Couverture de 7. Levinas und eine Andere Unendlichkeit

7. Levinas und eine Andere Unendlichkeit

7. Levinas und eine Andere Unendlichkeit

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Der Tod spielt in jeder ernstzunehmenden Philosophie eine extravagante Rolle. Diese bewegt sich zwischen zwei Polen, der emotionslosen, rationalen Anzeige der Endlichkeit auf der einen und der existentialistisch ultimativen Bedrohung des Sinns auf der anderen Seite.

Der Tod kommt dabei als das Nichts daher, das dem Sein und dem Sinn entgegensteht, und damit paradoxerweise, im Gewahrwerden der eigenen Endlichkeit, doch wieder ein erhabenes Gefühl für die Unendlichkeit oder einer anderen Wirklichkeit vermittelt.

Levinas nun treibt die existentialistische Sinnebene auf die Spitze, in dem er den Tod eben nicht wieder, im Sinne der abendländischen Philosophie und des Cogito ergo sum, primär vom eigenen einsamen, nur auf sich bezogenen Subjekt versteht.

Der Tod ist vielmehr für ihn der Tod des Menschen, der mir begegnet, der Tod des sogenannten Anderen. Es ist dies für Levinas die absolute Bedrohung jenseits aller eigenen psychischen Disposition, und damit seine besondere Form der Unendlichkeit.

Levinas nimmt das Subjekt damit nicht durch sich selbst, sondern durch den Mitmenschen in eine metaphysisch moralische Geiselhaft, der es nie entkommen kann.

Haben wir, nach langer vergeblicher Suche, damit vielleicht doch einen archimedischen Punkt gefunden, der uns die künstliche Intelligenz moralisch zähmen lässt.

Denn ist nicht die künstliche Intelligenz nur dadurch so mächtig geworden, weil sie die ultimative Konsequenz des rationalen, auf sich bezogenen Subjekts ist, und sie den Menschen im funktionalen Denken damit so weit hinter sich lassen kann?

Nur dadurch gelingt ihr doch die komplette Assimilation alles Wirklichen in ihre eigene, alles menschliche assimilierende, superintelligible Totalität.

Wir werden sehen. Es ist einen Versuch wert.

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