Couverture de Seid barmherzig

Seid barmherzig

Seid barmherzig

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Auch noch 1 Woche danach geht mir der Predigttext vom letzten Sonntag nach. Warum? Weil er so aktuell und wichtig ist. Weil ich in meinem Alltag ganz konkret immer wieder damit konfrontiert werde: in den Begegnungen mit einzelnen Menschen, in der Dynamik von Gruppen und auch beim Wahrnehmen der Menschen um mich herum.

Vielleicht seid ihr schon neugierig, um welchen Text es geht… - Ein Abschnitt aus der Feldrede des Lukas-Evangeliums: Verurteilt nicht andere - Lukas 6,36-42.

Bei Stufen bewegen wir eigentlich immer Erzählungen aus der Bibel, in denen Menschen Begegnungen mit Gott-Vater, Jesus oder dem Heiligen Geist haben. Auch wenn wir in manchen Kursen mit Gleichnissen unterwegs sind, gehört die Begegnung mit dem, der sie erzählt - Jesus - ganz ausschlaggebend mit dazu. So ist es auch bei der Feldrede. Nicht irgendein Mensch in der Bibel hält diese Rede, sondern Jesus selbst. Damit bekommt sie eine Kraft und Autorität, der ich mich nicht entziehen kann. Jesus spricht hier zu einer großen Schar seiner Jünger und richtet klare, konkrete Worte an sie - und so auch an uns.

Wenn ich diese Rede lese, begegne ich Jesus, Gott selbst, und Seinem Herzensanliegen, wie wir auf Erden leben sollen - auch miteinander - und zwar nicht nur unter den „Gleichgesinnt-Gläubigen“, sondern untereinander - auch mit unseren „Feinden“.

Sie wird mir zum Spiegel, in dem ich mich erkenne:

mit meiner Sehnsucht nach einer Welt, in der die Liebe füreinander und für Gott größer ist als alles andere

und mit meinen Grenzen der Liebe und meiner Bedürftigkeit nach Gottes Wirken IN mir.

Ein Satz daraus prägt mich: Seid barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist. LK6,36

Wir haben einen unglaublich barmherzigen Vater. Einen, der immer wieder kommt und uns sucht, uns ruft, in den Arm nimmt, bevor wir etwas „checken“, bevor wir die „sauberen Kleider“ anhaben und uns rausgeputzt haben, richtig verhalten und was auch immer man noch an Maßstäben anlegen kann, damit man meint: Gott kommt nun.

NEIN - ER ist es, der den Tod, das Dunkle überwunden hat, der in unsere zerbrochene Welt gekommen ist, damit er mit uns sein kann - bevor wir irgendwas getan haben.

Das gilt es immer wieder zu „begreifen“, zu bewegen, zu meditieren - mir auch einzugestehen: NICHT ICH, SONDERN ER hat getan, überwunden, mich gefunden, mich zuerst geliebt - deshalb kann ich gar nicht anders und will ich lieben, barmherzig sein und Menschen nicht ver- oder beurteilen. Deshalb ist es nicht an mir zu richten - sondern ER allein ist der Richter auf dem Thron.

Dass wir diese Woche entdecken, wie barmherzig UNSER VATER ist - das wünsche ich uns von Herzen.

Seid gesegnet,

Eure Damaris Friedrich

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