Épisodes

  • Indien - Lieferung von Joghurt & Löffel in 10 Minuten
    Feb 16 2026

    Lea (GenZ- Baby) berichtet mir, Oliver, dem Boomer, über die schnellen Lieferservices in Indien. Sie ist in Hyderabad und dort gibt es Instamart und ähnliche Services, die alles liefern - vom iPhone und Goldmünzen bis zur Joghurt. An vielen Stellen gibt es in den Städten Dark Stores, also kleine Lagerhäuser, die im Fall einer Bestellung die Ware innerhalb von 10 Minuten zusammenstellen und ausliefern. Dieses Business hat in Indien einen Umfang von 10 Milliarden US Dollar im Jahr. Probleme gibt es dadurch auch - die Begegnungsplätze werden weniger. Und gerade das ist heute so wichtig. Lea zitiert einen bekannten Soziologen: "A city is a place where strangers are likely to meet". Doch die Lieferung ist unpersönlich und verringert die Kommunikation zwischen den Menschen. Auf der Habenseite steht, dass 8 Millionen Menschen in Indien zur Zeit im Liefersektor beschäftigt sind. In vier Jahren sollen es 23 bis 24 Millionen sein. Eine boomende Industrie.... Lea stellt zwei Fragen: Was macht diese Gig Economy mit der Gesellschaft und den Arbeitsverhältnissen? Sehen wir in Indien hier eine Entwicklung die die Zukunft für Deutschland zeigt?

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    23 min
  • Fleischkonsum vs. pflanzliche Küche von Sri Lanka bis Indien
    Feb 9 2026

    Lea (das GenZ Baby) ist in der Hightech City Hyderabad und ich, Oliver (der Boomer), bin in Südafrika.


    Wir sprechen Fleischkonsum in Afrika und die pflanzliche Küche auf Sri Lanka, der Ort, wo Lea zuletzt war.


    Ernährung ist oft Identitätspolitik. Der “default” in Sri Lanka und Indien ist vegetarisch. Fleisch ist da eher die Beilage. Das hat auch religiöse Gründe, denn der Buddhismus vertritt die Idee der Gewaltlosigkeit, Ahinsa. Leben darf nicht beendet werden. Fleisch ist daher schlechtes Karma. Im Hinduismus ist Fleischverzicht auch eine Frage des Reinheitsgebots und der Verehrung von Gottheiten. Auch Ayurveda verzichtet auf Fleisch.

    Lea als langjährige Veganerin plädiert dafür, dass wir schleunigst weg vom Fleisch kommen müssen. Weil wir es übertrieben haben und es aus Klimasicht unverantwortlich ist.

    Als Boomer komme ich aus der Bewertung von Fleisch als Zeichen von Wohlstand. Der Sonntagsbraten zeigt in der Nachkriegszeit: Wir habe es geschafft. Doch nun isst man mit schlechtem Gewissen. "Man müsste doch weniger Fleisch essen." Die Gesellschaft ändert sich nicht schnell, alles braucht Zeit. Ich rege eine Abkehr über den Weg des “Hin zu” an: Hin zu gesunderer Ernährung und deshalb weniger Fleischkonsum.

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    47 min
  • Die Macht der Sprache
    Jan 14 2026

    Lea und Oliver sprechen anfangs über das wuselige Indien und die Diversität in diesem Land. Dann reden wir über Sprache, über Freedom of Speech, Zensur, Unterdrückung von Sprachkultur und die spezielle Situation auf der Inselgruppe Okinawa, die zu Japan gehört. Hintergrund des Gesprächs ist der ganz neue Film von Lea und Crux Productions: "What they didn’t teach us"

    https://bit.ly/49wzcjG

    Dann geht es um Sprache als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Identität, wir reden über Akzente in der Sprache und dass Menschen nicht wegen ihrer Sprache diskriminiert werden dürfen. Lea erwähnt auch ein spannendes Buch über Identität und Sprache: "Sprache und Sein", von Kübra Gümüsay. Zum Schluss geht es noch um Emojis, die emotionale Sprache heute oft ersetzen.

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    36 min
  • Japan 4 Okinawa
    Dec 15 2025

    Dieses Mal geht es um ein Projekt von Lea und ihrer Produktionsfirma Crux. Das Team von Crux besucht Okinawa und filmt dort eine Dokumentation - über die indigene Bevölkerung dort, die Auswirkungen des Klimawandels auf die dortigen Korallen und Riffe, über die Handwerkskultur und die Menschen dort, die zu Japan gehören, aber ganz eigene Wurzeln haben. Die Frage der Dokumentation: Was können wir von indigenen Völkern für die Zukunft lernen? Boomer schweigt, Baby trägt vor - sehr spannend.

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    39 min
  • Japan 3 Desaster Prevention und emotionale Momente
    Nov 19 2025

    Diesmal reden Lea und Oliver über die Folgen aus dem Tōhoku-Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011, bei der über 20.000 Menschen umkamen. Lea hat fünf Tage in Kamaishi verbracht und wurde in einer Gruppe von 50 Studenten über die Katastrophe informiert. Als Folge hat der Katastrophenschutz viele Massnahmen entwickelt, um bei einem neuerlichen Beben besser vorbereitet zu sein. Wir reden über ein Erdbeben der Stärke 6,7, das sie selbst erlebt hat und das Wunder von Kamaishi, als sich bei dem Tsunami von 2011 über 3000 Schulkinder vor den Wellen retten konnten. Und die beiden reden über eine alte Dame und einen alten Baum, die beide Symbolkraft haben.

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    41 min
  • Japan 2 - Über die Art, miteinander umzugehen und japanische Lebensphilosophien
    Nov 10 2025

    Lea und Oliver sprechen über das, was Japan aus unserer Sicht besonders macht. Über Regeln und Prinzipien, die manchmal Sinn machen, aber manchmal auch über das Ziel hinausschießen. Über das No-Theater, sich verbeugende Manager in teuren Anzügen, Schaffner im Shinkansen und die Grundprinzipien der japanischen Lebensphilosophie. Mehrere traditionelle Konzepte tragen zum harmonischen Alltag bei:

    • Ikigai – beschreibt den persönlichen Lebenssinn. Japaner suchen täglich nach einem Gleichgewicht zwischen dem, was sie lieben, was sie gut können, was die Welt braucht und was ihnen Wert gibt. Diese Haltung fördert Zufriedenheit, Dankbarkeit und Ausgeglichenheit .

    • Kaizen – die kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. Diese Denkweise motiviert dazu, beständig, aber gelassen an sich selbst zu arbeiten – sowohl im Beruf als auch im Privatleben.

    • Wabi-Sabi – die Schönheit des Unvollkommenen. Dieses Prinzip hilft, Fehler, Vergänglichkeit und Einfachheit zu akzeptieren, was Gelassenheit und Bescheidenheit im Alltag fördert .

    • Omoiyari – Empathie und Rücksicht. Es bedeutet, die Gefühle und Bedürfnisse anderer zu spüren, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen.

    • Enryo – Zurückhaltung. Man drängt sich nicht auf, vermeidet Konfrontationen und lässt anderen Raum, um das gesellschaftliche Gleichgewicht zu wahren.

    • Shoshin – was „Geist des Anfängers“ bedeutet. Shoshin fordert dazu auf, auch mit viel Erfahrung und Wissen stets eine offene, neugierige und lernbereite Haltung wie ein Anfänger einzunehmen.


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    25 min
  • Japan - Mischung aus Tradition und Zukunft, eine erste Annäherung
    Oct 12 2025

    Wir sprechen in dieser ersten Podcastfolge nach dem Sommer über Japan, die Eigenheiten der Japaner, seltsame Rituale, Disziplin, Höflichkeit und Respekt.

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    42 min
  • Virtuelle Emotionen treiben uns. Oder?
    Jun 4 2025

    Diesmal reden wir über ein Buch von Eva Illouz, der Soziologin, die kritisiert, dass unsere Gesellschaft stark über Emotionen gesteuert wird: "Die Zukunft der Gefühle".

    Sie sagt: Digitale Plattformen und das Internet haben Gefühle zu einer eigenen Währung gemacht. Emotionen werden im virtuellen Raum nicht nur ausgedrückt, sondern oft authentischer erlebt als in der realen Welt. Die Emotionen selbst werden zu Waren (Emodities, Emotionen und Commodities).

    Wir streiten darüber, ob die digitale Welt eine neue Form der „entertained loneliness“ schafft: Viele Menschen sind allein, aber durch digitale Angebote werden sie emotional stabilisiert und unterhalten. Nutzen Influencer durch authentisch wirkende Emotionen dies aus? Welche Rolle spielt die Emotion in der Politik?

    Wir einigen uns zum Schluss der Folge auf den Gedanken, dass eine Notwendigkeit realer, gemeinschaftlicher Erfahrungen besteht. Wir brauchen ein lebendiges Miteinander und echte, handfeste Erfahrungen in der realen Welt, um der Scheinwelt der digitalen Authentizität etwas entgegenzusetzen. (Einfacher gesagt, als getan, denn wir brauchen ein Bewusstsein für das Problem, um dann zu Veränderungen zu kommen.)

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