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Food Fak(t)

Food Fak(t)

By: Stefan Fak
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Bei Food Fak(t) servieren wir die Zukunft auf dem Teller. Food-Pionier Stefan Fak taucht in die spannendsten Entwicklungen der Ernährungswelt ein: Fleisch aus dem Labor, Milch aus dem Drucker, Proteine aus der Luft. Das sind nur einige der Dinge, die wir bei Food Fak(t) beleuchten. Dinge, die unsere Ernährung in Zukunft vielleicht neu definieren werden. Hier erfahrt ihr nicht nur, was hinter diesen neuen Ideen steckt, sondern auch, wie solche Innovationen unser Essen und unsere Umwelt beeinflussen können. Jede Episode beleuchtet ein neues Thema, stellt Fragen und sucht Antworten. Gemeinsam mit Expert:innen und Visionären erkunden wir, was in Zukunft auf unseren Tellern landen könnte. Wie Technologie, Natur und Kreativität zusammenwirken, um neue Ernährungslösungen zu schaffen. Food Fak(t) ist die neue Anlaufstelle für umweltbewusste Genießerinnen und Genießer, Technologie-Enthusiasten, kritische Verbraucherinnen und Verbraucher und alle, die sich für das Essen von morgen interessieren. Alle zwei Wochen auf Spotify, Apple Podcast und wo immer ihr Podcasts hört. Hygiene & Healthy Living Social Sciences
Episodes
  • #81 Mode und Food: Ein ungleiches Paar mit Carl Tillessen
    30 Oct 2026
    Die Mode braucht das Essen, umgekehrt gilt das nicht. Modehäuser eröffnen Cafés und Osterias, Luxusmarken schicken Chipstüten aus Leder über den Laufsteg, Discounter verkaufen ihr Logo als Merch. Hinter dem Flirt der beiden Branchen steht ein klares Kräfteverhältnis: Ohne Gastronomie verliert der Modehandel seine Anziehungskraft. Ein Lebensmittelladen kommt ohne Mode gut aus. Carl Tillessen ist Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts und Autor von „Konsum. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen”. Mit Stefan Fak seziert er, was Food und Fashion voneinander gelernt haben. Etwa von Virgil Abloh und seiner Kerze in der zerbeulten Blechdose: Gestalte nicht das Produkt, gestalte den Raum, in dem es steht. Seit ungefähr 2020 verkauft genau dieses Prinzip Jogginghosen und Olivenöl gleichermaßen teurer. Dann wird es spannend. Carl erzählt, wie aus einem Partyfoto von Balenciaga-Kreativdirektor Demna mit Chipstüte eine Handtasche wurde. Und warum Chips essen in einer Gesellschaft voller Selbstoptimierung schon als Tabubruch gilt. Der Tabubruch ist in der Mode eingeplantes Werkzeug: Eine Tomate wird zum Parfum, auf jeder Modenschau laufen Teile, die nie verkauft werden. Sie sollen Aufmerksamkeit erzeugen, damit sich der Rest verkauft. Genau dieses Potenzial zur Provokation hat die Lebensmittelbranche nach Carls Einschätzung kaum auf dem Schirm. Essen ist performativ geworden. Ob jemand Matcha oder Kaffee trinkt, Aperol Spritz oder Negroni, hat oft weniger mit Geschmack zu tun als mit Selbstdarstellung. Dahinter steckt ein starker Wunsch nach Zugehörigkeit und die Angst, mit dem eigenen Lebensstil an den Rand gedrängt zu werden. Carl erklärt damit auch, warum Bratwurst-Videos von Politikern und der Streit um Namen für Fleischersatz so viel Leidenschaft auslösen. Außerdem geht es um Status und Alter. Warum ist die Instant-Nudelsuppe im Studium charmant und mit fünfzig bedenklich? Was hat der Lidl-Trainingsanzug der Linkin-Park-Sängerin in Düsseldorf mit einer Tomatenkerze zu tun? Und warum haben Menschen im Lockdown keine Handtaschen mehr gekauft, obwohl sie die angeblich nur für sich selbst kauften? Für Food-Marken gibt es konkrete Lehren. Aldi und Lidl können über Mode-Kooperationen ein schambesetztes Image drehen. KoRo zeigt mit unscheinbarem Kraftpapier, dass leise Verpackung in lauten Regalen Vertrauen schafft. Und viele Lebensmittelfirmen sind längst designgetrieben, ohne es so zu nennen. Zum Schluss Carls Rat an die Branche: öfter völlig verrückte Produkte machen, die gar nicht verkauft werden müssen. Einfach mal einen raushauen.
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    39 min
  • #80 Ballaststoffe: Das steckt hinter dem Hype mit Daniel Wefers
    16 Oct 2026
    Ballaststoffe stehen plötzlich vorn auf der Packung: auf Proteinriegeln, Brotaufstrichen, Getränken. Lange waren sie eine Randnotiz auf dem Nährwertetikett. Hinter dem Hype steckt eine echte Lücke – die DGE nennt 30 Gramm am Tag als Ziel, im Durchschnitt landen rund 20 Gramm auf dem Teller. Aber Ballaststoff ist nicht gleich Ballaststoff. Was er im Körper bewirkt, hängt von seinem Aufbau ab. Und ausgerechnet der Stoff, der in vielen dieser Produkte steckt, ist kaum jemandem ein Begriff: Inulin. Daniel Wefers ist Professor für Lebensmittelchemie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und forscht an genau diesen Kohlenhydraten. Im Gespräch erklärt er, was ein Ballaststoff eigentlich ist: ein Kohlenhydrat, das Magen und Dünndarm nicht spalten können. Es kommt unverdaut im Dickdarm an, wo Bakterien es fermentieren und dabei kurzkettige Fettsäuren bilden. Das ist der Teil, den man mit positiven Effekten verbindet. Inulin steht im Mittelpunkt der Folge. Es wird vor allem aus der Chicorée-Wurzel gewonnen, steckt aber auch in Zwiebeln und Knoblauch. Daniel erklärt, wie es aufgebaut ist – als Kette aus Fructose-Bausteinen – und warum die Länge dieser Kette über alles entscheidet. Langkettiges Inulin verhält sich mit Wasser angerührt fast wie Fett, kurzkettiges schmeckt süß und taugt als Zuckerersatz. Dieselbe Kettenlänge bestimmt, wie stabil Inulin in sauren Lebensmitteln bleibt und wie gut Menschen es vertragen. Bis zu 60 Fructose-Einheiten bringt die Pflanze mit. Enzyme aus Daniels Labor bauen Ketten mit 1.000 bis 2.000. Dazu die Fragen, die auf keiner Packung stehen: Warum „gut für die Verdauung" nicht pauschal gilt und zu viel Inulin Blähungen macht. Warum es so wenige zugelassene Health Claims für Ballaststoffe gibt und manche Hersteller es trotzdem erst einmal versuchen. Und warum niemand sagen kann, wie ein perfektes Mikrobiom aussieht. Zum Schluss geht es in Daniels Labor. Ein einzelnes Enzym aus Milchsäurebakterien baut aus Haushaltszucker Inulin – auch direkt im Lebensmittel, zum Beispiel im Fruchtsaft. Weniger Zucker, mehr Ballaststoff, in einer Reaktion. Warum solche Ansätze trotzdem selten im Supermarktregal ankommen, erklärt er auch: Skalierung, Kosten, Novel-Food-Verordnung. Eine Folge für alle, die wissen wollen, was sie da eigentlich essen.
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    30 min
  • #79 Das kommt beim Storyteller auf den Teller mit Sebastian H. Schröder
    2 Oct 2026
    Eine Firmengeschichte, in der immer alles glattlief, ist meistens nicht wahr. Gute Geschichten über Essen erzählen von Höhen und Tiefen und von dem Kampf, der nötig war, um dort anzukommen, wo man heute steht. Erst da zeigt sich, ob hinter einem Produkt Überzeugung steckt oder nur Werbung. Sebastian H. Schröder ist Journalist und Host von Foodsteps, dem Nachhaltigkeitspodcast des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). Ernährungsprofi ist er nach eigener Aussage nicht, seine Ressorts sind Gesellschaft, Politik und Kultur. Zehn Jahre hat er in der Werbung gearbeitet. Deshalb merkt er sofort, wenn eine Marke „seit 1899" auf die Packung schreibt, es die Firma aber erst seit fünf Jahren gibt. Sein Test für jede Gründungsgeschichte ist simpel: Erzähl mir von deinem tiefsten Punkt. Drei seiner Geschichten hat er mitgebracht. In Hamburg entwickelt ein Paar mit dem befreundeten Metzgerehepaar von nebenan eine Hybridwurst aus Fleisch und Lupine. Küchenchefs in der Gemeinschaftsverpflegung sind nach dem ersten Bissen überzeugt. Steht aber „Hybrid" auf der Karte, greifen deutlich weniger Gäste zu. Einen Hersteller zu finden, wird zur nächsten Hürde, denn Lupine ist ein Allergen und keine Firma will es auf ihrer Produktionslinie. Auf Stefans Nachfrage kommt außerdem heraus: In der „50/50-Wurst" stecken nur 38 Prozent Fleisch. In Wuppertal bringt der Essbare Arrenberg, ein Projekt des Vereins Aufbruch am Arrenberg e.V., ein benachteiligtes Viertel an einen Tisch. Der Verein setzt sich für nachhaltige Ernährung, Klimaschutz und nachbarschaftliches Miteinander ein. Das Motto lautet „Gutes Klima fängt beim Essen an", gemeint sind das Klima im Viertel und das globale. Beim Restaurant Day öffnen achtzig bis neunzig Haushalte ihre Türen und kochen ihr Lieblingsessen für die Nachbarschaft. Dazu kommen Salat aus Überseecontainern auf einem alten Bahndamm, eine Eieraktie und eine Nachbarschaftsküche. In den 1990ern eröffnete Karin Beier als „Wessi" die erste Bio-Bäckerei Sachsen-Anhalts. Bis heute backt sie dort Sauerteigbrot, mit Leidenschaft. Als ein Drittel ihrer Belegschaft ausfällt, streicht sie Kuchen und Teilchen, backt nur noch an vier Tagen und erklärt ihrer Kundschaft offen, warum. Die organisiert die Auslieferung daraufhin selbst, über eine WhatsApp-Gruppe. Und das Brot fährt mit dem Linienbus bis zur Haltestelle. Stefan und Sebastian sprechen auch darüber, warum der Lebensmittelmarkt konservativer ist, als wir glauben, warum sich beim Handel ohne Druck wenig bewegt und warum Geschichten länger im Kopf bleiben als Fakten. Sebastians Lieblingswort dafür: Ambiguitätstoleranz.
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    41 min
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