Couverture de 2 alte wei(s)se Männer

2 alte wei(s)se Männer

2 alte wei(s)se Männer

De : Kirchberg & Reinhard
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Sie nennen sich selbstironisch „2 alte weis(s)e Männer“, die noch etwas zu sagen haben: Dr. Thomas Kirchberg, bis zu seinem Ruhestand Vorstandsmitglied eines Industrieunternehmens, und Michael Reinhard, zuletzt 21 Jahre lang Chefredakteur der Main-Post in Würzburg. In ihrer aktuellen Mutmacher-Staffel geht es jeden Freitag um das, was in aufgewühlten Zeiten besonders kostbar ist: Orientierung, Zuversicht und Mut. Wo liegen Lösungen? Was macht Mut? Was gibt konkreten Anlass zur Zuversicht? Antworten darauf suchen die beiden alten wei(s)sen Männer bei Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die klug einordnen, Orientierung geben – und für die eine hoffnungsvolle Zukunft keine Utopie ist. Wir lehnen Häme und Verunglimpfung gegenüber Andersdenkenden ab und werben für Respekt, Toleranz und Offenheit.Thomas Kirchberg und Michael Reinhard Economie Sciences sociales
Épisodes
  • Marcel Fratzscher: Was unseren Sozialstaat wirklich heilt
    May 7 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof. Marcel Fratzscher über den Zustand des deutschen Sozialstaats, über Zukunftsangst, Verteilungskämpfe und die Frage, warum Reformen in Deutschland so schwerfallen.

    Fratzscher ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Berlin, und Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er mischt sich seit Jahren pointiert in Debatten über Chancengleichheit, Vermögensverteilung, Steuern, Bildung, Arbeit und sozialen Zusammenhalt ein.

    Gleich zu Beginn beschreibt Fratzscher, was ihm aktuell am meisten Sorge macht: weniger ein einzelnes politisches Problem als eine „mentale Depression“ in Deutschland – eine gesellschaftliche Lähmung, die Veränderung erschwert. Deutschland sei stark auf Stabilität, Konsens und den Status quo ausgerichtet. Das habe über Jahrzehnte gut funktioniert, stoße aber in Zeiten globaler Umbrüche, technologischen Wandels und demografischer Alterung an Grenzen.

    Fratzscher betont unter anderem, Deutschland habe einen starken Sozialstaat, aber er müsse dringend reformiert werden. Besonders die Alterung der Gesellschaft setze Renten-, Pflege- und Gesundheitssystem unter massiven Druck. Die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu Rentnerinnen und Rentnern sinke deutlich – und damit werde die Frage der Finanzierbarkeit immer drängender.

    Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Ehrlichkeit. Fratzscher kritisiert, dass Politik den Bürgerinnen und Bürgern häufig mehr verspreche, als dauerhaft finanzierbar sei. Notwendig seien offene Debatten über Zumutungen, Verantwortung und faire Lastenteilung. Reformen könnten nur gelingen, wenn nicht einzelne Gruppen gegeneinander ausgespielt würden – etwa Jung gegen Alt, Erwerbstätige gegen Bürgergeldempfänger oder Einheimische gegen Geflüchtete.

    Ein wichtiger Gedanke des Gesprächs: Nicht jede empfundene Ungerechtigkeit ist automatisch ein systematisches Gerechtigkeitsproblem.

    Als zentrale Reformfelder nennt Fratzscher drei große Bereiche: eine Sozialstaatsreform, eine Steuerreform und ein stärkeres Europa. Beim Sozialstaat gehe es darum, Rente, Pflege und Gesundheit zukunftsfest zu machen. Beim Steuersystem kritisiert er, dass Arbeit in Deutschland sehr stark belastet werde, während Vermögen vergleichsweise gering besteuert würden. Und Europa sieht er als entscheidenden Rahmen, um wirtschaftliche Stärke, Sicherheit und Handlungsfähigkeit in einer global unruhigen Welt zu bewahren.

    Eine Folge über Reformstau und Verantwortung, über soziale Marktwirtschaft und Generationengerechtigkeit – und über die Frage, wie aus Zukunftsangst wieder Zukunftsvertrauen werden kann.

    Und wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts nachlesen möchten:

    Unser neues Buch ist erschienen:

    „2 alte wei(s)e Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“

    Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

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    52 min
  • Ann Cathrin Riedel: Wie Verwaltung besser funktioniert
    Apr 23 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)e Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Ann Cathrin Riedel über ein Thema, das viele nervt – und zugleich darüber entscheidet, ob ein Staat im Alltag funktioniert: Digitalisierung und Entbürokratisierung. Schon zu Beginn wird klar, worum es eigentlich geht: um Formulare, Zuständigkeiten, Medienbrüche, lange Wartezeiten – und um die Frage, warum Verwaltung für viele Menschen eher Hürde als Hilfe ist.

    Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin von NExT e.V. und eine der profiliertesten Stimmen für Verwaltungsmodernisierung in Deutschland, beschreibt, warum das Bild vom komplett rückständigen Staat zu pauschal ist. Vieles funktioniere längst besser, als man gemeinhin glaube – nur eben sehr unterschiedlich, je nach Kommune, Lebenslage und konkretem Kontakt mit Behörden. Gleichzeitig zeigt sie schonungslos, wo die eigentlichen Probleme liegen: in zersplitterten Zuständigkeiten, fehlenden gemeinsamen Standards, unverständlichen Formularen und einer Verwaltung, die noch zu oft aus sich selbst heraus denkt statt vom Nutzer aus.

    Im Gespräch geht es auch um die Grundfrage, was Entbürokratisierung überhaupt heißen soll. Riedel macht deutlich: Bürokratie ist nicht per se schlecht, sondern schützt vor Willkür und sorgt für Fairness. Das Problem beginnt dort, wo Regeln ihre eigene Wirkung nicht mehr überprüfen lassen, wo Prozesse unnötig kompliziert werden und wo Bürgerinnen und Bürger an Anträgen scheitern, die selbst für Akademiker kaum verständlich sind. Gerade bei sensiblen Themen wie Wohngeld, Elterngeld oder Vorsorge zeigt sich, wie sehr ein Staat Vertrauen verspielen kann, wenn Hilfe nicht schnell, klar und zugänglich organisiert ist.

    Außerdem sprechen wir darüber, warum Deutschland beim digitalen Staat trotz vieler guter Einzelbeispiele oft nicht vorankommt: zu viele Insellösungen, zu wenig Nachnutzung, zu wenig Mut zur Standardisierung. Riedel erklärt, weshalb der Föderalismus nicht das Hauptproblem sein muss, warum technische Grundlagen wie Registermodernisierung so entscheidend sind – und was wir von Estland, Dänemark oder auch überraschenden Vorreitern wie Griechenland lernen können. Ihr Mutmacher am Ende: Es gibt längst funktionierende Lösungen, engagierte Menschen in den Verwaltungen und viele konkrete Ansätze, an die man anknüpfen kann. Deutschland muss das Rad nicht neu erfinden – aber endlich konsequenter rollen lassen.

    Eine Folge über einen Staat, der digitaler, verständlicher und handlungsfähiger werden muss – und kann.

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  • Gesine Schwan: Wie vereint ist Deutschland wirklich?
    Apr 16 2026

    In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit der Politikwissenschaftlerin Prof. Gesine Schwan über eines der großen deutschen Dauerthemen: das Verhältnis von Ost und West – und die Frage, warum auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung bei vielen Menschen noch immer das Gefühl bleibt, dass die Einheit unvollendet ist.

    Gesine Schwan gehört seit vielen Jahren zu den klügsten und klarsten Stimmen, wenn es um Demokratie, Gerechtigkeit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft geht. Die Politikwissenschaftlerin, frühere Viadrina-Präsidentin und zweimalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, verbindet wissenschaftliche Schärfe mit großer politischer Erfahrung.

    Im Gespräch geht es um Erwartungen und Versprechen der Nachwendezeit, um enorme Fortschritte bei Infrastruktur und Lebensverhältnissen, aber auch um das, was sich nicht so leicht aufholen lässt: fehlende Anerkennung, mangelnde Repräsentation, biografische Brüche und das Gefühl vieler Ostdeutscher, nicht wirklich gehört oder mitgemeint zu sein. Gesine Schwan beschreibt, warum politische und wirtschaftliche Angleichung allein nicht ausreichen, wenn Respekt, Teilhabe und Sichtbarkeit fehlen.

    Außerdem geht es um die Frage, welche Defizite bis heute geblieben sind, warum das Thema „gleichwertige Lebensverhältnisse“ weit über Geld und Förderprogramme hinausgeht und welche Rolle ostdeutsche Erfahrungen in Politik, Gesellschaft und Führungsetagen spielen. Auch der Erfolg der AfD wird eingeordnet – nicht verkürzt als rein ostdeutsches Phänomen, sondern als Ausdruck tieferer politischer und gesellschaftlicher Spannungen.

    Zugleich ist diese Folge kein Abgesang auf die deutsche Einheit. Im Gegenteil: Gesine Schwan zeigt auch, wo Deutschland zusammengewachsen ist, was gelungen ist und warum es sich lohnt, weiter an einem Land zu arbeiten, das Unterschiede nicht verdrängt, sondern ernst nimmt. Es geht um Demokratie, um soziale Würde, um Zugehörigkeit – und um die Frage, wie aus formaler Einheit echte innere Verbundenheit werden kann.

    Eine kluge, ruhige und zugleich hochaktuelle Folge über Anerkennung, Gerechtigkeit und den Zustand unseres Landes.

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