Katechon
Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart
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Lu par :
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Claus Vester
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De :
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Volker Weiß
Die Ideologie hinter Peter Thiel, Donald Trump und Co.
Vom Tech-Milliardär Peter Thiel bis hin zum russischen Ultranationalisten Alexander Dugin – neuerdings bemühen alle ein biblisches Motiv: den Katechon. Als geheimnisvolle Kraft kann er das Böse aufhalten, seine irdische Gestalt soll wahlweise Trump oder Putin sein. Über eine Figur der politischen Theologie, mit der alles begründet, aber nichts erklärt werden kann.
Wer ist der »Katechon«? Seit einiger Zeit verkünden rechte und religiöse Fundamentalisten, dass eine höhere Kraft den »falschen Verheißungen« des »Antichristen« entgegentrete. Diese Verlockungen gaukeln als Werte einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft den Menschen Sicherheit und Stabilität vor, während sie doch in Wahrheit nur Werke des Teufels sind. Mit dem Katechon als »Aufhalter« dieses Bösen wird nun eine theologische Figur in den Dienst genommen, um die Politik der extremen Rechten zu legitimieren. Der Essay geht den Spuren des »Katechon«-Motivs bis in die Schriften des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt nach. Weiß untersucht in seinem Essay die aktuelle Renaissance eines eigentlich antiken, biblischen Begriffs, der in den letzten Jahren rasant zum intellektuellen Kern- und »Zauberwort« der globalen radikalen und populistischen Rechten geworden ist. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff verwendet, um emanzipatorische, progressive Bewegungen (wie den Klimaschutz oder gesellschaftliche Aufklärung) als »falschen Messias« zu brandmarken, dem man sich entgegenstellen müsse.
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