Épisodes

  • Marcel Fratzscher: Was unseren Sozialstaat wirklich heilt
    May 7 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof. Marcel Fratzscher über den Zustand des deutschen Sozialstaats, über Zukunftsangst, Verteilungskämpfe und die Frage, warum Reformen in Deutschland so schwerfallen.

    Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin, und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er mischt sich seit Jahren pointiert in Debatten über Chancengleichheit, Vermögensverteilung, Steuern, Bildung, Arbeit und sozialen Zusammenhalt ein.

    Gleich zu Beginn beschreibt Fratzscher, was ihm aktuell am meisten Sorge macht: weniger ein einzelnes politisches Problem als eine „mentale Depression“ in Deutschland – eine gesellschaftliche Lähmung, die Veränderung erschwert. Deutschland sei stark auf Stabilität, Konsens und den Status quo ausgerichtet. Das habe über Jahrzehnte gut funktioniert, stoße aber in Zeiten globaler Umbrüche, technologischen Wandels und demografischer Alterung an Grenzen.

    Fratzscher betont unter anderem, Deutschland habe einen starken Sozialstaat, aber er müsse dringend reformiert werden. Besonders die Alterung der Gesellschaft setze Renten-, Pflege- und Gesundheitssystem unter massiven Druck. Die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu Rentnerinnen und Rentnern sinke deutlich – und damit werde die Frage der Finanzierbarkeit immer drängender.

    Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Ehrlichkeit. Fratzscher kritisiert, dass Politik den Bürgerinnen und Bürgern häufig mehr verspreche, als dauerhaft finanzierbar sei. Notwendig seien offene Debatten über Zumutungen, Verantwortung und faire Lastenteilung. Reformen könnten nur gelingen, wenn nicht einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt würden – etwa Jung gegen Alt, Erwerbstätige gegen Bürgergeldempfänger oder Einheimische gegen Geflüchtete.

    Ein wichtiger Gedanke des Gesprächs: Nicht jede empfundene Ungerechtigkeit ist automatisch ein systematisches Gerechtigkeitsproblem.

    Als zentrale Reformfelder nennt Fratzscher drei große Bereiche: eine Sozialstaatsreform, eine Steuerreform und ein stärkeres Europa. Beim Sozialstaat gehe es darum, Rente, Pflege und Gesundheit zukunftsfest zu machen. Beim Steuersystem kritisiert er, dass Arbeit in Deutschland sehr stark belastet werde, während Vermögen vergleichsweise gering besteuert würden. Und Europa sieht er als entscheidenden Rahmen, um wirtschaftliche Stärke, Sicherheit und Handlungsfähigkeit in einer global unruhigen Welt zu bewahren.

    Eine Folge über Reformstau und Verantwortung, über soziale Marktwirtschaft und Generationengerechtigkeit – und über die Frage, wie aus Zukunftsangst wieder Zukunftsvertrauen werden kann.

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    „2 alte wei(s)e Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“

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    52 min
  • Ann Cathrin Riedel: Wie Verwaltung besser funktioniert
    Apr 23 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)e Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Ann Cathrin Riedel über ein Thema, das viele nervt – und zugleich darüber entscheidet, ob ein Staat im Alltag funktioniert: Digitalisierung und Entbürokratisierung. Schon zu Beginn wird klar, worum es eigentlich geht: um Formulare, Zuständigkeiten, Medienbrüche, lange Wartezeiten – und um die Frage, warum Verwaltung für viele Menschen eher Hürde als Hilfe ist.

    Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT e.V. und eine der profiliertesten Stimmen für Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, beschreibt, warum das Bild vom komplett rückständigen Staat zu pauschal ist. Vieles funktioniere längst besser, als man gemeinhin glaube – nur eben sehr unterschiedlich, je nach Kommune, Lebenslage und konkretem Kontakt mit Behörden. Gleichzeitig zeigt sie schonungslos, wo die eigentlichen Probleme liegen: in zersplitterten Zuständigkeiten, fehlenden gemeinsamen Standards, unverständlichen Formularen und einer Verwaltung, die noch zu oft aus sich selbst heraus denkt statt vom Nutzer aus.

    Im Gespräch geht es auch um die Grundfrage, was Entbürokratisierung überhaupt heißen soll. Riedel macht deutlich: Bürokratie ist nicht per se schlecht, sondern schützt vor Willkür und sorgt für Fairness. Das Problem beginnt dort, wo Regeln ihre eigene Wirkung nicht mehr überprüfen lassen, wo Prozesse unnötig kompliziert werden und wo Bürgerinnen und Bürger an Anträgen scheitern, die selbst für Akademiker kaum verständlich sind. Gerade bei sensiblen Themen wie Wohngeld, Elterngeld oder Vorsorge zeigt sich, wie sehr ein Staat Vertrauen verspielen kann, wenn Hilfe nicht schnell, klar und zugänglich organisiert ist.

    Außerdem sprechen wir darüber, warum Deutschland beim digitalen Staat trotz vieler guter Einzelbeispiele oft nicht vorankommt: zu viele Insellösungen, zu wenig Nachnutzung, zu wenig Mut zur Standardisierung. Riedel erklärt, weshalb der Föderalismus nicht das Hauptproblem sein muss, warum technische Grundlagen wie Registermodernisierung so entscheidend sind – und was wir von Estland, Dänemark oder auch überraschenden Vorreitern wie Griechenland lernen können. Ihr Mutmacher am Ende: Es gibt längst funktionierende Lösungen, engagierte Menschen in den Verwaltungen und viele konkrete Ansätze, an die man anknüpfen kann. Deutschland muss das Rad nicht neu erfinden – aber endlich konsequenter rollen lassen.

    Eine Folge über einen Staat, der digitaler, verständlicher und handlungsfähiger werden muss – und kann.

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  • Gesine Schwan: Wie vereint ist Deutschland wirklich?
    Apr 16 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Gesine Schwan über eines der großen deutschen Dauerthemen: das Verhältnis von Ost und West – und die Frage, warum auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung bei vielen Menschen noch immer das Gefühl bleibt, dass die Einheit unvollendet ist.

    Gesine Schwan gehört seit vielen Jahren zu den klügsten und klarsten Stimmen, wenn es um Demokratie, Gerechtigkeit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft geht. Die Politikwissenschaftlerin, frühere Viadrina-Präsidentin und zweimalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, verbindet wissenschaftliche Schärfe mit großer politischer Erfahrung.

    Im Gespräch geht es um Erwartungen und Versprechen der Nachwendezeit, um enorme Fortschritte bei Infrastruktur und Lebensverhältnissen, aber auch um das, was sich nicht so leicht aufholen lässt: fehlende Anerkennung, mangelnde Repräsentation, biografische Brüche und das Gefühl vieler Ostdeutscher, nicht wirklich gehört oder mitgemeint zu sein. Gesine Schwan beschreibt, warum politische und wirtschaftliche Angleichung allein nicht ausreichen, wenn Respekt, Teilhabe und Sichtbarkeit fehlen.

    Außerdem geht es um die Frage, welche Defizite bis heute geblieben sind, warum das Thema „gleichwertige Lebensverhältnisse“ weit über Geld und Förderprogramme hinausgeht und welche Rolle ostdeutsche Erfahrungen in Politik, Gesellschaft und Führungsetagen spielen. Auch der Erfolg der AfD wird eingeordnet – nicht verkürzt als rein ostdeutsches Phänomen, sondern als Ausdruck tieferer politischer und gesellschaftlicher Spannungen.

    Zugleich ist diese Folge kein Abgesang auf die deutsche Einheit. Im Gegenteil: Gesine Schwan zeigt auch, wo Deutschland zusammengewachsen ist, was gelungen ist und warum es sich lohnt, weiter an einem Land zu arbeiten, das Unterschiede nicht verdrängt, sondern ernst nimmt. Es geht um Demokratie, um soziale Würde, um Zugehörigkeit – und um die Frage, wie aus formaler Einheit echte innere Verbundenheit werden kann.

    Eine kluge, ruhige und zugleich hochaktuelle Folge über Anerkennung, Gerechtigkeit und den Zustand unseres Landes.

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  • Nicole Deitelhoff: Frieden statt Friedhofsruhe – Wie geht dauerhafte Konfliktlösung?
    Apr 9 2026

    Wie kann in Zeiten wie diesen überhaupt noch Frieden entstehen? Der Krieg gegen Iran ist weiter eskaliert, in der Ukraine ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht – und gleichzeitig merken wir, wie schnell wir uns daran gewöhnen, fast nur noch in Kategorien von Eskalation, Abschreckung und militärischer Stärke zu denken. Genau darüber sprechen wir in dieser Folge mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Direktorin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und eine der bekanntesten deutschen Friedens- und Konfliktforscherinnen.

    Nicole Deitelhoff erklärt, warum es gerade in laufenden Kriegen wichtig ist, weiter über Frieden zu sprechen – nicht naiv, sondern realistisch. Sie macht deutlich: Verteidigungsfähigkeit und Friedenssuche schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten realer Bedrohung kommt es darauf an, auch die kleinen Öffnungen zu erkennen, in denen Kooperation noch möglich ist. Als Beispiel nennt sie den Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine – ein Hinweis darauf, dass selbst in hochverfeindeten Konflikten Gesprächs- und Handlungsspielräume bestehen bleiben.

    Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, was Frieden heute überhaupt bedeutet. Deitelhoff unterscheidet zwischen einem „negativen Frieden“, also dem Ende organisierter Gewalt, und einem „positiven Frieden“, der darüber hinaus auf Gerechtigkeit, Teilhabe und tragfähige gesellschaftliche Ordnung zielt. Ihr nüchterner Befund: Im Moment wären wir schon froh, wenn zumindest der „dürre Hahn“ des negativen Friedens wieder erreichbar würde.

    Und schließlich spricht sie darüber, was Friedensforschung heute konkret leisten kann: nicht den großen Wurf versprechen, sondern in festgefahrenen Konflikten genau hinschauen, wo Kooperation noch trägt, wo Vermittlung möglich ist und wie aus kleinen Schritten irgendwann tragfähigere Friedensordnungen werden können. Friedensfähigkeit, so ihr Mutmacher-Gedanke, ist lernbar – durch gerechte Sprache, klares Denken und strategische Geduld.

    Eine Folge über Krieg und Frieden, über strategische Geduld, europäische Verantwortung – und über die Frage, wie man auch in sehr dunklen Zeiten die Möglichkeit von Verständigung nicht aufgibt.

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    51 min
  • Lothar H. Wieler: Wie KI die Medizin entlasten kann
    Apr 2 2026

    Unser Gesundheitssystem ist leistungsfähig – und zugleich an vielen Stellen überlastet: zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, lange Wege, überfüllte Praxen und Kliniken. In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Lothar Wieler, Mikrobiologe, Tiermediziner und Public-Health-Experte, vielen bekannt als langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts. Heute arbeitet er am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Bereich Digital Global Public Health und beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Medizin Krankheiten früher erkennen, besser vorbeugen und Gesundheitschancen gerechter machen kann.

    Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen, enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv. Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.

    Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur. Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben, Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schafft.

    Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis, ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es sein müsste.

    Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen, aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin wieder menschlicher werden kann.

    Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus Technik echte Entlastung entstehen kann.

    Ada-App

    Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier: https://ada.com/de/app/

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  • Wolfgang Merkel: Wie steht es wirklich um unsere Demokratie?
    Mar 26 2026

    Wie steht es wirklich um unsere Demokratie? Gibt es tatsächlich Politikverdrossenheit – oder erleben wir vielmehr eine tiefe Repräsentationskrise?

    Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Politikwissenschaftler Professor Wolfgang Merkel. Er widerspricht der verbreiteten Diagnose einer allgemeinen Politikverdrossenheit deutlich: Die Menschen seien heute nicht apathisch oder rückwärtsgewandt, sondern eher aufgebracht, mobilisiert und politisch aktiv. Das eigentliche Problem liege woanders – im wachsenden Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger, sich politisch nicht mehr ausreichend repräsentiert zu sehen.

    Im Gespräch geht es um die Ursachen dieses Vertrauensverlusts: um globale Krisen, tiefgreifende Transformationen, soziale Ungleichheit, regionale Brüche und die Erfahrung, dass viele Probleme längst nicht mehr national gelöst werden können, politische Verantwortung aber weiterhin vor allem national organisiert ist. Merkel erklärt, warum daraus Ohnmachtsgefühle entstehen, weshalb gerade in solchen Zeiten faire und wirksame Lösungen entscheidend sind – und warum die Demokratie an einer Repräsentationskrise leidet, nicht aber vor ihrem Ende steht.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, warum populistische und rechtsautoritäre Kräfte gerade dort stark werden, wo Menschen sich übersehen, abgehängt oder nicht ernst genommen fühlen. Merkel analysiert die besondere Lage in Ostdeutschland, ordnet aber zugleich ein, dass ähnliche Dynamiken längst auch im Westen sichtbar werden. Seine zentrale Botschaft: Demokratie muss Probleme nicht nur effizient, sondern vor allem fair lösen – und den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl geben, in ihrer Lebenswirklichkeit, ihren Interessen und ihrer Würde gesehen zu werden.

    Trotz aller Probleme endet das Gespräch bewusst nicht im Alarmismus. Merkel wirbt für einen nüchternen, aber zuversichtlichen Blick auf den Zustand der Demokratie. Deutschland sei keine Demokratie im Niedergang, sondern eine resiliente, lernfähige Ordnung mit großen Ressourcen – politisch, institutionell und gesellschaftlich. Gerade in Zeiten der Zuspitzung, so sein Mutmacher, komme es darauf an, weniger Untergangsrhetorik zu pflegen und stärker an fairer Repräsentation, politischer Selbstkorrektur und demokratischer Erneuerung zu arbeiten.

    In dieser Folge sprechen wir unter anderem daüber:

    • warum „Politikverdrossenheit“ für Wolfgang Merkel der falsche Begriff ist

    • weshalb viele Menschen sich nicht unpolitisch, sondern nicht repräsentiert fühlen

    • welche Rolle Ungleichheit, Transformation und Ohnmacht spielen

    • warum Populismus Repräsentationslücken besetzt

    • und was unserer Demokratie heute trotz allem Stabilität und Zukunft gibt.

    Wolfgabg

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  • Christoph Möllers: Wie widerstandsfähig ist unsere Demokratie?
    Mar 19 2026

    Trump, Krieg, autoritäre Tendenzen, politische Erschöpfung: Viele Menschen haben das Gefühl, dass unsere Demokratie brüchiger geworden ist. In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen wir mit Prof. Dr. Christoph Möllers, Prof. Dr. Christoph Möllers, einem der renommiertesten Staatsrechtler Deutschlands. Er ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seine Arbeit kreist um Verfassungsrecht, Demokratie, Gewaltenteilung und die Frage, wie politische Ordnung unter Druck funktioniert.

    Möllers beschreibt die Gegenwart als eine Zeit, in der liberale Demokratien gleichzeitig von innen und außen unter Druck geraten. Rechtsextreme Kräfte, geopolitische Krisen und gesellschaftliche Verunsicherung verstärken sich gegenseitig. Trotzdem warnt er davor, in Alarmismus zu verfallen: Demokratie sei verletzlich, aber keineswegs schutzlos.

    Wir sprechen darüber, warum autoritäre Politik gerade für viele attraktiv wirkt, welche Rolle Gerichte, Föderalismus und unabhängige Institutionen spielen – und warum Institutionen allein nicht reichen, wenn demokratische Mehrheiten wegbrechen. Möllers macht deutlich: Demokratie braucht nicht nur Regeln und Verfahren, sondern auch politische Führung, Widerspruchskraft und Bürgerinnen und Bürger, die sie tragen.

    Trotz aller Krisen bleibt er zuversichtlich. Sein Blick in die Geschichte zeigt: Frühere Generationen standen ebenfalls vor großen Erschütterungen – und haben dennoch Wege gefunden, Freiheit und Demokratie zu behaupten

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    42 min
  • Daniela Schwarzer: Krise überall – aber Europa kann mehr, als wir denken
    Mar 5 2026

    Krieg in der Ukraine, Nahost-Konflikt, Energie- und Sicherheitsfragen, wachsende EU-Skepsis – viele erleben diese Zeit als Dauerkrise. In dieser Folge fragen wir: Kann Europa aus dieser Phase sogar stärker hervorgehen – wenn es entscheidet, nicht nur zu reagieren, sondern zu gestalten?

    Unsere Gästin ist Professorin Daniela Schwarzer, Vorständin der Bertelsmann Stiftung und eine der profiliertesten deutschen Expertinnen für europäische und internationale Politik, Wirtschaft, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie ordnet die Gegenwart als umfassenden Umbruch ein: Sicherheitsordnung, Wirtschaftsordnung, Technologie und politische Kultur verändern sich parallel – und Europa muss darauf eine eigene, handlungsfähige Antwort finden.

    Darum geht’s im Gespräch

    • Krisen als Integrationsmotor: Warum Europa oft dann handlungsfähig wird, wenn es „spürt, was auf dem Spiel steht“ – und was wir aus Eurokrise, Brexit und Pandemie lernen können.

    • Pluralismus als Stärke: Warum Vielfalt in Europa nicht nur Konflikt ist, sondern eine Ressource – wenn Kräfte gebündelt und Interessen klug „gepoolt“ werden.

    • Energiekrise als Lehrstück: Welche Lehre Schwarzer besonders betont: keine gefährlichen Abhängigkeiten – und warum Europas Rationalität nicht automatisch die Rationalität anderer Akteure ist.

    • Hybride Angriffe & Desinformation: Wie Polarisierung und digitale Einflussoperationen Europas Zusammenhalt treffen – und warum Resilienz auch Schutz des demokratischen Diskursraums bedeutet.

    • Mutmacher-Perspektive: Woher Zuversicht kommen kann – nicht durch Wegsehen, sondern durch Klarheit, Prioritäten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

    Eine Folge über Europa als Stabilitätsanker – und über die Frage, wie aus Krisen Reformkraft entstehen kann.

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