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Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

De : Ian DeBay
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Arts du spectacle Sciences sociales
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Bonne écoute !
    Épisodes
    • Auf der Suche nach Authentizität
      Jan 15 2026

      Authentizität. Ein Wort, so abgenutzt wie die Absätze meiner Lieblingsschuhe. Jeder ist es, jeder will es, und am Ende fühlt es sich oft nur noch nach einer weiteren Marketing-Floskel an. In dieser Episode gehe ich der Frage nach, warum „authentisch wirken“ der größte Fehler meiner bisherigen Content-Reise war – und warum ich eigentlich gar nicht Ian DeBay heiße.

      Das Problem mit dem A-Wort

      Wenn man die KI fragt, klingt alles ganz wunderbar: „Authentizität bedeutet Echtheit, Glaubwürdigkeit und Unverfälschtheit.“ Griechisch: authentikós. Super.

      Aber seien wir ehrlich: In der Welt von Influencern und Marken hat das Wort einen schalen Beigeschmack bekommen. Es wird inflationär gebraucht, bis es seine Bedeutung verliert. Für mich fühlt sich das Wort „Authentizität“ im Marketing-Kontext oft so an, als würde ich mich in einem Plantschbecken voller Kotze baden wollen. Keine schöne Vorstellung, oder?

      Trotzdem kam ich am 7. Jänner – dem Tag, an dem für Eltern das Jahr mit dem Schulstart der Kinder erst richtig beginnt – nicht drum herum.

      Vom Größenwahn zur Panik

      Nachdem die Ruhe eingekehrt war, saß ich an meiner Jahresplanung. Visionen, Ziele, das ganze Programm. Keine Sorge, das hier wird kein Optimierungspodcast für Lifestyle-Coaches. Aber ohne konkrete Ziele mäandere ich durch den Tag, bis das Mäandern zum Stillstand wird.

      Dabei passierte Folgendes:

      • Schritt 1: Ich setzte mir gigantische, größenwahnsinnige Ziele.
      • Schritt 2: Ich bekam Panik vor der eigenen Courage.
      • Schritt 3: Ich ruderte zurück zu „realistischen“ Zielen.
      • Schritt 4: Ich plante Content für YouTube und diesen Podcast.

      Und genau da setzten die Zweifel ein. Ist das gut? Interessiert das jemanden? Oder wird das der nächste Flop in meiner noch jungen Selbstständigkeit?

      Der Klick-Moment im Bett

      Ich habe im letzten Jahr viel probiert: Blogs, Newsletter, verschiedene Kanäle. Nichts hat wirklich gezündet. Warum? Weil ich zu viel wollte und nicht klar war, wofür ich eigentlich stehe.

      Mitten in der Nacht zum 8. Jänner machte es Klick: Es fehlte die Authentizität.

      Zuerst ekelte mich der Gedanke an (siehe Plantschbecken), aber dann verstand ich meinen Denkfehler. Ich hatte versucht, Authentizität als Strategie zu nutzen. Ich wollte authentisch wirken, damit du mich magst, damit die Klicks kommen, damit der Erfolg einkehrt.

      Authentisch „wirken“ ist eine Lüge

      Wenn ich Authentizität nur spiele, bin ich wieder in einer Rolle. Egal, ob ich den „alten weißen Mann“ gebe, den Witze-Erzähler oder den Typen, der auf Englisch moderiert – wenn es nur ein Werkzeug zum Erfolg ist, ist es nicht echt.

      Ich habe mich gefragt: Wer bin ich eigentlich?

      Die Antwort ist schmerzhaft: Ich weiß es oft selbst nicht genau. Ich bin Vater und Ehemann, ja. Ich bin Content Creator und Comedian. Aber Ian DeBay? Das ist ein Name, den ich mir gegeben habe. Ein Schutzschild. Mein echter Name ist ein anderer.

      Erfolg neu definieren

      Ich habe erkannt, dass ich Erfolg für mich neu definieren muss. Erfolg ist nicht (nur) die Zahl der Hörer oder das Geld auf dem Konto – auch wenn das nötig ist, um nicht auf der Straße zu landen.

      Wahrer Erfolg bedeutet für mich ab jetzt:

      1. Herauszufinden, wer ich wirklich bin.
      2. Ehrlich authentisch zu sein, statt es nur zu spielen.
      3. Mein Schutzschild zu senken, auch wenn es riskant ist.

      Es ist eine Reise, und diese...

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    • Das ewige Kindsein: Warum die Boomer-Generation den Platz nicht räumt
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      Sich über Boomer oder alte weiße Männer lustig zu machen, ist eigentlich ein alter Hut – fast so alt wie die Zielgruppe selbst. Das Thema ist im Grunde genommen „durch“, und das sage ich nicht nur, weil ich selbst langsam in die Riege der älteren Herren aufsteige. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf YouTube bereits genug Material dazu geliefert habe. Doch in dieser Folge der „Zu Spät Show“ geht es nicht um bloßen Spott. Wir müssen über ein tieferliegendes Problem sprechen: Unsere Gesellschaft wird zu alt. Dass wir Krankheiten heilen und länger gesund bleiben, ist für das Individuum fantastisch, aber für das gesellschaftliche Gefüge gravierend. Wenn die Menschen immer älter werden, rückt die nächste Generation niemals nach. Wir haben heute 50- oder 60-Jährige, die faktisch immer noch das „Kind von jemandem“ sind, weil die Eltern ihre Posten und ihre Verantwortung nicht aufgeben.

      Wenn Erben zur einzigen Karriereoption wird

      Das Resultat dieser Entwicklung ist eine bizarre Verzögerung der Reife. Wer erst mit 60 wirklich Verantwortung übernehmen kann, weil die Eltern erst dann das Zeitliche segnen, ist zu diesem Zeitpunkt oft schon selbst auf dem Sprung in die Pension. Wir haben eine Generation von „alten Weisen“, die nie die Chance hatten, aktiv und gestaltend am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bevor sie selbst zum Kostenpunkt im Budget wurden. Sie übernehmen die Verantwortung über das Erbe oder politische Rollen zu einem Zeitpunkt, an dem sie eigentlich schon den Leichenschmaus planen sollten. Diese Überzeichnung hat einen wahren Kern: Die Posten bleiben besetzt, die Jungen können nicht nachrücken, und die Gesellschaft erstarrt in einer Warteposition auf das Unvermeidliche.

      Das demokratische Dilemma der grauen Mehrheit

      Dazu kommt ein massives demokratisches Problem. Da die ältere Generation zahlenmäßig überlegen ist, besitzt sie ein politisches Gewicht, das jede Veränderung im Keim ersticken kann. In einer Demokratie, in der die Stimmstärksten bestimmen, wird niemals gegen die Interessen der Alten entschieden. Die Konsequenzen dieses Stillstands müssen jedoch die wenigen Jungen ausbaden, die es noch gibt. Satirisch könnte man jetzt fordern, mit 75 den Stecker zu ziehen – ein Gedanke, der uns zwar Milliarden sparen würde, aber leider an diesen lästigen Menschenrechten scheitert. Auch die Idee, alle über 75 auf eine warme Insel auszulagern – eine Art „Australien für Senioren“ –, wird bereits von vielen freiwillig in Thailand oder auf Gran Canaria praktiziert. Doch solange die Briefwahl existiert, regieren sie aus dem Liegestuhl heraus munter weiter in die Zukunft derer hinein, die noch Jahrzehnte vor sich haben.

      Wahlrecht mit Ablaufdatum: Ein Ausweg aus der Sackgasse?

      Vielleicht ist die Lösung nicht das Ende des Lebens, sondern das Ende des Stimmrechts. Wenn wir sagen, dass man erst ab 16 oder 18 reif genug zum Wählen ist, warum sagen wir nicht auch, dass ab 75 Schluss ist? Wenn der Mensch sich biologisch gesehen wieder zum Kind entwickelt, die Orientierung verliert und nur noch Breinahrung zu sich nimmt, warum sollte er dann über die Klimapolitik des nächsten Jahrhunderts entscheiden? Es ist unwahrscheinlich, dass die Jungen es besser machen würden – sie würden vermutlich einen ganz anderen „Schaß“ wählen –, aber sie wären wenigstens selbst schuld daran. Doch in einer Gesellschaft, in der die Alten die Mehrheit stellen, wird sich niemand selbst entmachten. So bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als auf den biologischen Wechsel zu warten. Ein optimistischer Einstieg in die Zukunft sieht anders aus, aber bis dahin heißt es wohl: Abwarten, Tee trinken und hoffen, dass man die Verantwortung nicht erst dann bekommt, wenn man sie selbst nicht mehr buchstabieren kann.

      Links & Hinweise

      YouTube-Kanal:

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      Ob Unterführungen, enge Gassen oder der klassische Mistkübel – Hauptsache, der Effekt ist maximal destruktiv. Dass dabei der Müll wie ein modernes Kunstprojekt an den Hauswänden landet oder manch eine Wohnung durch einen „netten“ Querschläger Heizkosten spart, scheint ein kollateraler Bonus zu sein. In der Unterführung hat das Ganze sogar einen fast schon sozialen Aspekt: Wenn dort ein Böller explodiert, gibt es zumindest einen kurzen Moment der Erleuchtung. Man kann plötzlich Dinge erkennen, wie etwa den zwielichtigen Schatten hinter einem, den man zwar nicht mehr hören kann, weil einem die Ohren klingeln, aber den man der Polizei wenigstens präzise beschreiben könnte – sofern die Beamten nicht gerade selbst damit beschäftigt sind, die Böllerschmeißer mit Nachschub zu beobachten.

      Umweltschutz durch Beton und die Millionen im Schwarzpulver

      Warum wir Böller eigentlich hassen, muss man niemandem erklären, der schon einmal versucht hat, am Neujahrsmorgen tief durchzuatmen. Wir betonieren unsere Umwelt zu, um sie zu schützen, und lassen dann zu, dass Asche und Lärm unsere Lungen und Gehörgänge füllen. Doch der wahre Preis ist nicht nur ökologisch. Es sind die traumatisierten Hunde, die sich in den hintersten Ecken verkriechen, die schreienden Kinder und die Kriegsflüchtlinge, für die jeder Knall eine Reise zurück in den Horror ihrer Heimat bedeutet. Während der Opa Angst hat, dass die Russen wiederkommen, scheint sich die junge Generation mit jedem Böllerwurf fast schon prophetisch auf eine Zukunft vorzubereiten, in der Krach und Asche zum Alltag gehören. Es ist ein bizarrer Millionen-Wahnsinn: Wir verpulvern gigantische Summen in einer einzigen Nacht, nur um uns am nächsten Morgen über die Teuerung zu beschweren.

      Die Suche nach dem Drogendealer und der Plan zur totalen Uncoolness

      Man fragt sich unweigerlich, woher die Jugendlichen eigentlich das ganze Geld für diese explosiven Luxusgüter nehmen. Da nicht jeder Halbstarke ein erfolgreiches Business als Drogendealer führen kann – ich habe das überprüft, die Marktdichte ist überraschend gering –, bleibt die Herkunft der Mittel ein Rätsel. Vielleicht liegt der Reiz auch in der Gefahr der Billigimporte aus dem Internet. Ein zerfetzter Finger gibt schließlich ordentlich Klicks auf TikTok. Ich kann diese Jugendlichen sogar ein Stück weit verstehen. Früher war ich selbst einer von ihnen. Wir fühlten uns mächtig, wenn es knallte, und wir wussten schlichtweg nichts über die Umweltfolgen. Aber sollten die heutigen Erziehungsberechtigten nicht eigentlich schlauer sein? Verbote bringen herzlich wenig. Die einzige Lösung wäre, das Böllern radikal uncool zu machen. Wir, die ältere Generation, müssten anfangen, so richtig peinlich und exzessiv zu knallen, bis die Jugendlichen vor Scham nur noch heimlich in ihren Zimmern zündeln.

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