Folge 141: Mobi - Schwimmen für alle und überall
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Diesmal haben wir gleich drei Menschen zu Gast - denn ohne sie wäre dieses einzigartige Projekt wohl nie zustande gekommen: Mobi ist ein mobiles Schwimmbad, bestehend aus drei transportablen Stahlbauten in T-Form. Im Hauptteil ist natürlich das Schwimmbecken, beheizt und 3x13 Meter groß. In einem weiteren Modul sind Umkleiden, Duschen und Toiletten, jeweils für Mädchen und Jungs getrennt. Und in einem dritten Modul findet die Wasseraufbereitung statt. Das Ganze auf einer Fläche von 25x15 Metern - passt praktisch auf jeden Schulhof!
Und das soll es auch. Denn Mobi ist dafür da, dass sich Kinder ans Wasser gewöhnen können, unabhängig von eingeschränkten Wasserzeiten an öffentlichen Schwimmbädern und viel zu schnell ausgebuchten Schwimmkursen. Deshalb steht das mobile Schwimmbad bis zu drei Monaten immer an einer anderen Schule im Raum Köln/Bonn. Morgens findet hier Schwimmunterricht statt, nachmittags können auch alle anderen in der Umgebung Schwimm- und Aquakurse buchen. Sogar Schwimmtraining ist möglich, denn Mobi hat bei Bedarf auch eine Gegenstromanlage. Und das Ganze für alle - kostenlos! 10 Stunden am Tag ist Mobi in Betrieb, an 350 Tagen im Jahr.
Entstanden ist die Idee im Rahmen der Schwimminitiative Nordrhein-Westfalen (NRW). Projektträger ist der Kreissportbund Düren, dessen Geschäftsführer Wolfgang Schmitz uns als erstes von dem Projekt erzählt hat. Was ohne Unterstützung des Fördervereins der Sparkasse Köln/Bonn - immerhin in Höhe von 3 Millionen Euro - gar nicht zustande gekommen wäre. Deshalb ist auch Gero Wiesenhöfer heute zu Gast. Und natürlich Verena von der Gathen, die nicht nur für das Projekt verantwortlich ist, sondern es an der Sporthochschule Köln auch wissenschaftlich begleitet. Denn das mobile Schwimmbad Mobi ist tatsächlich einzigartig, sagt Wolfgang Schmitz: Selber geplant und ausgetüftelt und mittlerweile sogar patentiert - der Stolz ist ihm deutlich anzuhören. Kostenpunkt: 750.000 Euro allein für die drei Module, mit Solarpaneelen auf dem Dach. Hinzu kommen nochmal rund 450.000 Euro im Jahr für Energie- und Betriebskosten, Schwimmlehrer:innen und was sonst noch so alles anfällt.
Seit September 2025 ist Mobi unterwegs, sein Einsatz ist für fünf Jahre geplant, immer an Schulen mit hohem Sozialindex. Denn dort sind die Schülerinnen und Schüler vorher oft noch nie mit einem Schwimmbecken in Berührung gekommen. Ein bis zwei Tage braucht es für den Aufbau, dann nochmal etwa fünf Tage für Vorbereitung, Wasser einlassen und temperieren, bis Mobi startklar ist. Wichtig: Mobi kann sich sogar an einen unebenen Untergrund anpassen, das Wasser kommt mit Unterstützung der Feuerwehr aus öffentlichen Hydranten. Und natürlich kommt auch regelmäßig das Gesundheitsamt vorbei, um zu kontrollieren, dass das Wasser auch tatsächlich hygienisch einwandfrei ist.
Wichtig ist allen dreien zu betonen, dass Mobi keine Schwimmbäder ersetzen soll, sondern als Zusatzangebot gedacht ist. Damit sich Kinder spielerisch ans Wasser gewöhnen können. Und nicht mehr monatelange Schwimmkurse brauchen, sondern recht zügig in einem öffentlichen Schwimmbad das Seepferdchen und später dann auch das Schwimmabzeichen machen können.
Am liebsten würden die drei ganz viele Mobis bauen und vor Schulen stellen. Auch vor unserem inneren Auge tauchen lauter Mobis in Kreuzberg, Neukölln und anderen Berliner Stadtteilen auf. Das wäre doch tatsächlich mal eine gute Idee! Vielleicht fragen wir mal beim Berliner Senat und der Berliner Sparkasse an. Wer ist dabei?
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