Épisodes

  • Klagezeit
    Jan 20 2021
    Ist Kirche wirklich vor allem dazu da, Menschen Trost und Kraft zu geben? Wo dies das Hauptziel ist, gehen die Klage, das Aushalten der Widersprüche und das Mit-Teilen der Trostlosigkeit verloren. Das hat die Leipziger Theologin Dr. Kerstin Menzel unlängst in einem Essay für das Portal feinschwarz.net geschrieben. Kerstin Menzel fordert, der KLAGE auch und gerade in den Kirchen wieder mehr Platz einzuräumen - gerade in der Corona-Zeit, die von vielen Ungewissheiten, Sorgen, Ängsten und Nöten geprägt ist. In Leipzig entsteht aus dieser Idee heraus gerade ein spannendes neues liturgisches Format: die KLAGE-ZEIT. Eine ökumenische Andacht, die Raum geben will für's Klagen, und nicht sofort Trost und Hoffnung hinterherschicken will - stattdessen geht es auch darum, das einzelne und gemeinsame Klagen auszuhalten und als Wert an sich zu verstehen. Um uns diesem Thema anzunähern, sprechen wir mit Dr. Kerstin Menzel und dem Propst der Trinitatisgemeinde in Leipzig, Gregor Giele.
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    39 min
  • Götter in Weiß an ihren Grenzen?
    Jan 12 2021
    Wir erinnern uns noch an die Bilder aus Bergamo, an die überfüllten Krankenhäuser und die vielen, die die erste Pandemie-Welle nicht überlebten. Solche Zustände in Deutschland? Damals undenkbar. Seit Wochen steigen nun aber die Infektions- und Todeszahlen auch hier. Werden die Ärzte in hiesigen Krankenhäusern bald vor Priorisierungsentscheidungen stehen? Wie sind solche Entscheidungen juristisch zu bewerten? Wie sollen die medizinischen Entscheidungsträger mit potenziellen Schuldgefühlen umgehen? Bei der Erörterung dieser Fragen helfen uns der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, und der Moraltheologe Prof. Dr. Franz-Josef Bormann.
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    55 min
  • Bange Zuversicht
    Jan 7 2021
    Die Coronapandemie hat das Lebensgefühl der Menschen tiefgreifend verändert. Zum Schutz von Risikogruppen wurde vorübergehend das gesellschaftliche Leben zum Stillstand gebracht. Dabei ist die Weltwirtschaft in eine dramatische Rezession geschlittert. Die teils drakonischen Maßnahmen wurde von einem Großteil der Bevölkerungen bereitwillig mitgetragen. Doch bald schon ist ein engagierter gesellschaftlicher Diskurs aufgebrochen. Diskutiert wird um grundsätzliche Fragen. Was hat Vorrang: Gesundheit und Sicherheit oder Freiheit und Wirtschaft? Vom Lockdown betroffen sind auch die christlichen Kirchen und ihre gottesdienstlichen Versammlungen. Die Sorge geht um, dass sich in der Zeit der Pandemie viele "Gewohnheitschristen" den Kirchen weiter entwöhnt haben. Andere sehen im Rückzug des kirchlichen Lebens aus den Kirchengebäuden in die Häuser eine Chance zu dessen Entklerikalisierung und Erneuerung. Eine internationale Online-Umfrage in zehn Sprachen hat dazu die Meinungslage in den Bevölkerungen eingeholt. Dabei zeigt sich, dass in all den genannten Fragen die Bevölkerungen, aber auch die Nationen tief gespalten sind. Zudem stehen die Regierenden vor enormen sozialen und klimapolitischen Herausforderungen. Der Religions- und Wertforscher Paul M. Zulehner legt die Ergebnisse der Studie vor und interpretiert sie pastoraltheologisch.
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    33 min
  • Weihnachten in der zerbrechlichen Existenz
    Dec 24 2020
    Vom Mittelpunkt aus ist alles erreichbar. Schnell versucht der Mensch, diese Position einzunehmen. Was, wenn Liebe diesen Egoismus, die Angst und Gleichgültigkeit überwindet? Was, wenn im Sterben dieser Zeit tieferes Leben aufscheint, weil Gott sich sehnt, Mensch zu sein? Dieses Weihnachten wird anders sein. Viele sind geplagt von der Corona-Pandemie und nicht wenige werden dieses Fest einsam begehen müssen. Wie verführerisch ist es da, das Bild des strafenden, rachsüchtigen Gottes zu bemühen. Doch diese alleinige Deutung verbietet sich. Doch „suchen wir Gott nicht in den Stürmen der Katastrophen, in den Fluten des Unglücks, in den todbringenden Erdbeben, die viele Sicherheiten erschüttern“. Denn: „Gott ist in unserer Welt vor allem in den Akten der menschlichen Liebe, des Glaubens und der Hoffnung anwesend.“ Ein Text von Prof. Dr. Dr. Tomáš Halík. Gelesen von Bischof Heinrich Timmerevers.
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    15 min
  • Jesus von Nazareth: "Hier bin ich. Aus gutem Grund."
    Dec 24 2020
    Den ganzen Advent über haben wir 24 Menschen zu Wort kommen lassen, warum sie dort sind, wo sie sind und tun, was sie tun. Sie haben uns erzählt, was sie bewegt und antreibt, wo sie Halt finden und worauf sie hoffen - auf das große Ganze und den kleinen Erfolg. Heute feiern Christen auf der ganzen Welt die Menschwerdung Gottes. Jesus kommt als Mensch, als Kind, auf diese Welt und wächst in sie hinein und lässt sich von ihr bewegen. Also wagen wir die Frage: Aus welchem Grund bist DU hier? P. Maurus Kraß, Prior vom Benediktinerkloster Wechselburg hat für uns im "O-Ton Jesu" - im Markusevangelium nachgelesen.
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    9 min
  • Sebastian und Johanna + Eins: "Hier werde ich sein. Aus gutem Grund."
    Dec 23 2020
    "Hier bin ich. Aus gutem Grund." biegt auf die Zielgerade ein - heute mit zwei Gesprächspartnern: Johanna und Sebastian gaben den Anstoß für diese Reihe als sie von ihren ganz persönlichen guten Gründen erzählten: Sebastian als Maler, Johanna als Ärztin. Heute hört ihr die beiden aber zu ihrer gemeinsamen Aufgabe: Sie erwarten ein Kind. Und sie erzählen uns, was das für sie heißt, neues Leben in die Welt zu setzen.
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    5 min
  • Prof. Anja Besand (TU Dresden): "Hier bin ich. Aus gutem Grund."
    Dec 22 2020
    "Hier bin ich. Aus gutem Grund." - Das ist das Adventsspecial von "Mit Herz und Haltung". Das Bistum feiert 100 Jahre mit 100 guten Gründen. Wir stellen euch dazu im Advent 24 gute Menschen und ihre 24 guten Gründe vor, was sie trägt und worauf sie hoffen. „Die Demokratie braucht einen Bürger, der urteilsfähig ist.“ - Prof. Anja Besand leitet den Lehrstuhl für Didaktik der Politischen Bildung an der TU Dresden, Arbeit am Fundament unserer Gesellschaft: „Wenn man in Sachsen politische Bildung macht, fühlt man sich sehr nützlich.“ Über wertvollen Widerstand und die Kategorie Hoffnung...
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    7 min
  • Eintritt nur mit Impfausweis?
    Dec 21 2020
    Mit dem Gutachten zum Biontech-Impfstoff der Europäischen Arzneimittel-Agentur ist der erste Impfstoff in Deutschland möglich. Die Hoffnungen sind groß. Doch ist mit dem Impfstoff und der Impfstrategie bald ein Pandemie-Ende zu erwarten? Oder sollten wir uns längerfristig an Abstands- und Hygieneregeln gewöhnen? Ist der Immunitätsnachweis dabei geeignet, das wirtschaftliche und kulturelle Leben wieder etwas hochzufahren? Und welche Rolle spielen bei dem Impfstoff Fragen der Verteilunsgerechtigkeit? Diese und weitere Fragen diskutiert der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, mit dem Moraltheologen Prof. Dr. Franz-Josef Bormann.
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    24 min