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Rudolf Steiner, aus GA 143: Die drei Wege der Seele zu Christus
"Wir werden an diesen zwei intimeren Abenden zu sprechen haben über eine Frage, über eine Angelegenheit der Menschheit, welche in einer zweifachen Beziehung ganz außerordentlich tief in unsere Seelen eingreift, einmal darum, weil die Christus-Frage ja eine solche ist, welche nun schon zwei Jahrtausende hindurch nicht etwa bloß zahlreiche Seelen der Erde beschäftigt hat, sondern aus welcher für zahlreiche Erdenseelen geflossen ist geistiges Lebensblut, seelische Kraft, Trost und Hoffnung im Leiden, Stärke und Sicherheit im Handeln. Und nicht allein das, sondern wenn wir in Betracht ziehen alles dasjenige, was wir an äußerer, exoterischer Kultur um uns herum haben, was geschaffen haben viele Jahrhunderte, dann sehen wir bei tieferer Erkenntnis, daß alles das unmöglich gewesen wäre, wenn der Christus-Impuls nicht einen großen Teil der Menschheit ergriffen hätte. Dies ist die eine Überlegung, die uns zeigt, welch starkes Interesse die Christus-Frage bieten muß, wenn wir nun mit den Erkenntnissen der Anthroposophie uns der Christus-Frage nahen. Dies ist nur die eine Seite des Interesses, welches wir diesem Problem entgegenbringen; die andere Seite des Interesses, sie kommt aus den besonderen seelischen und geistigen Verhältnissen gerade unserer Zeit, unserer Epoche. Wir brauchen nur herumzuschauen in der Welt und verstehen wollen die Sehnsuchten, das Suchen der menschlichen Seele, und wir werden uns sagen können: Immer mehr suchen die menschlichen Seelen nach etwas, was mit dem Namen des Christus verbunden worden ist in den Seelen durch die Jahrhunderte hindurch, und immer mehr kommen die
Seelen zu der Überzeugung, daß Erneuerung der Wege, Erneuerung des Interesses, Vertiefung der Erkenntnisse nötig sei, wenn die Bedürfnisse der menschlichen Seelen, so wie sie stets mehr kommen werden in bezug auf den Christus, befriedigt werden sollen.
Finden wir auf der einen Seite ein Lechzen nach Aufschlüssen über den Christus, so finden wir auf der anderen Seite bei zahlreichen Seelen der Gegenwart Bedenklichkeit und Unsicherheit in bezug auf die bisherigen Mittel. Und so ist denn gerade diese Frage, wegen der Sehnsucht eine Antwort haben zu müssen und wegen der Unsicherheit die Wahrheit zu erfahren, eine der brennendsten in der Gegenwart. (...)"