Épisodes

  • La Deutsche Vita – 70 Jahre italienische Migration in Deutschland
    Jan 8 2026
    Im Dezember 1955, vor 70 Jahren, schloss Deutschland mit Italien das erste Anwerbeabkommen zur Arbeitsmigration ab. Damit begann die Ära der Gastarbeit. Ein bedeutsames Ereignis, dennoch erinnert kaum jemand an die Geschichte der italienischen Einwanderung. Sie kommt weder im offiziellen Gedenken vor, noch in den migrantisch-situierten Erinnerungspraktiken. Warum es sich lohnt an diese Geschichte zu erinnern, darüber spricht der ManyPod mit Cristina Raffaele und Aurora Rodonò, beides ausgewiesene Kennerinnen der Migrationsforschung und beide Töchter italienischer Gastarbeiterfamilien. Cristina Raffaele ist Doktorandin an der Universität Bielefeld und promoviert zu Erfahrungen mit Sprache(n) und Sprechen in Integrationskursen. Sie arbeitet rassismuskritisch und migrationspädagogisch zu migrationsgesellschaftlicher Mehrsprachigkeit, (Erwachsenen-)Bildung und (staatlich-)institutionellen Machtverhältnissen. Seit 2021 ist sie Teil der Redaktion des Postmigrantischen Radios und publiziert u. a. in Texte nach Hanau und im narratif magazin. Aurora Rodonò, Kuratorin für Migrationsgeschichte/Stadtmuseum Berlin. Zuvor hat sie am Rautenstrauch-Joest-Museum (Köln), an der Universität zu Köln, bei der Akademie der Künste der Welt Köln und beim DOMiD – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland gearbeitet.
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    1 h et 10 min
  • Ibrahim Arslan. Der Brandanschlag von Mölln und die Sache mit der Solidarität
    Oct 17 2025
    Am 23. November 1992 wurden im niedersächsischen Mölln zwei rassistische Brandanschläge verübt, die Mädchen Ayse Yilmaz und Yeliz Arslan sowie ihre Großmutter Bahide Arslan starben durch das Feuer. Hunderte von Solidaritätsbekundungen gingen damals bei der Stadt Mölln ein. Statt sie den Familien auszuhändigen, wurden die Briefe 30 Jahre im Stadtarchiv gelagert. Der Film „Die Möllner Briefe“ thematisiert diesen Skandal vorenthaltener Solidarität und den Umgang der Familie damit. Darüber spricht der ManyPod mit Ibrahim Arslan, der den Anschlag als 7-jähriger überlebte und seit 20 Jahren um ein würdiges Gedenken und ein antifaschistisches Erinnern kämpft.
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    1 h et 6 min
  • Solidarity will win, Welcome United und der lange Sommer der Migration
    Sep 26 2025
    Vor 10 Jahren erkämpften sich eine Million Menschen einen Korridor quer durch Europa auf der Flucht vor den Kriegen in der arabischen Welt und lösten hierzulande dadurch eine beispiellose Solidarität aus. Diese Geschichte vor 10 Jahren, aus dem sogenannten Sommer der Migration, erscheinen heute wie aus einer anderen Welt. Aber trotz faschistischer Formierung in den Straßen und den Parlamenten geht der Kampf der Geflüchteten und die Solidarität weiter. Darüber spricht der ManyPod mit Hassan Nugud von We’ll Come United und mit der Aktivistin und Grafikerin Tanja van de Loo aus Hamburg. Hassan Nugud kommt aus dem Sudan und lebt seit 2015 in Deutschland. Er arbeitet als Sozialarbeiter und Projektkoordinator in der unabhängigen Beratung für Geflüchtete mit Behinderungen und/oder chronischer Erkrankung. Er ist aktiv im Netzwerk We’ll Come United, im Sudan Club e.V., im Vorstand von Handwerker für Darfur und bei Sudan Uprising Germany. Tanja van de Loo arbeitet in Hamburg im internationalen Bildungszentrum Dock Europe in der Fux-Kaserne. Sie gestaltet als Grafikerin und Aktivistin seit den 1990er Jahren Plakate, Kampagnen und Selbstorganisierungsprozesse. In Folge des «Summer of Migration» organisierte sie u.a. 2016 die International Refugee Conference «The Struggle of Refugees - How to go on» auf Kampnagel in Hamburg mit, beteiligte sich intensiv im Netzwerk Welcome United mit den Paraden 2017/18/19 und dann ab 2020 in der Initiative 19. Februar Hanau.
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    1 h et 12 min
  • Spaltung vs. Demokratie
    May 16 2025
    Zunehmend extremer bestimmt ein entfesselter Rassismus den hiesigen medialen Diskurs und die politischen Debatten. Oder bestimmt der mediale Diskurs den hiesigen Rassismus? Im ManyPod spricht Gilda Sahebi über Rassismus, Herrschaftsstrategien, die autoritäre Wende und was wir dem entgegensetzen können. Gilda Sahebi ist Politikwissenschaftlerin, Ärztin und Autorin und arbeitet als freie Journalistin für viele Printmedien wie etwa «taz» oder «Spiegel». Sie ist außerdem häufiger Gast in Talkshows, Podcasts und spricht auf zahlreichen Bühnen. Über hunderttausend Menschen folgen ihren Social-Media-Kanälen, auf denen sie tagtäglich das politische Geschehen in Deutschland, aber auch international kommentiert. Ihre neueste Publikation trägt den Titel «Wie wir uns Rassismus beibringen? Eine Analyse deutscher Debatten» und ist 2024 im S. Fischer Verlag erschienen.
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    1 h et 1 min
  • Grenzregime und Demokratie. GEAS und das Europa der Lager
    Dec 20 2024
    In dieser Folge geht es um das Europäische Asylsystem GEAS, das 2026 in Kraft tritt. Wie verletzt diese neue Dimension der Europäischen Grenzschließung grundsätzliche Menschenrechte? Was bedeutet es für eine Demokratie, wenn sie die Grundrechte an ihren Grenzen aussetzt – wie wirkt das nach innen? Und wie können Grenzen demokratischer gestalten werden für eine offene und solidarische Gesellschaft? Zusammen mit Franziska Albrecht spricht der ManyPod mit den vier Expert*innen Maura Magni, Emily Barnickel, Lea Reisner und Frank Wolff.
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    1 h et 19 min
  • Roma* Power – 500 Jahre Widerstand gegen Antiziganismus
    Mar 22 2024
    Seit jeher kämpft die größte Minderheit Europas, die Rom*nja und Sinti*zze, auf unterschiedliche Weise gegen Antiziganismus, menschenverachtende Stigmatisierung und extreme Entrechtung und für Erinnerung, Aufarbeitung und Gerechtigkeit. Kurz vor dem Internationalen Tag der Roma am 8. April diskutiert der ManyPod mit Romeo Franz, Kenan Emini, Milena Ademovic und Hamze Bytyci über die Geschichte der Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland, ihre Kämpfe gegen Abschiebung und Diskriminierung und ihre vielfältigen kulturellen und politischen Interventionen. Mit Musik von Romeo Franz und feinsten Romani-Pride-Hip-Hop der Formation von Kastro Microphone Master, Romaniuss Pryme und GIP5Y.
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    1 h et 45 min
  • «Wenn der Damm bricht» - 50 Jahre wilde Streiks
    Dec 15 2023
    Anfang der 1970er Jahre erschütterten hunderte wilder Streiks die bundesdeutsche Industrie. Vor allem die sog. Gastarbeiter kämpften entschieden für besser Arbeitsbedingungen, aber darüber hinaus auch für ein Ende ihrer umfassenden Diskriminierung. Wir hören außerdem das 15minütige Hörspiel von Mesut Bayraktar «Wenn der Damm bricht» und diskutieren mit dem Autor über den Ford-Streik von August 1973 und warum dieser, trotz seiner Niederlage, heute eine stolze Erzählung von Solidarität und Selbstbewusstsein migrantischer Eltern und Großeltern darstellt. Im Anschluss sprechen wir mit Florian Weis über die Transformation der Gewerkschaften, und warum heutige Kämpfe den historischen Blick auf gelingende und misslingende Solidaritäten brauchen. Mesut Bayraktar ist Autor der Romane »Briefe aus Istanbul« (2018), »Wunsch der Verwüstlichen« (2021) und »Aydin – Erinnerungen an ein verweigertes Leben« (2021) sowie eines Sachbuchs zu G.W.F. Hegel »Der Pöbel und die Freiheit« (2021) als auch des Dramas »Die Belagerten« (2018). Im November 2021 wurde sein Theaterstück »Gastarbeiter-Monologe« erstaufgeführt. Florian Weis ist Historiker und seit 1999 Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin und war von 2008 bis Anfang 2020 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Er leitet die RLS-Gesprächskreise „Klassen und Sozialstruktur“ und „Antisemitismus / jüdisch-linke Geschichte und Gegenwart“ und hat gemeinsam mit Bernd Hüttner und Riccardo Altieri die Schriftenreihe „Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken“ publiziert.
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    1 h et 13 min