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Der Soundtrack meines Lebens

Der Soundtrack meines Lebens

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VISIONS-Redakteur Jan Schwarzkamp nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch das musikalische Leben seiner Gäste. Die fällt mal nerdig, mal erhellend und immer persönlich aus. Ein Austausch zu Popkultur im Allgemeinen und ein Blick auf das Leben unserer Gäste durch die Linse der Musik im Speziellen.

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VISIONS / VISIONS Verlag GmbH
Musique Sciences sociales
Épisodes
  • Zakk Wylde
    Apr 22 2026

    Zakk Wylde kommt als Jeffrey Phillip Wieland in Bayonne, New Jersey zur Welt. Im Januar 1967.

    Bereits als Schulkind beginnt er, Gitarre zu spielen. Als Teenager macht er nahezu nichts anderes. So wird er Teil von lokalen Bands aus der Ecke von New Jersey, in der er lebt.

    1987 erfährt er durch die Howard Stern Show im Radio, dass ein gewisser Ozzy Osbourne einen neuen Leadgitarristen sucht. Und da Zakk nicht nur den passenden Look mitbringt, sondern auch das Können, wird er das: Ozzys Gitarrist.

    Für ihn, gerade 20, unfassbar: "Ozzy war so etwas wie eine Märchenfigur, ein Superheld - nicht real", sagt Wylde im Gespräch. Zwischen 1988 und 2022 ist er auf sechs Studio- und drei Live-Alben von Osbourne zu hören.

    Seine erste eigene Band sind die stark vom Southern-Rock beeinflussten Pride & Glory, mit denen er 1994 nur ein Album veröffentlicht. Es ist der Sound, den er vom ältesten Nachbarssohn schon als Kind kennenlernt: Allman Brothers, Led Zeppelin, Mountain, CCR, die Klassiker eben.

    1996 folgt das Soloalbum „Book Of Shadows“, das erst 20 Jahre später eine Fortsetzung bekommen wird.

    Auch, weil er 1998 eine weitere Band gründet, die stark von der Biker-Ästhetik inspiriert ist: Black Label Society. Von denen erscheint jüngst das zwölfte Album "Engines Of Demolition".

    Daneben hat der bärtige Hüne als Zakk Sabbath das Erbe von Black Sabbath auf die Bühne gebracht und zuletzt bei einer Pantera-Reunion in den Fußstapfen von Dimebag Darrell mitgemischt.

    Meistens dabei: seine legendäre Gibson Les Paul Custom mit dem Bullseye-Design. Der King of Pinch-Harmonics beschreibt sich selbst als „Soldier of Christ“ und hat, vermutlich, mit der Sauferei aufgehört, nachdem er 2009 wegen Blutverklumpung beinahe gestorben wäre.

    Mit seiner Frau Barbaranne hat er vier Kinder. Da sie ihn managt, ist sie in Berlin mit dabei und wartet gejetlagt in der Küche des Gastgebers, bis ihr Mann im Wohnzimmer sein musikalisches Leben im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" ausgebreitet hat.

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    59 min
  • Jehnny Beth
    Apr 8 2026

    Am Vorabend ist sie noch, auf Tour mit ihrem zweiten Soloalbum “You Heartbreaker, You”, auf der Bühne der Berghain Kantine zu sehen. Mit kurzem Rock und streng gegelten Haaren, ganz nah am oder gleich im Publikum. Sie und ihre Band spielen unter anderem ein Hardcore-eskes Cover von Björks “Army Of Me”.

    Elf Stunden später sitzt Jehnny Beth, die eigentlich Camille Berthomier heißt, bei Gastgeber Jan Schwarzkamp auf dem Wohnzimmersessel.

    Sie kommt an Heiligabend 1984 in Poitier zur Welt und wächst dort auf. Ihre Eltern sind Theaterregisseure, weshalb sie früh in Kontakt mit der Schauspielerei kommt, aber auch mit Jazz und klassischer Musik.

    Also singt die kleine Camille bald Chet Baker und hat irgendwann sogar eine Jazz-Girl-Band.

    Den größten Einfluss hat aber Nicolas Congé auf sie. Der ist Musiker und hat einen guten Geschmack. Mit ihm zieht sie, 22-jährig, nach London.

    Sie wird Jehnny Beth, er wird Johnny Hostile. Zusammen haben sie das Duo John & Jehn. Er produziert auch Savages, die Post-Punk-Band, in der Beth ab 2011 singt und mit der sie ihren internationalen Durchbruch feiert.

    Auch nach ihrem Alleingang und der Rückkehr nach Frankreich bleibt Hostile der treue Kreativpartner an Beths Seite.

    Die hat sich längst auch als Schauspielerin etabliert, als sexpositive, bisexuelle Feministin, die gern gesehener Gast ist auf Platten von Künstlern wie Trentemöller, Tindersticks, Gorillaz und Idles. Mit Bobby Gillespie von Primal Scream veröffentlicht sie 2021 gar ein komplettes Duett-Album.

    Quasi nebenbei moderiert sie für den deutsch-französischen Sender Arte die Sendung “Echoes”. In der spielen vornehmlich Indiebands und Künstler:innen Live-Shows, drumherum lädt Beth zum Interview.

    Außerdem hat sie über 132 Episoden lang eine Radiosendung für den Streaming-Dienst von Apple, “nur, damit ich alle meine Helden treffen kann.” Darunter: Geoff Barrow, Mike D, Peaches, Mike Patton, Henry Rollins…

    Im Gespräch zu “Der Soundtrack meines Lebens” erfahren wir unter anderem, dass Steve Albinis Band Shellac daran schuld sind, dass sie mit ca. 13 den Bass in die Hand nimmt. Und dass ein Freund ihr ab etwa dem zehnten Lebensjahr Bands und Künstler wie Pixies, Iggy Pop und Joy Division nahebringt.

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    1 h et 15 min
  • Sabin Tambrea
    Mar 25 2026

    Sabin Tambrea, der Mann mit dem ungewohnten Namen und der prägnanten wie filigranen Erscheinung, wird im November 1984 im rumänischen Tîrgu Mureș geboren. Sein Vater, ein Orchestermusiker, setzt sich auf einer Konzertreise 1986 nach Frankreich ab, er will nicht länger unter der Regentschaft des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu leben.

    Erst ein gutes Jahr später gibt es für Sabin Tambrea eine Familienzusammenführung, als er mit der Mutter und seiner älteren Schwester nach Deutschland umzieht. Sie leben erst in Marl, dann in Hagen. Dort wächst Tambrea auf.

    Seine Eltern sind Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Stadt und auch der Dortmunder Philharmoniker. Entsprechend musikalisch wird Tambrea erzogen.

    Er spielt früh Violine, studiert Bratsche, Klavier, das Dirigieren, singt im Kinderchor, mischt bei “Jugend musiziert” mit. Da macht er an der Violine gleich sechs Mal den ersten Platz.

    Mit 18 entscheidet er sich um. Er will gerne Schauspieler werden. 2006 wird er an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch in Berlin aufgenommen. Vier Jahre studiert er dort. Schon in Hagen hatte er am Theater seinen Einstand gegeben, in Berlin macht er nahtlos weiter.

    Parallel beginnt er ab Ende der 00er Jahre in Film- und TV-Produktionen zu spielen. Er ist zu sehen in der “Ku’damm”-Chronologie, taucht in “Babylon Berlin” und dem “Tatort” auf und räumt gleich mehrere Preise für seine Verkörperung von König Ludwig II ab.

    Aktuell ist Tambrea als Vampir Quito in der zweiten Staffel der Mystery-Thriller-Serie “Oderbruch” zu sehen. Die Folgen sind seit dem 20. Februar auch in der ARD-Mediathek verfügbar.

    Irgendwie hat es Tambrea geschafft, obendrein noch zwei Romane zu veröffentlichen: 2021 “Nachtleben” und 2024 das biografische “Vaterländer”, in dem er die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie aufarbeitet.

    Er ist überzeugter Antifaschist und offener Atheist, lebt in Berlin und ist seit 2018 mit der Schauspielkollegin Alice Dwyer verheiratet. 2024 wurden die beiden Eltern.

    Im Gespräch berichtet Tambrea einfühlsam davon, wie viel Zeit er als Kind an seinem Instrument investieren musste, wie es bei “Jugend musiziert” so abläuft, warum er irgendwann die Option, Dirigent zu werden in Erwägung gezogen hat, und warum dann doch alles anders kam.

    Und anstatt sich nur von Gastgeber Jan Schwarzkamp portraitieren zu lassen, hat Tambrea den Spieß umgedreht und seinen Interviewpartner vor der CD-Wand in Schwarz/Weiß verewigt.

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    1 h et 54 min
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