Schmerz statt Kommerz
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Lu par :
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Ninoschka Schlothauer
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Harald Geil
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De :
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Hartmut Lühr
À propos de ce contenu audio
„Schmerz statt Kommerz“ von Hartmut Lühr
Ein Amoklauf in Echtzeit – live im Radio seziert.
Donnerstagvormittag, West-Berlin. Schüsse auf dem Kurfürstendamm. Ein einzelner, schwer bewaffneter Mann rennt durch die Straßen, feuert Warnschüsse ab und zerschießt das Schaufenster eines Möbelhauses mit russischer Flagge. Reporter Andrè Huber ist zufällig vor Ort und berichtet live ins Studio zu Moderatorin Sylvie.
Was als klassischer News-Ticker beginnt, wird zur scharfen Satire: Je länger die beiden sprechen, desto mehr verrutschen die Maßstäbe. Der Täter mutiert vom „Geistesgestörten“ zum „ganzen Kerl“, zum traurigen Romantiker einer untergegangenen Männlichkeit, zum entrückten Kämpfer gegen eine verweichlichte Moderne. Die Moderatoren schwanken zwischen Betroffenheitsfloskeln, Zynismus, Verharmlosung und verstörender Bewunderung. Als der Mann sich schließlich vor der russischen Botschaft selbst richtet, wird der Suizid zur finalen pathetischen Geste – und zum Anlass für philosophische Abschweifungen über Testosteron, Staat und Gewalt als letztes Mittel.
Hartmut Lührs Hörspiel ist eine beißende Medien- und Gesellschaftssatire: über den Live-Bericht als Spektakel, die Sehnsucht nach archaischer Stärke in einer als entmannt empfundenen Welt und die hilflose Rhetorik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angesichts seiner Entfremdung von den 'normalen' Menschen. Die Dialoge sind schnell, pointiert, voll bitterem Humor – und treffen schmerzhaft genau.
Besetzung: Ninoschka Schlothauer (Moderatorin), Harald Geil (Reporter) - Spieldauer: ca. 21 Minuten Genre: Politische Satire / (Kurz-)Hörspiel / Medienkritik Themen: Amoklauf, Männlichkeitsbilder, Medien im Ausnahmezustand, Berlin-Mythos, Gewalt als Projektionsfläche
Ein Hörstück, das unter die Haut geht – weil es so unbehaglich präzise zeigt, wie wir Gewalt kommentieren, deuten und unwillkürlich kategorisieren müssen, um sie zu ertragen.
Please note: This audiobook is in German.
©2010 Hartmut Lühr (P)2026 Hartmut Lühr