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War früher nachhaltiger?

War früher nachhaltiger?

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War der Mensch früher nachhaltig — und hat es verlernt? Oder war er es nie, und wir müssen es zum ersten Mal in unserer Geschichte lernen? Dr. Sven Breunig und Sönke Eckl-Henningsen nehmen sich die Vergangenheit vor. Sven bringt die unbequemen Beispiele mit: das Maya-Reich, das sich durch Rodung selbst den Boden entzog. Mesopotamien, wo versalzene Felder eine Hochkultur beendeten. Sönke hält dagegen: 290.000 Jahre lebten Jäger und Sammler im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt — nicht aus moralischer Überlegenheit, sondern weil unmittelbare Rückkopplung jeden Raubbau sofort bestrafte. Dazu kommt eine Beobachtung der Kulturanthropologin Bettina Ludwig, die eine Gemeinschaft im südlichen Afrika begleitet hat, die bis heute nur nimmt, was sie braucht. Dazwischen liegt die eigentliche Frage dieser Folge: Ist Nachhaltigkeit eine Frage des Charakters oder eine Frage des Systems? Was passiert, wenn der technologische Multiplikator die natürlichen Grenzen aushebelt? Und warum fühlen sich 27 Prozent der Gen Z beim Fliegen schlecht — und fliegen trotzdem öfter als die Babyboomer? Am Ende steht kein bequemes Fazit, sondern ein ehrliches: Der Mensch nimmt sich mehr, als er braucht, wenn er die Gelegenheit hat. Die Lösung liegt nicht im besseren Menschen, sondern im besseren System — in echten Preisen und richtigen Anreizen. Nicht Nachhaltig nimmt die heiligen Kühe der Nachhaltigkeitsdebatte an die Leine. Keine Parolen. Keine Panik. Nur unbequeme Fragen.
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