Épisodes

  • "Fremde (und) Heimat" - Eine Annäherung mit Susanne Scharnowski, Ségolène Plyer und Patrice Poutrus
    Dec 16 2025

    Deutschland ist eine Migrationsgesellschaft. Was man zurzeit oft hört, ist keine Neuigkeit. Denn die Migrationsgeschichte zeigt: das war schon immer so. Auswandern und Einwandern, Binnenmigration, Flucht und Vertreibung, Gast- und Vertragsarbeiter: Es gibt das moderne Deutschland nicht ohne Migration. Das gilt auch für die Zeit des geteilten Deutschland, als man in der DDR nicht nur besang, wie schön die Heimat sich gemacht habe, sondern auch Millionen deutsche Vertriebene integrierte und zahlreiche Gast- und Vertragsarbeiter aus ‚sozialistischen Bruderländern› aufnahm. In Ost- und Westdeutschland haben all diese und noch mehr Migrationsgeschichten ihre Spuren hinterlassen.

    Wie überall in Europa wurde auch in Deutschland seit mindestens 200 Jahren daher immer wieder neu verhandelt, was »Heimat« ist, wer »dazu« gehört und wer »fremd« ist. Wieso weckt der Begriff der Heimat bei so Vielen positive Gefühle der Geborgenheit, während für andere bei dem Wort auch Ausgrenzung, Abschottung, ja vielleicht sogar Abwehr des »Fremden« mitschwingt? Und: ist der Umgang mit »Heimat« (und »Fremde«) wirklich so typisch deutsch? Was sagen unsere europäischen Nachbarn dazu und wie gehen sie selbst mit ihren Migrationsgeschichten um?

    Gäste:

    • Dr. Susanne Scharnowski ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem zu Natur, Nostalgie und Identitäten. 2019 erschien ihr viel beachtetes Buch »Heimat: Geschichte eines Missverständnisses«.
    • Dr. Patrice Poutrus ist Historiker an der Universität Osnabrück und beschäftigt sich unter anderem mit der jüngeren Migrationsgeschichte in deutsch-deutscher Perspektive. Seine Forschungen zu »Fremde und Fremdsein in der DDR« spiegeln dabei auch seinen eigenen Lebensweg als afrodeutscher Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR wider.
    • Dr. Ségolène Plyer ist Historikerin an der Universität Straßburg und forscht unter anderem zur Migrationsgeschichte des Elsass, Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Bildung transnationaler Wirtschaftsregionen in Zentraleuropa, besonders in Böhmen – oder anders gesagt: zu Fremde und Heimat in europäischer Perspektive.

    Moderation:

    • Dr. Justus H. Ulbricht ist Germanist und Historiker und ist seit Jahrzehnten als Moderator, Referent und Gesprächspartner in der historischen und kulturellen Bildung tätig, vor allem in seinen beiden neuen Heimaten Thüringen und Sachsen.

    Graphic Recording:

    • Salea Rackwitz ist Mediengestalterin, freie Illustratorin und Dozentin an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Mit ihren live-Illustrationen gibt sie Veranstaltungen und Diskussionsrunden einen besonderen Touch und sorgt für witzig-charmante-nachdenkliche »Protokolle«. Das Ergebnis seht Ihr im Video.

    Alle Fotos: Jana Groß

    Graphic Recording: Salea Rackwitz

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    1 h et 32 min
  • Michel Friedman fragt Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat?
    Nov 7 2025

    Es war kontrovers und unterhaltsam, aber auch nachdenklichund aufrüttelnd:

    Zur Eröffnung unseres diesjährigen Festivals hatten wir das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 mit seiner Reihe „Die Gegenwart des Exils: Friedman fragt…“ zu Gast.

    Passend zu unserem Jahres-Motto „Fremde (und) Heimat“ fragte Prof. Dr. Dr. Michel Friedman den ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat?

    Beide kamen schnell ins Gespräch: Was bedeutet ‚Heimat‘ für zwei Menschen, die schon vor Langem nach Deutschland oder Thüringen ‚zugezogen‘ sind? Bald entwickelte sich die Frage angesichts des Zustands unserer Demokratie jedoch weiter: Wann ist das nicht mehr Deine Heimat?

    Den geschichtlichen Hintergrund der Frage „Wie findet man Heimat?“ lieferte Dr. Sylvia Asmus, Direktorin des Exilarchivs: Sie stellte zu Beginn dar, wie Thomas Mann es nach 1945 begründete, nicht aus dem Exil nach Deutschlandzurückzukehren.


    Alle Fotos: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/

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    1 h et 26 min
  • Von Vietnam in die DDR - und ins wiedervereinigte Deutschland. Huong Trute im Gespräch
    Oct 22 2025

    Etwa 100.000 Menschen kamen aus Vietnam in die DDR, und etwa 60.000 waren 1989/90 im Land. Eine von ihnen: Huong Trute. Schon Ende der 1970er kam sie mit 18 Jahren zum ersten Mal zur Ausbildung und zum Studium in die DDR, 1987 zum zweiten Mal, diesmal als Dolmetscherin für Vertragsarbeiter.Auch nach der Wiedervereinigung blieb sie. Heute betreibt die studierte Ingenieurs-Pädagogin das Restaurant “Orchidea Huong” in Wernigerode und wurde vielfach für ihr Engagement in der deutsch-vietnamesischen Community ausgezeichnet.
    Eine sehr persönliche Migrations- und eine sehr bewegte und bewegende Lebensgeschichte…

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    1 h et 16 min
  • Wir schafften das! Dr. Gundula Bavendamm im Gespräch über die Vertriebenen in Ost und West
    Oct 17 2025

    In den hitzigen Debatten über Migration und Integration unserer Tage wird schnell vergessen, wie gewaltig die Herausforderungen im Umgang mit den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg waren. Über 12 Millionen Menschen kamen aus Mittel- und Osteuropa in die westlichen und diesowjetische Besatzungszone, in denen die Städte zerstört waren und die Wirtschaft am Boden lag. Wie gelang trotz dieser Schwierigkeiten ihre Integration? Worin unterschied sich der Umgang in Ost und West? Und wie gehen wir heute mit diesem Teil der deutschen Migrationsgeschichte um?

    Darüber sprachen wir mit Dr. Gundula Bavendamm, derDirektorin des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

    Foto: Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung

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    1 h et 7 min
  • Zweite Heimat Weimar und migrantische Interessen in Ostdeutschland: Ayman Qasarwa im Gespräch
    Oct 7 2025

    Im letzten Jahr der DDR kam Ayman Qasarwa zum Studium nach Thüringen – und blieb. Heute ist er Vorstand von Migranetz Thüringen e.V. und Geschäftsführer DaMOst e.V., dem Dachverband migrantischer Organisationen in Ostdeutschland – und damit eine der wichtigsten Stimmen für migrantische Communities in Ostdeutschland.

    Wir sprechen mit ihm über sein Ankommen in Thüringen in denwilden, auch von starkem Rassismus geprägten Jahren der Wiedervereinigung, über seine zweite Heimat Weimar und darüber, wie wichtig es ist, dass sich migrantische Interessen organisieren. Ihnen eine Stimme geben, Sichtbarkeitschaffen: Was sind die Freuden, Tücken und Herausforderungen dieser wichtigen Aufgabe? Und was ist das Besondere daran, wenn man das in Ostdeutschland tut?

    Ein sehr persönlicher Blick auf seinen Lebensweg mit einemHerzen zwischen zwei Heimaten. Und ein wichtiges Gespräch für mehr Verständnis in der Migrationsgesellschaft…

    Hört selbst.

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    55 min
  • Heimat und Haltung in der Theaterwelt: Hasko Weber im Gespräch
    Sep 17 2025

    Hasko Weber, bis vor kurzem Generalintendant am Deutschen Nationaltheater, spricht mit uns über seine 12 Jahre in Weimar, seinen Aufbruch ans Staatstheater Cottbus und darüber, ob man in der Theaterwelt überhaupt eine „Heimat“ finden kann. Und immer wieder: Wie kann Theater in den Turbulenzen unserer Zeit Haltung zeigen? Ein sehr persönlicher Rück- und ein kleiner Ausblick.


    Foto: DNT Weimar, Andreas Schlager

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    42 min
  • Aslyrecht für Deutsche. Gespräch mit Dr. Michael Mayer (Tutzing)
    Jun 26 2025

    Erste Folge zu unserem Motto 2025: "Fremde (und) Heimat"

    Wir starten in die Podcasts zu unserem Jahresmotto 2025 mit einem Gespräch mit Dr. Michael Mayer von der Akademie für politische Bildung Tutzing.

    Es geht um das Grundrecht auf Asyl und die Frage, wie Art. 16a eigentlich vor über 75 Jahren ins Grundgesetz kam. Es warten einige spannende Einsichten und Neuigkeiten. Denn es waren weniger die heute oft ins Feld geführten "Lehren aus der Geschichte", sondern viel pragmatischere Gründe. Doch hört selbst...


    Titelbild: "Bewohnerinnen und Bewohner des Durchgangslagers für Flüchtlinge aus der Sowjetzone in Wentorf bei Hamburg während des Besuches von Bundeskanzler Konrad Adenauer", Fotograf(in): W. Bodde, 1953, Bundesarchiv, B 145 Bild-P006930

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    56 min
  • Metropolen ohne Strom und Internet: Großstädte des Altertums und der Antike
    Feb 17 2025

    Städtische Siedlungen entstanden ab einem bestimmten Niveau des Wohlstands und der kulturellen Entwicklung entweder durch Zusammenschluss dörflicher Siedlungen zu größeren Einheiten oder sie wurden in einem zeremoniellen Gründungsakt im Zusammenhang mit Kolonisation oder militärischer Eroberung neu angelegt. Einige dieser Städte entwickelten sich zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren größerer Reiche und wuchsen auch in ihrer Bevölkerungszahl und Ausdehnung erheblich an. Reste dieser eindrucksvollen Metropolen kann man auch heute noch bei einem Ausflug nach Rom oder Athen bestaunen.

    Doch wie »funktionierten« diese Metropolen eigentlich? Wie groß waren sie überhaupt? Wo kamen Nahrung und Wasser für so viele Menschen her? Wer regelte den Verkehr und wer räumte den Müll weg? Wir schauen auf die Großstädte der Antike besonders aus diesem sozial- und alltagsgeschichtlichen Blickwinkel. Deutlich wird bei allen Unterschieden, dass diese Städte unseren heutigen (und deutlich größeren) Städten in vielem ähnlicher waren, als man denkt. Selbst ohne Strom und Internet…

    zu Gast:

    Prof. Dr. Stefan Pfeiffer ist seit 2013 Professor für Alte Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und forscht unter anderem zu Ägypten in der griechisch-römischen Zeit.
    Prof. Dr. Charlotte Schubert war von 1993 – 2021 Professorin für Alte Geschichte an der Universität Leipzig. Neben Forschungen zum antiken Athen beschäftigte sie sich auch mit antiker Landverteilung, Medizingeschichte und den Digital Humanities.

    Moderation:
    Dr. Michaela Rücker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Alte Geschichte der Universität Leipzig und forscht u.a. zu antiker Medizin und Magie, Nomadenbildern und Fremdheitsvorstellungen in der Antike.

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    1 h et 17 min