 11,25-26).

    Unser irdisches Leben bleibt zwar seinem physischen Ende unterworfen, aber Jesus hat das Tor zu unvergänglichem Leben aufgestoßen.

    Markus Majonica

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  • Man kann Gott nichts vormachen
    May 7 2026

    Als die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Orte wie Auschwitz, Bergen-Belsen oder Buchenwald befreiten, stießen sie auf eine Hölle, die viele nie für möglich gehalten hatten. Soldaten, Kriegsberichterstatter und Mediziner, die als Erste die Lager betraten, sahen die schlimmsten Abgründe der Menschheit: fast verhungerte Überlebende, Leichenberge, die unfassbare Grausamkeit offenbarten.

    Besonders bekannt ist die Reaktion von Dwight D. Eisenhower, der nach der Befreiung von Ohrdruf zutiefst erschüttert war. Er befahl, die Gräuel zu dokumentieren, und zwang deutsche Zivilisten und Offiziere, die Lager zu besichtigen, um ihnen die grausame Realität ihres Regimes unmissverständlich vor Augen zu führen.

    So eine Situation erlebte auch der Prophet Hesekiel, als Gott ihm in einer Vision die tiefste Verderbnis seines Volkes offenbarte (Hesekiel 8) – einen Götzendienst, durchtränkt von ritueller Perversion, moralischem Verfall und schamloser Rebellion gegen den heiligen Gott. So ist es auch heute: Nach außen wird ein Stück weit der Schein gewahrt, aber im tiefsten Inneren des Herzens geschieht auf übelste Weise Abgötterei – mit schlimmen Folgen.

    Wie ermutigend ist es zu wissen, dass Jesus diese Abgründe bereits kennt, dass es nichts in unserem Leben gibt, das ihn abschrecken würde. Er kennt unsere dunkelsten Gedanken, unsere vernarbten Vergangenheiten, unsere geheimen Kammern des Götzendienstes, die niemand sieht. Jesus blickt täglich durch das Schlüsselloch unserer Seele und erschrickt nicht. Im Gegenteil, er bietet uns Vergebung und einen Neuanfang an. Timothy Keller sagte: »Das Evangelium lautet: Wir sind sündiger und fehlerhafter, als wir zu glauben wagten, und doch in Christus mehr geliebt und angenommen, als wir es je hofften.«

    Simon Pauls

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  • Der Schaukelstuhl
    May 6 2026

    Corrie ten Boom, eine Christin, sagte den Satz: »Sorgen sind wie ein Schaukelstuhl: Sie halten uns in Bewegung, bringen uns aber kein Stück vorwärts.« Wie viel Wahrheit steckt doch in diesem Satz, oder? Ich persönlich muss mir genau in diesem Moment eingestehen, dass ich gerade in einem solchen Schaukelstuhl sitze. Da ist die Sache mit dem Hausumbau, die fehlende Zeit für die Kinder, die Probleme mit dem Auto, die Sorge um das Geld und diese vielen Termine. Wie soll das alles nur werden, wie kann ich jedem gerecht werden, und wie kann ich das alles nur schaffen?

    Häufig versuche ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, und nutze nicht das Angebot Gottes, das im Tagesvers steht. Wäre da nur nicht mein Stolz, der mir ab und an im Weg steht. Nun lege ich den Laptop zur Seite und bete. Das ist ein großes Privileg, dass ich Gott meine Sorgen bringen darf.

    Und was ist mit Ihnen? Vielleicht haben Sie Gott gar nicht in Ihr Leben einbezogen. Vielleicht sind Sie es gewohnt, mit allem selbst fertigwerden zu müssen. Das mag auch meistens gelingen. Aber auf keinen Fall dann, wenn es um Krankheit oder Tod geht. Dem sind wir hoffnungslos ausgeliefert. Spätestens dann wissen wir, dass wir jemanden brauchen, dass wir Gott brauchen. Die meisten Menschen neigen dazu, Gott nur in Nöten und schweren Phasen anzurufen, und in guten Zeiten vergessen sie ihn dann. Sie verpassen die Chance, ihn in guten Lebensphasen als Wegbegleiter und Helfer zu erleben. Gott ist unfassbar geduldig und gnädig mit uns Menschen, weil er immer bereit ist, uns anzunehmen – wenn wir im Gebet zu ihm kommen. Denn er ist interessiert an unserem Leben. Wenn Sorgen in Ihnen hochkommen, dürfen Sie diese auf ihn werfen – auch die Sorge vor Krankheit, Sterben und Tod.

    Gabriel Herbert

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  • Loslassen ist so schwer
    May 5 2026

    Nach Feierabend wollte ich noch eine gute Flasche Wein für einen gemütlichen Abend kaufen. Also ging ich in den Rotweinkeller um die Ecke. – Da stand er: mein Kollege aus der Produktion. Mit einem vollen Glas schweren Rotweins in der Hand sah er aus wie das heulende Elend. Eigentlich wollte ich ja nach Hause, aber ich musste ihn einfach fragen, was ihn so beschwerte. Als er bemerkte, dass ich mich wirklich für ihn interessierte, brach er fast zusammen. Ich wusste, dass seine Frau eine Krebsdiagnose erhalten hatte. Er hatte mir erzählt, dass jeder Tag ihr letzter sein konnte, aber dass er nicht in der Lage war, sie gehen zu lassen.

    Aus verschiedenen Gesprächen in den vergangenen Jahren wusste ich auch, dass er und seine Frau gläubige Christen waren. Um unser Gespräch nicht in der Öffentlichkeit fortzusetzen, setzten wir uns erst einmal in mein Auto. Hier kam der ganze Schmerz aus ihm heraus, und er weinte bitterlich. Dann sprachen wir über das Erlösungswerk Jesu, über die Wohnungen, die er für uns im Himmel bereitet, und über das ewige Leben, das er uns schenkt. Danach beteten wir lange und sagten dem Herrn Jesus alles, was so bedrückend und schwer war. Nun war mein Kollege bereit, die ganze Situation in Gottes Hände zu legen. Als wir geendet hatten, waren seine Tränen getrocknet, und er ging zuversichtlich zu seiner Frau ins Krankenhaus.

    Am nächsten Tages traf ich ihn im Hof und fragte, wie es ihm heute gehe. Mit einem traurigen und doch gefassten Gesichtsausdruck erklärte er mir: »Ich habe ihr gesagt, dass ich Frieden habe, sie loszulassen. Heute Morgen um 4 Uhr ist sie dann gegangen.«

    Der Glaube an Jesus und ein Leben nach dem Tod verhindert nicht Schmerz und Traurigkeit. Aber er öffnet den Blick für die Ewigkeit.

    Bernd Grünewald

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  • Ein Hoch auf das Leben
    May 4 2026

    Auch nach fast 22 Jahren ist mir noch das Gefühl präsent, wie ich zum ersten Mal unseren kleinen Sohn gesehen habe. Plötzlich verschaffte sich ein eigenständiges Geschöpf Gehör. In der Theorie hätte ich das zwar schon vorher beschreiben können, aber es zu erleben, veränderte meine Sicht auf den unendlichen Wert des Lebens.

    Der kleine Körper des Menschen ist gemessen am Universum nur ein winziges Stäubchen. Einerseits leicht zerbrechlich, sind wir andererseits etwas Großartiges. Blaise Pascal, ein führender Denker im 17. Jahrhundert, formulierte in seinen Pensées (= Gedanken) viele Erkenntnisse zum Menschsein, mit denen er seinen persönlichen Glauben an Jesus Christus begründete. Im vierten Artikel (Allgemeine Erkenntnis des Menschen) argumentiert er:

    Der Mensch ist nur ein sehr schwaches Schilfrohr der Natur, aber es ist ein denkendes Schilfrohr. Das ganze Universum braucht sich nicht zu waffnen, ihn zu zermalmen. Etwas Dampf, ein Tropfen Wasser genügt, ihn zu töten. Aber wenn das Universum ihn zermalmt, ist der Mensch doch viel edler als das, was ihn tötet, denn er weiß, dass er stirbt. Welchen Vorzug das Universum auch vor ihm hat, es weiß nichts davon.

    Leben ist also nicht nur auf unsere biologische Existenz beschränkt. Wir sind nach dem Bild Gott geschaffen und besitzen deshalb auch ein geistiges Leben. Wir haben Selbstbewusstsein und sind mit einem moralischen Kompass ausgestattet. Wir können über das Leben, unsere Herkunft und unsere Ziele nachdenken. Außerdem existiert Leben nur in Beziehung und Gesellschaft, in Bewegung und im Wechselspiel. Diese große Würde gibt Gott, der Schöpfer, seinen »kleinen Rohrstäben«! Wir sind kein Unfall oder Zufall, sondern eine große Kostbarkeit, die einen Beschützer, Leiter und Helfer braucht.

    Winfried Elter

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  • Vorgesorgt
    May 3 2026

    Das Leben nimmt oft andere Wege als geplant. Gerade als Selbstständige merke ich das oft. Vor zwei Jahren musste eine größere Reparatur an meinem Auto vorgenommen werden, die nicht ganz billig war. Wenn man selbstständig arbeitet, ist das monatliche Einkommen nicht immer voraussehbar. Ich machte mir also meine Gedanken.

    Völlig unvorhergesehen erreichte mich in diesem Moment die verspätete Zahlung eines Kunden für einen Auftrag von ein paar Monaten zuvor – ein Problem, das mich ebenfalls schon länger beschäftigt hatte. Es war in dem Sinne nicht »mehr« Geld, doch offensichtlich konnte ich den Betrag in der aktuellen Situation besser gebrauchen, als das vorher der Fall gewesen war. Zusammen mit einem unerwartet hohen Einkommen aus einer späteren Zusammenarbeit deckte diese Summe fast bis auf den Cent genau die Rechnung für die Auto-Reparatur ab. Während ich mir noch Sorgen machte, weil sich die Dinge nicht nach meinem eigenen Plan entwickelten, hatte Gott schon lange vorgesorgt.

    In solchen Situationen bekommt der oben stehende Vers für mich immer eine ganz neue Bedeutung. Wer sich von Gott leiten lässt, muss sich keine Sorgen machen. Auch dann nicht, wenn die Probleme des Alltags überhandnehmen und die Dinge anders verlaufen als geplant. Ich habe es schon oft erlebt: Der Herr versorgt mich mit allem, was ich brauche – auch wenn ich selbst noch nicht weiß, was genau das ist. Die Wege, die ich gehe, sind sicher, solange er mich führt. »Dafür bürgt er mit seinem Namen«, versichert er uns in unserem Tagesvers. Wer sein Leben Jesus anvertraut hat, darf sich dieses Versprechens sicher sein. Haben Sie Ihr Leben schon in Gottes Hände gelegt?

    Klara Herhaus

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