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Ghettokinder

De : Anais C. Miller
Lu par : Dominique Reitinger
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Eine wahre Geschichte über Missbrauch und Gewalt in der Familie

„Was ich am meisten fürchte, ist Macht mit Straffreiheit. Ich fürchte den Machtmissbrauch und die Macht zum Missbrauch."

Seit ich denken kann, schlug, vergewaltigte und misshandelte mich mein Vater. Mein älterer Bruder Branco tat es ihm gleich. Er machte dasselbe mit mir und meiner jüngeren Schwester Jenny. Branco lernte von unserem Vater, dass Frauen Dreck sind und ebenso behandelt gehören. Mama guckte dem Treiben zu.

Sagte nichts. Trocknete unsere Tränen nicht.

Irgendwann weinten wir nicht mehr.

Große Mädchen weinen nicht.

Wir hatten Angst. Nicht nur vor unserem Vater, sondern vor den Menschen, die in unserem Bezirk wohnten.

Wir lebten und wuchsen im Ghetto auf. Ein Ort, an dem zarte Seelen, die das Gesetz der Gesetzlosen nicht akzeptieren wollen, tagtäglich ums nackte Überleben kämpfen, um nicht zu verrecken.

Mein Bruder verging sich auf offener Straße an kleinen Mädchen. Niemand sagte etwas. Alle sahen weg.

Kinder wurden gemobbt und von ihren eigenen Familien ausgegrenzt, einige von ihnen begingen Selbstmord in ihren unerträglichen Seelenschmerzen.

Die Polizei und das Jugendamt schlugen einen Bogen um die zerfallenen und düsteren Baracken, vor denen die fetten Bonzenkarren standen, obwohl von den Eigentümern niemand einer anständigen Arbeit nachging.

Sie hurten, soffen, dealten und pöbelten sich durch das triste Grau ihres verlogenen Alltags.

Eines Tages dachte ich darüber nach, mein Schweigen zu brechen. Schwer traumatisiert, fasste ich einen folgenschweren Entschluss, für den ich bis an mein Lebensende weglaufen und bitter bezahlen werde…

©2026 Jeannine Piekenbrock (P)2026 Jeannine Piekenbrock
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