Épisodes

  • Gerald Knaus: Migration, Vertrauen und Demokratie – Was Europa jetzt braucht
    Jan 22 2026

    Migration, gesellschaftliche Spaltung, Populismus, Vertrauensverlust: Europa steht vor enormen Herausforderungen. In dieser Folge der Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Gerald Knaus, Migrationsforscher und Gründer der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI), über die Frage, wie Demokratien in unruhigen Zeiten handlungsfähig bleiben können – ohne ihre Werte zu verraten.

    Knaus erklärt, warum Humanität und Ordnung kein Widerspruch sind, warum irreguläre Migration kontrolliert werden muss, um Empathie zu bewahren – und weshalb einfache Lösungen gefährlich sind. Es geht um Narrative, Angst, politische Verantwortung und darum, warum Fakten allein nicht reichen, um Populismus zu begegnen.

    Wir sprechen außerdem über:

    – Migration und Asylpolitik in Europa

    – Demokratie, Rechtsstaat und gesellschaftlichen Zusammenhalt

    – Warum Angst politische Entscheidungen verzerrt

    – Die Macht von Erzählungen in der öffentlichen Debatte

    – Zuversicht als Haltung – nicht als Illusion

    Gerald Knaus ist Mitgestalter des EU-Türkei-Abkommens und berät seit Jahren Regierungen und internationale Organisationen. Gemeinsam mit Francesca Knaus hat er das Buch „Welches Europa brauchen wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen“ (Piper Verlag) veröffentlicht. Darin beschreiben sie Europa als eines der größten politischen Erfolgsprojekte der Geschichte – ein „Wunder“, das Frieden, Freiheit und Rechtsstaat möglich gemacht hat. Zugleich warnen sie: Dieses Projekt ist bedroht, von außen wie von innen. Das Buch ist ein Plädoyer dafür, Europa aktiv zu schützen, statt es für selbstverständlich zu halten.

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    55 min
  • Alena Buyx: Hoffnung ist kein Gefühl, sondern eine Haltung
    Jan 15 2026

    Was hält uns als Gesellschaft zusammen, wenn Gewissheiten bröckeln?
    Wie bleiben wir zugewandt, dialogfähig und verantwortlich in Zeiten von Krisen, Polarisierung und Überforderung?

    In dieser Folge der Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Prof. Dr. Alena Buyx über Vertrauen, Verletzlichkeit, moralische Orientierung und die Frage, wie Zuversicht entstehen kann, ohne die Realität zu beschönigen.

    Alena Buyx ist Ärztin, Philosophin und Soziologin, Professorin an der TU München und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Besonders während der Corona-Pandemie wurde sie einer breiten Öffentlichkeit als kluge, differenzierende Stimme bekannt.

    In ihrem neuen Buch „Leben und Sterben – Die großen Fragen ethisch entscheiden“ (2025) widmet sie sich existenziellen Themen wie Krankheit, Würde, Verantwortung und dem Umgang mit Unsicherheit.

    In dieser Folge sprechen wir u. a. über:
    – Vertrauensverlust und gesellschaftliche Spaltung
    – die Rolle von Emotionen in öffentlichen Debatten
    – warum Hoffnung keine Illusion, sondern eine Haltung ist
    – wie Resilienz individuell und kollektiv entstehen kann

    Ein Satz, der bleibt

    Hoffnung ist kein Gefühl, sondern eine Haltung.

    Oder anders gesagt:
    Zuversicht entsteht nicht durch Verdrängung, sondern durch Verstehen.
    Nicht durch Perfektion, sondern durch Verantwortung.

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    45 min
  • Christian Thiele: Zuversichtlich bleiben – auch wenn die Welt wankt
    Jan 8 2026

    Wie bleiben wir zuversichtlich in Zeiten von Krisen, Unsicherheit und Dauernegativität? In dieser ersten Folge unserer Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Christian Thiele über Optimismus, Selbstwirksamkeit und die Frage, warum Hoffnung kein naives Weglächeln von Problemen ist – sondern eine bewusste Entscheidung.

    Christian Thiele ist Experte für Positive Leadership, Coach, Trainer und Speaker. Er war selbst Führungskraft in der Medienbranche, kennt Druck – und hat sich entschieden, anders zu arbeiten. Heute lehrt er Positive Psychologie an der Deutschen Hochschule für Sport und Gesundheit und wurde unter anderem als LinkedIn Top Voice ausgezeichnet. Thiele beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Menschen und Organisationen auch unter Druck handlungsfähig, menschlich und zuversichtlich bleiben können. Er ist leidenschaftlicher Bergmensch – und überzeugt davon, dass man draußen genauso viel fürs Leben lernt wie im Seminarraum.

    Darum geht es in dieser Folge:

    • Warum uns negative Nachrichten stärker anziehen als positive – und was der Negativity Bias damit zu tun hat.

    • Weshalb viele Menschen privat zuversichtlich sind, gesellschaftlich aber pessimistisch.

    • Wie Selbstwirksamkeit ein Gegengift gegen Ohnmacht sein kann.

    • Was wir aus Krisen wie Pandemie und Energiekrise über kollektive Zuversicht lernen können.

    • Warum Gemeinschaft und Sinn zentrale Ressourcen in unsicheren Zeiten sind.

    • Wie posttraumatisches Wachstum entstehen kann – und warum es Zeit braucht.

    • Welche Rolle kleine Rituale, Engagement und „Wirksamkeit im Alltag“ spielen.

    • Warum Zuversicht nicht Rückzug bedeutet, sondern Verantwortung

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    45 min
  • Zwischen Härte und Humanität: Wie Migration wirklich steuerbar ist - Doppelfolge mit Prof. Daniel Thym (II)
    Mar 21 2025

    Migration ist eine der zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Zwischen Krisen, Konflikten und Fachkräftemangel steht Deutschland – wie viele europäische Staaten – vor der Aufgabe, Zuwanderung realistischer, klarer und gerechter zu gestalten. In dieser zweiteiligen Podcast-Folge sprechen wir mit einem der wichtigsten Experten für Migrations- und Asylrecht: Prof. Dr. Daniel Thym.

    Im ersten Teil des Gesprächs haben wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik skizziert.

    Prof. Thym analysierte:

    • warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,

    • wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,

    • warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.

    Ein weiterer Fokus lag auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.

    Thym zeigte auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.

    In diesem zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn:

    Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?

    Prof. Thym erklärt:

    • warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,

    • wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,

    • wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.

    Außerdem beleuchten wir:

    • die Rolle der EU-Asylreform (GEAS),

    • die Notwendigkeit, das Selbstbild als Einwanderungsland zu klären,

    • und die Frage, wie sich gesellschaftliche Akzeptanz für Migration gewinnen lässt, ohne auf populistische Abkürzungen zu setzen.

    Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.

    Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym

    Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.

    Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)

    In seinem neuen Buch liefert Daniel Thym eine klare Analyse der deutschen Migrationspolitik – und konkrete Reformvorschläge.

    Er zeigt:

    • weshalb das Asylrecht differenziert betrachtet und klüger angewandt werden sollte,

    • wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,

    • und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.

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    38 min
  • Migration steuern – zwischen Realität, Reform und Verantwortung - Doppelfolge mit Prof. Daniel Thym (I)
    Mar 21 2025

    Migration ist eine der zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Zwischen Krisen, Konflikten und Fachkräftemangel steht Deutschland – wie viele europäische Staaten – vor der Aufgabe, Zuwanderung realistischer, klarer und gerechter zu gestalten. In dieser zweiteiligen Podcast-Folge sprechen wir mit einem der wichtigsten Experten für Migrations- und Asylrecht: Prof. Dr. Daniel Thym.

    Teil 1: Wo Deutschland steht – und warum das Asylsystem an seine Grenzen kommt

    Im ersten Teil des Gesprächs skizzieren wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik.

    Prof. Thym analysiert:

    • warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,

    • wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,

    • warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.

    Er erläutert, warum Deutschland in der Praxis längst „harte Maßnahmen“ durchsetzt – etwa durch restriktive Visaregeln oder informelle Grenzabschottung –, diese aber selten ehrlich debattiert. Es gehe nicht darum, zwischen Offenheit und Abschottung zu wählen, sondern um kluge Steuerung, die Kontrolle mit Humanität vereint.

    Ein weiterer Fokus liegt auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.

    Thym zeigt auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.

    Im zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn: Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?

    Prof. Thym erklärt:

    • warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,

    • wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,

    • wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.

    Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.

    Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym

    Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.

    Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)

    In seinem neuen Buch liefert Daniel Thym eine klare Analyse der deutschen Migrationspolitik – und konkrete Reformvorschläge.

    Er zeigt:

    • weshalb das Asylrecht differenziert betrachtet und klüger angewandt werden sollte,

    • wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,

    • und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.

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    31 min
  • Bundestagswahl-Extra: Rente am Limit - wer rettet unsere Altersvorsorge?
    Feb 7 2025

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ diskutieren Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit Prof. Dr. Martin Werding, einem der führenden Rentenexperten Deutschlands, über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Die Rentenkassen stehen unter massivem Druck: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren, während die Bundeszuschüsse aus Steuermitteln weiter steigen. Wie kann die Rente langfristig gesichert werden, ohne die junge Generation zu überlasten? Welche Reformen sind notwendig, und warum wagt die Politik keine Veränderungen?

    Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten Neustart?

    Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die heute Mitte 30 sind?

    Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger arbeiten?

    Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen? Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu schützen?

    Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend nötig wären.

    Zur Person

    Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964 in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Passau fortsetzte.

    Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München.

    Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen, Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik, Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als "die Wirtschaftsweisen".

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    49 min
  • Zwischen Frust und Zukunftsangst: Was treibt die Jugend an, AfD zu wählen?
    Jan 31 2025

    Im aktuellen Bundestagswahl-Extra von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit dem renommierten Generationenforscher Dr. Rüdiger Maas über eines der brisantesten Themen des Bundestagswahlkampfs 2025: Warum wählen so viele junge Menschen die AfD?

    In den vergangenen Jahren hat sich ein überraschender Trend abgezeichnet: Immer mehr Erstwähler und junge Erwachsene geben ihre Stimme der AfD – besonders in Ostdeutschland. Rüdiger Maas hat in seinen Studien intensiv untersucht, welche gesellschaftlichen, politischen und psychologischen Faktoren dahinterstecken. In unserem Gespräch erklärt er, warum Social Media eine entscheidende Rolle spielt, wie sich Fake News und digitale Echokammern auf das Wahlverhalten auswirken und weshalb traditionelle Parteien sich schwer tun, junge Menschen für sich zu gewinnen.

    „Die AfD ist die einzige Partei, die Jugendliche gezielt anspricht – während die etablierten Parteien sich überwiegend um ältere Wähler kümmern“, so Maas. Aber ist das der einzige Grund? Welche Rolle spielen Zukunftsängste, Unsicherheit und das Gefühl vieler junger Menschen, von der Politik nicht ernst genommen zu werden? Und wie können demokratische Parteien darauf reagieren, um junge Wähler nicht zu verlieren?

    Ein aufschlussreiches Gespräch über die Herausforderungen unserer Demokratie, das ihr nicht verpassen solltet! Jetzt reinhören!

    Zur Person

    Dr. Rüdiger Maas ist ein führender Generationenforscher, Psychologe und Bestsellerautor. Geboren 1979 in Schwabmünchen, studierte er Psychologie und Philosophie in Deutschland und Japan. 2012 gründete er die Maas Beratungsgesellschaft mbH und 2017 das Institut für Generationenforschung in Augsburg. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Generation Z, Cyberpsychologie und gesellschaftliche Dynamiken. Mit seinem Buch „Generation lebensunfähig“ erlangte er breite Aufmerksamkeit. Mit seiner internationalen Erfahrung und seinem erfrischenden Ansatz ist Rüdiger Maas auch ein gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner.

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    43 min
  • Bundestagswahl-Extra: Wirtschaft am Scheideweg: Was muss Deutschland jetzt tun?
    Jan 25 2025

    In dieser besonderen Bundestagswahl-Extrafolge von 2 alte wei(s)se Männer begrüßen wir Prof. Dr. Peter Bofinger, einen der renommiertesten Wirtschaftsexperten Deutschlands und ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – den sogenannten „Wirtschaftsweisen“. Gemeinsam werfen wir einen tiefgehenden Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen, die Deutschland aktuell prägen, und beleuchten, welche Strategien in der kommenden Legislaturperiode erforderlich sind, um die Weichen für eine zukunftsfähige Wirtschaft zu stellen.

    Peter Bofinger teilt seine klaren Einschätzungen zu zentralen Themen wie der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts, den hohen Energiepreisen, dem akuten Fachkräftemangel und den Defiziten in der Infrastruktur. Im Gespräch erklärt er, warum Deutschland trotz dieser Probleme über immense finanzielle Spielräume verfügt und wie das Land seine wirtschaftliche Stärke durch gezielte Investitionen in Digitalisierung, Bildung und Innovation zurückgewinnen kann. „Wir könnten uns eine Deluxe-Innovationsstrategie leisten – wenn wir uns trauen, über den Schatten der Schuldenbremse zu springen“, argumentiert Bofinger.

    Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Diskussion über die Schuldenbremse, deren strikte Einhaltung nach Ansicht des Ökonomen dringend reformiert werden müsste, um in Infrastruktur und technologische Entwicklungen zu investieren. Bofinger erläutert, wie andere Länder wie die USA oder Frankreich durch antizyklische Investitionen wirtschaftlich dynamischer agieren konnten und was Deutschland daraus lernen sollte. Zudem sprechen wir über die Bedeutung von Tarifpolitik und Mindestlöhnen für eine stabile Binnenkonjunktur und eine gerechtere Verteilung von Wohlstand.

    Auch die aktuellen politischen Rahmenbedingungen werden thematisiert: Welche wirtschaftspolitischen Versäumnisse der aktuellen Regierung belasten die Wettbewerbsfähigkeit? Und welche Rolle sollte die nächste Bundesregierung bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie der Klimakrise und der geopolitischen Spannungen spielen? Bofinger warnt davor, diese drängenden Aufgaben zu verschleppen, und appelliert an Politik und Wirtschaft, gemeinsam eine mutige und zukunftsorientierte Strategie zu entwickeln.

    Mit seinen fundierten Analysen und klaren Forderungen bietet Peter Bofinger wertvolle Einblicke und Denkanstöße für jeden, der die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands mitgestalten möchte. Diese Folge ist ein Muss – nicht nur für Wirtschaftsexperten, sondern für alle, die am Vorabend der Bundestagswahl verstehen wollen, wie Deutschland den Anschluss an die Weltspitze wiederfinden kann.

    Zur Person:

    Peter Bofinger ist einer der bekanntesten Ökonomen Deutschlands. Geboren ist er am 18. September 1954 in Pforzheim. Bofinger hat Volkswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken studiert. Schon früh war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sachverständigenrat aktiv, wo er die großen wirtschaftlichen Fragen mitgestaltet hat. 1984 promovierte er über das Thema Währungswettbewerb, und nach weiteren Stationen, zum Beispiel bei der Landeszentralbank in Baden-Württemberg, habilitierte er sich 1990. Seit 1992 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg. Zwischen 2004 und 2019 war er Mitglied der berühmten „Wirtschaftsweisen“, die die deutsche Wirtschaftspolitik entscheidend mitprägen.

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    41 min