Épisodes

  • 156 — Neues liegt in der Luft?
    Jul 14 2026

    Nach dem hervorrageden Gespräch mit Prof. Liessmann bin ich gleich mal auf Urlaub gegangen und jetzt gibt es nach dem Urlaub eine spontane und sehr anekdotische Episode zu einem Thema, das mich während des Urlaubs untergekommen ist. Der Titel der Episode lautet: Neues liegt in der Luft?

    Wie kommt es dazu, dass fast alle großen Entdeckungen parallel von verschiedenen Menschen gemacht werden?

    Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise Das Buch zum Podcast!

    Was ist das »adjacent possible?« Wie kommt es zu diesen Mehrfachentdeckungen, sowohl in Technik, Wissenschaft aber auch in der Kultur? Was sind wesentliche und spannende Beispiele dafür?

    »Ein Baum verleiht jenem Baum, der aus ihm hervorgeht, Ordnung und Organisation, ohne die Ordnung zu kennen: ein Tier in gleicher Weise seinem Nachkommen; ein Vogel seinem Nest; und Beispiele dieser Art sind in der Welt sogar häufiger anzutreffen als solche Fälle von Ordnung, die aus Vernunft und Planung entstehen. Zu sagen, dass all diese Ordnung bei Tieren und Pflanzen letztlich aus einem Entwurf [Design] hervorgeht, ist eine petitio principii [eine Erschleichung der Voraussetzung]; und dieser wichtige Punkt lässt sich nicht anders feststellen, als indem man a priori beweist, dass Ordnung ihrer Natur nach untrennbar mit dem Denken verbunden ist und dass sie niemals von sich aus oder aus ursprünglichen unbekannten Prinzipien der Materie zukommen kann.«, David Hume

    Gilt die »Great Man in History« Theorie auch in der Innovation?

    Wer hat nun Erfolg und was sind die Rahmenbedingungen?

    Ist Wissen(schaft) wertfrei oder kann der Pfad gesteuert werden? Wie?

    »Science is like a knife. If you give it to a surgeon or a murderer, each will use it differently.«, Wernher von Braun (1912 - 1977)

    Andere Episoden

    • Episode 155: Freiheit oder Sicherheit? Ein Gespräch mit Prof. Konrad Paul Liessmann
    • Episode 153: Potent Stuff, A Conversation with Prof. Jacob Howland
    • Episode 150: Wie kommt Neues in die Welt?
    • Episode 144: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive
    • Episode 141: Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
    • Episode 136: Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
    • Episode 131: Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
    • Episode 128: Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
    • Episode 107: How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
    • Episode 104: Aus Quantität wird Qualität
    • Episode 90: Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)

    Referenzen

    • David Hume, Dialogues Concerning Natural Religion (1779), Part II (spoken by the character Philo, who often represents Hume’s skeptical views)
    • Physics in History Zitat
    • Eliezer Yudkowsky, „Pausing AI Developments Isn't Enough. We Need to Shut it All Down", TIME, veröffentlicht am 29. März 2023.
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    18 min
  • 155 — Freiheit oder Sicherheit? Ein Gespräch mit Prof. Konrad Paul Liessmann
    Jun 29 2026
    Zum Beginn der Ferien freue ich mich, Ihnen eine ganz besondere Episode mit dem Titel »Freiheit oder Sicherheit« präsentieren zu dürfen. Eine besondere Episode deshalb, weil mein Gast Prof. Konrad Paul Liessmann ist. Konrad Paul Liessmann ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Wien. Aber er ist nicht nur wissenschaftlich äußerst erfolgreich. Er steht auch seit Jahrzehnten als herausragender Beobachter und wichtiger Kritiker der kulturellen und politischen Landschaft in der Öffentlichkeit. Öffentlichkeit meint damit dutzende Bücher, unzählige Artikel in Zeitungen und Magazinen sowie Auftritte in Fernsehen, Radio und Veranstaltungen aller Art. Für die Hörer dieser Episode möchte ich besonders die folgenden Bücher hervorheben: Theorie der UnbildungLauter LügenWas nun? Eine Philosophie der Krise . Prof. Liessmann ist auch Intendant des Philosophicums Lech, das im September unter dem Titel »Betreutes Denken« stattfindet. Ein Thema, das perfekt zu diesem Podcast passt; ich hoffe, Ihnen dazu im Herbst noch mehr Informationen bieten zu können. Für mich persönlich war es eine ganz besondere Freude, dass Prof. Liessmann sich Zeit für ein Zukunft-Denken-Gespräch genommen hat, da ich seine Artikel und Bücher seit mindestens 30 Jahren mit großer Bereicherung lese. Hinzu kommt, dass er seine fundierte Kritik etwa am Bildungssystem oder an der Universität schon als aktiver Wissenschafter deutlich vorgetragen hat, im Gegensatz zu vielen anderen, die dies nur hinter vorgehaltener Hand tun. Viele Themen die wir in diesem Gespräch ansprechen, diskutiere ich auch in meinem neuen Buch: Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise. Ich beginne das Gespräch mit der grundlegenden Frage: Was ist der Mensch? Ist der Mensch von Natur aus gut und wird verführt oder von der Natur her schlecht und muss eingehegt werden? »In der Antike wird der Mensch als Wesen betrachtet, das zwischen Extremen hin und her pendeln kann. Aber gleichzeitig durch seine Vernunftbegabung die Möglichkeit hat, das Bessere zu wählen und das Schlechtere zu vermeiden.« Was hat sich in der Betrachtung des Menschen von der klassischen Tugendlehre bis heute verändert? »Wenn wir ein Naturwesen sind — was ist die Natur?« Einer der häufig genannten Denker in diesem Themenfeld ist Thomas Hobbes: »Im Naturzustand ist der Mensch dem Menschen ein Wolf.« Liegt der Ursprung der Konflikte darin, dass wir gleich sind? Ist der Mensch gar von Natur aus gut, wie Jean-Jacques Rousseau annimmt? Gibt es folglich keinen zivilisatorischen Fortschritt oder wird gar das Bild eines vermeintlich »edlen Wilden« verherrlicht? Behindern also, konsequent weitergedacht, Wissenschaft und Kunst die Humanität und führen zu Rückschritt statt Fortschritt? Oder sollten wir uns eher an Immanuel Kant orientieren? »Der Mensch ist nicht von Natur aus böse, er ist aber auch nicht von Natur aus gut. Er ist ein Wesen, das verschiedene Motivlagen in sich hat.« Aber all diese Fragen scheinen nur Sinn zu ergeben, wenn wir handlungsfähige Wesen sind. Verfügen wir nun über Handlungs- und Willensfreiheit? Unterliege ich also meinen Neigungen oder bin ich in der Lage, mich zu entscheiden, diese zu verändern? Folgen wir wieder Immanuel Kant? »Man kann natürlich darüber diskutieren, ob der Mensch ein freies Wesen ist. Tatsache ist, wir müssen uns das wechselseitig unterstellen und tun es auch.« Gilt die kühne These der politischen Geschichte: »Das Problem war nie, ob Menschen frei sind, sondern das Problem war immer, wie kann ich ihnen diese Freiheit nehmen.« Ist also der Mensch von Natur aus frei? Damit sind wir im Gespräch beim Begriff der Freiheit angelangt. Wie hat sich dieser Begriff auch über die vergangenen Jahrhunderte verändert? »By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.« John Stuart Mill (1859) Was war die programmatische Rolle der Französischen Revolution? Kann die Romantik und damit die Idee der romantischen Liebe als frühes Emanzipationsmodell gesehen werden? Was sind die Ideen der Freiheit des 19. Jahrhunderts von John Stuart Mill über Karl Marx bis Hegel? »Freiheit ist [nach Mill] etwas, das sich gegen jetzt nicht mehr legitimierbare Herrschaftsansprüche richtet. Das muss man wieder in Erinnerung rufen, weil wir das vergessen haben. Die Erklärung der Menschenrechte war eine Erklärung von Abwehrrechten. Man hat versucht, die Zugriffe des Staates auf den einzelnen Bürger abzuwehren. Menschenrechte waren immer Individualrechte, nie Kollektivrechte.« Freiheit bezieht sich also unter anderem auf Eigentum, freie Religionsausübung, freies Denken, Bewegungsfreiheit, wirtschaftliche Freiheit. Heute sprechen viele hingegen, als ginge es um Anspruchsrechte. Wie hat sich das verändert? Wie ist dieser unglaubliche Paradigmenwechsel, der die Idee der Menschenrechte neu definiert, in den letzten Jahrzehnten zustande gekommen? »Wir waren die ersten, ...
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    1 h et 11 min
  • 154 — Software: Von der Maschine zum Ökosystem?
    Jun 7 2026

    Die Frage, wo Wissen und Expertise in einer Gesellschaft liegen und wie wir mit der daraus entspringenden Komplexität umgehen können ist einer der wesentlichen Themen meines neuen Buches

    Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise.

    Lesen Sie dort mehr über die tieferliegenden Prinzipien und Folgen. Auch die Tatsache, dass es hier wiederkehrende Phänomene gibt, derer man sich bewusst sein sollte.

    Nun kommt eine neue Dimension dieses Themas auf uns zu — Software. Und das ist das konkrete Thema der heutigen Episode.

    Achtung: nicht abschalten, nur weil Sie kein Softwareentwickler sind: dieses Thema und damit die Episode ist von sehr prinzipieller Bedeutung. Software ist das Nervensystem unserer Gesellschaft. Sie bestimmt in immer größerem Maße, wie unsere Welt funktioniert, oder fallweise auch nicht funktioniert, sie eröffnet neue Möglichkeiten aber auch erhebliche Risiken.

    Die Frage, wie Software mit unserer Welt interagiert, ist daher kein Expertenproblem (alleine), sondern eines, das alle Menschen beschäftigen sollte.

    Die aktuellen Entwicklungen der künstlichen Intelligenz scheinen Software auf systemischer Ebene sehr grundlegend zu verändern. Auf eine Weise, die folglich allen Menschen in einer modernen Gesellschaft bewusst sein sollte.

    Diese Episode soll wieder zum Nachdenken und Widerspruch anregen — schreiben Sie mir Ihre Ideen!

    Andere Episoden

    • Episode 150: Wie kommt Neues in die Welt?
    • Episode 148: Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
    • Episode 147: Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger
    • Episode 139: Komfortable Disruption
    • Episode 135: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
    • Episode 134: Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
    • Episode 132: Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
    • Episode 129: Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
    • Episode 123: Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
    • Episode 122: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
    • Episode 121: Künstliche Unintelligenz
    • Episode 109: Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
    • Episode 104: Aus Quantität wird Qualität
    • Episode 69: Complexity in Software
    • Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
    • Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
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    22 min
  • 153 — Potent Stuff, A Conversation with Prof. Jacob Howland
    May 25 2026
    This episode was a particular joy for me. I had the honor to talk with Jacob Howland. We start with LSD—talking about it, that is — go back to the steam engine in ancient Greece to return to the 20th century’s nuclear bomb and today’s artificial intelligence. What is the interplay of the human condition with ever more potent technology? What constitutes progress, education, and how can we deal with the challenges of our time? Jacob Howland served as Provost and Dean of the Intellectual Foundations Program at the University of Austin from 2022 to 2025, and before that, as McFarlin Professor of Philosophy at the University of Tulsa. He is the author of five books on Plato, Kierkegaard, and the Talmud, and over sixty articles on literature, politics, and the academy for general readers. He will be a Distinguished Visiting Professor in the School of Civic Leadership at the University of Texas during the academic year 2026-27. I was intrigued by a conversation Jacob had with Jordan Peterson talking about the CIA gets its hands on LSD. Jacob described the situation as “This is potent stuff, what can we do with it?” Was this a special case or is this our general approach to innovation? Is innovation thus simply reasoning backwards? What is technology? Since when do we speak of technology? “The marshalling or harnessing of significant social resources for the explicit purpose of advancing and applying science.” Mastering and possession of nature, as Descartes put it, is a core aspect of that. During that process, is the focus put too much on the means, while the ends might get lost? “The means justify the end? […] We can do this, therefore we should do it.” Innovation and the mindset of the time — do people even understand what was just invented? Example: the steam engine in antiquity. How does the world appear to people in antiquity, in the Christian tradition, and later in the modern age? Or in other words: when did transforming the world become an objective? Descartes already understands that: “Desire is implicitly infinite.” This shifts the relationship between man and world. In what way specifically? “When we take away the limits of desire, we open up an infinite and unlimited desire for wealth, an unlimited desire for new devices, conveniences and so forth.” Descartes already expresses that if we become the masters of nature, we might be able to find a way to limit the infirmities of old age and to extend life. What was the role of Francis Bacon in The New Atlantis? What role did he play for science? Contemplating the history of technology and science, it appears we are treating new inventions and innovations like children — even those with extraordinary potential. How could we have survived this attitude? “Technology contains its own fatality.” What changed between the nuclear bomb and the advent of artificial intelligence? “We are going to have to trust AI more and more, but we don’t actually know if it is trustworthy.” What can we learn from Greek mythology about these complexities of technology? What is Pandora’s box? “We exchange one kind of fatality for another.” Technology can be transgressive and totalising. How? “If the idea is to remove all limits, which would be a way of being like God, then, because we are human beings, we will just descend into chaos. […] You can take human beings out of chaos, but you cannot take the chaos out of human beings.” Is it true that interesting things happen at the edge of chaos, as Stuart Kauffman expressed it? “When you just have order without the vitality that comes from transgression, you have decay, you have fossilised formalism.” Henry Adams stated, about 100 years ago: Can the speed of change become too fast for human societies and thus fundamentally destabilising? “We have a hard time holding two opposing thoughts in our mind.” But this seems to be increasingly important — a fundamental human skill, in fact. How is this important to assess progress? What changed in the attitude towards progress, especially with young people? “Moderns and late moderns (us) believe that we can solve problems.” The way we address complex problems was discussed in other episodes. Noteworthy seems a quotation by Thomas Sowell: “There are no solutions, only trade-offs” Can we actually solve a problem in a complex “wicked” environment? How does this help us to understand how technology works? Why is maintenance at the centre of a complex techno-social society? What does that mean specifically? How does politics work, and why will we never arrive at morally perfect situations? Why is impatience rising and creating unreasonable expectations? Why is humility of huge importance in dealing with complex problems, for instance in science? On the other hand, why is it a bad idea to be afraid of your own shadow? “I am more concerned by what the bomb is doing already to young people,” C. S. Lewis. So, how do...
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    1 h et 6 min
  • 152 — Säkulare Glaubensbekenntnisse
    May 11 2026
    Die interessantesten Themen sind ja wohl diejenigen, bei denen man seine Meinung ändert oder zumindest ins Grübeln gerät. Religion beziehungsweise parareligiöse Phänomene interessieren mich seit langer Zeit. Früher hauptsächlich im Sinne der philosophisch oder ontologisch fundamentalen Fragen; also: existiert Gott, wie wäre Gott überhaupt zu denken, falls er existiert, Fragen von Schöpfung, Design, Evolution und dergleichen. Es gibt aber eine zweite Dimension, die ich ebenso mit Jan Juhani zum Teil angesprochen habe, die Frage der operationalen Rolle von Religion. Es scheint recht unumstritten zu sein, dass der Erfolg von Gesellschaften über historische Zeiträume deutlich von Religion abhängig war oder zumindest davon profitiert hat. Faktoren sind dabei: sozialer Zusammenhalt, Strukturbildung und Tradition, das heißt Weitergabe lebenswichtiger Ideen, gesellschaftliche Resilienz, aber auch, und sehr wichtig. Aber auch, und ganz wichtig, Transzendenz — im Tun, nicht nur im Glauben — also z.B. Aktivitäten, die weit über das eigene Leben reichen, von Kunst und Kultur bis zu Technik, Politik oder Bautätigkeit. Anders ausgedrückt: für viele, aber wohl nicht alle Menschen, ist ein religiöses Schema in das ihr Leben eingebettet ist, von großer praktischer Bedeutung (auch wenn sie sich rational dessen nicht bewusst sind). Ich habe, denke ich, in der Vergangenheit diesen zweiten Aspekt unterschätzt. Das ist, vermutlich einer der Gründe, warum wir gerade im Westen so einen defaitistischen Niedergang erleben. Es gibt eine viel zu großen Zahl an Menschen, die sich für progressiv und rational halten, alles ablehnen, was vermeintlich nach Tradition riecht. Sie glauben schlau genug zu sein, ad hoc die Probleme der Welt lösen zu können aber wenn diese Ideen dann aber auf die Realität treffen, fallen sie häufig in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Daraus folgen zwei Fragen: warum ist es nicht gelungen, Ideen hart zu reflektieren und einem Wettbewerb auszusetzen, denn alle sind ja jetzt vermeintlich so rational und nicht mehr gläubig und zweitens, das ist damit verbunden: Wie kam es allerdings dazu, dass gerade diese Selbst-Überschätzer in der Lage waren, zur Eliten zu werden, und die Geschicke Europas (und teilweise der USA) so negativ zu beeinflussen? In dieser Folge diskutiere ich parareligiöse Phänomene, die wir über lange Zeit in säkularen Gesellschaften erleben. Wie sollen wir damit umgehen? Zitate aus dieser Episode: »Der Faszination des Neuen folgt in der Regel die Gewöhnung, die so weit geht, dass wir das Technische gar nicht mehr als das Technische wahrnehmen.« , Klaus Kornwachs ... »One's initial surprise at finding that intelligent people tend to be socialists diminishes when one realises that, of course, intelligent people will tend to overvalue intelligence, and to suppose that we must owe all the advantages and opportunities that our civilisation offers to deliberate design rather than to following traditional rules, and likewise to suppose that we can, by exercising our reason, eliminate any remaining undesired features by still more intelligent reflection, and still more appropriate design and 'rational coordination' of our undertakings.«, Friedrich Hayek ... »Die Beflissenheit, mit der sich dann die deutschen Gelehrten und Wissenschaftler fast ausnahmslos den neuen Machthabern zur Verfügung stellten, ist eins der erschütterndsten und beschämendsten Schauspiele in der ganzen Geschichte des Aufstiegs des Nationalsozialismus.«, Friedrich Hayek Referenzen Andere Episoden Episode 148: Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann Episode 145: Reflexion und Rekonstruktion! Episode 144: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive Episode 141: Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig Episode 138: Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt Episode 135: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich Episode 133: Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher Episode 131: Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert Episode 126: Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski Episode 120: All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher Episode 118: Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis Episode 117: Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer Episode 116: Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle Episode 109: Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr Episode 107: How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg Episode 106: Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger Episode 98: Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann ...
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    28 min
  • 151 — Die Cannabis-Protokolle, ein Gespräch mit Prof. Stephan Schleim
    Apr 24 2026
    Der Titel der heutigen Episode lautet: »Die Cannabis-Protokolle«, und mein heutiger Gast ist Stephan Schleim. Er war in Episode 67 im Jahr 2022 schon einmal zu dem Thema Wissenschaft, Hype und Realität zu Gast. Das war und ist eine wichtige Episode, die ich nur empfehlen kann nachzuhören, falls Sie sie verpasst haben sollten. Heute aber geht es um ein seit langer Zeit gesellschaftlich und politisch heiß umstrittenes Thema: Drogen und Abhängigkeit oder Sucht. Prof. Stephan Schleim ist promovierter Kognitionswissenschaftler, Wissenschaftsphilosoph und hat über 5.000 Studierende im Fach Psychologie ausgebildet, zuletzt als assoziierter Professor für theoretische Psychologie an der Universität Groningen (Niederlande). Zuvor war er Professor für Neurophilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 20 Jahren informiert er auch ein breites Publikum über Fortschritte in Psychologie, Hirnforschung und Psychiatrie, unter anderem in seinem Blog »Menschen-Bilder«. Anlass der heutigen Episode ist sein neues Buch: Die Cannabis-Protokolle. Medizin, Politik und Wissenschaft auf dem Prüfstand. Cannabis wird in dieser Episode ein Thema sein, aber es freut mich, dass wir das Thema Drogen, Abhängigkeit, Substanzen, die Menschen zur Bewusstseinsveränderung nehmen, aber auch Verhaltensweisen, die als Sucht bezeichnet werden, breit angehen. Es handelt sich um ein wirklich relevantes und hochinteressantes Thema, und eines, das perfekt in diesen Podcast passt, denn der Streit um die Frage, was als Droge gilt, was abhängig macht, wie man als Gesellschaft damit umgeht, geht mindestens ins 19. Jahrhundert zurück und wird uns mit Sicherheit noch lange in der Zukunft beschäftigen. Denn der Mensch verwendet seit jeher Substanzen verschiedener Art, um sich zu berauschen, sein Bewusstsein zu verändern sowie in bestimmten sozialen Kontexten und Ritualen. Wo liegt die Grenze zwischen Genuss, Ritual und Sucht? Diese und zahlreiche andere Fragen werden wir in diesem Gespräch thematisieren. Wir beginnen mit der Frage: Was ist eigentlich eine Droge? Woher kommt das Wort, was ist der philosophische und politisch-historische Hintergrund? Wie verändert sich der Begriff über die Zeit? Es gab die erste internationale Verbotsliste beim Opiumkongress in Genf 1925. Was wurde verboten und was waren die Folgen? Zunächst sollten vor allem Opiate verboten werden, aber dann ist durch Gesandte Ägyptens etwas Unerwartetes – was Cannabis betrifft – passiert! So manche Substanz wechselt auch zwischen Arznei und verbotener Substanz hin und her, als Beispiel erwähnen wir Kokain, aber auch Heroin. Wie scharf ist der Drogenbegriff eigentlich? Fallen etwa Substanzen wie Zucker hinein?Woher kommt der Begriff der Pharmazie – pharmakon? Auch in diesem Begriff spiegeln sich die unterschiedlichen Facetten von Substanzen und des Drogenbegriffs wider. Auch Begriffe wie Stimulantien und Genussmittel spielen in dieser Diskussion mit und machen den Diskurs nicht schärfer. Was empfinden wir heute als gefährlich? Hat sich unsere Furcht vor allen möglichen Substanzen ins Extreme gesteigert? Wie viel Eigenverantwortung gestatten wir Menschen noch? Oliver Sacks beschreibt seine Kindheit in England, das Zitat bezieht sich ca. auf die 1940er Jahre: »I had had not the least difficulty getting potassium cyanide from the chemist's, the pharmacy, down the road — it was normally used for collecting insects in a killing bottle — but I could rather easily have killed myself with the stuff. I gathered, over a couple of years, a variety of chemicals that could have poisoned or blown up the entire street but I was careful — or lucky.« — Oliver Sacks Welche Drogen werden in Deutschland und Österreich in welchem Umfang konsumiert? Wie wird (regelmäßiger) Drogenkonsum definiert? Auch die Definition von Drogen ist oftmals enumerativ – also aufzählend –, um das Problem der unklaren Definition zu umgehen. Ist folglich die Drogenpolitik janusköpfig und ist dies überhaupt vermeidbar? Werden psychoaktive Substanzen in den letzten Jahren stärker oder schwächer konsumiert? Und welche Rolle spielen »legale« Arzneien dabei? »In Deutschland hat man inzwischen so viele Antidepressiva Jahr für Jahr verschrieben, dass man fünf Millionen Menschen tagtäglich damit behandeln könnte.« Das hat sich seit 1990 verelfacht. Wie sieht es mit den verbotenen Substanzen aus? »Der Anstieg hat schon vor der Teillegalisierung [von Cannabis] angefangen.« Ergeben Verbote Sinn, wenn ein nennenswerter Teil der Bevölkerung diese ignoriert und Substanzen wie Cannabis für viele bereits zum Alltag geworden sind? Hat als Substanz der Wahl (Jugendlicher?) Cannabis Alkohol abgelöst? Ist man mit der Legalisierung zu weit gegangen? Welche Rolle spielt Werbung für pharmazeutische Substanzen (auch Cannabis) – auch da gibt es große Unterschiede zwischen den USA und Europa. Was ist unter diesen Rahmenbedingungen eine »vernünftige« ...
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    1 h et 47 min
  • 150 — Wie kommt Neues in die Welt?
    Apr 8 2026
    Wie kommt Neues in unsere Welt? Ich habe das in früheren Episoden so dahingesagt, teilweise im Kontext der Rolle, die künstliche Intelligenz spielt oder spielen könnte. Aber die Frage ist mir im Hinterkopf geblieben, denn ich bin etwas unzufrieden mit der Art und Weise, wie ich das formuliert habe. Dabei geht es mir nicht um die genaue Definition von Worten, denn da stimme ich mit Popper überein, dass man hier nie an ein Ende kommt: “the principle of never arguing about words and their meanings, because such arguments are specious and insignificant.” Ich möchte daher nicht über Definitionen streiten, aber hinter der Frage, wie Neues in die Welt kommt, steckt, glaube ich doch deutlich mehr, als das aus meinen früheren Äußerungen zu erkennen gewesen wäre. Auch diese Episode wird sicher keine endgültige Klärung bringen, besonders nicht im Sinne klarer Worte, aber ich hoffe die Perspektive erweitern zu können und wieder einmal zum Nachdenken anzuregen. In dieser Episode gehe stelle ich folgende Fragen: Was meine ich eigentlich mit »Neuem« das in die Welt kommt? Ich stelle dann eine Brücken- oder Anker-Theorie vor und illustriere an Beispielen was das konkret bedeutet, wie etwa Large Language Modelswann wurde die erste Dampfmaschine erfunden?YouTubeaber auch Seredipitäten wie den Post Its oder Teflon Heronsball oder Aeolipile Woher kommt nun Neues und vielleicht noch wichtiger, von wem? Das ganze führt uns dann zur Frage, was Innovation und Fortschritt bedeuten? Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise Das Buch zum Podcast! Die wesentlichste Frage stellen ich am Ende: wer trägt die Verantwortung und was bedeutet dies für unsere Selbstbestimmung? »The most basic question is not what is best but who shall decide what is best.«, Thomas Sowell Referenzen Andere Episoden Episode 149: Des Pudels Kern, ein Gespräch mit Thomas Pisar Episode 148: Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann Episode 144: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive Episode 139: Komfortable Disruption Episode 137: Alles Leben ist Problemlösen Episode 135: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich Episode 132: Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation Episode 125: Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen Episode 121: Künstliche Unintelligenz Episode 104: Aus Quantität wird Qualität Episode 76: Existentielle Risiken Fachliche Referenzen Karl Popper, Unended Quest, Routledge Classics (2002) Stuart Kauffman, At Home in the Universe: The Search for the Laws of Self-Organization and Complexity, Oxford University Press (1996) Stuart Kauffman, Reinventing the Sacred: A New View of Science, Reason, and Religion, Basic Books (2010) Tamagotchi Film Zurück in die Zukunft (Back to the Future I) Johnny B Good: Ausschnitt aus dem Film »Zurück in die Zukunft« Royston M. Roberts, Serendipity. Accidental Discoveries in Science, Wiley Science Editions (1989) Stephen Ornes, The Unpredictable Abilities Emerging From Large AI Models, Quanta Magazin (2023) Protagoras, Der Mensch ist das Maß aller Dinge in Platons Theaitetos
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    25 min
  • 149 — Des Pudels Kern, ein Gespräch mit Thomas Pisar
    Mar 24 2026
    In dieser Episode freue ich mich, »Dem Pudels Kern« gemeinsam mit Thomas Pisar auf den Grund zu gehen. Worum es gehen wird, wird klar, wenn wir Thomas kurz vorstellen: Thomas ist Physiker, Keynote-Speaker, Executive Advisor und Autor zweier Bücher: Die Pisar Studien und Komplexität als Stärke. Fokus in diesem Gespräch ist hauptsächlich Letzteres. Er ist auch Gastkolumnist in „Die Presse“. Er hat viele Jahre Erfahrung als Manager und zum Schluss als Director in der A1 Telekom Austria gemacht. Ein Umfeld, das reichhaltig zum Sammeln von Erfahrungen rund um das Thema Komplexität ist, besonders eben im unternehmerischen Umfeld. Heute steht Komplexität und wie wir damit umgehen können, wenn die Dinge unsicher und nicht mehr berechenbar sind, im Zentrum seiner Keynotes, Beratungen, Bücher und Trainings. Und genau darüber werden wir auch in der Episode sprechen. Sein Anliegen ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie man zusätzlich zum Effizienzgedanken in der komplizierten auch in der komplexen Domäne erfolgreich handlungsfähig bleiben kann. In dieser Episode wird ein leitender Gedanke sein: vom Teil zum Ganzen und zurück. Wie kann man komplizierte Teile eines Systems verbessern, ohne das komplexe Ganze zu kompromittieren? Sind Naturwissenschaften (als Studium) eine gute Grundlage für verschiedenste Aufgaben, Jobs? Zumindest um strukturiertes, rationales Denken zu lernen? Verwechseln wir Wissen und Expertise – Techne/Ars vs. Episteme/Scientia? Heute spricht man auch häufig von tacit (implizitem) und explicit knowledge – was sind die Folgen davon? Besonders auch im Unternehmen? »Der Inhalt definiert die Form und nicht umgekehrt. Die Methodik ist wichtig, aber sollte dem Inhalt folgen.« Aus welchen Teilen besteht ein Unternehmen eigentlich? Wie ist das Wechselspiel zwischen Business Model und Operating Model? Was hat implizites und explizites Wissen damit zu tun? Warum könnten hier Grenzen der KI liegen? Was lernt KI eigentlich? Wie sehen Machtstrukturen im Unternehmen aus? Welche Rolle spielt das Organigramm in der Praxis? Wie geht man mit dem Unterschied zwischen expliziten und impliziten Hierarchien um? Suchen wir den Schlüssel unter der Laterne, wo das Licht brennt und nicht dort, wo wir ihn verloren haben? Warum scheitert das Naheliegende so häufig: Nach einem Problem wird die politische Spitze oder der Vorstand ausgetauscht – aber es ändert sich nichts. »Die Struktur prägt das Verhalten in der Organisation.« Hat nicht die Kybernetik der 1960er- und 1970er-Jahre viele der Fragen aufgegriffen und richtig beschrieben, oder wenigstens die richtigen Fragen aufgeworfen? Was ist aus der Kybernetik geworden? »Kompliziert kann ich berechnen, komplex kann ich nicht berechnen, kann ich nur ausprobieren.« Was passiert dann, wenn die Prognose selbst das System beeinflusst? »Das Modell verändert die Realität und umgekehrt.« Damit werden Modelle komplexer adaptiver Systeme noch problematischer als Modelle von »nur« komplexen Systemen. Lässt sich dies aber positiv, konstruktiv nutzen? »Wer spricht über Mut? Die Leute, die Angst haben.« Warum fallen wir in Europa mit jedem Jahr international weiter zurück? »Innovation entsteht nicht dadurch, dass ich eine Innovationsabteilung gründe.« … sondern eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Wodurch aber entsteht Innovation? Aspirin als Beispiel der Überschneidung von Innovation und explizitem sowie implizitem Wissen. Was ist Exaptation? Stuart Kauffman spricht dabei von Darwinian Preadaptations. Was ist Assembly Theory und warum kann diese auch für das Verständnis von Innovation relevant sein? »Ein komplexes System steuerst du nicht, indem du noch mehr Regeln daraufpackst. Es gibt immer viel mehr Möglichkeiten als du jemals Regeln definieren kannst.« Das kann zu durchaus kurios wirkenden Erkenntnissen führen, wie Rory Sutherland es ausdrückt: »The opposite of a good idea can also be a good idea.«, »If there would be a logical answer we would have already found it« Wie gehen wir im Unternehmen damit um? »Best Practice ist völlig unangebracht in einer komplexen Fragestellung« Warum die Suche nach dem Beleg der eigenen Idee keine Wissenschaft ist, leider aber in der Fachliteratur immer häufiger wird. Wenn 10.000 Menschen einen Russisch-Roulette-Wettbewerb starten und einmal pro Woche »spielen« – bleibt nach rund neun Monaten also ca. 40 Wochen ein »Gewinner« über. Darf dieser »Meister des russischen Roulettes« genannt werden, weil er das Spiel am besten beherrscht? Warum machen wir aber genau das regelmäßig in Politik und Wirtschaft? »Viele Probleme werden rational verstanden, ändern aber das Verhalten in keiner Weise.« Soziale und andere nicht-rationale Gründe treiben oftmals das Verhalten von Organisationen – auch wenn Rationalität »gespielt« wird. Hat sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts etwas Grundsätzliches verändert, eine Managerial Class entwickelt, die Unternehmen grundsätzlich anders ...
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    1 h et 11 min