Épisodes

  • Ostern ist eine verrückte Sache
    Apr 9 2026
    Ostern ist eine verrückte Sache. Nicht nur jetzt in Zeiten von Kriegen, abgedrehten Machthabern und blockierten Meeresengen. Ostern ist eine verrückte Sache. Ostern verrückt nämlich alles. Der Stein, die Grabplatte, als Endpunkt ist einfach weggerollt, weggerückt, weggeschoben. Ein junger Mann sitzt im Grab und bringt die Botschaft des Lebens. Sonst galt wenigstens eins als wirklich sicher: Tot ist tot. Noch nicht mal das gilt seit Ostern mehr. Der Tod ist weggerückt. Und die Botschaft heißt: Geh dahin, wo das Leben pulsiert. Da findest Du den Lebenden. Ostern verrückt unsere Erfahrungen – vom Tod zum Leben – von der Resignation zum Mut – von der Verzagtheit zum Neubeginn.Ostern will gegen jeden Augenschein auf Leben hoffen. Vielleicht tun sich deshalb selbst fast 40 Prozent aller Christen hier in Deutschland so schwer damit, an die Auferstehung zu glauben; vielleicht weil sie so wenig Hoffnung haben. Ostern ist das Fest des Unmöglichen. Es beginnt am Grab, dem Ort der Trauer, wo uns die geliebten Menschen zunächst genommen sind. Das Grab sagt: Das wars und bleibt als Ort der Erinnerung und wirkt wie der Augenschein des absoluten Endes. Aber selbst das leere Grab sagt absolut noch nichts. Die Ratlosigkeit und das Erschrecken bleiben noch lange. Die Jünger und Jüngerinnen sind ziemlich entsetzt und ratlos und wissen mit der Situation nicht umzugehen.Wir heutigen Christen singen oft so schnell und unbedarft das Halleluja und verstehen alle die nicht; die nicht glauben können. Ostern ist die Einladung nicht zum festhalten sondern zum glauben. Geh ins Leben zurück, nach Galiläa, ist die Botschaft an die Jünger. Geh dahin, wo die Zeichen des Lebens vorsichtig aufknospen. Entdecke die Zeichen des neuen Lebens: ein Neugeborenes, eine überstandene Krankheit, eine gelungene Versöhnung, eine Prüfung, die im dritten Versuch bestanden wird. Versuche dann ein zaghaftes, vorsichtiges Halleluja. Vielleicht wird es im Laufe der Zeit größer und kräftiger. Und selbst dann und trotzdem: Ostern ist und bleibt eine verrückte Sache.
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  • Auferstehung ist ein großes Wort
    Apr 8 2026
    Während einer Tagung hat eine Schwester im Morgenlob einen wundervollen Text vorgelesen, der so voller schöner, österlicher Bilder ist, dass ich ihn gerne heute in der Frühe lesen möchte. Er heißt im niederländischen Original "Opstanding" und ist von Jaap Zijlstra, ins Deutsche übersetzt von Katharina Kluitmann.AuferstehungAuferstehung ist ein großes Wort.Ich versuche, es kleiner zu sagen, Maßstab 1:10.000Auferstehung ist Wachwerden und die Drosseln rufen von den Dächernund die Raben von den Kanzeln: Jesus lebt!Auferstehung ist Luther, der nicht mehr dagegen ankam und in großen Buchstaben auf seine Tafel schrieb: "vivit" – Er lebt!Auferstehung ist meine Mutter, totgesagt von allen möglichen Ärzten und einem rasend schlauen Professor. Aber schau: Sie lebt, dreimal mehr als ein Hausspatz.Auferstehung ist eine Dauerwelle aus Blumen, ein Graben voll Leben. Besser kein Vogel in der Hand und zehn in der Luft.Auferstehung ist der Grabstein von Martin Luther King und darauf die Buchstaben:"Gott sei Dank, ich bin endlich frei!"Auferstehung ist Licht, das zurückkehrt zur Sonne, Regen zu den Wolken, Worte zurück in meinen Mund.Auferstehung ist ein Wunder, eine Verwunderung.Du reibst dir die Augen, es ist helllichte Nacht!Auferstehung ist ein Kichern von Licht. Die Augenwinkel kräuseln sich.Deine Augen gehen auf – und zu, von so viel Licht nach so viel Warum.
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  • Können wir den Auferstandenen erkennen?
    Apr 7 2026
    Eine der zauberhaften Ostergeschichten im Neuen Testament ist die um Maria Magdalena. Sie geht, von Kummer und Liebe getrieben, am frühen Ostermorgen zum Grab, macht sich Gedanken, wie sie den Stein wegbekommen soll, der das Grab verschließt und ist dann völlig verwirrt, weil der Stein weggerollt ist. Sie rennt zu Petrus und Johannes, die lassen sie einfach stehen und rennen selbst zum Grab, sehen die Tücher, aha, zusammengefaltet und ordentlich, kapieren aber überhaupt nichts „ER sah, und glaubte“ heißt es zwar über Johannes, aber was er glaubte, ist da nicht zu lesen. Und dann gehen sie verwundert nach Hause und lassen Maria wieder stehen. Und was macht Maria? Sie steht am Grab und weint, aus Trauer über den schrecklichen Tod Jesu, aus Kummer über all das schreckliche der letzten Tage, aus Liebe zum Rabbuni. Und sie beugt sich ins Grab und sieht die Engel. Und einer fragt sie, warum sie denn weint. Und sie sagt: Man hat meinen Herrn weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.“ Und dann sieht sie Jesus. Sie ist aber vor Trauer so blind, dass sie ihn nicht erkennt und denkt, es ist der Gärtner. Und auch Jesus fragt sie zartfühlend: Wen suchst Du? Warum weinst Du? Und sie erklärt ihm ihre Sehnsucht. Und dann ruft Jesus sie beim Namen: Maria. Und da gehen ihr die verheulten Augen auf und sie erkennt ihren Rabbuni. Und Jesus gibt ihr, der Frau, den Auftrag, zu den Jüngern zu gehen und alles zu berichten und über ihn Zeugnis zu geben. Und sie rennt und berichtet den Aposteln: „Ich habe den Herrn gesehen. Ich, die Frau und ich habe die beste Botschaft der Welt für Euch und für alle: Der Tod ist nicht das Ende, nicht das Letzte, nicht der Schrecken ein Leben lang. Der Tod ist nur der Durchgang. Auferstehung ist angesagt und ganz neues Leben“Maria ist die erste, die den Auferstandenen gesehen hat, Apostolin der Apostel, hat Papst Franziskus sie deshalb endlich genannt. Vielleicht können nur Menschen in tiefer Trauer, mit verweinten Augen wegen eines Verlustes, in Verzweiflung wegen der Situation, in der man im Moment leben muss, und mit sehnsuchtsvoller Liebe zu den Menschen, zu denen man im Moment nicht gehen kann, den Auferstandenen sehen und ihn erkennen und dann von ihm erzählen.
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  • Feiern wir die Auferstehung mit allen Sinnen
    Apr 6 2026
    Gibt es einen wunderbareren Jubel? Geht es schöner als heute? "Christus ist auferstanden. Halleluja!“ Gesegnete, frohe und hallelujavolle Ostern wünsche ich Dir und Euch von ganzem Herzen!Der Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe ist wohl der schönste weltliche Hymnus an das Osterfest. Viele von uns haben das als Schüler auswendig gelernt: Zum Beispiel diese erste Strophe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungs-Glück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück."Oder machst Du heute einen Emmausgang? Viele von uns kennen diesen Begriff noch: Am Ostermontag geht man spazieren, will mit allen Sinnen die auferstandene, aufgeblühte Schöpfung genießen. Der ursprüngliche Emmausgang, der Weg der beiden Jünger nach Emmaus, war alles andere als ein fröhlich leichter Gang: Alle Hoffnungen auf Zukunft mit Jesus hatten sich zerschlagen, die drei gemeinsamen Jahre mit ihm sind weg und verblasst, und nach dem schmählichen Kreuzestod geht gar nichts mehr. Sie fliehen aus Jerusalem, sie haben die Nase voll von allem und gehen nach Hause. Und dann kommt ein Dritter dazu, den sie nicht erkennen und der fragt ganz arglos, was denn los war in Jerusalem und sie erzählen ihm alles: vom Tod Jesu, von seinem Leben und Wirken vorher und ihrer großen Enttäuschung von dem: Wir aber hatten gehofft…Und sie erzählen auch von der Aufregung am Morgen: Dass die Frauen am Grab gewesen seien aber den Leichnam Jesu nicht gefunden haben aber Engel berichtet haben er lebe. Und dann am Abend, als sie miteinander das Brot brechen, da erst erkennen sie ihn, den auferstandenen Jesus Christus und sie rennen zurück und erzählen aus übervollem Herzen: Der Herr ist wirklich auferstanden, wir haben ihn erkannt, als er das Brot mit uns gebrochen hat.Einander zuhören – die Auferstehung feiern – die Botschaft weitersagen und - sie mit Leib und Seele und allen Sinnen genießen, das ist das österliche Heute.Und um es nochmal mit Goethe zu sagen: "Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden."
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  • Schenken wir uns Himmelsmomente
    Apr 5 2026
    Es ist so weit. Ostern. Den Impuls heute zu machen, hat mich schon gestresst. Wie fang ich an? Einfach mal ein lebhaftes Halleluja! Was soll ich denn jetzt erzählen? Erinnerst du dich noch an die Ostertage aus deiner Kindheit? Oder erlebst du sie heute wieder durch deine Kinder oder Enkel? Das Ostern aus meiner Kindheit, an das ich mich am besten erinnere, hat leider sogar keine theologische Tiefe und auch mit Jesus so gar nichts zu tun. Da weiß ich nur noch, dass die ganze Schokolade geschmolzen war. Es muss unglaublich heiß gewesen sein. Meine Schwester und ich suchten die Schokohasen natürlich trotzdem im großen Garten bei meinem Pat und meiner Jöt – also zu Hochdeutsch meine Paten – Die Schokohasen waren nur an ihrer Verpackung zu erkennen in ihrem ganz veränderten Zustand. Moment! Das ist doch Auferstehung. Verwandlung. Transformation in Gott hinein. Verstehst du das? Ich tue mich damit schwer. Ich unterrichte oft nach dem Theologen Medard Kehl, dass es bedeutet, dass wir aufgehoben sind. Das heißt - Befreiung. Schmerz und Schuld und Lasten des Lebens sind aufgehoben. Das heißt aber auch - Bewahren. Denn etwas aufheben, das heißt, man bewahrt es auf. Aufgehoben wie ein Kind – in den Armen liebender Eltern, Großeltern oder Paten. Aufgehoben wie etwas Wertvolles – wie ein alter Liebesbrief in einer Schmuckschatulle. Aufheben im Sinne von: Nichts geht verloren. Weil alles an dir und mir an uns Gott so wertvoll und wichtig ist. Das was dein Kernwesen, deine Seele, unsere Person wirklich ausmacht. Das bedeutet aber auch, dass ich und du nie mehr einsam sein werden. Dass ich dann bei Gott bin. Und ich glaub diesen Himmel, das Bei-Gott-Aufgehoben-Sein, das finden wir schon hier. Da wo wir in Beziehungen gut aufheben und aufgehoben sind. Dann ist Auferstehung nicht nur heute, sondern jeden Tag möglich. Vielleicht schaffen wir das auch an allen anderen Tagen, dass wir uns Himmelsmomente gegenseitig schenken. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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  • Der Karsamstag ist ein Dazwischen-Tag
    Apr 4 2026
    Heute ist Karsamstag. Ein Tag, der ein Dazwischen markiert. Ein Tag, der noch die Stille vom Karfreitag trägt. Trotzdem ein normaler Werktag. Ein Tag, der schon den morgigen Tag erahnen lässt. Wir wissen ja, was morgen ist. Die Menschen rund um Jesus wussten es nicht. Vielleicht ahnten sie es. Vermutlich glaubten sie es. Aber was mir noch im Ohr klingelt, sind die Karfreitagsdiskussionen. Stichwort: Tanzverbot. Ich kann mich darüber nicht mehr empören. Sollte ich aber doch als gute Christin oder? Empört es dich? Wenn Menschen trauern, dann tun sie dies doch auch auf ganz unterschiedliche Weisen. Mancher ist voller Tränen. Andere voller Wut. Manch einer lenkt sich stark ab. Und das ist für mich total okay. Nein, es ist sogar wichtig. Meinen Lernenden sag ich immer, dass sie Kinder nicht um ihre Trauer bringen sollen. Kindern klar sagen, was passiert ist ohne Beschönigungen, Wege der Trauer ausprobieren lassen. Dann lasst sie doch tanzen. Würde ich am liebsten dann laut rufen, wenn diese Diskussion in der Öffentlichkeit wieder aufflammt – jedes Jahr. Wenn sie wüssten, warum es diesen Tag gibt. Hätten sie alle dann noch Lust zu tanzen? Für mich braucht es den Karfreitag. Denn ohne Sterben, Leiden und Tod keine Auferstehung. Es braucht aber auch den Karsamstag. Denn die Trauer hat auch ihren Platz in unserem Leben. Der Tod und somit auch die Trauer lässt sich nicht ausklammern, selbst im Leben Jesu, also selbst bei Gott nicht. - Gott sei Dank. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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  • Wenn nur noch eine Kerze brennt
    Apr 3 2026
    Der heutige Karfreitag ist durch die Stille geprägt. Es ist sogar im ganzen Land ein Feiertag und es ist auch in der Stadt ruhiger. Aber dieser Tag ist auch geprägt von sehr besonderen Liturgien und Abläufen. Jetzt gleich fahren wir ins Nachbarstädtchen zu einer besonderen Form des Betens in diesen Kartagen.Es sind die Karmetten, die an diesen drei Tagen gefeiert werden und einen ganz eigenen Stil und Inhalt haben. In den Gebeten und Gesängen der Karmette werden die Klagelieder des Propheten Jeremia gelesen und gesungen. Das Leid der zerstörten Stadt Jerusalem wird beklagt und auf das, sehr viele spätere Leiden Christi hingedeutet. Psalmen werden gebetet und gesungen, die Leiden und Bedrängnis zum Thema haben, besonders Psalm 22: "Mein Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen" und Psalm 69 und 88. Lesungen aus den alten Kirchenvätern, insbesondere von Augustinus, werden vorgetragen und dann Berichte über das erlebte Leiden Christi im Hebräerbrief, die die theologische Bedeutung der Kreuzigung erklären. Gesänge und Antiphonen vertiefen die Texte und stellen uns das unglaubliche Leiden Christi sehr deutlich vor Herz und Sinne.Was mich aber in dieser Liturgie wirklich packt, ist der begleitende, sehr packende Lichtritus. Ein großer Leuchter mit 15 Kerzen steht in der Mitte und immer nach einem Psalm oder Canticum wird eine Kerze ausgelöscht. Dieses Auslöschen und zeigt die Flucht der Jünger sehr markant dar und die unglaubliche Einsamkeit und Dunkelheit Christi, die zum Schluss nur noch von einer Kerze erleuchtet wird.Irgendwann vor Jahren wurde mir dadurch erst klar, was der wunderbare Lichtritus der Osternacht bedeutet. Während am Karfreitag alle Lichter ausgelöscht werden, wird dann an Ostern durch die eine Flamme der Osterkerze, die in die Kirche getragen wird, die ganze Kirche erleuchtet und an der einen, neu auferstandenen Flamme, kann sich die ganze Osterhoffnung auf das ewige Leben entzünden und die Welt wieder hell machen.
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  • Dienen und sich dienen lassen
    Apr 2 2026
    Der Gründonnerstag, den wir heute begehen, hat eine sehr eigene Weitergabe des Glaubens, die oft nicht mehr vollzogen, sondern nur noch vorgelesen wird. Jesus feiert mit seinen Freunden das Pessachmahl und wäscht davor seinen Jüngern die Füße. Und das, was dabei bis heute überliefert wird, sind seine eindrücklichen Mahnungen: „Ihr nennt mich Meister, und das bin ich. Und wenn ich, euer Herr und Meister euch die Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen“ Der kaum überhörbare Aufruf zur Nächstenliebe und zum Dienst an den Mitmenschen, zu seinem Andenken, ist die eine Seite dieses Geschehens. Aber es gibt eine zweite, eine sehr mystische Seite. Petrus, der Macher, der Fels, der die große Klappe hat und auf den Putz haut, der soll sich die Füße waschen lassen? Niemals. Er kann es nicht ertragen und nicht die Ohnmacht aushalten, hier nichts tun zu können. Und er beginnt mit Jesus zu streiten und sich aufzuregen: „Nicht Du solltest mir die Füße waschen, sondern ich sollte das tun“ und selbst als Jesus einwendet, er solle es geschehen lassen, auch wenn er es jetzt nicht verstehen würde, selbst da geht das Gezeter weiter und er fordert dann, dann nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf bitte. Mir und vielen von uns kommt das glaube ich schon bekannt vor. Wir selbst wollen Herr der Lage sein. Wir wollen das Geschehen im Griff haben und sehr genau wissen, wie, was, wann, wohin steuert. Und es macht nervös und unruhig und wir sind unsicher und erschrocken, wenn alles, was wir sorgfältig bisher selbst regeln konnten und den Fortgang im Blick hatten, wenn plötzlich nichts mehr geht. Da kann eine Krankheit sein, ein Unfall, ein familiärer Schicksalsschlag oder das sichtlich älter werden. Viele können nicht aushalten, jetzt Hilfe annehmen zu müssen, jetzt nicht mehr alles selbst zu können. Aber wenn ich diesen Jesus richtig verstehe, bedeutet es eben auch beides: den Dienst am Nächsten nicht zu vergessen, aber auch, Hilfe zu erbitten und mir dienen zu lassen, Schwäche, Alter, Krankheit anzunehmen und aus den Händen geben zu können, was ich bisher fest im Griff hatte. Auch das bedeutet: tut dies zu meinem Gedächtnis.
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    5 min