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European Fault Lines

European Fault Lines

By: European Fault Lines
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An den Schnittstellen von Gesellschaft, Wirtschaft, Staat und Technologie entscheidet sich Sicherheit – im Inneren wie im internationalen System.

European Fault Lines beginnt genau dort: wo Sozialpolitik auf Verteidigungsfähigkeit trifft, strategische Souveränität auf Finanzierungs- und Regulierungsfragen, europäische Normsetzung auf industrielle und militärische Realität, nationale Politik auf globale Machtverschiebungen.

Klassische Sicherheitsdebatten enden dabei oft an Ressortgrenzen. Die entscheidenden Fragen liegen genau dazwischen. An diesen Nahtstellen setzt der Podcast an – er verbindet Innen- und Außenpolitik, Geostrategie, Wirtschaftskraft und Sicherheitstechnologie, ohne Ressortdenken, ohne Scheuklappen.

Unser Anspruch: Überparteilich behandelt European Fault Lines Sicherheitspolitik als das, was sie ist – ein international und innenpolitisch eingebettetes, strategisches Querschnittsthema. Kein Nachrichtenpodcast, sondern ein Format für strategische Einordnung jenseits des Tagesgeschäfts.

Mit Dr. Ingmar Zielke und Dr. Maximilian Knoll – Team: Tamim Karadamur (Recherche) und Anton Hartmann (Produktion).

Unabhängig und werbefrei. European Fault Lines wird weder gesponsert noch im Auftrag von Unternehmen, Parteien oder staatlichen Institutionen produziert.

2026 European Fault Lines
Political Science Politics & Government
Episodes
  • The Coming Storm: Lessons from History for today's Great Power Conflicts with Arne Westad (Yale)
    23 Oct 2026

    Are we looking at a new Cold War—or a world that more closely resembles the years before 1914?

    Arne Westad, historian at Yale University and one of the world’s leading Cold War scholars, sees striking parallels with the era before the First World War: the unravelling of decades of globalisation, shifting power balances, and a rapid slide from apparent stability into crisis.

    In conversation with Ingmar Zielke and Maximilian Knoll, he explores the responsibilities of established powers towards rising ones, the precarious partnership between Russia and China, and the limits of nuclear deterrence. He also explains why, in his view, the next two years could be decisive in preventing a slide towards great-power war.

    At the heart of the discussion is his latest book, The Coming Storm: Power, Conflict, and Warnings from History.

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    Recorded in September 2026. References to current events and future timeframes reflect the date of recording.

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    Further reading

    • About Arne Westad — Yale Jackson School of Global Affairs:
    https://jackson.yale.edu/directory/odd-arne-westad

    • The Coming Storm — review by Jadwiga Biskupska, US Army War College Press (free access):
    https://press.armywarcollege.edu/parameters_bookshelf/188/

    • “Are America and China Condemned to Repeat History?” — review by Elizabeth D. Samet, Foreign Affairs (subscription required):
    https://www.foreignaffairs.com/reviews/are-america-and-china-condemned-repeat-history-samet

    • For a deeper historical perspective: Westad’s The Global Cold War: Third World Interventions and the Making of Our Times.

    Chapters:

    (00:00) The first storm fronts

    (00:28) Guest: Odd Arne Westad

    (00:59) Why this is not the Cold War

    (03:29) Echoes of the early 20th century

    (05:46) Hegemon or challenger?

    (08:08) America's role in China's rise

    (11:13) Fear in the established power

    (12:55) The case for peace: compromise

    (16:20) Strengthening the UN

    (17:37) How close is the storm?

    (19:08) Taiwan and the German analogy

    (20:31) Do nuclear weapons still deter?

    (23:35) Is the defence now stronger?

    (25:14) Russia as China's junior partner

    (28:20) China, Russia and Austria-Hungary

    (31:47) Individuals or structures?

    (35:10) Technology and mobilisation

    (36:18) Europe's structural weaknesses

    (40:39) A security order with Russia?

    (45:09) Overstretch and productive power

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    48 min
  • Deutschlands Defizit an strategischer Kultur – mit Muamer Bećirović
    25 Sep 2026

    Warum fällt es Deutschland so schwer, Macht, Interessen und langfristige Ziele zusammenzudenken?

    Mit dem Historiker und Publizisten Muamer Bećirović sprechen wir über die strategischen Traditionen Europas – von Metternich und Bismarck bis zur Gegenwart. Bećirović unterscheidet zwei Typen von Außenpolitikern: die „Mathematiker“, die Machtfaktoren gegeneinander aufrechnen, und die wenigen „Künstler“ mit einem Gespür für Geschichte und Macht, das sich nicht messen lässt. Metternich zählt für ihn zur zweiten Kategorie, die Entscheidungsträger von 1914 zur ersten.

    Was lässt sich aus der Geschichte über erfolgreiche Staatskunst lernen, und wie viel davon ist überhaupt erlernbar? Fehlt Deutschland eine strategische Elite? Bećirović sieht die Versäumnisse vor allem nach 1989: keine Neuorientierung nach der Wiedervereinigung, kein eigenes Gewicht zwischen Washington und Moskau – und auch nach der Zeitenwende noch kein echter Aufbruch.

    Seine Schlussfolgerungen sind bewusst provokant: eigene Atomwaffen, eine Konsolidierung Mitteleuropas unter deutscher Führung und ein Umbau der strategischen Kultur über zehn bis zwanzig Jahre. Wir halten mit dem Völkerrecht, den diplomatischen Kosten und der gewachsenen strategischen Kultur der Bundesrepublik dagegen und fragen, warum Litauen oder Polen einem solchen Deutschland folgen sollten – und ob Europa sicherheitspolitisch eigenständiger werden kann, solange es bei zentralen Fähigkeiten von den USA abhängig bleibt.

    Eine kontroverse Diskussion über historische Urteilskraft, deutsche Führung, militärische Macht und nukleare Abschreckung – und über die Frage, ob Europa noch rechtzeitig aus seinem strategischen Halbschlaf erwacht.

    Muamer Bećirović ist Historiker, Publizist und Metternich-Biograf. Derzeit forscht er als Military History Fellow an einer Universität in Texas zur Diplomatiegeschichte von 1848 bis 1914.

    Widerspruch, Hinweise, Themenvorschläge: info@faultlines.eu

    Shownotes:

    WELT: Was Schröder und Merkel von Metternichs Außenpolitik hätten lernen können

    Frankfurter Allgemeine Zeitung: Das außenpolitische Berlin ist am Ende – über Bećirovićs Autorenarchiv

    IPG-Journal: Kein Beifall – warum Europa den Preis für das Chaos im Nahen Osten zahlen könnte

    Kapitel:

    (00:00) Mathematiker und Künstler

    (00:38) Warum European Fault Lines

    (02:17) Zu Gast: Muamer Bećirović

    (03:57) Metternich und die Staatskunst

    (08:19) Staatskunst: Lernbar oder Talent?

    (09:55) Große Staatsmänner als Historiker

    (12:00) Wie Großmächte Ordnung schaffen

    (16:11) Was Deutschland heute fehlt

    (19:14) Deutsches Denken ohne Grautöne

    (21:10) Strategische Fehler seit 1989

    (26:43) Atomwaffen und Völkerrecht

    (30:30) Würde Frankreich uns schützen?

    (31:25) Warum sollte Litauen folgen?

    (34:31) Konsolidieren die USA Europa?

    (35:41) Strategische Kultur im Wandel

    (38:51) Eine Mitteleuropäische Union?

    (40:01) Zeitenwende: Noch im Halbschlaf

    (40:52) Mit Russland als Nachbarn leben

    (42:30) Subjekt oder Objekt der Geschichte

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    45 min
  • Kann Europa Strategie? Macht, Interessen und Gegner neu denken – mit Prof. Beatrice Heuser
    5 Sep 2026

    Was bedeutet Strategie in einer Welt, in der andere unsere Pläne aktiv durchkreuzen?

    Mit der Strategiehistorikerin Prof. Beatrice Heuser von der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sprechen wir über deutsche und europäische Interessen, die Rückkehr der Großmachtpolitik und die Grenzen einer regelbasierten Ordnung.

    Im Zentrum steht unter anderem die Frage, was Strategie eigentlich bedeutet. Heuser warnt vor einem Verständnis von Strategie als bloßer Verbindung von Zielen, Wegen und Mitteln. Strategie muss dort beginnen, wo sich ein Gegner mit aggressiven Plänen zu erkennen gibt. Strategie ist eine Dialektik, bei der beide Seiten planen, reagieren und die Pläne des Gegners zu vereiteln suchen. Heute findet diese Auseinandersetzung zudem auf mehreren Ebenen gleichzeitig statt – militärisch, wirtschaftlich, politisch und im Informationsraum.

    Wir diskutieren, warum Europa auf eine regelbasierte Ordnung angewiesen ist, weshalb kleinere Koalitionen und „Minilaterals“ Chance und Risiko zugleich sind, wie unterschiedliche nationale Prioritäten europäische Handlungsfähigkeit prägen – und warum strategisches Denken auch einen besseren Dialog zwischen politischer und militärischer Führung voraussetzt.

    Eine Folge über Macht, Interessen und die Fähigkeit, über den nächsten Zug hinauszudenken.


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    58 min
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