Couverture de #21B - Kein Green Premium – Wie Innovation Nachhaltigkeit marktfähig macht (Teil 2)

#21B - Kein Green Premium – Wie Innovation Nachhaltigkeit marktfähig macht (Teil 2)

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{TEIL 2} Ein Gespräch mit den IMD-Professoren Fréderic Dalsace und Goutam Challagalla über „No Green Premium“ und den Wandel von Nachhaltigkeit als Right to Play hin zu Innovation als Right to Win. Mit realen Unternehmensbeispielen und Einblicken in ihr im Harvard Business Review vorgestelltes Buch Clean Winners, das während der WEF-Woche 2026 in Davos lanciert wurde. Teil 1 beleuchtete die Compliance-getriebenen Vorteile. Teil 2 steht für Sustainability 2.0. Die zentrale Idee von Clean Winners ist: Nachhaltigkeit wird erst dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie Innovation antreibt, die Ressourcenallokation steuert und neuen Kundennutzen schafft. Solange sie primär als Reporting- und Compliance-Aufgabe verstanden wird, bleibt sie ein notwendiger Kostenfaktor – aber kein Differenzierungsmerkmal. Die meisten Unternehmen beginnen beim „Right to Play“: Reporting, Risikoreduktion und Reputation. Der nächste Schritt ist Effizienz – Energie sparen, Materialien reduzieren, Prozesse optimieren. Der eigentliche strategische Hebel entsteht jedoch erst, wenn Nachhaltigkeit zur Wachstumsplattform wird. In dem Moment, in dem Unternehmen verstehen, wie sich die Bedürfnisse ihrer Kunden verändern, und darauf mit neuen Lösungen und Geschäftsmodellen reagieren. Damit verschiebt sich auch die zentrale Managementfrage. Nicht mehr: „Wie werden wir compliant?“ Sondern: „Wo investieren wir unsere knappen Ressourcen so, dass durch Nachhaltigkeit zukünftiges Wachstum entsteht?“ Die grösste Chance liegt nahe beim Kunden – im Verständnis dafür, wie sich dessen Prozesse verändern und welche neuen Fähigkeiten und Lösungen künftig gebraucht werden. Deshalb gilt das Prinzip: beim Kunden beginnen, nicht beim Fussabdruck. Intern zu messen und zu optimieren ist notwendig – Differenzierung entsteht aber erst, wenn man den Kunden hilft, ihre eigene Transformation erfolgreich zu gestalten. Für Unternehmen im CSRD-Kontext ist die Konsequenz klar: Nachhaltigkeit schafft nur dann echten Wert, wenn sie in die Kernprozesse integriert wird – in Strategie, Innovation, Marketing und Vertrieb, Einkauf, Produktion und Lieferung, das After-Market-Geschäft und die Kapitalallokation. Wird sie als paralleler Reporting-Strang geführt, bleibt sie Compliance. Wird sie integriert, wird sie zum Treiber von Innovation, Wachstum und Resilienz. Die eigentliche Gefahr besteht darin, Nachhaltigkeit vollständig in einer Compliance-Logik zu verbrauchen. Das erzeugt viel Aktivität und viele Daten, aber wenig strategische Wirkung. Die Führungsaufgabe besteht darin, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig genügend Ressourcen und Fokus zu sichern, um Nachhaltigkeit in zukünftige Wertschöpfung zu übersetzen.
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Bonne écoute !
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