• 31. Neurodiversität - Anders, nicht falsch! Teil1
    Feb 8 2026
    Marco bekommt einen Schreianfall, weil er aufräumen soll. Anna ruft im Sitzkreis ständig dazwischen. Ahmed verliert ein Spiel und wirft vor Wut einen Stuhl um. Mala verweigert jeden Auftrag. John sucht noch einen Platz, während alle anderen längst arbeiten. Kommt dir das bekannt vor? Dann bist du mitten im Thema dieser Folge. Petra spricht mit Ursula und Andrea darüber, was hinter solchen Situationen stecken kann und warum wir Verhalten oft falsch deuten, wenn wir nur auf das schauen, was sichtbar ist, nicht aber auf das, was im Gehirn passiert. Was bedeutet Neurodiversität? Neurodiversität beschreibt die Vielfalt aller Gehirne. Jeder Mensch hat: • eine eigene Art zu denken • eine eigene Art zu lernen • eine eigene Art, Reize und Gefühle wahrzunehmen Das ist Vielfalt – Vielfalt ist normal. Eine Klasse ist also nicht gleich – sie ist vielfältig. Und was heisst neurodivergent? Damit sind Kinder gemeint, deren Wahrnehmung und Informationsverarbeitung vom Durchschnitt abweichen, zum Beispiel bei ADHS, Autismus, Hochsensibilität, Hochbegabung, Lese- oder Rechenschwierigkeiten. Wichtig: Anders, nicht falsch! Ausserdem zeigt die Forschung immer deutlicher: Wir bewegen uns in Spektren, nicht in starren Schubladen. Warum ist „Das Kind will nicht“ oft ein Irrtum? Weil Verhalten ein Ausdruck von inneren Prozessen ist. Ein Kind, das: • reinruft, ist meist nicht respektlos • nicht beginnt, ist selten faul Häufig stecken Stress, Überforderung oder fehlende Regulationsmöglichkeiten dahinter. Viel besser: Das Kind kann gerade nicht. Neurodivergente Kinder brauchen Passung. Wir sprechen unter anderem über: - Motivation & Dopamin: Warum „Du solltest jetzt“ oft nicht reicht - Time Blindness: Wenn es nur „jetzt“ oder „später“ gibt - Reizfilter: Wenn alles gleichzeitig wichtig ist - Impulsivität & die „Gehirnbremse“ - Hyperaktivität als Versuch der Selbstregulation - Stimming: Warum Wippen oder Summen helfen kann - Schwierigkeiten in Empathie unter Stress – und Überempfindsamkeit bei Hochsensibilität - Emotionale Ausbrüche und geringe Frusttoleranz - Rejection Sensitivity: Kritik fühlt sich wie Ablehnung an - Masking: funktionieren nach aussen, erschöpft sein innen - Hyperfokus als riesige Stärke Stressreaktionen oder Überlebens- bzw. Schutzreaktionen des autonomen Nervensystems: Freeze, Flight, Fawn oder Fight: Wenn das Nervensystem übernimmt Freeze – Erstarren Das Kind wirkt blockiert oder wie abgeschaltet. Es sagt nichts mehr, bewegt sich kaum oder kann nicht handeln. Das Nervensystem zieht die Notbremse. Flight – Flucht Das Kind geht aus der Situation. Es zieht sich zurück, läuft weg, vermeidet oder macht nicht mehr mit. Abstand soll Sicherheit bringen. Fight – Kampf Das Kind geht in den Widerstand. Wut, Trotz, Diskussionen oder Aggression können auftreten. Kontrolle soll die Gefahr verringern. Fawn – Anpassen / Gefallen wollen Das Kind versucht, durch Harmonie sicher zu bleiben. Es beruhigt, stimmt zu, hilft, wirkt lieb und kooperativ und stellt eigene Bedürfnisse zurück. Sicherheit durch Anpassung. Neurodiversität bedeutet auch Ressourcen. Viele dieser Kinder bringen mit: • enorme Kreativität • ungewöhnliche Lösungswege • intensives Denken • grosse Ausdauer bei Interesse • feines Wahrnehmen Wenn Beziehung, Umgebung und Aufgabe passen, entstehen beeindruckende Fähigkeiten. Und dann trifft das auf Schule… • Starre Zeitstrukturen • Viele Reize • Schnelle Wechsel • Hohe Anforderungen an Selbstorganisation, Impulskontrolle und soziale Interpretation Für manche Kinder ist das täglicher Hochleistungssport. Unser Ziel dieser Folge Verstehen statt bewerten. Einordnen statt bestrafen. Unterstützen statt beschämen.
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    22 min
  • 30. Es wurde schon immer so gemacht – aber warum eigentlich? oder: Wenn Loslassen Entwicklung ermöglicht. Teil 2
    Jan 4 2026
    Dies ist der zweite Teil zu diesem Thema, weil wir gemerkt haben, dass all eure und unsere Gedanken, Erfahrungen und Beispiele nicht in eine einzige Folge passen. Vieles bewegt uns – und euch – wenn es ums Loslassen im Schulalltag geht. In der Schule halten wir an vielen Gewohnheiten fest. Nicht, weil sie helfen, sondern weil sie vertraut sind und uns Sicherheit geben. Auch in dieser Folge sprechen wir darüber, was wir loslassen können und sollten, weil es nicht mehr zeitgemäss ist, nicht mehr funktioniert oder vielleicht noch nie funktioniert hat. Loslassen ist manchmal unbequem. Aber es schafft Raum für Neues. Inspiriert durch zahlreiche Rückmeldungen aus Instagram und Facebook greifen wir konkrete Beispiele aus der Praxis auf und ergänzen sie mit unseren Erfahrungen. Themen dieser Folge u. a.: • Freispiel anders gestalten • Geburtstage feiern: Jahreszeiten-Geburtstage statt langer Einzelrituale • Elternarbeit neu gestalten • Kreissequenzen verkürzen – selbstbestimmtes Lernen stärken • Znüni neu gedacht: ein freiwilliges Bistro statt gemeinsamer Essenszeit • Warum wir auf manche Spiele, Regeln, Themen und Materialien verzichten • Lernen ohne Einheitsaufträge, Arbeitsblätter oder „Osterhasenpädagogik“ • Offene Fragen, offene Aufgaben, offene Lernwege • Beziehung, Autonomie, Relevanz und Selbstwirksamkeit als Grundlage für Lernen Manches darf bleiben. Manches darf gehen. Und manches entsteht erst, wenn wir den Mut haben, Platz zu machen. Eine Folge über das Loslassen im Schulalltag und darüber, wie dadurch neue Möglichkeiten für Lernen und Entwicklung entstehen.
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    32 min
  • 29. Es wurde schon immer so gemacht – aber warum eigentlich?
    Nov 23 2025
    Ganz ehrlich: Manche Routinen, Rituale, Inhalte und Regeln fühlen sich irgendwann einfach nicht mehr sinnvoll an. Trotzdem bleiben sie bestehen – aus Gewohnheit, aus Zeitmangel oder weil es eben „schon immer so war“. In dieser Folge sprechen wir genau über solche kleinen Alltagsdinge und Situationen im Schulalltag und nehmen sie unter die Lupe. Was darf weg? Mit euren Instagram- und Facebook-Inputs sowie Beispielen aus unserem eigenen Schulalltag schauen wir auf überholte Gewohnheiten, kleine Aha-Momente und die befreiende Erkenntnis, dass manches ohne schlechtes Gewissen aus der «Znüni-Box» fliegen darf. Diese Episode lädt ein zum Reflektieren, Schmunzeln und Weiterdenken. Denn Veränderung beginnt im Kleinen – oft genau dort, wo wir uns fragen: Macht das eigentlich noch Sinn? Hast du weitere Anregungen zum Thema? Dann schreib uns gerne auf Facebook oder Instagram «Out of the Znüni-Box». Ein zweiter Teil wird folgen. Falls du die in dieser Folge erwähnte Podcastfolge ebenfalls anhören möchtest: mal ehrlich – «Viele Ernährungs-Mythen sind Chabis». https://open.spotify.com/episode/0MzNlbPila1rX8hfWrJQkI?si=4725679a2aed44da Wir sind ein unabhängiger, selbst finanzierter Podcast. Unser Ziel ist es, die Kindergartenstufe als entscheidende Bildungsphase sichtbar zu machen, denn sie legt die Grundlagen für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Wir möchten Austausch fördern, Impulse für Veränderungen geben, unterschiedliche Perspektiven zeigen und der Kindergartenstufe die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient.
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    26 min
  • 28. Advent ohne Pflichtgefühl – wir wagen es!
    Nov 8 2025
    In vielen Kindergärten wird die Adventszeit zur Geduldsprobe – für Kinder und Lehrpersonen. Täglich lange, feierliche Rituale – die Kinder fragen sich eher: „Wann gibt’s endlich Znüni?“ statt „Feiern wir morgen wieder Advent?“ In dieser Folge sprechen wir darüber, warum es völlig in Ordnung ist, auf überlange Advents-Rituale zu verzichten (Spoiler: Es gibt kein Gesetz, das dich dazu verpflichtet!). Stattdessen bekommst du konkrete Impulse, wie du die Adventszeit lebendig und kindgerecht gestalten kannst – ohne Sitzfleisch-Marathon. Mach dich bereit für ehrliche Gedanken und praktische Tipps – für eine Adventszeit, die allen Freude macht: auch Kindern, die schnell gelangweilt sind, nicht stillsitzen können oder aktiv mitgestalten möchten. Übrigens: Der in der Folge erwähnte Kinderkochherd ist der „Heiliger Elektroherd“. Er kostet etwa CHF 360.–. In der nächsten Folge sprechen wir zum Thema: „Was hast du aus deinem Kindergarten-/Schulalltag verbannt, weil es einfach nicht mehr passt oder sich nicht mehr sinnvoll anfühlt?“
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    18 min
  • 27. Kartonprojekt «Unterwegs – Fortbewegung selbst gemacht» Teil3
    Oct 27 2025
    Im dritten und letzten Teil unserer Serie nehmen wir euch mit zum Abschluss unseres spannenden Kartonprojekts. Zum Projektende reflektierten die Kinder in ihren Projektgruppen ihre Erfahrungen: • Das ist uns gut gelungen – darauf sind wir stolz. • Das war schwierig. • Das haben wir gelernt. Ein kleines Highlight bildete die Gestaltung kurzer Stop-Motion-Filmchen: Unter der fachkundigen Begleitung des Medienverantwortlichen unserer Schule entstanden kleine, liebevoll animierte Filme. Jedes Fahrzeug wurde fotografiert, digital verkleinert und ausgeschnitten. Anhand eines selbst entwickelten Storyboards erfanden die Kinder eine kurze Geschichte und gestalteten mit der Collagentechnik das passende Hintergrundbild. So erwachten die Karton-Fahrzeuge in ihren Mini-Filmen zum Leben. Den feierlichen Abschluss bildete eine Werkschau, zu der Eltern und Geschwister eingeladen waren. Dabei präsentierten die Kinder stolz ihre Arbeiten und gaben Einblick in den Entstehungsprozess. Das Projekt erwies sich als vielfältig, handlungsorientiert und lernwirksam – eine wunderbare Möglichkeit, kreative Gestaltung, technische Neugier und sprachliche Ausdrucksfähigkeit miteinander zu verbinden.
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    20 min
  • 26. Kartonprojekt "Unterwegs – Fortbewegung selbst gemacht“ Teil2
    Sep 16 2025
    Im zweiten Teil hört ihr, wie die Kinder in den Projektgruppen ihr Fortbewegungsmittel genauer definieren und planen – indem sie es zunächst zeichnerisch festhalten. Im Schreibbüro füllen sie anschliessend gemeinsam mit der Lehrperson den Projektplan aus: Das wollen wir herstellen Dieses Material benötigen wir Dabei hilft uns Besonderes… Danach sprechen wir gemeinsam über den Umgang mit den Werkmaterialien – von Kabelbindern, Heissleim und Ahlen bis zu Malerklebeband und vielem mehr. Zusammen mit den Kindern legen wir wichtige Regeln und Abmachungen für die gemeinsame Projektarbeit fest. Und dann ist es so weit: Aus den Plänen wird Wirklichkeit – das Kartonprojekt nimmt Gestalt an.
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    31 min
  • 25. Kartonprojekt "Unterwegs - Fortbewegung selbst gemacht" Teil1
    Aug 24 2025
    In unserer neuen Folge stellen wir euch ein kreatives und praxisnahes Projekt für das letzte Quartal im Schuljahr vor: das Kartonprojekt „Unterwegs - Fortbewegung selbst gemacht“. Wir geben euch bereits jetzt einen Einblick, damit ihr genügend Zeit habt, dieses Projekt bei euch einzuplanen. Auf Facebook und Instagram unter «OUT OF THE ZNÜNIBOX» findet ihr zudem einige Bilder zu den Projektarbeiten der Kinder. Der Ablauf eines solchen Projekts kann wie gewohnt in folgenden Schritten gestaltet werden: 1. Projektidee, Projektdefinition, Problemstellung 2. Projektplanung: Einen Plan erstellen, den Verlauf visualisieren und wichtige Punkte notieren. Das Ziel ist für alle klar. Wichtig: so viel wie möglich Selbstorganisation und Eigenverantwortung zulassen. 3. Durchführung: Möglichst viele Sinne ansprechen sowie soziales und kooperatives Lernen fördern. 4. Reflexion und Feedback 5. Produkt präsentieren, reflektieren, Rückmeldungen einholen 6. Auswertung Unsere Projektidee: Jedes Kind entscheidet sich für ein Fortbewegungsmittel, das es gemeinsam mit bis zu zwei weiteren Kindern aus Karton herstellen möchte. Jede Gruppe zeichnet ihre Vorstellung des Fortbewegungsmittels auf und füllt zusammen mit der Lehrperson den Projektplan aus: Das wollen wir herstellen /Material/ Besonderheiten … In dieser Folge erzählen wir – zwei Kindergartenlehrpersonen gemeinsam mit unserer Schulleiterin –, wie wir in dieses Projekt gestartet sind und warum das Lernfeld im projektorientierten Arbeiten so vielfältig, kindgerecht und motivierend ist.
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    28 min
  • 24. Mehr Bewegung im Schulalltag
    Jun 29 2025
    Wusstest du, dass das Wort „Bewegung“ aus dem Althochdeutschen stammt und ursprünglich so viel bedeutete wie „etwas in Gang setzen“ oder „etwas verändern“? Schon damals war klar: Bewegung ist mehr als nur körperliche Aktivität – sie steht für Antrieb, Entwicklung und Veränderung. Und genau darum geht es in dieser Folge: Bewegung ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Baustein für erfolgreiches Lernen und eine gesunde Entwicklung – besonders bei Kindern. Denn Körper und Geist sind keine Gegenspieler. Sie arbeiten zusammen. Wer sich bewegt, lernt besser – und bleibt dabei auch noch glücklicher. Eine häufig zitierte Faustregel aus der Pädagogik besagt: Ein Kind kann etwa so viele Minuten stillsitzen, wie sein Alter plus sechs. Das bedeutet: Ein 4-jähriges Kind: ca. 10 Minuten Ein 7-jähriges Kind: ca. 13 Minuten Ein 10-jähriges Kind: ca. 16 Minuten Diese Zeitspanne bezieht sich vor allem auf die konzentrierte Aufmerksamkeit in ruhiger Haltung, z. B. beim Zuhören im Unterricht oder beim Stillsitzen am Tisch. Danach braucht der Körper einen Reiz, einen Impuls – kurz gesagt: Bewegung, um den Geist wieder aufzuwecken. Denn Körper und Kopf gehören zusammen. Warum Bewegung in der Schule also nicht die Kür, sondern die Pflicht sein sollte – und wie wir mehr davon in den Schulalltag bringen – genau darum geht es in dieser Folge.
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    22 min