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Irgendwas ist ja immer Podcast

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De : Don Dahlmann
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Man redet über die Dinge des Lebens, über die Vergangenheit. Mal alleine, mal mit Gästen, mal kurz, mal lang.

dondahlmann.substack.comDon Dahlmann
Politique et gouvernement
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    Épisodes
    • Wie viel Mitte kann man sich heute noch erlauben?
      Jan 16 2024

      Die Idee einer politischen Mitte gehört zu einem der zentralen Themen einer Demokratie. Sie besagt, dass ein Staat und seine Gesellschaft für alle wichtigen Themen eine einvernehmliche Lösung sucht. Die Mitte will möglichst viele unterschiedliche Teile einer Gesellschaft in der Lösung eines Problems einbeziehen und deren Wünsche respektieren. Das war bisher in fast allen demokratischen Ländern der Welt der Modus Operandi. Doch die Dinge scheinen sich zu verändern.

      Es ist vor allem die Alt-Right Bewegung, die den Konsens aufgekündigt hat und die mittlerweile faschistoide Züge in sich trägt. Populisten wie Donald Trump oder Parteien wie die AfD nutzen verschiedene Problemzonen innerhalb der demokratischen Gesellschaften aus, um ihre Agenda durchzusetzen. Und um die Demokratie als Ganzes auszuhebeln.

      Dass die Welt sich in den vergangenen 30 Jahren mächtig verändert hat, dürfte mittlerweile jedem aufgefallen sein. Neue Konflikte sind aufgebrochen, alte Konflikte explodieren in kaum geahnter Brutalität, neue Weltmächte marschieren auf die Weltbühne und die Wirtschaft ist einer enormen Schieflage. Während man zu Hause sitzt und erschrocken auf die Gasrechnung starrt, verkomplizieren sich die Probleme. Und der gute Wille, die Probleme zur Zufriedenheit möglichst aller zu lösen, der schwindet wie das Eis in der Antarktis. Das alles führt vor allem dazu, dass sich die Meinungsfronten verhärten.

      Dass sich auf der gesellschaftlich-politischen Ebene seit Jahren etwas bewegt, ist in fast allen Ländern sichtbar. Die Auflösung der Mitte ist ein sichtbares Zeichen. Die Volksparteien haben an Zuspruch verloren und vor allem die rechten, extremistischen Ränder sind erstarkt. Die AfD ist in Deutschland ein Zeichen dafür, die wachsende Popularität rechts-konservativer Parteien in Frankreich, Skandinavien oder Spanien ein weiteres. In den USA ist der liberale Konservatismus nur noch eine Randerscheinung und in vielen arabischen Ländern hat der extreme Islamismus immer mehr Anhänger gefunden.

      Die Fronten in den Diskussionen verhärten sich, weil die Menge an Problemen und deren Komplexität immer größer werden. Man fühlt sich hilflos, findet keine Antwort und neigt dazu, ein Problem mit einem Schlag beenden zu wollen, anstatt den gordischen Knoten aufzudröseln. Die Demokratie, die linke- oder konservative Mitte, diejenigen, die Dinge diplomatisch abwägen wollen, werden aber von jenen in die Zange genommen, die auf eine radikale Lösung drängen. Die Demokratie selbst gerät so in Gefahr, auch weil sie gegenüber den extremen Meinungen zu tolerant ist. Aber wie geht man damit um?

      Kann man überhaupt noch eine ausgleichende Haltung einnehmen? Oder muss man auch als ein Demokrat*in die humanistischen Ideale zumindest teilweise aufgeben, um auch mit Mitteln, die normalerweise nicht demokratisch sind, die Feinde der Demokratie bekämpfen?

      Darüber reden Patrick Breitenbach und ich in unserem Podcast. Wir freuen uns auf euer Feedback!



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      1 h et 5 min
    • Wie viel Toleranz kann man sich heute noch erlauben?
      Nov 11 2023
      Hallo und herzlich willkommen zu meinem Podcast "Irgendwas ist ja immer". Diese Woche geht es um das Thema Toleranz. Das scheint ja etwas zu sein, was teilweise ein wenig aus der Mode gekommen ist. Jedenfalls in manchen Ländern. Wikipedia definiert das Wort so:"Toleranz, auch Duldsamkeit, bezeichnet als philosophischer und sozialethischer Begriff ein Gewährenlassen und Geltenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.Umgangssprachlich meint man damit häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung, die aber über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht." Es gibt verschiedene Ebenen der Toleranz. Jene, die man selbst ausüben kann und jene, die von oder in einer Gruppe, Nation oder Religion ausübt. Während man über die grundsätzliche Bedeutung von Toleranz sicher nicht streiten kann und vor allem Katzen, oder generell Tierbesitzer in Toleranz ziemlich geübt sind, ist das bei größeren Gruppen schon etwas anders. Toleranz ist vor allem auch Empathie. Ich mag vielleicht nicht, was andere denken oder glauben, aber ich respektiere es. Elias Cannetti schrieb dazu mal: "Die Empathie vollbringt das, was sich in der Masse nur als vorübergehende Erlösung und illusorisches Glück einstellt: Überwinden der Trennwände, Selbstentgrenzung und Selbstlosigkeit. Sie ist das rettende Gegenbild zur einverleibenden Macht."Mit einverleibender Macht ist auch die Intoleranz gemeint und über den Zwiespalt zwischen Toleranz und Intoleranz zum einen und dem Unterschied von beiden Dingen auf der persönlichen und der staatlichen Ebene, habe ich in den vergangenen Wochen viel nachgedacht. Dass die Welt sich in den vergangenen 30 Jahren mächtig verändert hat, dürfte mittlerweile jedem aufgefallen sein. Neue Konflikte sind aufgebrochen, alte Konflikte explodieren in kaum geahnter Brutalität, neue Weltmächte marschieren auf die Weltbühne und die Wirtschaft ist einer enormen Schieflage. Während man zu Hause sitzt und erschrocken auf die Gasrechnung starrt, verkomplizieren sich die Probleme. Und der gute Wille, die Probleme zur Zufriedenheit möglichst aller zu lösen, der schwindet wie das Eis in der Antarktis. Das alles führt vor allem dazu, dass sich die Meinungsfronten verhärten. Dass sich auf der gesellschaftlich-politischen Ebene seit Jahren etwas bewegt, ist in fast allen Ländern sichtbar. Die Auflösung der Mitte https://dondahlmann.substack.com/p/die-polarisierung-der-mitte ist ein sichtbares Zeichen. Die Volksparteien haben an Zuspruch verloren und vor allem die rechten, extremistischen Ränder sind erstarkt. Die AfD ist in Deutschland ein Zeichen dafür, die wachsende Popularität rechts-konservativer Parteien in Frankreich, Skandinavien oder Spanien ein weiteres. In den USA ist der liberale Konservatismus nur noch eine Randerscheinung und in vielen arabischen Ländern hat der extreme Islamismus immer mehr Anhänger gefunden. Die Fronten in den Diskussionen verhärten sich, weil die Menge an Problemen und deren Komplexität immer größer werden. Man fühlt sich hilflos, findet keine Antwort und neigt dazu, ein Problem mit einem Schlag beenden zu wollen, anstatt den gordischen Knoten aufzudröseln. Die Demokratie, die linke- oder konservative Mitte, diejenigen, die Dinge diplomatisch abwägen wollen, werden aber von jenen in die Zange genommen, die auf eine radikale Lösung drängen. Die Demokratie selbst gerät so in Gefahr, auch weil sie gegenüber den extremen Meinungen zu tolerant ist. Aber wie geht man damit um?Von Karl Popper, dem großen österreichischen Philosophen der Neuzeit, stammt folgender Satz. "Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die die Intoleranz predigt, außerhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels."Es ist das bekannte Toleranz-Paradoxon unter dem Demokratien gerade besonders leiden. Ab wann muss eine Demokratie ihre Toleranz ablegen, weil ihr gegenüber intolerante Gruppen, die Freiheit der Demokratie ausnutzen, um sie abzuschaffen? Wie lange kann man also die AfD gewähren lassen, wie lange soll man Salafisten und extremistische Islamisten öffentlich marschieren lassen und ihnen die Freiheit zugestehen, in der sie daran arbeiten, in Europa ein Kalifat einzuführen. In der bundesdeutschen Verfassung gibt sehr hohe Hürden, wenn es um das Verbot von Parteien oder Vereinen geht. Der dazugehörige bürokratische Prozess ist lang und kompliziert. Schon der Ausschluss eines einzelnen Mitglieds aus einer Partei ist langwierig. Dass das so ist, hat gute Gründe, die alle noch mit dem Jahr 1933 zu tun haben. Dass die Nationalsozialisten das gesamte demokratische System der Weimarer Republik in wenigen Monaten aushebeln konnten, hat dazu geführt, ...
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      14 min
    • Die sozialen Medien haben Blut an ihren Händen
      Nov 4 2023
      Hallo und herzlich willkommen zum Podcast von "Irgendwas ist ja Immer". Mein Name ist Don Dahlmann und ein paar Leute werden mich schon etwas länger kennen. Ich blogge, mit Unterbrechungen, seit 1999 und das erste "Irgendwas ist ja immer" Blog hatte eine Zeit lang Anfang der 2000er eine größere Anzahl von Followern und stand regelmäßig in den Top Ten der deutschen Blogcharts. Und wie bei vielen Dingen im Leben ist genau das irgendwann dazwischengekommen: das Leben. Das Blog vegetierte dann nur noch vor sich hin und ist (bis heute im Übrigen) nur noch einmal im Jahr aktiv, wenn ich den Jahresabschluss Fragebogen veröffentliche. Ich habe nie aufgehört zu schreiben, aber ich habe über andere Dinge geschrieben. Das "Racingblog", ein Blog zum Thema Motorsport, existiert seit 2007 und ist weiterhin sehr aktiv. Vor allem dank der Arbeit der vielen Autoren, die teilweise schon von Anfang an dabei sind. Ich schreibe auch weiter bei der Gründerszene, die heute unter dem Label "Business Insider" verankert ist. Meine wöchentliche Kolumne zum Thema "Zukunft der Mobilität" gibt es seit 2016. Nebenbei habe ich, seit diesem Jahr, auch noch zwei Podcasts. Beide sind bei Substack. Der eine heißt "Change of Directions" und es geht um das Thema Wasserstoff, Smart Energy, Energieinfrastruktur und Mobilität. Der andere ist gerade gestartet und den mache ich zusammen mit Sascha Pallenberg. Unter dem Label "Techlounge" geht es hier um Medien, Tech und ein wenig Politik. Warum also noch ein Blog samt Podcast?Seitdem ich das erste "Irgendwas ist ja immer" Blog mehr oder weniger eingestellt habe, fehlte mir etwas nach einer gewissen Zeit. Ein Raum, in dem ich meine Gedanken äußern konnte. Das Schöne an den ersten Blogs war, dass sie über die Zeit doch sehr privat waren. Die Einträge spiegelten doch irgendwann wider, was im Leben der Autor_innen los war. Egal, wie konsequent man auch bei der Einhaltung der Privatsphäre war, ein wenig, was schimmerte schon durch. Das machten die Einträge so persönlich und so nahbar. Das fehlte den Medien damals: Nahbarkeit. Die Berichterstattung fand in abgeschlossenen Redaktionsräumen statt, zu denen nur wenige Zugriffe hatten. Das höchste der Gefühle in Sachen Einfluss war der Abdruck eines Leserbriefes an die Redaktion. Blogs drehten das radikal um und sie verlegten die Redaktion an den heimischen Schreibtisch. Das tat dem Journalismus gut, der sich während des Wandels allerdings lange schmollend in eine Ecke verzog. Aber es brachte eine neue Art der Berichterstattung in die Medien, die von der Technik unterstützt wurde. Plötzlich benötigte man keinen Ü-Wagen mehr, um von einem Ort zu berichten. Es reichte eine Digitalkamera und ein Netzanschluss.Die aufkommenden Plattformen, heute Social Media genannt, verstärkten den Trend. Die von Konzernen schnell gekauften und kontrollierten Angebote schnürten den gerade sichtbar gewordenen Erfolg der Blogs ab und verschoben den Traffic auf ihre Seiten. Facebook, Twitter, Instagram - all das versprach noch mehr Offenheit und noch mehr Exhibitionismus, brachte am Ende aber nicht viel. Die eigenen, gerne auch mal längeren Postings verschwanden schnell in einem Strom aus anderen Texten, in dem man nichts mehr wieder finden konnte. Am Ende entpersonalisierten die Plattformen die Nachrichten und die Blogs. Wer kann heute noch sicher sein, dass hinter diesem oder jenem Account nicht doch ein Bot steckt? Wie lassen sich emotionale Verbindungsfäden zu anderen Menschen ziehen, wenn all das, was man so veröffentlicht, auf unzähligen Plattformen in einem Malstrom aus Bits und Bytes versinkt?Der Zusammenbruch von Twitter in diesem Jahr hat mich deswegen besonders geärgert, weil Twitter für mich eine Mischung aus Blog und sozialem Kit geworden war. Man konnte längere Threads veröffentlichen, man konnte sich kurzfassen und es gab einen guten Austausch mit den Followern. Der Wegfall von Twitter löste in mir eine gewisse Leere aus. Nicht im emotionalen Sinne mehr im "Was mache ich denn jetzt?" Sinn. Dabei fiel mir auch auf, dass die Nahbarkeit, die eigene emotionale Einordnung des Alltags, etwas, was Blogs früher ausgezeichnet hat, heute wieder verschwunden ist. Nicht überall, natürlich. Es gibt noch viele Blogs, die das machen. Aber im Allgemeinen hat sich die Lage für Blogs verändert. Weil das Publikum abgewandert ist, weil die Menschen heute mehr Dinge in kürzerer Zeit konsumieren. Und weil heute fast alles als "Content" vermarktet wird.Bei der Durchsicht der alten RSS-Feeds neulich fiel mir dann auf, wie viele Stimmen heute fehlen. Weil manche leider verstorben sind, wie Robert Basic, den ich 5 Jahre nach seinem Tod immer noch vermisse. Andere sind verschwunden, weil sie, wie ich, keine Lust mehr hatten. Oder weil die Zeit fehlte. Mir fehlte aber dann doch der Raum für meine Gedanken. Instagram, Twitter, BlueSky oder Mastodon können eine Menge ersetzen, aber nicht lange Form eines Blogeintrags. Und weil mir das alles ...
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      26 min
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